HINWEISE UND LESARTEN
Werke Rudolf Steiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliogaphie-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.
Die genauen Nachweise der Archivunterlagen sowie der genannten Vorträge in den entsprechenden Bänden der Gesamtausgabe finden sich im alphabetischen Register der Sprüche.
| zu Seite | Text |
| 15 | Credo: Das Originalmanuskript (drei handgeschriebene Blätter) ist nicht datiert. Es wurde erstmals im Jahre 1944, viele Jahre nach Rudolf Steiners Tod, von Marie Steiner in der Wochenschrift «Das Goetheanum» (Nr. 52 vom 24. Dezember 1944) veröffentlicht, mit dem Zusatz: «Aus der Weimarer Zeit». Von späteren Herausgebern wurde jedoch angenommen, daß es aus der Wiener Zeit - um 1888 - stammen dürfte. Für beide Datierungsversuche gibt es gute Gründe. Das «Credo» ist zweifellos im Zusammenhang mit Rudolf Steiners Goetheforschungen entstanden, mit größter Wahrscheinlichkeit als eine Weiterführung von Goethes Prosahymnus «Die Natur» - so wie er seine Weltanschauung als Weiterbildung der Goetheschen verstand. Als er in seiner Wiener Zeit die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes in Kürschners «Deutsche National-Litteratur» herausgab, stellte er den Prosahymnus «Die Natur - Aphoristisch» als Auftakt an den Anfang des zweiten Bandes «Zur Naturwissenschaft im allgemeinen», der 1887 erschien. - Als ihm in Weimar die gleiche Aufgabe im Rahmen der im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar herausgegebenen großen Goethe-Ausgabe (Sophien-Ausgabe) zufiel, verfuhr er ebenso und stellte «Die Natur - Fragment» an den Anfang des 11. Bandes der II. Abteilung. Zur gleichen Zeit trat er entschieden für die Autorschaft Goethes ein in einem Aufsatz von 1892 in den «Schriften der Goethe-Gesellschaft» (wieder abgedruckt in «Methodische Grundlagen der Anthroposophie», GA 30). In diesem Aufsatz wird die Bedeutung des Prosahymnus mit den Worten charakterisiert: «Goethes wissenschaftliche Entwickelung stellt sich der genaueren Betrachtung als ein fortschreitendes Ausgestalten der im Aufsatz <Die Natur> ausgesprochenen Maximen dar. … [Er] ist eine Art Lebensprogramm, das allem Goetheschen Denken über die Natur zugrunde liegt.» Diese Bewertung darf mit Fug und Recht auch für Rudolf Steiners «Credo» geltend gemacht werden. Denn so wie Goethe den Geist der Natur, so wollte Rudolf Steiner die Natur des Geistes erforschen und hat in der Folgezeit das, was im «Credo» wie eine Vorverkündigung aufklingt, immer weiter und weiter ausgebaut zur anthroposophisch orientierten Wissenschaft von der Welt des Geistes und deren künstlerischen Impulsen. |
| 16 | Wer nicht stirbt, bevor er stirbt…: Angelus Silesius, «Cherubinischer Wandersmann». |
| 19 | Seelenkalender: Siehe «Zur Textgestalt des <Seelenkalenders>» auf S. 381 des vorliegenden Bandes. |
| 49 | Drei kosmische Dichtungen: Diese Dichtungen entstanden im Sommer 1915 für die noch ganz junge Bewegungskunst Eurythmie> deren erste Entwicklungsschritte in die Jahre 1912-1914 fielen. Nachdem sich von der zweiten Hälfte 1914 an Marie Steiner tatkräftig der Betreuung und Weiterbildung dieser Kunstrichtung angenommen hatte, gab Rudolf Steiner im Sommer 1915 einen neuen Kurs, in der Ansprache das «zweite Kapitel» genannt. (Siehe «Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie», GA 277a). Im Zusammenhang damit entstanden die drei Dichtungen, zu deren erster Darstellung am 29. August 1915 Rudolf Steiner die auf S. 61 wiedergegebenen Ausführungen machte. Der äußere Anlaß für die satirische Dichtung «Das Lied von der Initiation» waren zweifellos die «mystischen Verschrobenheiten» gewisser Mitglieder, die sich gerade in diesem Sommer 1915 in Dornach ungemein störend geltend gemacht hatten. Näheres hierüber siehe in «Probleme des Zusammenlebens in der Anthroposophischen Gesellschaft. Zur Dornacher Krise vom Jahre 1915», GA 253. |
| 51 | Planetentanz: Text nach der Erstveröffentlichung Berlin 1916. - Die Handschrift weist folgende Varianten auf: '' '' 1. Strophe 4. Zeile: «So machtvoll dahin?» '' '' 2. Strophe 4. Zeile: «So sehnend herauf?» '' '' 3. Strophe 2. Zeile: «Im Steine den Strahl» '' '' 3. Strophe 3. Zeile: «Im Blühen das Licht» |
| 55 | Zwölf Stimmungen: Text nach der Erstveröffentlichung Berlin 1916. Die Handschrift weist folgende Textunterschiede auf: Steinbock-Strophe: 3. Zeile: «Zu kraftendem Gegenwartsein» 5. Zeile: «Erstarke die Weltenwesenskraft» Fische-Strophe: '' '' 3. Zeile: «Im Ergriffenen suche sich das Greifen» '' '' 6. Zeile: «Durch Sein so dem Werden verwoben» |
