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WIDMUNGSSPRÜCHE

WIDMUNGSSPRÜCHE

Seite Text
238
239

Der Masse, der starren, toten, Leben und
Geist einzubilden, ist des Künstlers Ziel;
dem Geist, dem flüchtigen, beweglichen,
Gestalt und Festigkeit zu geben des Forschers
Und wenn der Arbeit Gipfel sie erreichen, [Streben,
dann müssen im Einen sie beide sich begegnen.



'' '' 28. Juli 1888 Rudolf Steiner

'' ''Dem Bildhauer Hans Brandstetter
'' '' ins Stammbuch

240

An Frau Ilma Wilborn-Seiler!

Was in diesem Büchlein steht: ich habe es nicht nur
geschrieben, ich habe es gelebt, wenn meines
Innern Mächte im verzehrenden Kampfe einander
begegneten; mit Worten sucht ich des ringenden
Geistes Bahnen nachzuzeichnen; so nehme Die es
freundlich hin, in deren Rede Zauber sich so herrlich
des Geistes Schöne enthüllt, und der es in
tiefinnigster Verehrung überreicht



'' '' Wien, 9. April 1889 Rudolf Steiner

'' '' Widmung in
'' '' «Grundlinien einer Erkenntnistheorie …»


Der Mensch sieht nur das klar in der Außenwelt,
was er mit dem Lichte seines Inneren bestrahlen kann.



'' '' Dem Maler Curt Liebich zur freundlichen Erinnerung!
'' '' Weimar, 13. Juni 1891 R. Steiner

'' '' Auf eine Photographie

241

Die Geschichte ist in Wahrheit die Entwicklung
des Menschengeschlechtes zur Freiheit. Erst fühlt
sich der Geist abhängig von Gott, arbeitet sich zur
Freiheit heraus und erkennt sich selbst.

An Gottesglauben Stelle

Glaub ich an den freien Menschen.



'' '' Dr. Rudolf Steiner
'' '' Notizbuch, 1892


Ein guter Mensch tut, was er soll
Ein freier soll, was er will.



'' '' 18. Februar 1894 Rudolf Steiner

'' '' Für Prof. Leitzmann, Jena
'' '' Eintragung ins Gästebuch

242

Ewiges Werden im Denken
Jeder Schritt zugleich Vertiefung
Überwindung der Oberfläche
Eindringen in die Tiefe.



'' '' In «Die Philosophie der Freiheit»
'' '' 1894


Blind sind für des Weibes Schwächen
eines Liebenden Augen.
So der Spruch! Mir wollt er nie recht taugen;
Sehend scheint mir nur ein liebend' Organ,
Weil nur dies des Weibes Tugend erkennen kann.



'' '' Weimar, den 15. Juli 1895 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Emmy Eunike
'' '' ins Stammbuch

243

Die Seele des Menschen ist eine Blüte der Welt,
bestimmt, in sich den göttlichen Geist zu reifen.



'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf einer Photographie
'' '' ca. 1896



Das schönste Geschenk, das ein Scheidender
mitnehmen kann, ist die Erinnerung an froh
verlebte Stunden in einem lieben Freundesheim.



'' '' Weimar, 21. Juni 1897 Rudolf Steiner

'' '' Für Karl Otto Francke
'' '' ins Hausalbum

244

Daß aus Arbeit wachsen Wurzeln starker Willenskraft,
Hat er uns gewiesen auf den Pfad der Wissenschaft.



'' '' Für Wilhelm Liebknecht, Berlin, auf der
'' '' Kranzschleife der Arbeiter-Bildungsschule
'' '' 10. August 1900



Dem Feuer ist das Leben verwandt -
Wohltätiger Wirkungen Keime
bergen beide die Fülle;
An den Menschen stellen beide
ungleiches Verlangen.
Dass im Leben Glück uns werde
ohne bitteren Schmerz,
Kann verlangen nur, wer törichten Sinnes
Das Feuer will,
ohne den Brennstoff zu opfern.



'' '' Für Martha Eunike in ein Album
'' '' 20. Dezember 1900

245

Den «Sinn des Lebens» suchen, heißt sich in das
Labyrinth der Seele begeben; es hilft nichts, sich
aus diesem Labyrinth wieder ins Freie der
gemeinen Wirklichkeit zurückzufinden; denn ist
man wieder zurück, hat man auch wieder den
«Sinn des Lebens» verloren.



'' '' Für Maria Stona ins Fremdenbuch
'' '' Schloss Strzebowitz, 22. August 1901



Die menschliche Geistesentwicklung ist ein
fortlaufender Fluss, darin sich in aufeinander-
folgenden Bildern die ewige Wahrheit spiegelt.
Ein solches Bild, das Christentum, ist auf den
folgenden Blättern festzuhalten versucht.


'' '' Für Geni Eunike
'' '' in «Das Christentum als mystische Tatsache»
'' '' 6. November 1902

246 undefinierter Scan
247

Der Verfasser dieses Buches war bemüht
die Natur des Geistes zu erforschen
Wie der Naturforscher
den Geist der Natur erforschen will.



'' '' Frl. Johanna Mücke zu Weihnachten 1902
'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' In «Das Christentum als mystische Tatsache»



Suche nach dem Licht des Weges!
Doch suchst du vergebens, so du
nicht selbst Licht wirst.



'' '' R. St.

'' '' Für Marie v. Sivers
'' '' in «Licht auf den Weg»
'' '' ca. 1904

248

Des Menschen Werk ist, in sich die Kraft zu bilden,
die für das All wirkt, und dabei das ihm zugemessene
Teil zu erkennen.



