HINWEISE

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464 Der vorliegende Band enthält die elfte der öffentlichen Vortragsreihen, die Rudolf Steiner seit 1903 in Berlin hielt. In seinem Buch «Mein Lebensgang» weist Rudolf Steiner auf diesen Teil seiner Vortragstätigkeit wie folgt hin:
«So war es nicht etwa die in der Theosophischen Gesellschaft vereinigte Mitgliedschaft, auf die Marie von Sivers [Marie Steiner] und ich zählten, sondern diejenigen Menschen überhaupt, die sich mit Herz und Sinn einfanden, wenn ernst zu nehmende Geist-Erkenntnis gepflegt wurde. Das Wirken innerhalb der damals bestehenden Zweige der Theosophischen Gesellschaft, das notwendig als Ausgangspunkt war, bildete daher nur einen Teil unserer Tätigkeit. Die Hauptsache war die Einrichtung von öffentlichen Vorträgen, in denen ich zu einem Publikum sprach, das außerhalb der Theosophischen Gesellschaft stand und das zu meinen Vorträgen nur wegen deren Inhalt kam.»
Die ersten sechs der vorliegenden Vorträge wurden erstmals in der von Marie Steiner herausgegebenen Schriftenreihe «Aus schicksaltragender Zeit» (Dornach 1930) veröffentlicht. Die folgenden Vorträge mit Ausnahme des bisher unveröffentlichten neunten wurden erstmals in der Monatsschrift «Anthroposophie» (16. Jahrgang 1933/34, Nr. 3 und 4, 14. Jahrgang 1931/32, Nr. 3, und 15. Jahrgang 1932/33, Nr. 4) gedruckt. Die Vorträge vom 5. März 1915 «Was ist am Menschenwesen unsterblich?» und vom 15.März 1915 «Der Schauplatz der Gedanken als Ergebnis des deutschen Idealismus» sind in keiner Nachschrift erhalten; an ihrer Stelle wurden die unter den gleichen Titeln in Nürnberg am 12. März 1915 und in München am 28. November 1915 gehaltenen Vorträge aufgenommen. Die Vorträge vom 16. April 1915 «Schlaf und Tod vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft» und vom 23. April 1915 «Selbsterkenntnis und Welterkenntnis vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft» liegen nur in lückenhaften Nachschriften vor, die kaum mehr als eine ausführliche Inhaltsangabe darstellen; sie wurden im Anhang übernommen.
Bei der textlichen Fassung der in der Zeitschrift «Anthroposophie» erschienenen Vorträge und den entsprechenden Hinweisen wurde auf die Arbeiten von CS . Picht (1887-1954) zurückgegriffen.
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7 Zur Einführung: Aus einer Vorrede von Marie Steiner zu sechs Architektenhausvorträgen 1911/12, die 1940 unter dem Titel «Wendepunkte des Geisteslebens» in Dresden, Verlag Ernil Weises Buchhandlung (Karl Eymann), (3. Auflage Freiburg 1954), erschienen sind.
15 In den siebziger, achtziger Jahren des verflossenen Jahrhunderts: Siehe Rudolf Steiner, «Mein Lebensgang» (Dornach 1924/25, Neuauflagen), Kapitel IV, V, VIII, XIII; «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk. Gesammelte Aufsätze aus den Jahren 1882-1902», Heft 18 (Dornach 1944).
17 Karl Julius Schröer (1825-1890), Germanist, Goethe-Kommentator, seit 1867 Professor an der Technischen Hochschule in Wien, Lehrer und väterlicher Freund Rudolf Steiners. Siehe «Mein Lebensgang» und «Briefe» Band I (beides.o.). Die geistesgeschichtliche Bedeutung Schröers würdigt Rudolf Steiner in seinem Buch «Vom Menschenrätsel» (1916, 4. Auflage Dornach 1957); siehe ferner «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band III.
18 Robert Hamerling (1830-1889), Dichter und Philosoph. In seiner Lyrik, Epik und Dramatik herrscht die ernste Stimmung, die sich vielfach zum Erhabenen steigert. Anläßlich des fünfzigsten Jahrestages seines Todes veröffentlichte Marie Steiner eine Sammlung von Äußerungen Rudolf Steiners unter dem Titel «Robert Hamerling. Ein Dichter und ein Denker und ein Mensch» (Dornach 1939). Siehe ferner «Vom Menschenrätsel» (s. o.) Kapitel VI; «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band I und Heft 23; «Mein Lebensgang» (s.o). Kapitel XIII.
19 In meinem letzten Buche: Rudolf Steiner, «Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914, 7. Auflage Stuttgart 1955).
20 … von denen Schiller sagt: Zitat aus «Das Ideal und das Leben» (Gedichte der dritten Periode).
21 So konnte Goethe jene Gestalt schaffen: Zitate aus Faust I Studierzimmer; Wald und Höhle; Faust II. 5. Akt Himmelfahrt; Großer Vorhof des Palasts.
24 … das alte griechische Märchen: Vielleicht liegt ein Fehler in der Nachschrift vor; möglicherweise heißt es richtig «das alte germanische Märchen». In der germanisch-nordischen Mythologie werden wilde Kämpfe der Einherier (gefallenen Helden) geschildert.

… als ich sechseinhalb Jahre mitarbeiten durfte an der großen Weimarer Ausgabe: 1890-1897 war Rudolf Steiner als Mitarbeiter an der Sophien-Ausgabe am Goethe-Schiller-Archiv in Weimar tätig. Siehe «Mein Lebensgang» (s.o.) Kapitel IX bis XXII; «Briefe» Band I (s.o.) und Band II (Dornach 1953); «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s.o.) Heft 15.
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25 Herman Grimm (1828-1901), Kunst- und Literaturhistoriker, seit 1873 Professor in Berlin. Die hier zitierten Goethe-Vorlesungen erschienen 1877 als zweibändige Buchausgabe unter dem Titel «Goethe» und fanden ebenso wie seine Biographien «Das Leben Michelangelos» und «Das Leben Raffaels» weite Verbreitung. Seine Beziehung zum deutschen Geistesleben wird im 7. und 13. Vortrag dieses Bandes nochmals eingehend behandelt. Siehe ferner «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band III S. 81 ff.; «Mein Lebensgang» (s. o.); «Briefe» Band I (s.o.); «Vom Menschenrätsel» (s.o.) Kapitel V; «Goethe-Studien und goetheanistische Denkmethoden» (Dornach 1932) S. 85-103; «Die Weltanschauung eines Kulturforschers der Gegenwart», Vortrag gehalten am 16. Januar 1913 in Berlin (Basel 1941).
27 … es sind bedeutungsvolle Worte: Herman Grimm, «Homers Ilias» II. Band (Berlin 1895) Einleitung.
29 Johann Christian Friedrich August Heinroth (1773-1843), Arzt in Leipzig, 1819 ebendort Professor der psychischen Therapie. «Lehrbuch der Anthropologie» (1822). Der Ausdruck vom «gegenständlichen Denken» regte Goethe zu seinem Aufsatz «Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort» an; siehe Goethes Naturwissenschaftliche Schriften, herausgegeben von Rudolf Steiner in Kürschners Deutscher National-Literatur II. Band (1877) S. 31-35. Vgl. Rudolf Steiner, «Praktische Ausbildung des Denkens» (1929, Neuauflage Freiburg 1953).
31 Charles Hamid Herford (1853-1931), englischer Literaturhistoriker. Die Zitate entstammen seinem Aufsatz «Die Geschichte des Geistes und der Literatur» in J. H. Rose u. a., «Deutschland im neunzehnten Jahrhundert», fünf Vorlesungen mit einem Geleitwort von Viscount Haidane, herausgegeben von CH.Herford (Berlin 1913) S. 144ff.

Richard Burdon Viscount Haidane (1856-1928), liberaler Politiker, 1912 Lordkanzler. Er hatte in Göttingen studiert und war ein Freund des deutschen Geisteslebens. Die folgenden Zitate sind seinem Geleitwort in «Deutschland im neunzehnten Jahrhundert» (s. o.) S. 11 entnommen.
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33 Wer hätte diesen Krieg verhindern können: Nach der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand durch serbische Verschwörer mobilisierte Österreich-Ungarn einen Teil seiner Streitkräfte, insgesamt acht Armeekorps, um eine Strafexpedition gegen Serbien durchzuführen. Dies nahm Rußland zum Vorwand für die Generalmobilmachung, was infolge der europäischen Bündnisverflechtungen die Katastrophe auslöste. Siehe auch Helmuth von Moltke, «Erinnerungen und Dokumente» (Berlin 1922).
34 Berliner Kongreß: Unter Vorsitz Bismarcks tagten die Delegierten der europäischen Großmächte und der Türkei 1879 in Berlin, um den russisch-türkischen Frieden von San Stefano zu revidieren, der ein russisches Übergewicht auf dem Balkan geschaffen hatte. Für seinen Verzicht auf Bulgarien wurde Rußland durch einen Teil Bessarabiens entschädigt; dafür wurde Rumänien die Dobrudscha zugesprochen, Serbien und Montenegro wurden für unabhängig erklärt, und Österreich erhielt das Mandat zur Besetzung Bosniens und der Herzegowina.