| 80 | Ihr meines Hauptes …: Die Handschrift hat in der letzten Zeile: «Mit den Weltenschaffensmächten.» |
| 84 | Steh' vor des Menschen …: Der Entwurf hat als letztes Wort der dritten Zeile «Seelensinnen». |
| 85 | Weltentsprossenes Wesen …: Der Entwurf endet mit «… und Zeitenwerden weiht. -» |
| 87 | Wo Sinneswissen endet …: In der Vortragsnachschrift Dornach und in der Handschrift Notizblatt 3267 enden die Zeilen 6, 10, 13 mit: «erstarkt, vertreibt, umhüllt». |
| 94 | |
| 97 | Die Sonne schaue …: Im Vortrag Berlin, 17. Dezember 1906, heißt es dazu: «Diese Worte, die den tiefsten Sinn des Weihnachtsmysteriums widerspiegeln, ertönten vor den andachtsvoll lauschenden Schülern der Mysterien aller Zeiten.» Textvarianten der Handschriften: '' '' 2. Zeile: «Zur mitternächt'gen Stunde» '' '' 9. Zeile: «Des Morgens junge Pracht» '' '' 12. Zeile: «Den Friedensvollen Hort» |
| 100 | Offenbarung durch die Höhen …; Text nach einer zweiten Vortragsnachschrift; in der für den Druck von GA 108 benützten Nachschrift lautet die 2. Zeile «Ruhe und Stille durch den Erdenfrieden» |
| 108 | In der Zeiten Wende …: Die handschriftlichen Vorlagen weisen folgende Textvarianten auf: Archiv-Nr. 3328 und Tafelaufschrift vom 30. Dezember 1923: «Dass gut werde / Was wir aus Herzen / Gründen / Aus Häuptern / Zielvoll führen wollen.» Archiv-Nr. 3254: «Dass gut werde, / Was wir / Aus Herzen gründen, / Was wir / Aus Häuptern führen, / Wollen.» |
| 113 | Es leuchten gleich Sternen …: Offenbar im inneren Zusammenhang mit Buch Daniel 12,3: «Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.» Siehe Hinweis zu S. 256. Textvarianten: In der Vortragsnachschrift Heidelberg, 21.1. 1909, steht in der 4. Zeile «muss» für «mög'». In der Vortragsnachschrift Berlin, 19. 1. 1911, lautet die vorletzte Zeile: «Im Reich des Erdenseins». |
| 114 | Gottes schützender …: Davor heißt es im Vortrag Wien, 31. März 1910: «Das ist es ja auch, was sich ergibt aus der Geisteswissenschaft wie ein letztes Resultat, wie eine Rechtfertigung, daß sie ausklingt wie ein selbstverständliches Gebet: Gottes …» |
| 116 | Es drängt sich …: Die Handschrift für Lina Schliephak-Uttner, Weimar, 5. Dezember 1910, variiert in der 6. Zeile mit «Licht» statt «Wort» und in der 7. Zeile «finden» an Stelle von «treffen». Im Teil «Widmungen» S. 267 befindet sich eine ähnliche Fassung für Moriz Zitter. |
| 117 | £5 sprechen zu dem Menschensinn …; So häufig wie dieser Spruch findet sich kein anderer. Allein an Handschriften liegen neun vor. Und während sonst die weitaus meisten Sprüche nur mit geringfügigen Änderungen niedergeschrieben wurden, zeigt der vermutlich erste Entwurf, daß an der Formulierung stark gearbeitet wurde. Er kommt in den Jahren 1910 bis 1915 immer wieder in den verschiedensten Zusammenhängen und in vielen Varianten vor, hauptsächlich in öffentlichen Vorträgen: einige Male in Berlin, erstmals am 8. Dezember 1910, dann in Zürich, Wien, Helsingfors, Bergen, Nürnberg, München, Basel - auch als Widmungsspruch in ein Gästebuch und sogar zu einer Zweigeinweihung (Bochum, 21. Dezember 1913). Auch der Spruch «Es drängt sich an den Menschensinn …» kann als eine Variante gelten. Die zu dieser besonderen Fassung vorliegenden handschriftlichen Entwürfe Rudolf Steiners (Notizbücher 180 und 224) weisen beide in der 2. Zeile die Variante «Raumesgrenzen» und in der 4. Zeile «Es lebt» statt «Erkennend lebt» auf. |
| 121 | 15. März 1911: Entgegen diesem Geburtstagsspruch ist derjenige für 1924 zum «14. März». Dies ist kein Versehen: Marie Steiner ist am 14. März 1867 im damals russischen Polen geboren und in St. Petersburg aufgewachsen. Nach dem alten Julianischen Kalender war dies der 2. März. Weil für diesen Kalender das Jahr 1900 ein Schaltjahr war, entsprach von da an dem 2. März alten Stils der 15. März in unserem, dem Gregorianischen Kalender. - Marie Steiner hat ihren Geburtstag nach dem alten Kalender am 2. März gefeiert. Erst nachdem mit der russischen Revolution dieser abgeschafft wurde und ihre Verbindungen nach Rußland erloschen, kam sie auf den 14. März zurück. |
| 125 | Das Böse, das Übel… und Der löst der Seele Rätsel nicht…; Die beiden Sprüche auf dieser Seite stehen auf zwei Seiten hintereinander im Notizbuch. Der erste Spruch ist das Thema des Vortrages Berlin, 15. Januar 1914, mit dem zweiten Spruch schließt dieser Vortrag. Dessen Entwurf im Notizbuch lautet aber so: «Wer das Leben will verstehn / Muss nach Geistes Höhn streben / Denn der Seele Rätsel loset nicht / Wer verweilt im blossen Sinnenlicht.» |