'' '' Seiner lieben Mitarbeiterin Mathilde Scholl
'' '' Amsterdam, 22. Juni 1904 Dr. Rudolf Steiner

'' '' In «Theosophie»



Die geistigen Ziele, in denen sich
die Menschen finden, sind das
edelste Band der Freundschaft.



'' '' In Herzlichkeit dem Ehepaar Künstler
'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Eugen und Maud Künstler
'' '' in «Theosophie», 1904


Die Liebe zum Übersinnlichen wandelt
das Erz der Wissenschaft in das Gold der Weisheit.



'' '' Dem Kämpfer der Theosophie in den Kreisen
'' '' der Studierenden, Herrn stud. phil. Ludwig Kleeberg
'' '' 10. Januar 1905 Dr. Rudolf Steiner

'' '' In «Theosophie»

249

'' '' Frau C. Wandrey

Wer das gegenwärtige Gute zum
Quell der Freude
Und das vergangene Übel zur
Lehre für das Leben zu gestalten vermag
Der kommt auf den Weg zur Weisheit.



'' '' Berlin, 22. Mai 1905 Dr. Rudolf Steiner
'' '' Für Camilla Wandrey
'' '' auf eine Photographie


Freuden nehme man als göttliche Gaben der Gegenwart,
Schmerzen aber als Lehren für die Zukunft.



'' '' 14. Juni 1905 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Astrid v. Bethusy-Huc
'' '' auf eine Photographie

250

Der Mensch ist ein werdender Gott
Der Gott ist ein erfüllter Mensch.



'' '' Frau v. Moltke herzlichst
'' '' 30. Juni 1905 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Eliza v. Moltke
'' '' auf eine Photographie



Das Leben prüft uns oft durch Leiden
Es führt uns oft in Irrtum durch Freuden
Drum lasse man auch die Freuden
zur Prüfung des Herzens
Die Leiden aber zu Wegen nach
der Wahrheit werden.



'' '' Frl. Lüdemann zur freundlichen Erinnerung
'' '' Köln, 1. Dezember 1905 Dr. Rudolf Steiner
'' '' Für Bertba Lüdemann
'' '' auf eine Photographie

251

Die Freuden können wir in der Gegenwart
Die Leiden aber erst in der Zukunft schätzen.
Die ersteren sind Geschenke des guten Gesetzes
Die letztern aber sind die Lehrer der Weisheit.



'' '' Stuttgart, im Januar 1906
'' '' Herrn Jaeck in Herzlichkeit Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Wilhelm Jaeck
'' '' auf eine Photographie


Die Freuden erkennen wir als Gnadengaben
in der Gegenwart,
Die Leiden enthüllen aber ihren Wert erst,
wenn sie vergangen.
Die ersten bringen das Glück,
Die zweiten erzeugen die Weisheit.



'' '' Basel, 12. Januar 1906
'' '' In Herzlichkeit Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Familie Geering-Ghrist
'' '' in das Gästebuch

252

Frau Eugenie v. Bredow
Freuden sind Geschenke des Schicksals,
die Ihren Wert in der Gegenwart erweisen.
Leiden dagegen sind Quellen der Erkenntnis,
deren Bedeutung sich in der Zukunft zeigt.



'' '' Berlin, 2. Februar 1906
'' '' Herzlichst Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Pbotographie


Im Kosmos ist ein Rätsel verborgen?
Doch ist der Mensch selbst die Lösung.



'' '' 14. Februar 1906
'' '' Herzlichst Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Mathilde Scholl
'' '' ins Neue Testament


Das Leben ist eine Schule
Wohl dem, welcher die Prüfung besteht!



'' '' 14. März 1906 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Flossy v. Sonklar
'' '' in das Album eines Kindes

253

Ruhiges Verweilen an den
Schönheiten des Lebens
Gibt der Seele Kraft des
Fühlens
Klares Denken an die
Wahrheiten des Daseins
Bringt dem Geiste Licht des
Wollens.



'' '' Frau Maude Künstler, am 4. April 1906
'' '' in Herzlichkeit Dr. Rudolf Steiner

'' '' Ins Neue Testament


Erkenntnis und gute Taten
in der Gegenwart
werden die Baumeister
der Hellseher-Organe
in der Zukunft.



'' '' Für Mathilde Scholl
'' '' auf eine Photographie
'' '' ca. 1906

254

Des Menschen Erkenntnis
Offenbart den Geist der Erde
Des Menschen Taten
Verkörpern dieses Geistes Sinn.



'' '' Berlin, 8. Mai 1906
'' '' Zur Erinnerung Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Franz Gerner
'' '' auf eine Photographie


Der Erdengeister voller Sinn
Kommt zur Offenbarung
In des Menschen freier Tat
Und die freie Tat
Kann nur Wirkung sein
Der selbstlos errungenen Weisheit.



'' '' Frau E. v. Bredow zur Erinnerung
'' '' 8. Mai 1906 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Photographie

255

In der Seele des Menschen wird der
Sinn der Welt gefunden
Wenn der suchende Geist sich wahrhaft
selbst entdeckt.



'' '' Frau L. v. Moltke zur Erinnerung
'' '' 15. Mai 1906 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Photographie


Wer stets zum Geiste strebt
Der darf unverzagt hoffen
Dass er zur rechten Zeit
Nicht ohne des Geistes Führung ist.



'' '' Frau Gräfin Bethusy-Huc zur Erinnerung
'' '' 15. Mai 1906 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Photographie

256

Den Sinn der Welt verwirklicht die von
Weisheit erleuchtete und von Liebe durchwärmte
Tat des Menschen.



'' '' Bayreuth, August 1906 Dr. Rudolf Steiner


Die Lehrer aber werden leuchten wie
des Himmels Glanz und wie die
Sterne immer und ewiglich.



