III Bildhauerkunst und Eurythmie 9
*Dornach, 11. Februar 1924 **
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Goetheanum, diese Zusammenhänge weiter sucht, bekommt zwischen
allen Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Organismus und
zwischen demjenigen, was in der Lautsprache zum Ausdrucke kommt,
nicht etwa nur Analogien, sondern ganz gesetzmäßige Zusammenhänge. So daß man wirklich sagen kann: Ein Kenner dieser Zusammenhänge errät eigentlich, sagen wir, aus der Art und Weise, wie
irgend jemand auftritt, ob mit den Fersen mehr oder mit den vorderen
Füßen mehr, ob er die Knie mehr oder weniger beugt oder dergleichen, welche besondere Stilisierung in der Sprache der betreffende Mensch hat. Denn nicht nur Arm und Hand drücken sich in
den eigentlichen, der Sprache zugrunde liegenden Denkorganen aus,
sondern der ganze Mensch, und zwar zum Beispiel in der Betonung
der Sprache. Ob man Hochton, Tiefton anwendet, drückt sich aus in
Bewegungen der Füße, der Beine. Wiederum die ganze Artikulation
des Gedichtes kommt in der inneren Gliederung, der rhythmischen,
selbst grammatikalischen Gliederung, welche jemand seiner Sprache
angedeihen läßt, zum Ausdrucke. Eigentlich ist in die Sprache der
ganze Mensch hineingeflossen. Man kann schon sagen: Dadurch, daß
das so ist, kann man entgegenstellen der Bildhauerkunst, welche
durch die ruhige menschliche Form das Innere des Menschen offenbart, diese Eurythmie. Und wer ein Gefühl dafür hat, wird in dem
bildhauerischen Werke, welches den Menschen zur Darstellung bringt,
fühlen, welcher Art, welchen Temperamentes, welchen Charakters, ja
selbst welcher Laune unter Umständen, Neigung, Leidenschaft, die
Seele des Menschen ist, welche dargestellt wird. Aber man hat immer
das Gefühl, es ist die ruhende, die schweigsame Seele, welche durch
die Bildhauerkunst zum Vorschein kommt.
Redet aber die Seele, dann will sie nicht die ruhende Menschenform zur Offenbarung bringen, sondern den bewegten Menschen. So
kann man sagen: Bildhauerkunst stellt dar die schweigende Seele in
ihrer Eigenart; Eurythmie stellt dar die innerlich redende Seele.
Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 277 Seite:432
Dornach, 23. Mä'r% 1924
PROGRAMM
Kinder-Aufführung
I. Teil
Stabübungen, Ballen und Spreizen
Auf grüner Heide
Taktieren, Toneurythmieübungen
Das Häslein Christian Morgenstern
Toneurythmieübungen
Liederseelen C. F. Meyer
Scherzo Reinicke
Musette J. S. Bach
II. Teil
Largo G. Fr. Händel
Treue, Leben, Ewig Albert Steffen
Für meine Mutter Albert Steffen
Allegretto W. A. Mozart
Am Turme A. Droste-Hülshoff
Gavotte A. Corelli
Lied vom Winde Eduard Mörike
Menuett G. Fr. Händel
Lüfteleben Friedrich Rückert
Arie J. S. Bach
Der Morgen A. Droste-Hülshoff
Aus «Waldsf^enen»: Eintritt Robert Schumann
Herren
Brüder Christian Morgenstern
Friede auf Erden C F. Meyer
Procemion J. W. v. Goethe
Erleuchtung Fr. Hebbel
Spiel C. F. Meyer
Hussen's Kerker, mit Auftakt «Schicksalsfrage» . . C. F. Meyer
Die Krypte C F. Meyer
Adagio L. van Beethoven
Gefunden J. W. v. Goethe
Mailied J. W. v. Goethe
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Eintragungen in ein Notizbuch
Prag, 30. März 1924
Eurythmie
den bewegten Menschen sehen -
sichtbare Sprache - sichtbarer Gesang, -
Linkshänder =
Geisteswissenschaft - ganzer Mensch -
Sprache Bedeutung = Eurythmie die unmittelbare
Anschauung.
Im Worte das Geistige ins Abstrakte zurückgedrängt.
Recitation.
Plastik = die schweigende Seele
Eurythmie = die redende Seele
Mensch selbst das vollkommenste Instrument
[Aufführung im Deutschen Theater; Ansprache nicht vorhanden.]