| 127 | Der deutsche Geist…: Die zweite Zeile lautet in der Handschrift: «Was er der Welt erbringen soll» |
| 131 | £5 sprechen …: In der Handschrift lautet die letze Zeile: «In seiner ew'gen Art.» |
| 132 | Lass uns nur recht…: Dazu heißt es im Vortrag Elberfeld, 13. Juni 1915: «Man möchte sagen: die Gesinnung, die uns werden kann aus der Geisteswissenschaft, wird dadurch zu etwas Gebetartigem, das sich zusammenfassen läßt in die Worte: Lass …» In der Vortragsnachschrift lautet die 3. Zeile: «von dieser geisteswissenschaftlichen Gesinnung» und die 6. Zeile: «zu der Erde Heil». Die Änderung für den Abdruck in «Wahrspruchworte» 1935 wurde von Marie Steiner vorgenommen. |
| 136 | Suchet das wirklich praktische …: Dazu heißt es im Vortrag 24. September 1919: «Eine Devise muß aus geisteswissenschaftlicher Gesinnung die Menschen ergreifen, sonst wird kein Fortschritt in unserer heillosen Zeit möglich sein. Und diese Devise muß sein: Suchet …» den alten Grundsatz: Goethe an den Kanzler v. Müller: «Weil aber die Materie nie ohne Geist, der Geist nie ohne Materie existiert und wirksam sein kann, …», Sophien-Ausgabe, II. Abt., 11. Band, S. 10 (herausgegeben von Rudolf Steiner). |
| 148 | In den Weltengeisteskreisen …: Im Entwurf dazu lautet die 1. Zeile: «In dem Weltengeistgebiet», die 3. Zeile: «Im Weltenseelenreich», die 7.—S. „Zeile «In des Geistes Schöpfungsstand / Kraftet Menschendenkermacht» |
| 150 | In gegenwärtiger Erdenzeit …: Dazu heißt es in dem Brief an Marie Steiner vom 15. März 1923: «… Ich sende hiemit noch die herzlichsten Geburtstagsgedanken nach. Ich füge diesen Gedanken bei die spruchartige Zusammenfassung des Inhaltes meines Vortrages vom Sonntag hier: In …» Es handelt sich um den Vortrag vom 11. März in «Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens …», GA 222. |
| 154 | Du träumst dich selbst…: Der Entwurf hat folgende Varianten: 1. Strophe der Undinen: «Du denkst die Engelwelt / Und weißt es nicht» 1. Strophe der Sylphen: «Dir leuchtet die Schöpferwelt / Du ahnst es nicht / Du fühlest ihre Macht / Und lebst sie nicht.» Die beiden letzten Zeilen der 1. Strophe der Feuerwesen: «Du willst wohl seine Kraft / Aber stössest sie von dir.» Erste Zeile der 2. Strophe der Feuerwesen: «Ich däue die Feuerstrebemacht» 3. Strophe der Sylphen: «Lebe schaffend atmendes Wesen» |
| 156 | Dem Stoff sich verschreiben: Auf der Eurythmieform lautet der Text: «Sich dem Stoff verschreiben … / Sich im Geiste finden … / Sich im Menschen schauen …». Die Korrektur in der ersten Zeile ist, entsprechend dem Text in den Vorträgen, Handschrift Marie Steiners (siehe Faksimile). |
| 160 | Der Wolkendurchleuchter …: In der Eurythmie wird die letzte Zeile gewöhnlich als «Auch uns.» gebraucht. |
| 163 | Du Widersinnszauber …; Marie Steiner schrieb zur Erstveröffentlichung dieses Spruches im Nachrichtenblatt von «Das Goetheanum», 27. 2. 1944: «Wie schicksalsschwer die Zukunft der Gesellschaft ihm vor Augen gestanden hat, wie stark und schmerzlich der Druck der Gegenmacht sich ihm fühlbar machen konnte, beweist ein in ein Notizbuch eingetragener Spruch aus seiner letzten Lebenszeit, der in einem Augenblick geschrieben sein mag, als das künftige Schicksal der Anthroposophischen Gesellschaft und ihre Prüfungen ihm lebhaft vor Augen standen. Es gab einige solche Augenblicke in seinem Leben, wo schwere Entschlüsse hatten getroffen werden müssen und wo etwas wie eine Schauung künftigen Unheils vor seiner Seele gestanden haben mag. Es gab dies seiner Energie einen um so größeren Aufschwung. Doch unvergeßlich sind solche Augenblicke für den, der sie miterlebt hat. Es gab einen solchen nach der ersten Nacht, die er auf dem Dornacher Hügel zugebracht hat, obgleich äußerlich nichts geschehen war und es sich zunächst nur um einen freundlichen Erholungsaufenthalt in strahlender Herbstpracht handelte. Es gab ihn nach Ausbruch des Krieges. Und es gab gegen Ende seines Lebens die zentnerschwer lastende Sorge: was wird aus dem Goetheamim werden? was aus der Gesellschaft? Ein solcher Augenblick mag es gewesen sein, wo er das gefühlt hat, was in diesem Spruche lebt.» (GA 260a, Chronik, S. 669). |
| 169 | Yasmäjjatam …: Aus der englischen Übersetzung der Upanishaden: George R. S. Mead and Jagadisha C. Chattopädhyäya, «The Upamshads, translated into English with a preamble and arguments», London 1896. Die Autoren beschließen ihr Vorwort mit: «For those who approach the study of the Upanishads with minds of devotion three mantras are here appended» und geben dieses Mantram, sowie «Satyam gnanam …» und «Shanti, shanti, shanti», aber ohne Quellenangabe. |