'' '' Bayreuth, August 1906 M. v. Sivers

'' '' Für Ludwig Kleeberg
'' '' in ein Gedenkbuch



Das Verborgene des Mysteriums
Wird Offenbares durch des Menschen
Schaffendes Wissen und wissendes Wollen.



'' '' 3. Dezember 1906

'' '' Für Mathilde Scholl

257

Der Sinn der Welt
Offenbart sich in des Menschen Seele.



'' '' 28. Juni 1907
'' '' Herzlichst Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Ludwig Kleeberg
'' '' in «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer
'' '' gegen seine Zeit»


Suchst du dich selbst,
So suche draußen in der Welt;
Suchst du die Welt,
So suche in dir selbst.



'' '' 6. August 1907 Dr. Rudolf Steiner

258

Es wechselt die Zeit das Antlitz der Dinge
Doch bleibt ewig der Wesenskern.
Es wechselt das Leben der Menschen Taten
Doch bleibt ewig der Seelenkern.



'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Familie Rietmann
'' '' 1908


Die Rätsel des Lebens lösen sich
in der Wärme des nach Gedankenlicht
strebenden Herzens.



'' '' Seinen lieben Rietmanns, Stuttgart den
'' '' 16. August 1908 Dr. Rudolf Steiner


Die Richtung nach dem Höchsten der Außenwelt
Gibt der Mensch sich im Tiefsten seiner Innenwelt.



'' '' Für 2. Juli 1909 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Photographie

259

Entwicklung des Menschen ist:
Entzünden im Seelenfeuer der Liebe
Die leuchtende Weisheit des Geistes.



'' '' Basel, 25. September 1909

'' '' Für Astrid v. Bethusy-Huc
'' '' auf eine Photographie


Der Schlüssel zur Geistes weit
Liegt im Geisteswerkzeug des Menschen.



'' '' Den lieben Kinkels
'' '' 16. November 1909 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Alice und Wilhelm Kinkel
'' '' auf eine Photographie


Das Denken ist der Dolmetsch, welcher
die Gebärden der Erfahrung in die
Sprache der Vernunft übersetzt.



'' '' Den lieben Rietmanns herzlichst
'' '' am 21. November 1909 Dr. Rudolf Steiner
'' '' Ins Gästebuch

260

Die Erkenntnis ist das Licht
Und die Liebe dessen Wärme.



'' '' Für Eliza v. Moltke
'' '' auf eine Photographie
'' '' 26. November 1909


Überwindet der Mensch sein enges Sein
Erst durch Welterleben in sich selbst, erkennend;
Dann darf er empfinden
«Erkenne dich selbst»
Es heißt ihm dann
Werde in dir selbst
Werkzeug, das die Welt dir offenbart.



'' '' Frl. Mieta Waller, der Darstellerin des
'' '' Johannes Thomasius herzlichst Rudolf Steiner
'' '' Datum 5. September 1910

'' '' In «Die Pforte der Einweihung»

261

Im Menschenherzen schlagen
Der Erde höchste Kräfte
Im Menscheninnern leben
Des Seelenreiches Mächte
Dem Menschenstreben winken
Des Geisterlandes Ziele
Das Menschen Ich jedoch
Ist selber Geist in Geistesweiten.
Und was im Menschen
Sich selber Ich benennt
Ist Bild nur seiner selbst.

So sagt man gut zu streben
Als Mensch sich oft und oft
So sagt man kraftvoll sich
An Tagen der Lebenswenden



'' '' Für Ella Sharp, 1911

262

Es sprechen zu den Menschensinnen
Die Dinge in den Raumesweiten
Sie wandeln sich im Zeitenlauf
Erkennend lebt die Menschenseele
Von Raumes weiten unbegrenzt
Und unbeirrt vom Zeitenlauf
Im Reich der Geistes-Ewigkeit.



'' '' 26. Februar 1911 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Familie Rietmann
'' '' ins Gästebuch

263

Es drängen sich an die Menschensinne
Die Dinge in den Raumesweiten
Sie wandeln sich im Zeitenlauf
Es webt die Menschenseele
Unbegrenzt von Raumesweiten
Und unbeirrt vom Zeitenlauf
Ihr Kleid der Ewigkeiten.



'' '' 12. Juni 1911 in Herzlichkeit
'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' In «Das Christentum als mystische Tatsache»


Im Kopfe Glaubenskraft
Im Herzen Liebensmacht
Im vollen Menschen starkes Hoffen
Hält und trägt das Leben.



'' '' 13. Januar 1912 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Familie Rietmann
'' '' ins Gästebuch

264

'' '' Zum 6. März 1912

Der Seele Erdenpilgerzug
Er führt auf steile Bergesgipfel
Da sprechen des Lebens spitze Steine
Es sind ihre Worte andres nicht
Als Rätsel nur und Fragen
Die Sehnsucht gewaltig wecken:
Nur wenn in Seelen-Bergeshütten
Wo Geistesstimmung ruhig waltet
Den Rätseln Lösung winkt
Und Ruhe Sehnsuchtkräften:
Dann reifen Geistesfrüchte
Zu Keimen für Ewigkeiten.

In Deinen Lebenspilgerzug
Das Geistesauge lenkend,
Erscheinen diese Worte mir
Als Deines Wesens Zeichen.



'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Günther Wagner
'' '' zum 70. Geburtstag

265

Sich erkennend nicht verlieren
Und schauend sich bewahren
Sich empfindend nicht verblenden
Und sich erfühlend selbst erleuchten
Dies löst der Seele und der Welten Rätsel.



'' '' Mannheim, 10. März 1912

'' '' Für Helene Röchling


Zum 2. Juli 1912
Im Weltenkampf und in Zeitenproben
Bewahren im tiefsten Seelenkerne
Empfindungskraft für Geistgewalten:
Solch' Streben im Menschenherzen
Erhält dem Selbst das Lebenssteuer.