Eduard Herbst (1820-1892), Jurist, Professor in Prag, zeitweilig Justizminister, Führer der deutschen Liberalen im österreichischen Reichsrat.

Robert Arthur Talbot Gascoyne-Cecil Marqueß of Salisbury (1830-1903), mit Unterbrechungen 1878-1900 britischer Außenminister, zuletzt Premierminister. Er betrieb dem europäischen Kontinent gegenüber eine zurückhaltende Politik, war der Vertrauensmann Disraelis und vertrat mit ihm gemeinsam England auf dem Berliner Kongreß.
35 Ein schönes Goethewort ist auch jenes: «Ich fürchte den Vorwurf nicht, daß es ein Geist des Widerspruchs sein müsse, der mich von Betrachtung und Schilderung des menschlichen Herzens, des jüngsten, mannigfaltigsten, beweglichsten, veränderlichsten, erschütterlichsten Teils der Schöpfung, zu der Beobach-tung des ältesten, festesten, tiefsten, unerschütterlichsten Sohnes der Natur geführt hat. Denn man wird mir gerne zugeben, daß alle natürlichen Dinge in einem genauen Zusammenhang stehen, daß der formende Geist sich nicht gerne von etwas Erreichbarem ausschließen läßt. Ja, man gönne mir, der ich durch die Abwechslung der menschlichen Gesinnungen, durch die schnellen Bewegungen derselben in mir selbst und in manchen andern manches gelitten habe und leide, die erhabene Ruhe, die jene einsame, stumme Nähe der großen, leise sprechenden Natur gewährt, und wer davon eine Ahnung hat, folge mir.» Goethes Naturwissenschaftliche Schriften, Über den Granit (1784).
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36 Die Neutralität Belgiens wurde von Deutschland verletzt: Im Gegensatz zu dem älteren Moltke und dessen direktem Nachfolger Waldersee hielt Schlieffen, der 1891-1905 Chef des Generalstabs war, im Fall eines Zweifrontenkriegs Frankreich für den gefährlicheren Gegner, der «möglichst bald» niedergerungen werden müsse. Schlieffens Angriffsplan gegen Frankreich sah ursprünglich nur den Durchmarsch durch belgisches und luxemburgisches Territorium vor; erst die letzte Fassung seines Aufmarschplans, die als der eigentliche « Schlief fenplan» gilt, bezog auch südliche Gebietsteile Hollands ein. 1914 lagen die strategischen Voraussetzungen jedoch ganz anders als zur Zeit Schlieffens, vor allem weil sich der französische Aufmarschplan nicht auf die von Schlieffen erwartete Defensive beschränkte. Infolgedessen wäre ein Durchmarsch durch Holland nicht einmal militärisch zu rechtfertigen gewesen, ganz zu schweigen von den politischen Folgen. Gegenüber Belgien lagen die Dinge anders. Schon Schlieffen berief sich darauf, daß ein «blindes Vertrauen auf die Heiligkeit der Neutralität» im Falle Belgiens nicht am Platze sei, denn Frankreich würde sich an diese Neutralität bestimmt nicht halten. Inzwischen hatte Belgien bereits 1906, unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Schlieffenplans, militärischen Rückhalt bei England gesucht, und zwischen den Generalstäben beider Staaten waren die Conventions anglobelges geschlossen worden. Eine objektive Darstellung gibt Gerhard Ritter, «Der Schlieffenplan. Kritik eines Mythos» (München 1956).
37 Die Weltgeschichte ist das Weltgericht: aus «Resignation» (Gedichte der dritten Periode).
38 .., wie nahe Bismarck Goethe stand: Herman Grimm, «Fragmente» (Berlin 1900) S. 608 ff.

Es war im Jahre 1866: Nach dem entscheidenden Sieg von Königgrätz bestand Bismarck darauf, daß die preußischen Truppen vor den Toren Wiens Halt machten. Im Prager Frieden wurde die Integrität Österreichs aufrechterhalten, eine Mäßigung, die der drohenden französischen Intervention zuvorkam und eine baldige Wiederannäherung der ehemaligen Kriegführenden ermöglichte. Vgl. Bismarcks Erläuterung zur Indemnitätsvorlage im Preußischen Landtag vom 1. September 1866.
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40 Alexander Iwanowasch Herzen (1812-1870), russischer Publizist. Nach mehrjähriger Verbannung und vorübergehender Beamtentätigkeit lebte er seit 1847 in Paris, später in London, Genf und Brüssel. Er sah in der russischen Gemeindeverfassung das ideale Vorbild für eine künftige Sozialordnung.
42 Dimitri Sergejewitsch Mereschkowski (1865-1941) vertrat in seiner Religionsphilosophie eine Synthese von Christentum und Antike. Margarita Woloschin erwähnt in ihren Lebenserinnemngen «Die grüne Schlange» (Stuttgart 1954) S. 165 f. das aggressive Benehmen Mereschkowskis gegen Rudolf Steiner gelegentlich einer persönlichen Begegnung in Paris.
45 Maxim Gorki (1868-1936) wurde durch seine Szenenfolge «Das Nachtasyl» berühmt. Nach der Revolution von 1917 schloss er sich den Bolschewisten an.
46 Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher (1768-1834) führte Denkformen und Inhalte der idealistischen Philosophie in die protestantische Theologie ein. Über Schleiermachers geistesgeschichtliches Verhältnis zu Goethe siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Klassiker der Welt- und Lebensanschauung.
49 Heinrich Voß (1779-1822) unterrichtete die Kinder Schillers und stand dem Dichter in dessen letzten Stunden bei. Er berichtet darüber in «Mitteilungen über Goethe und Schiller in Briefen von Heinrich Voß», 3 Bände (Heidelberg 1833-1838), neu herausgegeben von Hans Gerhard Graf (Leipzig 1896). Vgl. Herman Grimm, «Goethe» (s.o.), 21. Vorlesung.
50 … in den letzten Augenblicken seines Lebens: Immanuel Hermann Fichte, «Johann Gottlieb Fichtes Leben» (Leipzig 1862) Band I S. 457.
51 Drei Vragen stellte Eichte: Johann Gottlieb Fichte, «Reden an die deutsche Nation», Zwölfte Rede.
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53 … nach Lessings großer Idee: Lessing befasste sich in seinen letzten Lebensjahren mit der Idee der Wiederverkörperung und gab ihr in der Schrift «Die Erziehung des Menschengeschlechts» die klassische Formulierung, auf die Rudolf Steiner oft hinweist, so auch im 5., 9. und 14. Vortrag dieses Bandes. Siehe hierzu «Ewige Individualität. Unsterblichkeit, Ungeborenheit, Fortdauer, Wiederkunft. In Zeugnissen von Dichtern, Deutern und Denkern.» Gesammelt und herausgegeben von C. Englert-Faye (Basel 1934); Emil Bock, «Wiederholte Erdenleben» (2. Auflage Stuttgart 1952).
54 … wenn er die Worte ausspricht: «Reden an die deutsche Nation», Siebente Rede.
55 Indem er das Volk anregen will: s. o. Erste Rede.
56 … in seinen Briefen über die ästhetische Erziehung: Schillers «Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen» waren ursprünglich an den Erbprinzen von Holstein-Augustenburg gerichtet und wurden zuerst 1795 in den «Hören» gedruckt. Vgl. «Goethe-Studien und goetheanistische Denkmethoden» (s. o.) S. 3 ff. und 73 f.
58 … dieses wunderbare, beherzigenswerte Wort: s. o. Siebente Rede.
59 Dem, der den Geist ausbildet: aus dem Gedichtfragment «Deutsche Größe» (wahrscheinlich 1801).
60 Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Philosoph und Dichter. Auf einer Europareise lernte er 1833 in England Carlyle kennen, mit dem er fortan freundschaftlich verbunden blieb. Bei einem zweiten Besuch in England hielt er 1847/48 seine Vorlesungen über «Repräsentanten der Menschheit», die er 1850 als Essays veröffentlichte. Sie erschienen 1857 deutsch in der Übersetzung von Herman Grimm. Das folgende Zitat entstammt dem Essay «Goethe oder der Schriftsteller».
63 … die Ausführungen Miß Wylies: I. A. R. Wylie, «Mein deutsches Jahr» (Braunschweig 1911); das Zitat ist einem Aufsatz von Josef Hofmiller «Engländer über uns» in «Süddeutsche Monatshefte», München, September 1914, S. 848, 852 entnommen.
65 So sprach man davon in Manchester: J. H. Rose, «Die politische Geschichte» in «Deutschland im neunzehnten Jahrhundert» (s. o.) S. 68 f. und 70 f.
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66 … mit den Worten Her man Grimms: «Homers IHas» II. Band (s.o.) Einleitung.
68 Und jetzt will ich Ihnen seine Worte vorlesen: In seiner berühmten Rede vom 6. Februar 1888, der die folgenden Zitate entnommen sind, begründete Bismarck vor dem Reichstag die Regierungsvorlagen, in denen eine Anleihe und Maßnahmen zur Erweiterung der Wehrpflicht gefordert wurden.
72 Maurice Maeterlinck (1862-1949), französisch-belgischer Publizist. Siehe auch 7. und 10. Vortrag des vorliegenden Bandes. Die folgenden Zitate sind seinem Buch «Der Schatz der Armen» (deutsch 3. Auflage Jena 1906) entnommen. Vgl. Rudolf Steiner, «Kosmische und menschliche Geschichte» Band V «Das Karma des Berufs des Menschen in Anlehnung an Goethes Leben» (Dornach 1932) S. 211; «Veröffentlichungen aus dem literarischen Früh werk» (s. o.) Heft 24.
74 Euphorion sagt: Faust II. 3. Akt. Siehe Rudolf Steiner, «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes Faust» (2. Auflage Freiburg 1954) Band I «Faust, der strebende Mensch»; Band II «Das Faustproblem. Die klassische und die romantische Walpurgisnacht» .
75 Byron war ihm Vorbild: Besonders aufschlußreich Goethes Gespräch mit Eckermann vom 5. Juli 1827. Byron, der am griechischen Freiheitskampf teilnahm, zog sich 1824 bei den Vorbereitungen zu einem Angriff gegen Lepanto ein tödliches Fieber zu.
75 Friedrich von Schlegel (1772-1829), der doktrinäre Begründer der Romantischen Schule, hielt 1802 in Paris Vorlesungen über Philosophie.

