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II Über Goethes Prosahymnus «Die Natur» 9

II Über Goethes Prosahymnus «Die Natur» 9

** Dornach, 17.April 1920, vor der Pause* **

Seite Text
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anderem vorgeführt werden Goethes «Hymnus an die Natur». Goethes Prosahymnus ist wie eine Vorverkündigung seiner Weltanschauung. Goethe hat ihn etwa erdacht, kann man sagen, im Beginn der achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts, und er ist so entstanden - ich habe versucht, die ganze Entstehungsgeschichte im siebenten Bande in den Schriften der Goethe-Gesellschaft vor vielen Jahren schon darzustellen -, daß Goethe ihn nicht unmittelbar aufgeschrieben hat, sondern er hatte die Gedanken in seiner Seele und sprach sie mit dem damals in Weimar weilenden Schweizer Tobler durch. Offenbar mit Tobler im Freien sich ergehend, hat Goethe diesen Prosahymnus hingesprochen, und in der Schrift Toblers findet er sich auch im heute noch vorhandenen «Tiefurter Journal» in Weimar. Tobler schrieb ihn dann unmittelbar nach dem Gespräch nieder. Daß so die Entstehungsgeschichte ist, versuchte ich dazumal nachzuweisen. Sie finden, wie gesagt, eine Abhandlung davon im siebenten Bande der Schriften der Goethe-Gesellschaft. Und ich konnte in dieser Anerkennung der Entstehungsgeschichte durch nichts, auch nicht durch dasjenige irgendwie erschüttert werden, was jetzt in der letzten Zeit namentlich hier geschrieben worden ist. * Goethe hat selbst anerkannt, daß er von dem, was er in diesem Prosahymnus geschildert hat, ausgegangen ist, indem er alles das fortgebildet hat, was dann in seiner «Metamorphose» und so weiter enthalten ist. Er nannte alles Spätere eine Art Komparativ seiner Weltanschauung im Gegensatz zu diesem Positiv. So daß man also sagen kann: In diesem Prosahymnus ist alles dasjenige enthalten, was dann im höchsten Grade metamorphosisch gesteigert als Goethesche Weltanschauung uns entgegentritt. * [Es war in der Sonntagsblatt-Beilage einer Schweizer Zeitung der Versuch gemacht worden, zu beweisen, daß der Prosahymnus eigentlich nicht von Goethe, sondern von Tobler sei.] Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 277 Seite: 173 Dann werden wir in diesem zweiten Teil außer diesem Prosahymnus Goethes noch einiges, namentlich Goethesches vorzubringen haben, auch solches, in dem sich der, wie ich glaube, gerade großartige Humor der Goetheschen Weltanschauung, in der alles wirklich mit tiefster Seele erlebt ist, auch alles Weltanschauliche, offenbaren kann. GOETHEANUM DORNACH Eurythmische Kunst Vorstellungen Samstag, den 24. April 1920, 5 Uhr Dienstag, den 27. April 1920, 5 Uhr Dramatisches Weltbild aus Goethes «Faust» eurythmisiert; Welt- und Naturbilder, Humoristisch-Satirisches in eurythmischer Darstellung. Musikalisches. Ankündigung in den Zeitungen |


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ablage/offen/rudolf_steiner/kunst/007_ga_277_eurythmie/025_ueber_goethes_prosahymnus.txt · Zuletzt geändert: 2026/09/19 17:16

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