'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Eugenie v. Bredow
'' '' in «Theosophie»

266
267

Es drängt sich an die Menschensinne
Aus Weltenweiten rätselvoll
Des Stoffes reiche Fülle
Es strömt auch in die Seelengründe
Aus Weltentiefen inhaltvoll
Des Geistes klärend Licht
Sie finden sich im Menschen-Innern
Zu weisheitvoller Wirklichkeit.



'' '' Seinem lieben Moriz Zitter
'' '' zur Erinnerung an die Septembertage 1912
'' '' freundlichst herzlichst Rudolf Steiner

'' '' In «Der Hüter der Schwelle»

268

Es leben die Pflanzen
In Sonnenlichtes Kraft
Es wirken die Menschenleiber
In Seelenlichtes Macht
Und was der Pflanze
Der Sonne Himmelslicht
Das ist dem Menschenleibe
Das Geistes Seelenlicht.



'' '' 19. Dezember 1912 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Familie Rietmann
'' '' ins Gästebuch

269

Es hört der Mensch das Schöpfungswort
Wenn er reinen Herzens horcht
Wie Weltengeister durch die Seele
Sich musikalisch sinnvoll offenbaren.



'' '' Köln, 29. Dezember 1912 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Willy Conrad
'' '' auf eine Photographie


Ihn mit guten Gedanken
Durchs Leben geleiten will ich:
Dass ich es ihm gesagt,
Möge er öfter gedenken.



'' '' Dem Patensöhnlein, 15. April 1913

'' '' Für Wilfried v. Henning
'' '' auf eine Photographie

270

Hohe Weltenrätsel erblickt,
Wer im Menschenherzen erschaut,
Wie Gottesdenken Geistesziele schafft.



'' '' Alfred Meebold
'' '' in den Münchner Augusttagen 1913
'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Photographie


Unsterblichkeit -
Ungeborenheit;
erst wer beides versteht,
versteht die Ewigkeit.



'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' In ein Buch, 1914

271

Als treue Gefährtin
Steht dem Fluge der Geisteswissenschaft
Stets bei der wahren Philosophie
Echte besonnene Art.



'' '' So nehme dies Buch entgegen
'' '' die treue Mitwirkerin Johanna Mücke
'' '' von dem Verfasser Dr. Rudolf Steiner
'' '' Berlin, 21. Juli 1914

'' '' In «Die Rätsel der Philosophie»



Die Kräfte sind leere Hülsen nur,
Entbehren sie den Geistgehalt;
Doch sind sie Schöpferwirksamkeiten,
Wenn sie den Geist umkleiden.



'' '' Stuttgart, 1. Oktober 1914 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Alice Kinkel
'' '' auf eine Photographie

272

Im Stoffe suchet der Weltenkenner
Des Geistes ewiges Schöpferwalten.
Im Sturm und in des Krieges Wüten
Enthüllt sich seiner Geistesschau
Der Welten weises Götterziel.



'' '' Für Helene Röchling
'' '' 5. November 1914



Sich selbst empfangen vom Weltensein,
Die Welt erleben als Selbstes-Sein,
Das ist der Weg zum SeherzieL



'' '' 23. April 1915

'' '' Für Felix Knoll
'' '' auf eine Photographie

273

Der eigenen Seele Geheimnisse
Ergründe in dem Antlitz,
Das die Welt dir zuwendet.
Der Welten Innenseite
Ergründe in dem Antlitz, \Das sie deiner Seele prägt.



'' '' 25. Juni 1915 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Astrid v. Bethusy-Huc
'' '' auf eine Photographie


Wenn Ruhe der Seele Wogen glättet
Und Geduld im Geiste sich breitet
Zieht der Götter Wort
Durch des Menschen Innres
Und webt den Frieden
Der Ewigkeiten
In alles Leben
Des Zeitenlaufs.



'' '' Für Helmuth v. Moltke
'' '' auf eine Photographie
'' '' 11. Dezember 1915

274

Wirkliche Selbsterkenntnis wird dem Menschen nur zuteil,
Wenn er liebevolles Interesse entwickelt für andere;
Wirkliche Welterkenntnis erlangt der Mensch nur,
Wenn er das eigene Wesen zu verstehen sucht.



'' '' Für Bertha Ellram
'' '' in «Vom Menschenrätsel»
'' '' 20. April 1916


Gemeinsam erlebte Wahrheit
Ist Lebenskraft im Menschheitstreben.



'' '' Frl. Johanna Mücke der treuen Mitarbeiterin
'' '' herzlichst Dr. Rudolf Steiner Marie Steiner

'' '' In «Vom Menschenrätsel»
'' '' Juli 1916


In Gemeinsamkeit erlebte Wahrheit
Wird Weltenkraft im Menschenstreben.



'' '' Frau Helene Röchling treufreundschaftlich überreicht
'' '' am 20. Juli 1916 Dr. Rudolf Steiner Marie Steiner

'' '' In «Vom Menschenrätsel»

275

Was lebend erdacht
Verstand wahrhaft
Der Seele Kraft
Die wirklich erwacht.



'' '' 21. September 1916

'' '' Auf eine farbige Skizze
'' '' von Hilde Pollak


Des Geistes Schattenwurf im Räume ist das Schöne;
Der Schatten wird zum Lebewesen durch des Künstlers Bildegeist.



im treuen Gedenken an den lieben Schöpfer dieser Skizze R. St.

'' '' Unter eine Skizze von Jacques de Jaager
'' '' November 1916

276

'' '' Rätsel
Im Ersten suche der allumfassenden Welt Grund und Ziel.
Das Zweite erstrebest du, um dich als Mensch zu wissen;
Dem Ganzen sinne nach, und dir wird begreiflich:
Wie über sich zum Ersten sich hebet der Mensch.