| 170 | Ich ging bis …: Nach Apulejus «Der goldene Esel». Übersetzung von August Rode, Berlin 1920, elftes Buch: «Ich ging bis zur Grenzscheide zwischen Leben und Tod. Ich betrat Proserpinens Schwelle, und nachdem ich durch alle Elemente gefahren, kehrte ich wiederum zurück. Zur Zeit der tiefsten Mitternacht sah ich die Sonne in ihrem hellsten Lichte leuchten; ich schaute die unteren und oberen Götter von Angesicht zu Angesicht und betete sie in der Nähe an.» |
| 174 | Zeichnung der Kabiren: Diese Zeichnung entstand, nachdem für die Inszenierung einer Szene aus Goethes «Faust», 2. Teil (Ägäisches Meer), in der die Kabiren erscheinen, Rudolf Steiner drei Plastiken geschaffen hatte. Er erzählt davon im Vortrag Stuttgart, 4. Dezember 1922 (in «Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung de s menschlichen Organismus» in GA218), daß er sich die Aufgabe gestellt habe, durch übersinnliche Anschauung herauszubekommen, «wie innerhalb der samothrakischen Mysterien die Kabiren ausgesehen haben müssen. Und denken Sie: Ich habe drei Krüge, allerdings plastisch-künstlerisch gestaltete Krüge bekommen! Ich war anfangs selbst erstaunt, obwohl Goethe auch von Krügen spricht.» In einem anderen Vortrag (Dornach, 9. Oktober 1920 in «Der Baugedanke von Dornach», Dornach 1942) erzählte er, daß, nachdem diese Plastiken da waren, eine «unserer Bewegung ganz nahestehende Persönlichkeit» (Helene Röchling) für sich und andere um eine Abbildung gebeten habe. Und da sei nun die Frage gewesen: Sollen diese plastischen Kabiren photographiert werden? Aber «für denjenigen, der plastisch-künstlerisches Gefühl hat, ist jede Photographie einer Plastik eine Ertötung des eigentlichen Kunstwerkes. Und so entschloß ich mich dazu, einfach nun in Zeichnung im Hell-Dunkel, also in anderer Technik, diese Kabiren wiederzugeben. Da waren sie also auf der Fläche von vornherein flächenhaft künstlerisch gedacht, da konnte man sie photographieren und da konnte man sie durch Photographie verbreiten.» - Der Widmungsspruch «Am Werdetage treten an …» ist auf S. 280 wiedergegeben. |
| 176 | Erahnend Gottes … und Ihr Sucher…: Diese beiden Strophen bilden den von Hermes als Hieroceryx oder Heiliger Herold, Interpret der Mysterien, zu den Anwesenden gesprochenen Prolog und Epilog des «Heiligen Dramas von Eleusis», wie es von dem französischen Schriftsteller Edouard Schure rekonstruiert, von Marie von Sivers übersetzt und von Rudolf Steiner in freie Rhythmen gebracht worden ist. Prolog und Epilog sind nach den Andeutungen in Prosa im französischen Original von Rudolf Steiner gedichtet. - Das Drama erlebte seine Uraufführung an Pfingsten 1907 in München unter der Regie von Rudolf Steiner bei dem 4. Kongreß der Föderation der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft, dessen Leitung und künstlerische Gestaltung in seinen Händen lag. - Siehe: «Das Heilige Drama von Eleusis», Dornach 1939, und «Okkulte Siegel und Säulen …», GA 284. |
| 178 | Ich bin das Bild…: Im Notizbuch lautet die 4. Zeile: «Ich werde in dir zum Bekenntnis» und die 10. Zeile: «So werd ich in dir zum Behagen» |
| 181 | Der Vater schickt dich …: Dies wird im Notizbuch mit folgenden Worten eingeleitet: «Der Mensch hatte sein geistiges Dasein nicht vergessen - die popularisierte Initiationswissenschaft konnte ihn daran erinnern. Er wußte instinktiv: er ist von den Sternen auf die Erde gesetzt, und er wußte, dass das hohe Sonnenwesen ihm die Kraft gibt, den Weg wieder zurückzufinden: Der Vater …» |
| 183 | Sieh hin, o Vater …: Der Herkunft dieses von Rudolf Steiner in seinen zwei Weihnachtsvorträgen vom 26. und 27. Dezember 1914 (in GA 156) angeführten gnostischen Spruches ist der Straßburger Historiker Prof. Dr. Theodor Maurer nachgegangen. (T. Maurer, «Gnostische Verse», W'schrift «Das Goetheanum» 1936, Nr. 7). Der griechische Originaltext findet sich im 10, Kapitel des V. Buches der «Philosophumena» des Gnosis-Gegners Hippolytos, Bischof von Rom, das erst Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Athoskloster aufgefunden worden war. Als eine Zusammenfassung des in zahlreichen Schriften der gnostischen Naassener vorgetragenen Lehrinhalts wird dort ein «Psalmos» angeführt, der zunächst einen Überblick über die hierarchische Stufung und Gliederung des Geisterreichs gibt, zugleich eine andeutende Beschreibung kosmischer Urzustände. Dann folgt als Kernstück der von Rudolf Steiner zitierte Teil des