… daß sich Schiller … nur so ausdrücken konnte: Zitat aus dem Gedicht «Das Mädchen von Orleans» (Gedichte der 3. Periode).
77 «Der Antritt des neuen Jahrhunderts»: Gedichte der 3. Periode.

… von dem wiederum Emerson spricht: «Repräsentanten der Menschheit» (s. o.): Goethe oder der Schriftsteller.
81 … das in den Faustworten zum Ausdruck kommt: Faust II. 5. Akt Großer Vorhof des Palasts.
106 … wie sich dieses Erlebnis des Todes darstellt: Siehe Rudolf Steiner, «Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung» (1904, 28. Auflage Stuttgart 1955); «Die Geheimwissenschaft im Umriß (1909, 26. Auflage Stuttgart 1955).
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107 … das habe ich ausführlich dargestellt: Rudolf Steiner, «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1909, 19. Auflage Stuttgart 1955); «Die Rätsel der Philosophie».
108 … daß der Mensch nicht nur ein Erdenleben vollbringt: Siehe Rudolf Steiner, «Reinkarnation und Karma. Vom Standpunkt der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» und «Wie Karma wirkt» (Beide 1903, Neuauflagen Freiburg 1954).
109 Appellation an das 'Publikum: «J. G. Fichtes Appellation an das Publikum über die ihm beigemessenen atheistischen Äußerungen» (1799) in. Fichtes Werke (Felix Meiner) Band III. Siehe Rudolf Steiner, «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s.o.) Band III S. 155 ff.
113 Robert Prutz (1816-1872), Dichter und Literarhistoriker. 1845 wegen Majestätsbeleidigung angeklagt, dann begnadigt, 1848 Mitglied des Constitutionellen Clubs in Berlin. Siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band III S. 75 und Heft 21 S. 6.
114 Volksseelen: Die Grundlage für eine anthroposophische Völkerpsychologie schuf Rudolf Steiner in seinem vom 7. bis 17- Juni 1910 in Christiania (Oslo) gehaltenen Vortragszyklus «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie» (3. Auflage Dornach 1950).
115 Wilhelm Wundt (1832-1920), Begründer der experimentellen Psychologie. In seiner «Völkerpsychologie» (10 Bände 1900 bis 1920), in der er die Entwickelungsgesetze von Sprache, Volkstum, Mythus und Sitte untersucht, kommt Wundt zu der hier angeführten Auffassung, daß die Volksseele mehr und etwas anderes sei als der Inbegriff einer bestimmten Anzahl von Individualseelen. Siehe auch «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band IV; «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Moderne idealistische Weltanschauungen.
123 … wie das Licht sich durch das Prisma gleichsam in verschiedene Farben gliedert: Siehe Rudolf Steiner, «Die Bhagavad Gita und die Paulusbriefe», Vortragszyklus gehalten in Köln 28. Dezember 1912 bis 1. Januar 1913 (Dornach 1932) 2. Vortrag.
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130 Raffael, Michelangelo: Vgl. Rudolf Steiner, «Raffaels Mission im Lichte der Wissenschaft vom Geiste», Vortrag gehalten in Berlin 30. Januar 1913 (Basel 1941); «Michelangelo und seine Zeit vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft», Vortrag gehalten in Berlin 8. Januar 1914 (Basel 1938); «Kunstgeschichte als Abbild innerer geistiger Impulse» Band II «Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael» (Dornach 1954); Band VIII «Raffael, Dürer und andere deutsche Meister» (Dornach 1958); Band IX «Griechische und römische Plastik - Renaissance-Plastik» (Basel 1939); Band X «Raffael» (zusammen mit Band XI und XII, Basel 1939).
133 Jean-Baptiste Moliere (1622-1673): Das bestimmende Element seiner Komödiendichtung ist Lebensklugheit, hinter der ein starkes Rechtsgefühl steht; daher die große Wirkung seines Tartuffe. Über Molieres Bedeutung für das deutsche Theater siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s.o.) Band II S.55

Voltaire (1694-1778): Siehe Rudolf Steiner, «Voltaire vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft», Vortrag gehalten in Berlin 26. 2. 1914 (Basel 1940); «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Die Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung.

Das wirkt sogar noch auf Lessing zurück: Als Lessing 1767 die «Hamburgische Dramaturgie» beginnt, geht er noch von der Voraussetzung aus, daß die Bühnendichtung der französischen Klassik wirklich der Gattungslehre des Aristoteles entspreche. Aber bald entdeckt er, daß Corneille die aristotelischen Sätze von Mitleid und Furcht mißverstanden hat, und er weist nach, daß Shakespeare das Gattungsgesetz der Tragödie wahrer erfülle als die französische Bühne. Gegen die «formalen Regeln» stellt Lessing das «innere Gesetz», das er am vollkommensten in seinem Trauerspiel «Emilia Galotti» verwirklicht.
136 Meister Eckhart, Jakob Böhme: Siehe Rudolf Steiner, «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung» (1901, 2. Auflage Stuttgart 1924); «Pfade der Seelenerlebnisse», 8 Vorträge gehalten in Berlin zwischen 14. Oktober 1909 und 10. März 1910 (3-Auflage Dornach 1957) 6. Vortrag; «Jakob Böhme», Vortrag gehalten in Berlin 9- Januar 1913.
137 Shakespeares Hamlet und Goethes Faust: vgl. «Goethe-Studien und goetheanistische Denkmethoden» (s. o.) S. 67-70; «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s.o.) Band II, insbes. S. 34 ff.
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138 John Stuart Mill (1806-1873): Wörtlich heißt es in dem angeführten Zusammenhang: «Mill fühlt sich zunächst nicht als Glied, sondern als Zuschauer der Welt.» Im Vergleich zu Hegels Logik der Dinge wird Mills Logik hier als «Zuschauerlogik» charakterisiert, «die zunächst den Faden zerschneidet, der sie mit der Welt verbindet».
139 Wie der Geist von Hamlets Vater erscheint: Hamlet I. Akt, 1. und 4. Szene.

Im Gespräch mit der Mutter: Hamlet III. Akt, 4. Szene.
140 Sein oder Nichtsein: Hamlet III. Akt, 1. Szene.

