Gedenkworte für Herrn Terwiel und Baron Oskar von Hoffmann

** Köln, 7. Mai 1912**

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320 Lassen Sie mich, bevor wir zu den Dingen unserer heutigen Betrachtung kommen, gedenken einer Tatsache, die uns ganz besonders gerade an diesem Orte berühren muß, wo außer unseren deutschen Mitgliedern auch liebe Freunde des Auslandes, insbesondere aus Holland, zusammenkommen. Unter den Freunden aus Holland, welche oftmals schon bei solchen Veranlassungen hier in dieser Gegend und besonders in Köln weilten, war auch diejenige Persönlichkeit, welche in den letzten Jahren immer tiefer und tiefer nach einem längeren theosophischen Leben sich verbunden fühlte mit demjenigen, was gerade innerhalb unserer theosophischen, spirituellen Strömung uns beseligt und uns durchwärmt. Unser lieber Freund Terwiel war ja öfters bei uns hier in Köln. Sein Karma hat es gewollt, daß er in den letzten Monaten den physischen Plan hat verlassen müssen. In der Weise, wie wir denken an jene Veränderung des Lebens, die sich vollzieht, wenn der Mensch den physischen Schauplatz verläßt, gedenken wir unseres lieben Freundes, sodaß wir diejenige Liebe, die wir ihm entgegenbrachten, während wir ihn hier öfters sehen durften, ihm die Hand drücken und uns mit ihm besprechen durften, diese Liebe ihm auch
321 da bewahren, wo er jetzt in anderer Gestalt mit uns vereinigt ist. Und die Vereinigung, die theosophische Persönlichkeiten eingegangen sind, ändert sich wahrhaftig nicht.
Durch die Übersetzung von vielen unserer Schriften hat ja unser lieber Freund sich große, weitgehende Verdienste für die Verbreitung unserer theosophischen Impulse in dem benachbarten Holland erworben. In Liebe und Treue, mit jener Brüderlichkeit, welche von unserem spirituellen Leben eingegeben ist, gedenken wir seiner, lassen unsere Gedanken in Liebe und Treue zu ihm hingehen und wissen, daß wir für alle Zeiten, nachdem wir die Möglichkeit gewonnen haben, uns mit ihm zusammenzuschließen, auch mit ihm zusammenbleiben werden. Mir selbst ist es ein tiefes Bedürfnis, in dieser Stunde jener Liebe und Treue zu gedenken, in der wir mit unserem Freunde Terwiel verbunden bleiben.
Und noch einer anderen ähnlichen Tatsache lassen Sie mich gedenken. Unter denen, die in den letzten Zeiten den physischen Plan verlassen haben, ist auch eine Persönlichkeit, die vielleicht die zahlreichen noch nicht lange mit der theosophischen Bewegung in Deutschland verbundenen Mitglieder nur wenig kennen, die aber diejenigen, welche sich allseitig um die deutsche Bewegung zu kümmern hatten, recht lieben und schätzen gelernt haben. Der Übersetzer einer Schrift in die deutsche Sprache - einer Schrift, die für viele Theosophen eine außerordentlich wertvolle geworden ist - unser Freund Baron von Hoffmann ist in hohem Alter in diesen Tagen von uns genommen worden. Er hat durch seine wunderschöne, so poetische Übersetzung von «Licht auf den Weg»1) der deutschen theosophischen Bewegung große Dienste geleistet. Dankbar müssen wir seiner gedenken, der diese Schrift mit so wunderbarem, poetischen Zauber übertragen hat. Baron von Hoffmann hat in den letzten Tagen den physischen Plan verlassen. Auch ihm werden wir die Liebe und Treue bewahren in die geistige Welt hinein. Mit Innerlichkeit und Feierlichkeit gedenken wir dieser beiden Persönlichkeiten, und wir wollen uns als Ausdruck unserer treuen Verehrung alle von unseren Sitzen erheben.




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1)
Schrift von Mabel Collins
ablage/offen/rudolf_steiner/mitglieder/168_ga_261_unsere_toten/049_oskar_von_hoffmann.txt · Zuletzt geändert: 2026/09/19 17:06

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