Liedes. Maurer vergleicht nun die bereits 1909 von A. Harnack in seiner Dogmengeschichte I (4. Auflage, S. 257, Anm. 2) vorgenommene Übersetzung mit derjenigen Rudolf Steiners. Gegenüber dem Harnackschen Text: «Schau', o Vater, / auf dies heimgesuchte Wesen, / wie dies fern von deinem Hauche / kummervoll auf Erden irret, / will entfüehn dem bittren Chaos, / aber weiß nicht, wo der Aufstieg. / Ihm zum Heile sende, Vater, / mich, daß ich herniedersteige / mit den Siegeln in den Händen, / die Äonen all durchschreite, / die Mysterien alle öffne, / Götterwesen ihm entschleire / und des heiligen Wegs Geheimnis / - Gnosis nenn' ich's - ihm verkünde.» sei Rudolf Steiners Übersetzung «nicht nur eine künstlerisch bedeutende Leistung, sie gibt auch, wie aus einer Vergleichung mit dem Urtext erhellt, das Original sinngetreuer wieder. Der Leser, der den griechischen Text heranzieht, wird z.B. Rudolf Steiners Verdeutschung von Vers 6: <ratlos, wie's hindurch soll finden>, als die einzig zutreffende erkennen. Gerade das <ova oiöev cwtioc; ÖieXeöetai) hat Harnack völlig mißverstanden. Engstens an das Griechische sich anschmiegend übersetzt Rudolf Steiner Vers 10: <Siegeltragend steig' ich abwärts> (…) Wie matt nimmt sich dagegen Harnacks Umformung aus. Die Kraft und Wucht, die in dem herrlich aufgipfelnden Schluß atmen, kann uns nur Rudolf Steiners fein nachempfindende Übertragung erleben lassen, die das Wesenhafte und Monumentale des Urtextes in freier Gliederung plastisch heraushebt. Doch wozu bei Einzelheiten verweilen? Wer das Glück gehabt hat, die Weihnachtstage 1935 in Dornach zu verbringen, der durfte erleben, in welch eindrucksvoller Weise der unter Frau Marie Steiners Leitung stehende Sprechchor die Worte Rudolf Steiners wiedergab und das künstlerisch Gestaltete zu neuer <Urständ> weckte.» |
| 186 | Licht strömt aufwärts …; Dazu wurde eine Figur an die Tafel gezeichnet; man findet diese in GA 233a, «Mysterienstätten des Mittelalters», Vortrag vom 12. Januar 1924. |
| 187 | «O Sonn' ein König …: Vgl. Vortrag Dornach, 3. September 1916, «Das Rätsel des Menschen …», GA 170. Als Verfasser dieses in der alchimistischen Literatur des 18. Jh. vielzitierten Spruches gilt der im 15. Jh. lebende Benediktinermönch Basilius Valentinus. In dessen Schriften (Hamburg 1717, S. 144) lautet der Text folgendermaßen:
O Sonn' , ein König dieser Welt
O Sonn ein König dieser Welt
|
| 190 | Das Ich ist Mittelpunkt…: Die Handschrift hat neben den letzten 4 Zeilen: «jeder Planet 354 Jahre 4 Monate», und anschließend: «Ich lege Gewichte vor, in welchen ich hier Geheimnisse zurücklege: Fünf Gewichte des lebendigen Jupiters sollen durch zwei gebunden sein; Fünf Gewichte Weingeist zwanzigmal genommen» |
| 191 | Das Traumlied vom Olaf Ästeson: Um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren durch Magnus Brostrup Landstad u.a. alte Sagen und Volksweisen gesammelt worden. Das Traumlied, raumkvaede», respektive die davon erhalten gebliebenen Bruchstücke, erschien in der Sammlung «Norske Folkeviser», herausgegeben von Thorwald Lammers, H. Aschehoug & Co., Kristiania 1910. Die erste deutsche freie Übertragung von 36 Versen ist diejenige Rudolf Steiners, die zum ersten Mal in Hannover am 1. Januar 1912 vorgetragen wurde, und dann sechs Tage später in Berlin. Mit diesem Berliner Vortrag wurde das Traumlied 1916 im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag als Manuskript gedruckt mit dem Titel «Olaf Ästeson (Das Wachen des Erdgeistes)». - Später folgten andere, umfassendere Übersetzungen: von Dan Lindholm «Das Traumlied von Olaf Ästeson», Stuttgart 1983; von Georg Goelzer in «Der Weihnachtsbrunnen», Dornach 1988. Rudolf Steiner lernte diese Dichtung während seines Aufenthaltes in Oslo (Kristiania) im Juni 1910 anläßlich seines Vortragszyklus Die Mission einzelner Volksseelen in Verbindung mit der germanisch-nordischen mythologie» durch die daran teilnehmende norwegische Dichterin Ingeborg Møller Lindholm (1878-1965) kennen. Er selbst äußerte darüber in seiner Weihnachtsansprache in Hannover, 26. Dezember 1911 (in «Die Mission der neuen Geistesoffenbarung. Das Christus-Ereignis als Mittelpunktsgeschehen der Erdenevolution», GA 127): «Es war mir interessant, diesen Gedanken [über die Bedeutung der dreizehn heiligen Nächte] bei meinem letzten vorjährigen Aufenthalt in Kristiania schön verkörpert zu sehen in einer Sage und Legende: der sogenannten Traumlegende, die merkwürdigerweise in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren in Norwegen aufgetaucht ist