Herman Grimm sagt daher einmal: Herman Grimm, «Fünfzehn Essays - Neue Folge» (Gütersloh 1875) S.286f.
141 … wo er dem Geist gegenübersteht: Faust I. Wald und Höhle.
143 In der Verbindung des Faust mit Helena: Faust II. 3. Akt. Siehe hierzu auch «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes Faust» Band II (s. o.); «Die Rätsel in Goethes Faust» (Dornach 1932).
144 Darwinismus: Siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s.o.) Band III und IV; «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Darwinismus und Weltanschauung; «Darwin und die übersinnliche Forschung», Vortrag gehalten in Berlin 28. März 1912 (Basel 1948).
145 Es mag ja Einzelnen gelungen sein: Gemeint ist Ernst Haeckel. Vgl. Rudolf Steiner, «Das intime Element der mitteleuropäischen Kultur und das mitteleuropäische Streben» (Dornach 1950), Vortrag gehalten in Leipzig 7. Mai 1915 S. 27 f.
149 Gottfried Wilhelm von Leibniz (1646-1716), der Begründer der nachscholastischen deutschen Philosophie. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung; ferner 13. Vortrag dieses Bandes. - Ein bedeutender Leibniz-Forscher war der Philosoph Kurt Huber, der als geistiger Führer des Münchener Studentenaufstandes 1943 unter dem Nationalsozialismus hingerichtet wurde; siehe «Zeitschrift für philosophische Forschung» Band I (1946) S. 6 ff. und 143 ff.
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154 … daß am Ausgangspunkt einer jeden Volksentwicklung das Seelenleben in ganz besonderen Formen verläuft: Vgl. Rudolf Steiner, «Isis und Madonna. Alteuropäisches Hellsehen. Die europäischen Mysterien und ihre Eingeweihten». Drei Vorträge gehalten in Berlin 21. April, 1. Mai und 6. Mai 1909 (Dornach 1955).
156 Griechische Mythologie: Siehe Rudolf Steiner, «Esoterik und Weltgeschichte in der griechischen und germanischen Mythologie», vier Vorträge gehalten in Berlin Oktober 1904 (Dornach 1955). - Ludwig Laistner, «Das Rätsel der Sphinx» (Berlin 1889).
158 Ganz anders ging die Entwicklung vor sich bei jenen Völkern: Siehe Rudolf Steiner, «Geschichte des Mittelalters bis zu den großen Erfindungen und Entdeckungen», acht Vorträge gehalten in Berlin vom 18. Oktober bis 20. Dezember 1904 (Dornach 1936); «Das intime Element der mitteleuropäischen Kultur und das mitteleuropäische Streben» (s.o.).
165 Spricht ja der Dichter des Nibelungenliedes es selber aus: … von weinen und von klagen, von küener recken striten muget ir nu wunder hoeren sagen.
167 Augustinus (354-430), Kirchenlehrer des christlichen Altertums. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Weltanschauungen im Mittelalter.

Johannes Scotus Erigena (um 810-877), frühmittelalterlicher Denker. Er übersetzte die Schriften des Dionysius Areopagita ins Lateinische. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Das Gedankenleben vom Beginn der christlichen Zeitrechnung bis Johannes Scotus oder Erigena; «Okkulte Geschichte. Persönlichkeiten und Ereignisse der Weltgeschichte im Lichte der Geisteswissenschaft», sechs Vorträge gehalten in Stuttgart vom 27. Dezember 1910 bis 1. Januar 1911 (3. Auflage Dornach 1956) 2. Vortrag.
168 Heliand: Altsächsische Evangelienharmonie, in Stabreimen abgefaßt, um 830 entstanden. Der Name «Heliand» geht auf den Sprachforscher Schmeller (1785-1852) zurück.
169 Angelus Silesius (Johannes Scheffler). Seine Spruchdichtung trägt seit der 2. Ausgabe (1675) den Titel «Cherubinischer Wandersmann».
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175 Johann Gottfried Herder (1744-1803). Seine «Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit» entstanden in den Jahren 1784-1791, in denen sich die lange getrübte Freundschaft Herders mit Goethe erneuerte. Siehe auch 7. Vortrag dieses Bandes.
176 Wer immer strebend sich bemüht: Faust II, 5. Akt Himmelfahrt.
178 Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831). In seinem philosophischen System findet die Bewegung des deutschen Idealismus ihren Höhepunkt und Abschluß. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Klassiker der Welt- und Lebensanschauung; und «Das Ewige in der Hegelschen Logik und ihr Gegenbild im Marxismus», Vortrag gehalten in Dornach 27. August 1920 (Dornach 1958). Vgl. 10., 11. und 13. Vortrag dieses Bandes.
180 Adam Mickiewkz (1798-1855) lebte nach dem polnischen Aufstand 1830/31 als Emigrant vorwiegend in Paris.
181 Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Physiker, berühmt durch seine zeitkritischen Abhandlungen in dem von ihm herausgegebenen «Göttinger Taschenkalender» und seine «Briefe aus England».
182 In seinen Goethe-Vorlesungen: Herman Grimm, «Goethe» (s. o.) II. Band 23. Vorlesung.
183 Die Kant-Laplacesche Theorie: Materialistische Deutung der Weltentstehung durch die Nebularhypothese, die sich auf Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels» (1755) und Laplaces «Exposition du Systeme du monde» (1796) stützt. Die Grundgedanken der Nebularhypothese wurden in jüngster Zeit von C. F. von Weizsäcker wieder aufgegriffen.
208 Novalis: Vgl. Rudolf Steiner, «Das Weihnachtsmysterium. Novalis, der Seher und Christusverkünder. Die geistlichen Lieder von Novalis». Drei Vorträge gehalten in Berlin 22. Dezember 1908 und 26. Dezember 1909 und in Köln 29. Dezember 1912 (2. Auflage Dornach 1954).
211 Im Jahre 378: In der Schlacht bei Adrianopel wurde der römische Kaiser Valens von den Westgoten geschlagen; der Kaiser selbst fiel.
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216 In der Vorrede zu diesen Fragmenten: Herman Grimm, «Fragmente» (s. o.) Einleitende Bemerkungen.
219 Was die äußeren geschichtlichen Ereignisse sind: «In der Geschichte unsres Geschlechts werden mir manche Schritte und Erfolge ohne höhere Einwirkung unbegreiflich. Daß der Mensch z.B. sich selbst auf den Weg der Kultur gebracht und ohne höhere Anleitung sich Sprache und die erste Wissenschaft erfunden, scheinet mir unerklärlich .. . Wie dem aber auch sei, so ist's gewiß ein wohltätiger Schleier, der diese und jene Welt absondert.» Herder, «Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit» Fünftes Buch VI.
221 Der Mensch ist ein Mittelgeschöpf zwischen Tier und Engel: «Wenn höhere Geschöpfe also auf uns blicken, so mögen sie uns wie die Mittelgattungen betrachten, mit denen die Natur aus einem Element in das andere übergehet. Unsre Brüder der höheren Stufe lieben uns gewiß mehr und reiner, als wir sie suchen und lieben können, denn sie übersehen unsern Zustand klarer; der Augenblick der Zeit ist ihnen vorüber, alle Disharmonien sind aufgelöset, und sie erziehen an uns vielleicht unsichtbar ihres Glückes Teilnehmer, ihres Geschäftes Brüder. Ich kann mir also nicht vorstellen, daß, da wir eine Mittelgattung von zwei Klassen und gewissermaßen die Teilnehmer beider sind, der künftige Zustand von dem jetzigen so fern und ihm so ganz unmittelbar sein sollte, als das Tier im Menschen gern glauben möchte.» «Ideen» (s. o.) Fünftes Buch VI.
222 Johann Joachim Winckelmcmn (1717-1768), Begründer der klassischen Kunstgeschichte. Siehe Goethe, «Winckelmann und sein Jahrhundert» (1806).

Goethe sagt über Winckelmann: «Winckelmann erhob sich über die Einzelheiten zu einer Idee der Geschichte der Kunst und entdeckte als ein neuer Kolumbus ein lange geahndetes, gedeutetes und besprochenes, ja man kann sagen ein früher schon gekanntes und verlorenes Land… (Er entdeckte, daß nämlich Kunstwerke) … nicht allein von verschiedenen Künstlern, sondern auch aus verschiedenen Zeiten herrühren, und daß sämtliche Betrachtungen des Ortes, des Zeitalters, des individuellen Verdienstes zugleich angestellt werden müssen.» «Winckelmann und sein Jahrhundert».
223 … um die Worte Goethes zu gebrauchen: Goethe spricht in mannigfachen Zusammenhängen von Geistesaugen und Geistesohren, zum Beispiel in «Dichtung und Wahrheit» Dritter Teil, Elftes Buch: «Ich sah nämlich, nicht mit den Augen des Leibes, sondern des Geistes, mich mir selbst, denselben Weg, zu Pferde entgegenkommen.» Ferner: Naturwissenschaftliche Schriften, Zur Zoologie: «Wir lernen mit Augen des Geistes sehen, ohne die wir, wie überall, so besonders auch in der Naturwissenschaft, blind umhertasten.» - Faust II Erster Akt:

Tönend wird für Geistesohren
schon der neue Tag geboren.

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223 Herders Ausspruch: «Die Kette der Bildung allein macht aus diesen Trümmern ein Ganzes, in welchem zwar Menschengestalten verschwinden, aber der Menschengeist unsterblich und fortwirkend lebet… Immer verjüngt in seinen Gestalten, blüht der Genius der Humanität auf und ziehet palingenetisch in Völkern, Generationen und Geschlechtern weiter.» «Ideen» (s. o.) Neuntes Buch I.

Oft leben und wirken diese m der größten Stille: «Glücklich der Sterbliche, dessen .. . Strahlen eines stillen Beispiels auf die schönere Humanität seiner Mitbürger fortgewirkt haben. Nicht anders wirkt Gott auf der Erde als durch erwählte, größere Menschen. Glorreiche Namen, die in der Geschichte der Kultur als Genien des Menschengeschlechts, als glänzende Sterne in der Nacht der Zeiten schimmern!» «Ideen» (s.o.) Neuntes Buch I.
224 Vaul de Lagarde (1827-1891), Orientalist und Kulturphilosoph, Professor in Halle, Berlin und Göttingen.