(Ein Doppelwort; jedes Wort nur aus einer Silbe bestehend.)
'' '' 3. Juni 1917

'' '' Für Mathilde Scholl


Conrad Ferdinand Meyer
Weil er den lebensvoll
Ergriffnen Stoff
In reinstes Formensein
Zu wandeln wusst' ,
Ergab sich seiner Form
Des Geistes Sein
In voller Lebenskraft.



'' '' 9. Juli 1917 R. St.

Zur Erinnerung an schöne Stunden
in herzlicher Freundschaft
Marie Steiner

'' '' Für Helene Rochling
'' '' in «Gedichte» von C. F. Meyer

277

Man sucht nach
der Weltenrätsel Lösung;
der Mensch ist selbst die Lösung;
darum, wer sich selbst als Mensch
In Wahrheit recht erkennt:
erkennt der Welt Geheimnis.



'' '' 1. August 1917 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Erna Bögel
'' '' auf eine Photographie


Warum strebt, dunkler Sehnsucht
Folgend, nach Selbst-Erkenntnis
Des Menschen Seele?
Weil nicht im Ideen-Schein
Und nicht in Begriff-Gewebe
Der Welten Wesen fassbar.
Es liegt im Menschen-Selbst;
Enthüllt sich dieses,
So enthüllt sich der Welten Werdewesen.



'' '' 1. August 1917 Dr. Rudolf Steiner
'' '' Für Helene Röchling
'' '' auf eine Photographie

278

Im Weltenall
Webet des Menschen Wesenheit
Im Menschenkern
Waltet der Welten Spiegelbild
Das Ich verbindet beide
Und schaffet so
Des Daseins wahren Sinn.



'' '' Gruß an Frau Hahn von R. St.

'' '' Für Marie Hahn
'' '' Herbst 1917


Der Sonne Licht kräftigt der Erde Schöpfung
Der Wahrheit Sonnenlicht kräftigt das Menschenherz.



'' '' Für Hedda Hummel
'' '' in «Von Seelenrätseln»
'' '' 1917

279

Im Sinnensein verbirgt
Des Geistes Wille sich
Und so erscheint es «Stoff».
In Menschen-Willenskraft
Verbirgt die Seelenwesenheit
Sich vor dem eignen «Ich».
Im schauenden Wollen
Im wollenden Schauen
Da findet die Seele
Sich selber, da finden
Die «Toten» sich
Mit den «Lebenden».



'' '' 4. Januar 1918 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für Eliza v. Moltke
'' '' in «Von Seelenrätseln»

280

Am Werdetag treten an
Die Werdewesen uralter Zeit
Gedanken der Liebe tragen sie
Von Herz zu Herz
Und sie mögen die Gedanken
Festigen zu tragender Erinnerung
an das Werdefest.



'' '' 28. Januar 1918 für Helene Röchling

'' '' Zum Geburtstag auf die
'' '' Zeichnung der Kabiren


Sich in der Welt
Schauend ergründen,
Die Welt in sich
Lebendig finden:
Ist Daseins-Tragekraft.



'' '' 26. März 1918 Rudolf Steiner

281

Es fragen die Menschen
Nach des Welträtsels Lösung
Und versäumen darob
Zu schauen, wie das Leben
In seinem Folge-Rhythmus
Dieses Rätsels Wahre Lösung ist.



'' '' 26. März 1918 Rudolf Steiner

'' '' Für Hans Hasso v. Veitheim
'' '' auf eine Photographie


Nach der Welten Rätsel
Muß fragen der Mensch;
Aber es löset sich nicht
In dem Worte oder Begriff. -
Des Menschen Seele schaue:
Sie ist selbst die Lösung.



'' '' 5. April 1918 Dr. Rudolf Steiner

'' '' Auf eine Photographie
'' '' für einen Freund
'' '' von Franz Gerner

282

Der Welten Rätsel
Man löset es nicht mit Wort und Idee allein
Den Menschen schauend
Ergreifet man die Lösung im erkennenden Leben.



'' '' 10. April 1918 Rudolf Steiner

'' '' Für Johanna Mücke
'' '' in «Von Seelenrätseln»


Das Rätsel der Welt will man lösen?
Doch man löset es nur,
Wenn man schauend den Menschen erkennt
Den er ist selbst die Lösung des Rätsels der Welt.



'' '' 10. April 1918 Rudolf Steiner

'' '' Für Helene Röchling
'' '' in «Von Seelenrätseln»

283

'' '' Fercher von Steinwand

Im Chor der Urträume zu ergreifen
Ideen, die zur Offenbarung werden
Des Kräftewesens, das im Urgetriebe
Dem Weltensein die Seele ist:
Das wollte dieser Dichter;
Und schon ist, ihm zu folgen
Durch Urträume hindurch
in das Reich der Urtriebe.



'' '' 1918



Im Weltgeheimnis schaut sich der Mensch,
Im Menschengeheimnis offenbart sich die Welt.



'' '' Für Ludwig und Berta v. Polzer-Hoditz
'' '' ins Gästebuch, Juni 1918

284

Warum strebt des Menschen
Suchende Seele
Nach Erkenntnis
Der höheren Welten?
Weil jeder seeleentsprossene Blick
In die Sinneswelt
Zur sehnsuchtvollen Frage wird
Nach dem Geistessein.



'' '' Für Johanna Mücke
'' '' in «Wie erlangt man Erkenntnisse
'' '' der höheren Welten?»
'' '' 7. Juli 1918

285

Im freien Menschenwesen
Fasst das Weltall sich zusammen
Drum fasse dich mit freiem Sinne
Und du findest die Welt in dir
Trage dich in die Welt
Und durch dich wird der Geist der Welt!