und in das Volk sich eingelebt hat, welche allerdings auf frühere Zeiten zurückführt.» Ingeborg Møller Lindholm berichtet (siehe in «Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarische Welt. Kalewala - Olaf Ästeson - Das russische Volkstum», GA 158, unter «Hinweise» Seite 243ff.), daß Rudolf Steiner sie damals gebeten habe, die Dichtung für ihn «nur ganz nüchtern Wort für Wort» ins Deutsche zu übertragen. Sie übersandte ihm ihre «sehr prosaische und in vielen Beziehungen sehr mangelhafte Übersetzung» mit ihrem Brief vom 22. Februar 1911. Ende desselben Jahres brachte er das Lied für die Rezitation in deutsche Verse und bemerkte dazu bei der ersten Rezitation durch Marie Steiner (damals Marie von Sivers) in einer Neujahrsfeier (Hannover, 1. Januar 1912): «Ich versuchte es zu nächst provisorisch so herzurichten, daß es in deutscher Sprache rezitiert werden kann, nachdem mir Frau Lindholm an die Hand gegangen ist, die eigentümliche Sprache, in der das Lied eben lebt und jetzt immer mehr und mehr lebt und zu einer Art Volkslied geworden ist, in deutscher Sprache möglich zu machen. So werden wir es in dieser zunächst provisorischen Einrichtung, die ich in wenigen Tagen geben konnte, jetzt hören.» Bei dieser als «zunächst provisorisch» bezeichneten Einrichtung ist es dann geblieben. Zu einer endgültigen Textfassung kam es nicht mehr, obwohl noch Jahre später für die eurythmische Darstellung - 1920 und 1922 — zwei verschiedene Eurythmieformen gegeben wurden. Die verschiedenen Ansprachen, die Rudolf Steiner über das Traumlied vom Olaf Ästeson gehalten hat, finden sich gesammelt in dem Band «Der Zusammenhang des Menschen mit der elementarischen Welt», GA 158. Das Manuskript umfaßt 15 handgeschriebene Seiten. Nach der 9. Strophe im IV. Teil folgen darin noch 3 Strophen, die aber weder gedruckt noch eurythmisiert wurden. Sie lauten:
Was aus dem Süden kam,
|
| 211 | Der kleinste Erdenmensch …: Unmittelbar vor diesem Spruch steht auf der selben Notizbuchseite das Shakespeare-Zitat: «Der große Cäsar, tot und Lehm geworden / Verstopft ein Loch wohl vor dem rauhen Norden. / O, daß die Erde, der die Welt gebebt, / Vor Wind und Wetter eine Wand verklebt.» (Hamlet V,l) |
| 213 | In weiten Weltenfernen …: Die Handschrift Marie Steiners und eine weitere Vortragsnachschrift haben: «In weiten Weltenfernen erkennen Menschenseelen, / In Seelentiefen erleben Weltenkräfte: / So erlangt der Mensch rechtes Weltenwissen / Und wahre Selbsterkenntnis.» |
| 215 | Alles, was da lebt…: Der Vortrag vom 5. Dezember 1912 schließt mit den Worten: «Wie in eherne Tafeln schreibt sich in unsere Seele die große Lebenserfahrung: Alles …» |
| 219 | Es suche der Mensch …: Im Vortrag vom 2. November 1919: «Und das Wort ist nicht bei Gott, es war bei Gott.» Es folgen dann die Worte: «Wollte man ein Gegenwärtiges ansprechen, dann müßte man eigentlich sagen: Es suche …» |
| 223 | Willst du das eigne Wesen … : Dazu in dem Brief «An die Mitglieder!» vom 30. März 1924: «Ich habe Freunden, die von mir zu irgendeiner Gelegenheit einen Gedenkspruch forderten, oft den folgenden gegeben: Willst du …» |
| 225-235: | Die den Abwandlungen zugrunde liegenden Verse Goethes werden im Folgenden nach der im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar erstellten großen Goethe-Ausgabe nachgewiesen: |
| 227 | Keine Macht …: «Urworte. Orphisch», 1. Strophe, Sophien-Ausgabe 3. Band, S. 95 |
| 227 | Die Geisterwelt…: «Faust I», Nacht, Vers 443, Sophien-Ausgabe, 14. Band. - Die Vortrags-Nachschrift hat in der 1. Zeile: «Die Geisterwelt - sie bleibet dir verschlossen», und in der 4. Zeile: «kann» statt «soll». |
| 228 | Wer will…: «Faust I», Studierzimmer, Vers 1936. Geheimnisvoll…: «Faust I», Nacht, Vers 672. |
| 229 | Von der Gewalt …; «Die Geheimnisse», Vers 191, Sophien-Ausgabe 16. Band, S. 178. Die hier gedruckte Fassung ist die seit 1935 übliche, sie ist das Ergebnis einer geringfügigen stilistischen Redaktion der Vortragsnachschrift durch Marie Steiner. |
| 230 | War nicht …: «Zahme Xenien» III, Vers 724, Sophien-Ausgabe 3. Band, S. 279. 231 Es mag sich …: «Zahme Xenien», III, Vers 794, S. 284. |
| 232 | Die ihr …; «Faust II», Anmutige Gegend, Vers 4621-4633. - Im Vortrag werden die Goetheschen Original-Verse als Ausdruck der ästhetischen Sphäre bezeichnet, zu der die Worte für die Wahrheits- und Moral-Sphäre hinzugefügt werden. |
| 234 | Es ist ein groß' Erlehen …: «Faust I», Nacht, Vers 570. |
| 235 | Was kann der Mensch …; (Bei der Betrachtung von Schillers Schädel), Sophien-Ausgabe 3. Band, S. 93. Es ist ein groß* Entsetzen …: «Faust I», Nacht, Vers 570. |