… wie er zu dieser tragenden Kraft des deutschen Geistes steht: Auch hier zitiert Rudolf Steiner frei aus dem Gedächtnis. Im Wortlaut heißt es: «Es ist manches Jahr her, seit ich mit meiner Klasse einen lieben Schüler zur Gruft geleitete und von des Knaben Vater, der die Dienstleistung eines Geistlichen abgelehnt hatte, erst am Tore des Gottesackers gebeten wurde, am Grabe einige Worte des Trostes zu sprechen. Ich habe da nichts Schlechtes gedacht und gesagt und doch die Scham über alles, was ich sagte, in meiner Seele brennen fühlen: wer war ich, vor einem tiefen Schmerze unter Gottes Himmel, in den dämmernden, nun frohen Frühling hinein, mir das Wort über ewige Dinge anzumaßen. So wie damals, ja noch weit ernster und trauriger ist mir jedes Mal zu Mute, wenn ich über vaterländische Angelegenheiten mich zu äußern unternehme. Damals fiel jeder Laut auf guten Boden: möchte es jetzt ebenso geschehen.» Lagarde, «Deutsche Schriften» (Göttingen 1886) S. 87.
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225 So sagt Lagarde: «Deutsche Schriften» (s. o.) S. 24.
226 Die Brüder Grimm: Jakob Grimm (1785-1863), der Begründer der germanischen Philologie, und sein Bruder, der Germanist Wilhelm Grimm (1786-1859), gaben die «Kinder- und Hausmärchen» auf Betreiben des Romantikers Achim von Arnim heraus. Vgl. Rudolf Steiner, «Märchendichtungen im Lichte der Geistesforschung», Vortrag gehalten in Berlin 6. Februar 1913 (Basel 1942).
227 Herman Grimm, «Novellen» (1862, 3. Auflage Berlin 1897). Vgl. Rudolf Steiner, «Das Problem des Todes im Zusammenhang mit der künstlerischen Auffassung des Lebens», drei Vorträge gehalten in Dornach 5-, 6. und 7. Februar 1915 (Dornach 1935) 1. Vortrag.
228 Herman Grimm, «Unüberwindliche Mächte», Roman (3 Bände 1867). Vgl. «Das Problem des Todes» (s. o.) 2. Vortrag.
230 In einem vertraulichen Gespräch: am 11. Oktober 1828.
230 … dieses Wort Fichtes: «Wir werden zu seiner Zeit zeigen …, daß es lediglich der gemeinsame Grundzug der Deutschheit ist, wodurch wir den Untergang unserer Nation im Zusammenfließen derselben mit dem Auslande abwehren und worin wir ein auf ihm selber ruhendes und aller Abhängigkeit durchaus unfähiges Selbst wiederum gewinnen können.» «Reden an die deutsche Nation» (s. o.), Erste Rede.
231 Robert Hamerling: Siehe 1. Vortrag dieses Bandes und Hinweis zu S. 18. «Aspasia. Ein Künstler- und Liebesroman aus Alt-Hellas» (3 Bände Hamburg 1876); «Der König von Sion. Epische Dichtung in zehn Gesängen» (Hamburg 1869); «Danton und Robespierre», Tragödie in fünf Aufzügen (Hamburg 1871); «Homunculus. Modernes Epos in zehn Gesängen» (Hamburg 1888). Siehe hierzu Rudolf Steiner, «Homunkulus», Vortrag gehalten in Berlin 26. März 1914 (Basel 1939).
232 … charakteristische Erscheinungen innerhalb dieses Jungfranzosentums: Andre Gide, Romain Rolland, Paul Claudel u. a. Siehe Otto Grautoff, «Das junge Frankreich» in «Die Tat», Jena 1913/14 Heft 7. Leon Bazalgette in seinem Aufsatz «Europa» in «Die Tat» (s. o.).
234 Romain Rolland (1866-1944). In seinem Hauptwerk, dem Romanzyklus «Jean Christophe» (10 Bände 1907-1912), dem die folgenden Zitate entnommen sind, schildert er das Leben eines deutschen Musikers, wofür er authentische Musikerbiographien heranzieht.
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234 Ein Kritiker hat sich nicht entbrechen können: Otto Grautoff in «Das junge Frankreich» (s. o.).

Emile Verhaeren (1855-1916), Mitbegründer der literarischen Bewegung «La jeune Belgique».
235 … welches Ansehen die Kritiker haben: Stefan Zweig im «Berliner Tageblatt» vom 22. Dezember 1912, Waldemar Bonseis in «Die Tägliche Rundschau», Berlin, vom 2. April 1914, Herbert Stegemann in «Deutsche Tageszeitung», Berlin, vom 15. Juli 1914 u.a.
238 Als Goethe deswegen getadelt worden ist: Derartige Angriffe gingen vor allem von Friedrich Heinrich Jacobi aus. Die erwähnte Äußerung Schillers heißt im Wortlaut: «Sobald mir einer merken läßt, daß ihm in poetischen Darstellungen irgend etwas näher anliegt als die innere Notwendigkeit und Wahrheit, so gebe ich ihn auf. Könnte Jacobi Ihnen zeigen, daß die Unsittlichkeit Ihrer Gemälde nicht aus der Natur des Objektes fließt und daß die Art, wie Sie dasselbe behandeln, nur von Ihrem Subjekt sich herschreibt, so würden Sie allerdings dafür verantwortlich sein, aber nicht deswegen, weil Sie vor dem moralischen, sondern weil Sie vor dem ästhetischen Forum fehlten. Aber ich möchte sehen, wie er das zeigen wollte.» Schillers Brief an Goethe vom 1.März 1795.
246 Metöken (griechisch Mitbewohner): in der Poiis ansässige Fremde, die keine politischen Rechte besaßen.
248 … ein paar Worte emes deutschen Kritikers: Stefan Zweig, «Brief an Romain Rolland» im «Berliner Tageblatt» vom 22. Dezember 1912.
249 Die geisteswissenschaftliche Richtung, der wir angehören: Siehe «Mein Lebensgang» (s. o.) Kapitel XXXI-XXXVIII; «Briefe» Band 2 (s. o.).

Die Präsidentin: Annie Besant (1847-1933).

Jetzt wenn ich rückwärts blicke: Annie Besant, «On the Watch Tower» in «The Theosophist», London 1914 Vol. XXXVI. Nr. 3 S. 196.
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251 Walther von der Vogelweide (um 1170-1230), der bedeutendste deutsche Lyriker des Mittelalters. Neubelebt wurde sein Andenken durch Uhlands Buch «Walther von der Vogel weide, ein altdeutscher Dichter» (1822, enthalten in Uhlands «Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage»),
253 David Friedrich Strauß (1808-1874), Theologe. In seinem Hauptwerk «Das Leben Jesu» (2 Bände 1835/36) stellte er die Evangeliengeschichte als mythisch-dichterische Nachbildung des jüdischen Messiasgedankens hin. Kurz vor seinem Tode vollzog er mit der hier erwähnten Schrift «Der alte und der neue Glaube. Ein Bekenntnis» (Leipzig 1872) den radikalen Bruch mit dem Christentum. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.).

David Friedrich Strauß gesteht zwar zu: «Der alte und der neue Glaube» (s. o.) S. 126.
256 … das Wort …, das Nietzsche .., geprägt hat: «David Friedrich Strauß, ein rechter Satisfait unserer Bildungszustände und typischer Philister.» Friedrich Nietzsche, «Unzeitgemäße Betrachtungen» («Aus dem Nachlaß» 1873).
257 Wenn die Natur mir solche Anlagen verliehen hat: «Die Überzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Tätigkeit; denn wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form des Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinen Geist nicht ferner auszuhalten vermag.» Gespräch Goethes mit Eckermann vom 4. Februar 1829.