'' '' E. M. am 15. Oktober 1918
'' '' zur Erinnerung R. St.

'' '' Für Edith Maryon
'' '' in «Die Philosophie der Freiheit»

286

Herzlich grüßen die im Leibe
Herzlich im Geiste sendet
der Treugenosse aus dem Seelenland
Den Liebesgruß:

Es findet im Geist der Mensch
Den Weg zum Licht der Seele
Im Licht der Seele
Das Wort des Gottes,
Das Stütze ist in Freud und Leid.



'' '' Zum 19. Oktober 1918
'' '' Durch R. St.

'' '' Für Pauline v. Kalckreuth
'' '' in «Die Philosophie der Freiheit»
'' '' zum Geburttag

287

Du willst «Gott» denken:
So spricht Goethes Seele;
Du stürzest mit diesem Wollen
Dich in Widerspruch und Zweifel.
Du sollst «göttlich» denken;
Und «Gott» wirket in Dir:
So ahnte Goethe als Lösung
Des Gottesrätsels
Und so muss zur Lösung
Denken Geisteswissenschaft.



'' '' E. M. zum 30. November 1918
'' '' Dieses Buches Verfasser

'' '' Für Edith Maryon
'' '' in «Goethes Weltanschauung»

288

Wenn in hellen Geisteskreisen
Die Seele lässt walten
Des Denkens reine Kraft,
Ergreifet sie der Freiheit Wissen.

Wenn im voll erfassten Leben
Der frei bewusste Mensch
Sein Wollen zum Sein gestaltet,
So west der Freiheit Wirklichkeit.



'' '' 7. Dezember herzlichst Dr. Rudolf Steiner
'' '' In Liebe Marie Steiner

'' '' Für Helene Röchling
'' '' in «Die Philosophie der Freiheit»
'' '' 7. Dezember 1918


Erkennt der Mensch sich selbst:
Wird ihm das Selbst zur Welt;
Erkennt der Mensch die Welt:
Wird ihm die Welt zum Selbst.



'' '' Dornach 24. Dezember 1918

'' '' Für Elisabeth Vreede
'' '' zum «Seelenkalender»

289

Es ist ein tief Verborgenes,
Ein durch alle Ewigkeit Gehendes,
Aber von dem dir Bewussten
Durch einen Abgrund getrennt.



'' '' Berlin 1918 Rudolf Steiner

'' '' Für Pauline v. Kalckreuth


Suche im eignen Wesen:
Und du findest die Welt;
Suche im Weitenwalten
Und du findest dich selbst;
Merke den Pendelschlag
Zwischen Selbst und Welt:
Und dir offenbaret sich
Menschen-Welten-Wesen;
Welten-Menschen-Wesen.



'' '' Herzlichst gerichtet an den lieben Freund
'' '' Hans Reinhart
'' '' 27. Februar 1919 Rudolf Steiner

290

In deiner Seele Innerem suche:
Du findest die Rätsel der Welt;
Und dann vertrau' dem Leben
Und lass' von ihm dich belehren:
Du lebst dann der Weltenrätsel
Lösung.



'' '' 1. April 1919 Rudolf Steiner

'' '' Für Familie Rietmann
'' '' ins Gästebuch


Suche im Umkreis der Welt
Und du findest dich als Mensch,
Suche im eignen menschlichen Innern
Und du findest die Welt.



'' '' Für Anna Samweber
'' '' 19. Juni 1919

291

Suche im Innern das Lichtvolle,
Und du findest die Welt;
Suche im Äußern das Sinnvolle,
Und du findest dich selbst.



'' '' Stuttgart, 1. September 1919
'' '' Rudolf Steiner

'' '' Für Hans Kühn
'' '' in «Die Kernpunkte der sozialen Frage»


'' '' 28. Januar 1920
'' '' Für Helene Röchling:
Die Jahre fließen in den Zeitenstrom,
Dem Menschen lassen sie Erinnerung;
Und im Erinnern webt der Seele
Sich Sein mit Lebenssinn zusammen.
Erleb' den Sinn; vertrau dem Sein:
Und Weltenwesen wird deinen
Daseinskern mit sich vereinen.



'' '' Zum Geburtstag

292

Wenn du auf den Geist des Weltenseins
Dein Augenmerk zu lenken dich bemühst
So wirst du dich selber finden
Als freier Mensch im Schicksalsfelde.
Wenn du dich abwendest von ihm
Und nur auf des Tages Scheinwesen
Den Sinn gerichtet halten wirst
So wirst du dich verlieren
Als Menschenbild im Schicksalsspiele.



'' '' Für Mieta Waller zum Geburtstag
'' '' 18. Februar 1920


Der Mensch findet, erkennend die Welt, sich selbst,
Und erkennend sich selbst, offenbart sich ihm die Welt.



'' '' Für Wilhelm Nedella
'' '' 25. Februar 1920

293

'' '' Dornach (Canton Solothurn)
'' '' 27. Februar 1920
Der weißen Rasse neues Morgenrot
Wird im Erdgebiet sich offenbaren
Erst wenn dieser Rasse Wissende
Erfühlen der Seele Band mit dem Geist;
Und in ihnen wirken wird
Empfindung von der Schande,
Die Seelen schwärzt, wenn sie
Das Menschenwesen durch Materien-Sinn
Begreifen wollen.



'' '' Für Richard Teschner
'' '' zu seiner Bilderserie
'' '' «Drei Kulturrassen»


Der weißen Rasse neues Morgenrot
Wird im Erdgebiet sich offenbaren
Erst wenn dieser Rasse beste Menschen
Den Materien-Sinn empfinden
Als beschämend, weil er erlöscht
Das Bewusstsein vom wahren Menschenwesen.