| 241 | An Gottesglauhen Stelle …: Als «Motto» auf einem Fragebogen vom 8. Februar 1892, Weimar, wie er damals in literarischen Kreisen beliebt war, in der Form: «An Gottes Stelle den freien Menschen!» - Vgl. Georg Hartmann in «Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit in Deutschland», Nr. 116, Johanni 1976. Faksimile in «Rudolf Steiner Gesamtausgabe, Eine Dokumentation», Dornach 1988. |
| 244 | Daß aus Arbeit …: Für die Variante «Daß aus Arbeit wachse / Wurzelstarke Kraft / Hast du sie gewiesen / Auf die Wissenschaft.» gibt es keine Unterlagen im Archiv. |
| 256 | Den Sinn der Welt…: Die unmittelbar unter dieser Widmung folgende: «Die Lehrer aber werden leuchten wie des Himmels Glanz, und wie die Sterne immer und ewiglich. Bayreuth, August 1906 M. v. Sivers» ist Zitat nach Buch Daniel 12,3 (siehe Hinweis zu S. 113). - Das Faksimile des Blattes findet man in: Ludwig Kleeberg, «Wege und Worte», Stuttgart 1990. |
| 261 | Im Menschenherzen …: Die in der Wochenschrift «Das Goetheanum», VII/1, 1. Januar 1928, gedruckte Fassung (vermutlich nach einer anderen Handschrift) endet: «Und was im Menschen / Sich selber Ich benennt, / Ist Spiegel nur / Der Wahrheit seiner selbst.» |
| 272 | Im Stoffe suchet…: Im Notizbuch steht über dem Spruch «Bild für Röchling»; ob der Spruch aber auf einem Bild an Helene Röchling gegeben wurde, ist nicht bekannt. |
| 280 | Am Werdetag treten an …: Faksimile auf Seite 174. |
| 283 | Im Chor der Urträume …: Auf dem Kärtchen, das den Spruch trägt, ist das «hindurch» der vorletzten Zeile eine Einfügung mit Bleistift von der Hand Marie Steiners; es erscheint auch in der Abschrift in einem Notizbuch von Helene Röchling. Diese Abschrift gibt «Berlin 1918». - In diesem Jahr wurde an der eurythmischen Darstellung dieser Chöre gearbeitet. |
| 286 | Herzlich grüßen …: Der Tod der Freundin und Arbeitsgenossin Sophie Stinde am 17. November 1915 war für die Gräfin Kalckreuth ein leidvoller Verlust. |
| 301 | Es traget im Keime …: Der Spruch und das Datum ist von Rudolf Steiner geschrieben, der Gruß von Marie Steiner. Er steht in einem Notizbuch, das Helene Röchling geschenkt wurde. |
| 308 | 14. März: Siehe Hinweis zu S. 121. |
| 315 | Von den Höhen … : Wahrscheinlich für Ciarita Benkendörfer, mit der Bemerkung, die Vorstellung wirke auf das Kind. |
| 317 | In Dich ströme Licht…: Diesen Spruch hat Marie Steiner so, wie er hier steht, 1935 in der ersten Ausgabe der «Gebete …» nach einer unbekannten Vorlage gedruckt. In einem ihrer Notizbücher steht folgende Fassung: «Zu dir ströme Licht, / Das dich ergreifen kann. / Ich begleite seine Strahlen / Mit meiner Liebe Wärme, / Ich denke meines Denkens / Beste Frohgedanken / Zu deines Herzens Regungen: / Sie sollen dich hüten, / Sie sollen dich tragen / Sie sollen dir helfen.» |
| 318 | Seh ich die Sonne …; Die drei folgenden Gebete - Morgens, Abends, Tischgebet - werden nach den beiden zusammengehörenden Notizblätter 3028 und 3029 wiedergegeben, da sie nur hier als eine zusammenhängende Dreiheit erscheinen und da dies die jüngste Fassung zu sein scheint. - Die älteste Fassung ist Notizblatt 3033, das die beiden Gebete für morgens und abends enthält (ohne diese Bezeichnungen). Dies ist wegen der vielen Korrekturen offensichtlich der Entwurf, weicht aber kaum von der letzten Fassung ab. Die anderen Handschriften 3031a, 5292, 3031 haben jeweils nur diesen einen Spruch. Es bestehen die folgenden Abweichungen: alle Handschriften haben in der 2. Zeile «Dank ich …» (in 3029 ist dies zu «Denk ich …» korrigiert). Entsprechend haben alle Handschriften in der drittletzten Zeile «Wenn ich danke …» (nicht aber 3029, die Korrektur der zweiten Zeile ist also nicht nachträglich vorgenommen worden). - Auf dem Blatt 5292 ist bei der 7. Zeile «Und wenn einen Menschen …» das «wenn» durchgestrichen und durch «wo» ersetzt. - Die 9. und 10. Zeile lauten auf dem Blatt 3031a «Und so belebt sie auch / Tier und Pflanze und Stein». - Die beiden letzten Zeilen lauten überall «Wenn ich lebe in Gottes Seele / Wenn ich wandle mit Gottes Willen.» (Außerdem gibt es noch das Notizblatt 3031, in dem die 4 letzten Zeilen fehlen.) Die Fassung 5292 wurde im Februar 1909 an den 6-jährigen Jan Lagutt in Basel gegeben. - Hans Arenson (geb. 8. 6. 1900) erinnerte sich 1940, daß er dieses Gebet als erstes etwa 6 oder 7-jährig in Stuttgart bekam. |