… indem er sagt: «Der alte und der neue Glaube» (s. o.) S. 126.
258 David Friedrich Strauß sagt etwa so: ebendort S. 127.
268 … wie es Schopenhauer getan hat: Arthur Schopenhauer, «Die Welt als Wille und Vorstellung» (Leipzig 1819). Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Reaktionäre Weltanschauungen.
270 Schiller sagt: Aus «An die Astronomen» (Tabulae votivae, Musenalmanach).
271 Diese Charakteristik gibt David Friedrich Strauß: «Denn in diesem Betracht ist das Wort eines zwar tollen, aber ebenso geistreichen Kirchenvaters der Grundsatz der modernsten Wissenschaft geworden: «Nichts ist unkörperlich, als was nicht ist.» «Der alte und der neue Glaube» (s. o.) S. 131. Der Kirchenvater ist Tertullian.
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281 Manche haben ja lange Zeit gebraucht: Erst 1822 erklärte das Sanctum officium in Rom, daß die Herausgabe von Werken, die von der Bewegung der Erde und dem Stillstand der Sonne handeln, nicht verboten sei.
282 Meister Eckhart: Siehe 5. Vortrag dieses Bandes und Hinweis zu S. 136. Das folgende Zitat entstammt «Meister Eckharts Schriften und Predigten», herausgegeben von Hermann Büttner (2 Bände Jena 1919) L Band S. 110.
283 Ernst Mach (1838-1916), Vertreter eines Positivismus, für den nur die Empfindungen und ihre Beziehungen existieren. Die von Rudolf Steiner aus dem Gedächtnis wiedergegebene Buchstelle heißt im Wortlaut: «Als junger Mensch erblickte ich einmal auf der Straße ein mir höchst unangenehmes, widerwärtiges Gesicht im Profil. Ich erschrak nicht wenig, als ich erkannte, daß es mein eigenes sei, welches ich, an einer Spiegelniederlage vorübergehend, durch zwei gegeneinander geneigte Spiegel wahrgenommen hatte. - Vor nicht langer Zeit stieg ich nach einer anstrengenden nächtlichen Eisenbahnfahrt sehr ermüdet in einen Omnibus, eben als von der anderen Seite auch ein Mann hereinkam. <Was steigt denn da für ein herabgekommener Schulmeister ein>, dachte ich. Ich war es selbst, denn mir gegenüber hing ein großer Spiegel… Der Klassenhabitus war mir also viel geläufiger als mein Spezialhabitus.» Ernst Mach, «Beiträge zur Analyse der Empfindungen» (Jena 1886) S. 3.
284 … in der kleinen Schrift: Goethe, «Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären» (1790).
285 … warum dieser für die Farbenlehre eintrat: «Ein Hauptgrund, warum die ebenso klare als gründliche, auch sogar gelehrte Goethesche Beleuchtung dieser Finsternis im Lichte nicht eine wirksamere Aufnahme erlangt hat, ist ohne Zweifel dieser, weil die Gedankenlosigkeit und Einfältigkeit, die man eingestehen sollte, gar zu groß ist.» Hegel, «Enzyklopädie der Philosophischen Wissenschaften» Par. 320.

Hegel zeigte auf: «Die Gesetze der absolut freien Bewegung sind bekanntlich von Kepler entdeckt worden; eine Entdeckung von unsterblichem Ruhme. Bewiesen hat Kepler dieselbe in dem Sinne, daß er für die empirischen Data ihren allgemeinen Ausdruck gefunden hat. Es ist seitdem zu einer allgemeinen Redensart geworden, daß Newton erst die Beweise jener Gesetze gefunden habe. Nicht leicht ist ein Ruhm ungerechter von einem ersten Entdecker auf einen anderen übergegangen… Es ist nichts als der Unterschied zu sehen, daß das, was Kepler auf eine einfache und erhabene Weise, in der Form von Gesetzen der himmlischen Bewegung ausgesprochen, Newton in die Reflexionsform von Kraft der Schwere, und zwar derselben, wie im Falle das Gesetz ihrer Größe sich ergibt, umgewandelt hat. Wenn die Newtonische Form für die analytische Methode ihre Bequemlichkeit nicht nur, sondern Notwendigkeit hat, so ist dies nur ein Unterschied der mathematischen Formel; die Analysis versteht es längst, den Newtonischen Ausdruck und die damit zusammenhängenden Sätze aus der Form der Keplerschen Gesetze abzuleiten.» Hegel, «Enzyklopädie der Philosophischen Wissenschaften» Par. 270.
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288 … in seiner bemerkenswerten Broschüre: Friedrich Lienhard, «Deutschlands europäische Sendung» (Stuttgart 1914) S. 7.

,.. ein Wort Goethes: Woldemar von Biedermann, Goethes Gespräche (2. Auflage Leipzig 1909-1911) 2. Band S.215 Gespräch mit Luden Dezember 1815.

Deutschland sei Hamlet: Ferdinand Freiligrath, «Hamlet» (1844):

Deutschland ist Hamlet! Ernst und stumm
In seinen Toren jede Nacht
Geht die begrabene Freiheit um
Und winkt den Männern auf der Wacht…

297 … am Eingang des zweiten Teils des «Faust»: Siehe «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes Faust» (s. o.) Band I, 4. Vortrag.
300 Ilja Muromez: Ilja (Elias) von Murom, Heldengestalt der altrussischen Sage, die vermutlich in das zehnte bis dreizehnte Jahrhundert zurückgeht. Er zieht an den Hof des Fürsten Wladimir von Kiew, besteht gefährliche Abenteuer und wird zum Beschützer aller Bedrängten.
301 Wolfram von Eschenbach (um 1170-1220) schuf das Epos «Parzival» nach der Gralsdichtung des Chretien de Troyes selbständig um.
303 … eine Szene, die sich an eine alte Volkstradition anlehnt: Lessings Fragment «D. Faust». Vgl. «Kosmische und menschliche Geschichte» Band V (s. o.) 2. Vortrag S. 46; ferner Rudolf Steiner, «Sprachgestaltung und dramatische Kunst», Vorträge gehalten für die Sektion für redende und musische Künste am Goetheanum 5.-23. September 1924 (Dornach 1926) 4. Vortrag S. 89 ff.
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303 Karl Hillebrand (1829—1884), Historiker, lebte nach seiner Teilnahme am Badischen Aufstand 1849 in Paris, später in Florenz. «Zeiten, Völker, Menschen» (7 Bände 1874-1885).
304 George Henry Lewes (1817-1877): «Life of Goethe» 2 Bände (1855, deutsch 1856/57).
305 Henri Bergson (1859-1941) vertrat gegenüber den mechanistischen Zeitströmungen den Vorrang des Seelischen. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Der moderne Mensch und seine Weltanschauung.

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) verknüpfte den deutschen Idealismus mit der Romantik. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Klassiker der Welt- und Lebensanschauung.
306 Der erste Satz: Siehe Hinweis zu S. 136 und 282.

Der zweite Satz: Fichtes Reden an die deutsche Nation. Siebente Rede.

Der dritte Satz: Hegel, «Wissenschaft der Logik» Band I (Felix Meiner 1948) S. 138.
308 Slawophilen nennt man eine Reihe russischer Philosophen des neunzehnten Jahrhunderts, die im Gegensatz zu den «Westlern» die Emanzipation der russischen Kultur vertraten.

Panslawismus ist ursprünglich eine wissenschaftliche Bezeichnung für die Verwandtschaft der slawischen Sprachen. Der Volkstumgedanke der Slawophilen führte zu der Forderung, alle slawischen Völker unter russischer Herrschaft zusammenzuschließen. Die Russifizierungstendenz des Panslawismus wurde durch den polnischen Aufstand von 1863 verstärkt.
309 Fedor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881). Seine Reisen nach Westeuropa bestärkten ihn in der Überzeugung, das Streben nach Macht habe den Westen dem Christentum entfremdet. In Puschkin sah Dostojewski den «Allmenschen», der als Russe alle europäischen Widersprüche in sich aussöhnt. Die hier wiedergegebenen Gedanken sind im «Tagebuch eines Schriftstellers» ausgesprochen.

Aleksej Stepanowitsch Chomjakow (1804-1860), Geschichtsphilosoph, forderte die Abkehr Rußlands von der individualistischen «Fäulnis» des Westens.

Orest Feodorowitsch Miller (1834-1889), Professor der älteren russischen Literatur in Petersburg, gehörte zu den gemäßigten Slawophilen. Hauptwerk: «Ilja Muromez und das Paladinen-turn von Kiew» (1870).
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310 Wladimir Solowjew (1853-1900). Rudolf Steiner erwähnt Solowjew in vielen Vorträgen, so in «Kosmische und menschliche Geschichte» (s. o.) Band III «Innere Entwickelungsimpulse der Menschheit», 3-, 4. und 6. Vortrag; Band IV «Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts», 3. und 4. Vortrag.
311 Boris Tschitscberin (1828-1904), russischer Philosoph, Hegelianer.
312 Michail Katkow (1820-1887), einflußreicher russischer Public zist. Die Gewaltmaßnahmen der zaristischen Regierung zur Russifizierung Polens und zur Unterdrückung des deutschen Elements in den Ostseeprovinzen wurden von Katkow propagiert.

Und einer, der es wissen konnte: Solowjew, «Rußland und Europa» (deutsch Jena 1917) S. 75 f.

Iwan Sergejewitsch Absakow (1823-1886), panslawistischer Agitator des Moskauer Slawischen Komitees.

Nikolai Jakowlewitsch Danilewski (1822-1885). Sein kulturphilosophisches Werk «Rußland und Europa» (deutsch 1920) wurde als «Bibel des Panslawismus» berühmt.
313 … über den ein bekannter Russe die folgenden Worte spricht: Fürst Jewgenij Nikolajewitsch Trubetzkoi, «Die Weltanschauung Solowjews» (1914).
315 Er stellt diese frage: Solowjew, «Rußland und Europa» (s.o.) 5. 75 f.
316 Joseph Marie Comte de Maistre (1753-1821) trat in seiner Staatsphilosophie für den Absolutismus und die feudale Gesellschaftsordnung ein. Im Katholizismus und im päpstlichen Primat sah er die Grundlage des staatlichen und sozialen Lebens. Vgl. Rudolf Steiner, «Die materialistische Weltanschauung des neunzehnten Jahrhunderts», sechs Vorträge gehalten in Dornach vom 22. April bis 1. Mai 1921 (Basel 1951). 6. Vortrag S. 97 ff.
317 Georg Brandes (1842-1927), dänischer Literarhistoriker, Verfasser mehrerer großer Monographien. «Eindrücke aus Polen und Rußland» (1885-1888).
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318 Heinrich Rücken (1823-1875), Geschichtsforscher und Germanist, zuletzt Professor in Breslau. Sein hier erwähntes Werk erschien 1857.