'' '' Entwurf

294

Erkenne dich selbst
Und du findest die Geheimnisse der Welt;
Beschaue die Welt
Und du findest die Geheimnisse des Selbst.



'' '' 18. Juli 1920, Dornach
'' '' Für Ludwig Noll zum Geburtstag

295

Der Mensch findet
Des Ewigen Grund,
Wenn er, mit vollem Vertrauen,
In seines Wesens Tiefen ahnet
Des Gottes Werk. -



'' '' 17. August 1920 Rudolf Steiner
'' '' Für Carola Nedella
'' '' auf eine Photographie


Willst du die Welt erkennen:
Blicke zuerst ins eigne Herz;
Willst du dich selbst erkennen:
Blicke richtig ins WeltenalL -



'' '' 17. August 1920 Rudolf Steiner

'' '' Für Wilhelm Nedella
'' '' auf eine Photographie

296
297

Welterkenntnis, Selbsterkenntnis:
Von der Einen hin zur Andern
Pendelt fragend Seelensehnsucht.
Scheint ihr oft zu winken tröstlich
Lösung ihrer Daseinsrätsel:
Schon die nächste Pendelschwingung,
Sie gebiert ihr aus der Lösung
Nur ein neues Lebensrätsel.
Doch wenn statt im Welterkennen
Nach den Daseinsuntergründen,
Und auch statt im Selbstergründen
Nach des Menschen ew'gen Wesen:
Sie in Weltenweiten Selbstheit
Sucht, und in dem Selbst das Weltall;
Sie erreicht des Wissens Ziele
Zwar nicht; doch ihr werden Wege
In das Leben der Erkenntnis
Sich erschließen; seelentragend
geisterhebend, weltenweisend.



'' '' Dornach, Oktober 1920: Goetheanum
'' '' Dr. Rudolf Steiner

'' '' Für die Berner Freistudenten
'' '' ins «Goldene Buch»

298

Heilsam ist nur, wenn
Im Spiegel der Menschenseele
Sich bildet die ganze Gemeinschaft
Und in der Gemeinschaft
Lebet der Einzelseele Kraft.



'' '' 5. November 1920 Rudolf Steiner

'' '' Für Edith Maryon
'' '' in «In Ausführung der Dreigliederung …»


Den wirkenden Geist
An die Stelle des gedachten setzen
Heißt in dieser Zeit
Die soziale Grundforderung empfinden.



'' '' Für Edith Maryon
'' '' in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit»
'' '' 1921

299

In der Kunst erlöst der Mensch
Den in der Welt gebundenen Geist.
In der musikalischen Kunst erlöst der Mensch
Den in ihm selbst gebundenen Geist.



'' '' Zur freundlichen Erinnerung und für die
'' '' musikalische Probe dankend, 30. August 1921

'' '' Für Franz Langer
'' '' Thomastik-Quartett Wien


Erinnerung und Liebe
Sie stellen den Menschen
In das Erdeleben
Sie führen ihn
Wieder zum Geist zurück,
Wenn Erinnerung im Bilddenken
Und Liebe in Seelenhingabe
Sich dem Sinnessein entreißen.



'' '' Zum 28. Januar 1922
'' '' Rudolf Steiner Marie Steiner

'' '' Für Helene Röchling

300

Des Innern Wesen erkenne
In den Welten-Geistes-Gründen;
Und der Welten Innenkraft,
Es kann sie dir verkünden
Das Forschen in eigner Seelenmacht.
So such' im Äußeren das Innere
Und in dem Eigenen die Welt.



'' '' Zur Erinnerung an die Tage
'' '' des Februaranfanges 1922

'' '' Für Carl und Johanna v. Keyserlingk
'' '' ins Gästebuch


'' '' Für Edith Maryon zum 26. Dezember 1922
Als der Mensch erfand wie die Welt
In Atome endlos zerstiebt,
Verband sich sein Erkennen
Mit dem Tode der Natur;
Er soll nun streben in dem Geiste
Zu finden, was Zerstiebtes überwindet,
Und er wird sein Erkennen
Richten nach dem Werden der Welt.



'' '' Rudolf Steiner

301

Es traget im Keime
Der Mensch die Weltenzukunft
Wenn er seiner Taten Sinn
In Gedankenkraft wandelt
Und durch des Gedanken Auge
Die Geistessonnenkraft schaut.



Dornach, 28. Januar 1923
'' '' Segenswünsche für's neue Lebensjahr
'' '' Marie Steiner

'' '' Für Helene Röchling


Edith Maryon zum 9. Februar 1923:
Des Menschen Kräfte sind zweifach geartet;
Es geht ein Strom von Kräften nach Innen:
Er gibt Gestalt und innres Wurzelsein;
Es geht ein Strom von Kräften nach Außen:
Er gibt das Wohlsein und Lebenslichterhellung;
Drum denke sich als leichten Lichtmenschen
Wen die Bildekräfte des schweren Körpermenschen plagen.



'' '' Rudolf Steiner
'' '' Zum Geburtstag

302

Selbsterkenntnis
wurzelt in Welterkenntnis
Welterkenntnis sprießt aus
Selbsterkenntnis.



'' '' Rudolf Steiner

'' '' Für Ludwig v. Polzer-Hoditz
'' '' auf eine Photographie, April 1923


Es bedarf der Mensch der innern Treue,
Der Treue zu der Führung der geistigen Wesen.
Er kann auf dieser Treue auferbauen
Sein ewiges Sein und Wesen
Und das Sinnensein dadurch mit ewigem Licht
durchströmen und durchkraften.



'' '' Der lieben Familie Rietmann
'' '' 12. April 1923 Rudolf Steiner

'' '' In das Gästebuch

303

Suchest du die Welt
So erforsche das eigne Herz
Willst du die eigne Seele kennen,
So suche in der Welt nach allen Seiten.