| 319 | Vom Kopf bis zum Fuß …: Rudolf Steiner gibt in einem Brief an Paul Oehler in Straßburg dieses Gebet und schreibt dazu: «Es wird dies mit dem Kinde immer wieder durchgemacht. Nach und nach soll es das Kind sich [zu] eigen machen. Die Gedanken lieben lernen. Wenn es anfangs den Sinn nicht versteht, das macht nichts. Alles kommt durch die innere Kraft der Worte von selbst.» Es bestehen folgende Varianten: Alle Handschriften (Notizblätter 3033, 3032 und Brief an Oehler) haben in der 5. Zeile «… mit dem Munde». - Die 8. Zeile lautet in dem Brief: «Im Vater, in der Mutter»; in 3032: «Überall, in der Mutter»; und in 3033 Rückseite fehlt diese 8. Zeile ganz (d. h. sie ist durchgestrichen). - Die vorletzte Zeile steht im Brief als: «Nur Liebe zu allem fühl ich». - Ferner hat 3033 die Überschrift «Für ein jüngeres Kind». |
| 321 | Es keimen …: Im Entwurf heißt es in der 5. Zeile: «… im Lichte …». |
| 323 | Um mich leben …: Die bisher gedruckte Fassung Archiv-Nr. A 0175 beruhte auf einer Vorlage unbekannter Herkunft, die vielleicht ein Entwurf oder eher eine fragmentarische Wiedergabe war. |
| 324 | Das Schöne bewundern …; Im Notizbuch findet sich zu diesem Spruch folgender Zusatz: «Was ich empfinden kann / An Schönem, an Edlem / An Wahrem, an Gutem / Es sei liebevoll / In meinem Herzen empfangen / Und dankbar bewahrt.» |
| 325 | Es freuet sich …: Eliza v. Moltke schrieb in einem Brief vom 26. April 1914 über ihren Enkel an Rudolf Steiner: «Nun hätte ich eine große Bitte. Paul Helmuth wird am 2ten Mai 11 Jahre, er hat den großen Wunsch ein Bild von Ihnen zu besitzen, ich habe nun Frau Walther gebeten, Ihnen ein Bild vorzulegen und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie etwas für den kleinen Kerl darauf schreiben wollten mit Ihrem Namen.» |
| 329 | Mein Herz dankt …: Die Handschrift endet mit «Gottes Sein.» und ist vermutlich ein Entwurf zu diesem Spruch. |
| 336 | Deines Denkens Licht…: Der Spruch entstand für Jürgen Dietrich Goyert, Köln. Die Taufhandlung vollzog Johannes Geyer, Lehrer an der Stuttgarter Waldorfschule, früher protestantischer Pfarrer. Er wurde aus den Kreisen der Anthroposophen des öfteren gebeten, Kinder zu taufen. Gertrud Goyert, die Mutter des Kindes, hatte sich an Rudolf Steiner gewandt und so erhielt Geyer für diese Taufe am 2. August 1920, als Rudolf Steiner sich in Stuttgart aufhielt, für die Taufhandlung folgenden Wortlaut: - Dreimalige Besprengung mit Wasser, dem Salz und Holzasche zugesetzt wurde, und Zeichen des Rosenkreuzes an Stirn und Brust. - Ex Deo nascimur, In Christo morimur, Per Spiritum Sanctum reviviscimus. - In sale sapientiae aeternae et in aqua regenerationis et in cinere germinante terram novam omnia fiant per Eloim, Gabriel, Raphael et Uriel in saecula et aeonas! Amen. -Deines Denkens Licht … Deines Fühlens Wärme … Deines Wollens Kraft … |
| 338 | Vom Kopf zum Fuß …: Eine weitere Handschrift (Archiv-Nr. 3034) hat folgende Abweichungen: 1. Zeile: «Vom. Kopf bis zum Fuß», 4. Zeile: «In Sonne und Mond», 7. Zeile: «In Vater und Mutter» 14. Zeile: «Leben, Sprechen» und 16. Zeile: «Auch tun.». |
| 340 | Oben stehet …: Dieser Spruch für Sandroe Stoughton ist in der Zeitschrift «Seelenpflege in Heilpädagogik und Sozialtherapie», 6. Jg. Heft 4, Weihnachten 1987, abgedruckt mit zwei zusätzlichen Zeilen : «Ich danke für sie jeden Tag / An dem ich leben darf.» Deren Herkunft ist unbekannt. Sandroe Stoughton (geb. 30. 9. 1914) war ein amerikanischer Knabe, der heilpädagogisch behandelt werden mußte und im September 1923 dazu in die Schweiz kam. Siehe Wilhelm Uhlenhoff, «Die Kinder des heilpädagogischen Kurses», Stuttgart 1994. |
| 341 | Das Licht macht…: Die Handschrift endet mit «Wenn das Herz». Die Ergänzung ist von Marie Steiner: bei der Abschrift in ihrem Notizbuch (Nr. 5) fügt sie hinzu: «(Im Nachlass bis <Herz>, der Schluss von mir)». |
| 342 | Es keimen …; Die Handschrift ist unvollendet; die letzten drei Worte auf dem Notizblatt sind in der Handschrift Marie Steiners. |
| 347 | Sprüche für den Unterricht …: Faksimiles dieser Sprüche findet man in «Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterrichts», GA 269. Dort auch ausführlichere Hinweise. |
| 352 | Es leuchtet…: Diese Zeilen wurden als erster Teil eines Spruches für den Altsprachenunterricht gegeben, blieben jedoch Fragment und wurden von Rudolf Steiner im November 1922 ersetzt durch den Spruch «Wer der Sprache Sinn versteht…» (lt. Mitteilung von der Empfängerin Dr. Maria Röschl-Lehrs). |
| 353 | Wer der Sprache Sinn …: Im Entwurf lauten die letzten Zeilen: der 2. Strophe «Ihre Wesenheit», und der 4. Strophe «Ihre eigne Macht». |