Zar Alexander II. fiel 1881 dem Bombenanschlag einer anarchistischen Aktionsgruppe zum Opfer. Unter seinem Nachfolger Alexander III. wurde die Russifizierung in den Randländern forciert und die Kirche der Politik dienstbar gemacht.
320 Johann Heinrich Deinhardt (1805-1867), «Über die Vernunft-gründe der Unsterblichkeit der menschlichen Seele» (1863) in «Kleine Schriften» (Leipzig 1869), herausgegeben von H.Schmidt. Vgl. «Vom Menschenrätsel» (s.o.) S.63 f.
321 Fercher von Steinwand (1828-1902). Das Zitat, mit dem der 8. Vortrag schließt, entstammt dem Gedicht «Kyffhäuser-Gäste», Fercher von Steinwands Sämtliche Werke (Wien 1903): Deutsche Klänge aus Österreich (Erster Teil) S. 165 ff. Seine persönliche Begegnung mit dem Dichter schildert Rudolf Steiner in «Mein Lebensgang» (s.o.). Siehe ferner «Vom Menschenrätsel» (s.o.) und «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Heft 23.

Das Mysterium vom Kyffhäuser: Nach der Sage, die sich bis ins 14. Jahrhundert nachweisen läßt, ist der Stauffenkaiser Friedrich II. oder - nach einer späteren Fassung - Barbarossa in den Kyffhäuser entrückt; er wird einst wiederkommen und das Reich in seiner Herrlichkeit wiederherstellen. Durch Rückerts Lied «Barbarossa» (1817) wurde die Kyffhäusersage in ganz Deutschland bekannt.
327 Doch ist das Leichte schwer: Faust II. 1. Akt, Kaiserliche Pfalz.
346 … auf die ich gestern hingewiesen habe: Der am 11. März 1915 in Nürnberg gehaltene Vortrag entspricht inhaltlich dem 2. Vortrag dieses Bandes.
353 Goethe: «Dichtung und Wahrheit» Zweiter Teil, 9- Buch, und Dritter Teil, 11. Buch.
354 Locke, Hobbes: Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung. - John Locke (1632-1704) führt alle Erkenntnis auf Erfahrungen des «äußeren» (Sensation) oder «inneren Sinnes» (reflection) zurück. Thomas Hobbes (1588-1679) faßt auch seelische und gesellschaftliche Erscheinungen als bewegte Körper auf, deren Veränderungen sich mechanistisch erklären lassen.
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354 Der Mensch als Maschine: Julien Offrey de La Mettrie (1709 bis 1751) entwarf in seinem Hauptwerk «L'homme machine» (1748) eine mechanistische Theorie von der Organisation des Menschen.
355 … was er Schiller gegenüber betonen konnte: «Das kann mir sehr lieb sein, daß ich Ideen habe, ohne es zu wissen, und sie sogar mit Augen sehe.» Goethes Naturwissenschaftliche Schriften (s. o.) I. Band: Glückliches Ereignis.
356 … der auch einiges mit dieser Stadt zu tun hat: Hegel war 1808-1816 Rektor des Gymnasiums in Nürnberg; in dieser Zeit schrieb er seine «Wissenschaft der Logik».

Abraham Gotthelf Kästner (1719-1800), Mathematiker, Professor in Leipzig und Göttingen, stand als Dichter dem Kreis um Gottsched nahe.
357 Daniel Defoe (1659-1731) schrieb den unzähligemal übersetzten und nachgeahmten Roman «The Hfe and stränge surprising adventures of Robinson Crusoe of York» (1719).
362 … der morgige Vortrag: «Die ewigen Kräfte der Menschenseele im Lichte der Geisteswissenschaft», gehalten am 29. November 1915 in München.
363 Betrachtung über deutsches Wesen: Wilhelm von Humboldt (Tegel 1830) in «Über Schiller und den Gang seiner Geistesentwicklung», wiedergedruckt in «Denken, Schauen, Sinnen, Zeugnisse deutschen Geistes» Band V (Stuttgart 1958).
366 Das Jüngste Gericht: Zum Vergleich der Freskengemälde von Michelangelo und Peter Cornelius siehe auch «Michelangelo und seine Zeit vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» (s. Hinweis zu S. 130). - «Das Jüngste Gericht» von Cornelius befindet sich in der Ludwigskirche in München.
369 Rene Descartes (Cartesius) (1596-1650): Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die „Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung. - Im zweiten seiner Vorträge «Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik», gehalten in Stuttgart 21. August bis 5. September 1919 (4. Auflage Dornach 1951) nennt Rudolf Steiner den Satz «Cogito ergo sum» (Ich denke, also bin ich) den größten Irrtum, der an die Spitze der modernen Weltanschauung gestellt wurde.
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369 Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592) geht in seinem Hauptwerk «Essais» (1580-1588) von einer Selbstanalyse aus, die das Ich von allen Selbsttäuschungen freilegen soll; der Wahrheitswert des christlichen Glaubens bleibt dahingestellt.
372 Immanuel Kant (1724-1804): Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Das Zeitalter Kants und Goethes.
373 Er mußte das Wissen entthronen: «Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.» Kant, «Kritik der reinen Vernunft», Vorrede zur 2. Ausgabe (1787).
374 Emanuel Swedenborg (1688-1772), Naturforscher und Theosoph, wurde durch seine Visionen zu einer europäischen Berühmtheit. Siehe Kant, «An Fräulein Charlotte v. Knobloch über Swedenborg» (1758); «Träume eines Geistersehers» (1766).
376 … indem Faust den Geist sucht: Faust I, Studierzimmer.
377 Schelling: Siehe Hinweis zu S. 305. Die genannte Abhandlung ist enthalten in F. W. I. Schellings Philosophische Schriften, erster (einziger) Band (1809).
378 … im Einklang mit anderen Geistern: Jakob Böhme, Franz von Baader. Im Wortlaut heißt es: «… es muß vor allem Grund, vor allem Existierenden, als überhaupt vor aller Dualität ein Wesen sein; wie können wir es nennen, als den Urgrund oder vielmehr Ungrund? … das schlechthin betrachtete Absolute, den Ungrund.» Schelling, Sämtliche Werke (Stuttgart und Augsburg 1856-58) S. 497 it

Prosahymnus an die Natur: Siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Heft 2.
380 … das versinnlichte Material unserer Pflicht: «Unsere Welt ist das versinnlichte Material unserer Pflicht; dies ist das eigentlich Reelle in den Dingen, der wahre Grundstoff aller Erscheinungen.» J. G. Fichte, «Appellation an das Publikum».
384 … ein Wort, das Schelling gesagt hat: «Über die Natur philosophieren heißt die Natur schaffen.» Schelling, «Erster Entwurf eines Systems der Naturphilosophie» (1799) in Sämtl. Werke (s.o.) I. Abteilung, III. Band S. 13.
386 … wie an den Busen eines Freundes: Faust I, Wald und Höhle.
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387 Einswerden mit dem göttlichen Weltgeist: «Durch die Philosophie will sich der Gedanke dem Sinnlichen entreißen; sie ist die Ausbildung des Gedankens zur Totalität jenseits des Sinnlichen und der Phantasie . . . Dies (die epochemachenden Wendungen in der Geschichte der Philosophie) sind nicht so ein Einfall der Philosophie, sondern ein Ruck des Menschengeistes, der Welt, des Weltgeistes. Die Offenbarung Gottes … ! Was wir so trocken, abstrakt hier betrachten, … wenn wir so in unserem Kabinett die Philosophen sich zanken und streiten lassen und es so oder so ausmachen, … sind die Taten des Weltgeistes . . . Die Philosophen sind dabei dem Herrn näher, .. . sind die (jLoqrai, die beim Ruck im innersten Heiligtum mit und dabei gewesen…» Hegel, «Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie».
388 … da war man der Anschauung: Nach C. S. Picht («Anthroposophie» 1932/33, Buch 4) bezieht sich Rudolf Steiner vermutlich auf eine Äußerung von Karl Rosenkranz über Grabbes Tragödie «Don Juan und Faust» (1829). Darin heißt es: «Jetzt vermißt man noch zu vieles, was die Musik schon ausdrückt, der Witz der Rede aber noch nicht erreicht hat.» («Über Calderons Tragödie vom wundertätigen Magus. Ein Beitrag zum Verständnis der faustischen Fabel.» Halle und Leipzig 1829. S. 74.)
389 Richard Wagner: Siehe auch Rudolf Steiner, «Nietzsches Seelenleben und Richard Wagner. Zur deutschen Weltanschauungsentwickelung der Gegenwart.» Vortrag gehalten in Berlin 23. März 1916 (Dornach 1944).
391 … wie Boutroux sagt: Emile Boutroux, «L'Allemagne et la guerre» in «Pages d'histoire 1914-15» (Paris 1915) S. 13 f.
392 Eine Londoner Zeitung schrieb dazumal: Freie Wiedergabe einer Tagebuchaufzeichnung von Karl Rosenkranz: «1841…: <Morning Chronicle> spottet über uns Deutsche, wie wir uns jetzt abmühten, den Unterschied von SchelUng und Hegel zu bestimmen. Das sei ganz leicht. Hegel sei das Ignotum (lateinisch-das Unbekannte) und Schelling das Ignotius (das Unbekanntere).» Karl Rosenkranz, «Aus einem Tagebuch» (Leipzig 1854) S. 80.
393 Als d'Annunzio seine klingenden Worte sprach: am 17. Mai 1915. Italiens Kriegserklärung an Österreich erfolgte am 23. Mai 1915.
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395 • • knüpft er daran eigene Worte: Friedrich Kreyssig, «Vorlesungen über Goethes Faust» (Berlin 1866) S. 254.
399 … zu welchem Ausspruch Herman Grimm gekommen ist: Siehe Hinweis zu S. 182.
403 Giordano Bruno (1548-1600). Seine Philosophie wurzelt in der Kopernikanischen Lehre. In dem räumlich und zeitlich unbegrenzten Universum schweben unzählige Welten, die sich gegenseitig anziehen oder fliehen und so ein System bilden. Was in der sichtbaren Welt (natura naturata) in zeitlicher Erscheinung erscheint, ist der Möglichkeit nach in Gott (natura naturans) auf einmal enthalten. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung, ferner Rudolf Steiner, «Das Suchen nach der Welt im Menschen, nach dem Menschen in der Welt», drei Vorträge gehalten in Dornach 12. bis 14. Januar 1923 (Dornach 1943) S. 1 ff., 14 ff., 29, 33 ff.
405 Thomas Campanella (1568-1639), italienischer Philosoph. Seine Schriften, die alle Wissensgebiete seiner Zeit umfassen, entstanden zum größten Teil im Gefängnis.