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Stuttgart, 21. und 22. Mär^ 1924
Karlsruhe, 24. Mär^
Prag, 30. Mär^, Deutsches Theater
PROGRAMM
Vom Sieben-Nixen-Chor Eduard Mörike
Intermesgp, As-Dur, Op. 76, Nr. 3 Johannes Brahms
Schön-Rohtraut Eduard Mörike
Romanze, F-Dur, Op. 118, Nr. 5 Johannes Brahms
Die traurige Krönung Eduard Mörike
Larghetto aus der 4. Violinsonate G. Fr. Händel
Du denkst, dein Leiden Albert Steffen
Es träumt die Braut Albert Steffen
Arie D. Gabrielli
An den Mistral Friedrich Nietzsche
Prelude, H-Dur, Op. 28, Nr. 11 Fr. Chopin
Allegro aus der 4. Violinsonate G. Fr. Händel
Der Bahnvorstand Christian Morgenstern
Das Huhn Christian Morgenstern
Notturno in Weiß Christian Morgenstern
Caprice Max Reger
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Eintragungen in ein Notizbuch
Prag, 2. April 1924
«Die eurythmische Kunst». Vortrag im Konservatoriumssaal
mit eurythmischen Darstellungen
1.) Eurythmie sichtbare Sprache und sichtbarer Gesang. Die
Gebärde ist das Ursprüngliche -
Sie drückt den Reiz aus, den ein äußeres Ding oder ein Vorgang für das Gefühl hat.
Takt im Überwinden der Kräfte der Erde.
. Rhythmus im Überwinden der Rhythmen der
Umgebung. Kräfte des Umkreises.
Melos im Überwinden der Eigenheiten der
Dinge und Vorgänge. - Kräfte der Höhe. -
In der Sprache = Weltverhältnis.
Position — Haltung in der Bewegung = Gestaltung.
Die fortschreitende Gestaltung. -
In der Pause
Etwas über die Charakterhaltung der einzelnen Sprachen
durch die Eurythmie -
Der verschiedene Charakter nach Ernst und Humor.
Nicht Mimik, nicht Tanz. -
Das Händeische Allegro =
die Fee dragee =
Praelud. Chopin =
das Russische von Bjely.
Die humoristischen Dinge.
Bachs Gavotte. =
[Nachschrift nicht vorhanden.]
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Prag, Konservatorium, 2. April 1924
PROGRAMM
Prelude, es-moll J. S. Bach
Mitten in der Nacht Albert Steffen
Ein riesenhaftes Antlitz Albert Steffen
Nocturne, Es-Dur, Op. 9, Nr. 2 Fr. Chopin
Füllfathom five … (The Tempest) W.Shakespeare
Musik: Jan Stuten
Bächlein im März Jan Stuten
Prelude, H-Dur, Op. 28, Nr. 11 Fr. Chopin
Über den Bergen (russisch) A. Bjely
Allegro aus der 4. Violinsonate G. Fr. Händel
La Grenouille et le Bauf Lafontaine
Danse de la Fee drage'e aus der Suite «Casse Noisette» . . . P. Tschaikowsky
Le Rat de Ville et le Rat des Champs Lafontaine
Gavotte aus der Suite, D-Dur J. S. Bach
Prag, Tschechisches Theater, 6. April 1924
PROGRAMM
Auftakt: Fünfeck Musik: Jan Stuten
Das Nildelta Wl. SolovjerT
Prelude, f-moll, Nr. 12 J.S.Bach
Der Erde Frühlingssehnen (russisch) Wl. SolovjefF
April W . Watso n
Thema und Variationen au s de r Violinsonate , G-Du r … . W . A . Mozar t
Evoe Musik : Ma x Schuurma n
Persee et Andromede J. M. Heredia
Harmonischer Auftakt Musik: Max Schuurman
Les Elfes Leconte de Lisle
Allegro Pugnani-Kreisler
Fairie's Song W. Shakespeare
Lullaby W. Shakespeare
Elfentanz Edvard Grieg
Balthazar's Song (Much ado about nothing) W. Shakespeare
Venise Alfred de Musset
Slavischer Tanz, Nr«
2 Anton Dvorak
Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 2 77 Seite: 4 37
Vorführung pädagogischer Eurythmie
durch Schülerinnen der Fortbildungsschule am Goetheanum
in Dornach
im Schän^litheater, Bern, 14. April 1924
nachmittags 4 Uhr
PROGRAMM
I. Teil
Stabübungen mit musikalischer Begleitung von L. van der Pals
Ballen und Spreizen Musik von Max Schuurman
Auf grüner Heide
Taktier-Übung mit musikalischer Begleitung von Max Schuurman
Ton-Eurythmie- Übungen:
a) Dur- und Moll-Dceiklänge
b) Intervall-Übungen
c) Dissonierende und konsonierende Akkorde
Das Häslein Christian Morgenstern
Ton-Eurythmie-Übungen:
a) Chromatische Skala in Dur
b) in Moll
c) Tonleiter-Übung
Liederseelen C. F. Meyer
Scherzo Reinecke
Musette J. S. Bach
II. Teil
Largo G. Fr. Händel
Treue, Leben, Ewig Albert Steffen
Für meine Mutter Albert Steffen
Allegretto W. A. Mozart
Am Turme A. Droste-Hülshoff
Gavotte A. Corelli
Das Lied vom Winde Eduard Mörike
Menuett G. Fr. Händel
Lüfteleben Friedrich Rückert
Arie J. S. Bach
Der Morgen A. Droste-Hülshoff
Walds^enen Robert Schumann |