'' '' 1. Mai 1923

'' '' Für Hermine Kuba, Prag


Im Leben gibt es Augenblicke,
In denen sich für Menschen Vieles
Zur wichtigen Entscheidung bringt;
Sind glückesvoll diese Augenblicke,
Dann wird der Lebenswert
Nur umso größer sein,
Wenn sie der Mensch nicht bloß genießen,
Sondern im stillen Denken
Zur wirksamen Selbsterkenntnis
Kraftvoll gestalten will.



'' '' 3. Juni 1923
'' '' Goetheanum Rudolf Steiner

'' '' Für Ilona Böge!

304
305

Willst du die Welt erkennen:
Blick ins eigne Innre;
Willst du dich selbst durchschauen: \Schau in die Welt.



'' '' Stuttgart, 16. Oktober
'' '' Rudolf Steiner

'' '' Handschriftenprobe für das
'' '' Preußische Staatsarchiv
'' '' 1923


Wir Menschen der Gegenwart
Brauchen das rechte Gehör
Für des Geistes Morgenruf,
Den Morgenruf des Michael.
Geist-Erkenntnis will
Der Seele erschließen
Dies wahre Morgenruf-Hören.



'' '' Der lieben Familie Rietmann
'' '' 21. Oktober 1923
'' '' Rudolf Steiner M. Steiner

306

Du soll' st es wagen
Kühn mit dem Adler
Nach Weltenrätseln zu fragen;
Doch auch nicht verzagen
Wenn in Erwartung der Antwort
Du Lammsgeduld musst ertragen.



'' '' 15. Dezember 1923 Rudolf Steiner
Auf einem Entwurf zu einem Schmuckstück
'' '' für Andreas v. Grunelius


Willst du die Welt erkennen
Such' in des eignen Herzens Tiefen;
Willst du das eigne Wesen schauen
Wandle durch der Welten Rätsel!



'' '' Januar 1924 Rudolf Steiner

'' '' Für eine Anthroposophin in Amerika
'' '' auf eine Photographie

307

Es deuten die Herzen das Karma
Wenn die Herzen lernen
Lesen das Wort
Das in Menschenleben
Gestaltet
Wenn die Herzen reden
Lernen das Wort
Das im Menschenwesen
Gestaltet.



'' '' An meine Mysa
'' '' 27. Februar 1924 Rudolf Steiner

'' '' Für Ita Wegman
'' '' auf eine Photographie

308

'' '' An Marie:
'' '' Geburtstagsspruch zum 14. März 1924

Wer in rechtem Sinne zählen kann
Seines Lebens hingeschwund'ne Jahre,
Dem verkündet sich der Geistesschritte
Gottes-Zahl, durch die er irdisch wandelt
Zu dem Lichtesziel, das Seelen vorgesetzt
In dem Daseinsbuche, in dem gezeichnet
Alles Menschenwerden seit den Ewigkeiten.



'' '' Rudolf St.

'' '' Für Marie Steiner

309

In Liebe zum Hause in Koberwitz
Zu guter Anthroposophen Edelsitz
Kamen wir von Neuem
Suchend die Herzen, die treuen
Zu pflegen den Tatengeist
Der in diesem Hause beste Wege weist.
Die Liebe, die wir fanden,
Wird bilden schönste Banden.



'' '' In allerherzlichstem Dank
'' '' Rudolf Steiner Marie Steiner

'' '' Zum Abschied nach der Pfingsttagtmg, 17. Juni 1924
'' '' für Carl und Johanna v. Keyserling, ins Gästebuch

310

'' '' King Arthur's Castle Hotel
'' '' Tintagel, Cornwall
Mein lieber Herr Steffen,

Von vielsagenden Burgestrümmern kommen wir,
Hier saßen einst die alten Dämonenbesieger
Verstärkend des Führers Kraft durch die Sternen-Zwölf.
Die Burgen sind in Trümmern,
Die Astralmoral ist verstummt;
Doch Geisteskraft wuchtet um den Berg,
Und Seelenbildemacht stürmt vom Meer. -
Zaubrisch wechselnd sind Licht- und Lüfteringen,
Die kräftig zu der Seele dringen
Auch heute nach dreitausend Jahren:
Und aus der Elemente Erinnerungsbildern
Senden wir Ihnen in treuer Gesinnung
Und Herzlichkeit liebevolle Grüße



'' '' Rudolf Steiner

'' '' 17. August 1924

311

Für Johanna Mücke
Zum 29. Oktober 1924
Sechzig Jahre - Weltenwanderung
Die Dich lieben, blicken
Auf Mühen und Sorgen zurück,
Die Dir reichlich beschieden waren. -
Doch sie schauen auch freude-bewegt
Wie Du aus der Weltenwanderung
Einen wahren, echten, tatgetragnen
Menschen zu bilden vermochtest.
Und ein reichlich Teil
Deiner Weltenwanderung
Gemeinsam mit unsrer
Zu verlaufen, war ihr Schicksal.
So nimm' denn hin
Des Herzens innig'sten Festesgruß;
Er ist aus der Liebe zu Dir,
Die in Jahrzehnten erhärtet,
Geformt, und dringt zu Dir
In Seelemwärme, die an
Schätzung Deines Wesens
Sich stets neu erbildet.



'' '' Zum Geburtstag

312

Guter Gedanken Licht
Erhelle Euch den Weg
Gedanken, die durch Michaels Kraft
Die Menschen in ihrem Wesen
Dem Göttlich-Geistigen erhalten
Das ihnen der Welten Tore erschlossen.



'' '' Für Wilhelm Lewerenz und Maria Brouwer
'' '' zur Trauung, 25. November 1924




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