Lucilio Vanini (1584-1619), italienischer Philosoph, vollzog den Übergang vom Aristotelismus zu einer pantheistischen Naturauffassung. Er wurde in Toulouse wegen Gotteslästerung verbrannt.
411 Auguste Comte (1798-1857) wird als einer der Hauptvertreter des Positivismus im Vortragswerk Rudolf Steiners häufig erwähnt. Siehe auch «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Weltanschauungen der wissenschaftlichen Tatsächlichkeit.
412 Francis Bacon (1561-1626), englischer Staatsmann und Gelehrter, Begründer des neuzeitlichen Empirismus. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Die Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung.

Herbert Spencer (1820-1903) systematisierte alle Erfahrungsgebiete unter den Grundgedanken der Entwicklung, der Anpassung und des Fortschritts. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Die Welt als Illusion.
418 Benedikt Spinoza (1632-1677): Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Die Weltanschauungen des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung. Über Goethes Beziehungen zu Spinoza siehe Rudolf Steiner, «Metamorphosen des Seelenlebens», sieben Vorträge gehalten in Berlin zwischen dem 21. Oktober 1909 und 12. März 1910 (4. Auflage Dornach 1957), 7. Vortrag, ferner in der Einleitung zum l.Band der Naturwissenschaftlichen Schriften von Goethe (1883, Kürschner) Seite LVff., sowie im 1. Vortrag vom 21. Mai 1921 von «Die Naturwissenschaft und die weltgeschichtliche Entwickelung der Menschheit seit dem Altertum» (Dornach 1939)
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420 Dietrich Baron von Holbach (1723-1789). Seine unter dem Pseudonym Mirabeau erschienene Schrift «Systeme de la nature ou des lois du monde physique et du monde moral» (1770) wurde die «Bibel des Materialismus» genannt. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Die Weltanschauung des jüngsten Zeitalters der Gedankenentwicklung; Der Kampf um den Geist.
421 … indem er sich darüber äußerte: «Dichtung und Wahrheit» Dritter Teil, Elftes Buch.
422 Urpflanze, Urtier: Goethes Naturwissenschaftliche Schriften (s. o.), I. Band.
423 Wenn man Fichte ganz durchschauen will: Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Das Zeitalter Kants und Goethes.
429 Sardonisches Lachen (Sardonius risus): Bei den Römern das grimmige Lachen des Zornes. Die Herkunft des Wortes war schon im Altertum umstritten.
432 Barbarische Komposition … Tragelaph: Am 27- Juni 1797 schreibt Goethe an Schiller: «Ihre Bemerkungen zu <Faust> waren mir sehr erfreulich. Sie treffen, wie es natürlich war, mit meinen Vorsätzen und Planen recht gut zusammen, nur daß ich mir's bei dieser barbarischen Komposition bequemer mache und die höchsten Forderungen mehr zu berühren als zu erfüllen denke… Ich werde sorgen, daß die Teile anmutig und unterhaltend sind und etwas denken lassen. Bei dem Ganzen, das immer ein Fragment bleiben wird, mag mir die neue Theorie des epischen Gedichts zustatten kommen.» In einem weitern Brief vom 6. Dezember 1797 schreibt Goethe an Schiller: «Ich werde wohl zunächst an meinen <Faust> gehen, teils um diesen Tragelaphen loszuwerden, teils um mich zu einer höhern und reinern Stimmung, vielleicht zum <Tell>, vorzubereiten.» Tragelaph (Bockhirsch) ist ein griechisches Fabelwesen.
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433 … das stellt Goethe wiederum dar: Zitate aus Faust II, 2. Akt, Klassische Walpurgisnacht.
434 Karl Vogt (1817-1895), Ludwig Büchner (1824-1899), Jakob Moleschott (1822-1893) werden im Vortragswerk Rudolf Steiners häufig als charakteristische Vertreter des wissenschaftlichen Materialismus erwähnt. Siehe auch «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Der Kampf um den Geist.

Ernst Haeckel (1834-1919): Siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band IV; «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Darwinismus und Weltanschauung. Über die persönliche Beziehung Rudolf Steiners zu Haeckel siehe «Mein Lebensgang» (s.o.) Kapitel XV, «Briefe» Band II.

… in seinem wissenschaftlichen Hauptwerk: «Die Entstehung der Arten» (1859).
435 Emil Du Bois-Reymond (1818-1896), Physiologe, vertrat die mechanistische Naturerklärung. Berühmt wurde sein Vortrag «Über die Grenzen des Naturerkennens» (1872). Siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s. o.) Band IV; «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Die Welt als Illusion.

Raoul France (1874-1943), Publizist, gründete in München ein privates biologisches Forschungsinstitut.

Gustav Theodor Fechner (1801-1887), Professor der Physik in Leipzig, lehrte später Psychophysik, Ästhetik und Naturphilosophie. Siehe «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» (s.o.) Band IV; «Die Rätsel der Philosophie» (s. o.): Der Kampf um den Geist; Moderne idealistische Weitanschauungen.
437 … des Goetheschen Wortes: Maximen und Reflexionen, Aus Makariens Archiv.
440 Otto Liebmann (1840-1912) gehört zu den Begründern des Neukantianismus. Siehe «Die Rätsel der Philosophie» (s.o.): Nachklänge der kantschen Vorstellungsart; ferner «Veröffentlichungen aus dem literarischen Frühwerk» Band IV: Haeckel und seine Gegner.

Hermann Munk (1829-1912), Professor der Physiologie in Berlin. «Über die Funktion der Großhirnrinde» (Berlin 1881).

Kurz zusammengefaßt sagte er: «Gesetzt nun aber, die Naturerkenntnis wäre .. . ans Ziel gelangt, so würde sie in der Lage sein, mir genau die körperlich-organischen Gründe anzugeben, weshalb ich den Satz <Zweimal zwei ist vier> für wahr halte und behaupte, den anderen Satz <Zweimal zwei ist fünf> für falsch halte und bestreite, oder weshalb ich gerade jetzt diese Zeilen aufs Papier schreiben muß, während ich in dem subjektiven Glauben befangen bin, es geschähe dies deshalb, weil ich sie wegen ihrer von mir angenommenen Wahrheit niederschreiben will.» Otto Liebmann, «Gedanken und Tatsachen. Philosophische Abhandlungen, Aphorismen und Studien» Erstes Heft (Straßburg 1882) S. 294 f. Siehe «Haeckel und seine Gegner» (s. o.) S. 99 f.
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448 In Wien: Rudolf Steiner, «Das geistige Suchen in der Gegenwart. Tod und Unsterblichkeit», zwei Vorträge gehalten in Wien 6. und 8. April 1914 (Dornach 1935).
451 Geheimnisvoll am liebten Tag: Faust I, Studierzimmer.
462 Gossudarstwennaja Duma (Reichsduma) hieß das russische Parlament 1905-1917.
463 Emerson will Goethe beschreiben: Siehe Hinweis zu S. 60.




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