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VIERTER VORTRAG, Dornach, 28. Juni 1924

VIERTER VORTRAG, Dornach, 28. Juni 1924

Betrachtung des Karma. Erziehung in der Embryonalzeit ist Erziehung der Mutter. Ursachen des epileptischen bzw. des epileptoiden Irreseins. Das sog. hysterische Irresein im Kindesalter: Hyperempfindlichkeit, Schmerz, starkes Innenleben, Angst, depressive Gefühle, Ausrinnen, Enuresis: seelisches Wundsein, Ausdünstung, Schwitzen. Seeienverfassung und Stimmung des Erziehers. Heilwirkung durch Schock, Tempowechsel in Arbeit; Therapie für Kinder, die nicht an sich selbst glauben. Für den Erzieher: bewußtes Erleben der Wesenheit jedes Kindes, nicht sich nach Vorschriften richten.

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61 Nun, meine lieben Freunde, wir wollen heute eine Art Abrundung versuchen der einleitenden Betrachtungen und werden dann von morgen ab zu der praktischen Betrachtung einzelner Fälle übergehen können. Es handelt sich darum, daß eine wirkliche Betrachtung des Wesens des sogenannten seelischen Krankseins auch notwendigerweise dazu führen uß, Anhaltspunkte zu gewinnen für die Behandlung. Daß die Behandlung bei Erwachsenen unseren Methoden heute noch Schwierigkeiten bieten muß, das hat seine Gründe in dem, was ich gestern ausgeführt habe: daß zu der Behandlung solcher Dinge gewisse Vorbedingungen da sein müssen, die, solange die Weltverhältnisse so stehen, wie sie jetzt stehen, überhaupt nicht innerhalb unserer Gesellschaft für seelisch Kranke verwirklicht werden können. Dagegen liegt bei Kindern die Sache so, daß die Erziehung in der Tat außerordentlich viel machen kann. Wie Sie aber eingesehen haben, meine lieben Freunde, handelt es sich bei seelischen Erkrankungen - natürlich bei andern auch, aber hier viel tiefer, in viel tieferem Sinne, in viel bestimmterem Sinne - um karmische Zusammenhänge, die in den Krankheiten zum Vorschein kommen.
So ist natürlich die Frage berechtigt aufgeworfen - nicht so sehr ausdrücklich, sie muß unbewußt aufgeworfen werden, wir müssen es fühlen, was da zugrunde liegt -: Wie weit kann eine Besserung herbeigeführt werden? - Jeder Grad von Besserung, den wir herbeiführen können, ist für den kranken Menschen ein Gewinn. Wir dürfen uns niemals trösten damit: das Karma ist so, und daher nehmen die Dinge so diesen Verlauf. Das sagen wir bei äußeren Schicksalsereignissen und können es auch tun; können es aber niemals tun bei demjenigen, was die freiströmende Gedanken-, Gefühls-, Tatenrichtung ist im Menschen selbst. Denn da kann das Karma verschiedene Wege gehen. Und es kann ein Abbiegen des Karmas stattfinden, so daß nicht etwa die Dinge nicht erfüllt werden, die zu erfüllen sind, aber sie können auf verschiedene Weise erfüllt werden. Ich habe oftmals, wenn davon gesprochen
62 worden ist, vorgeburtliche Erziehung soll geübt werden, womit man meint, Erziehung in der Embryonalzeit, ich habe oftmals gesagt: Solange das Kind nicht atmet, handelt es sich um Erziehung und das Verhalten der Mutter. Und im übrigen soll man nicht in das Werk der Götter eingreifen. Da handelt es sich ganz um das, was sich abspielt bei der Mutter selbst.
Nun aber, eine sachgemäße Betrachtung kann so angestellt werden, wie wir sie für das epileptische Irresein gestern begonnen haben, wobei berücksichtigt wird physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich-Organisation. Nun, was haben wir herausbekommen für all die Formen des kindlichen Irreseins, die epileptisch oder epileptoid sind? Wir haben gefunden, daß es sich handelt um ein Stauen des astralischen Leibes und der Ich-Organisation in irgendeinem Organ. Die Oberfläche eines Organs läßt nicht heraus den Astralleib und die Ich-Organisation, die stauen sich. Die stauen sich innerhalb des Organs. Es entsteht eine verdichtete astralische und Ich-Atmosphäre innerhalb des Organs. Das gibt die Veranlassung zu den Krämpfen. Denn jedesmal, wenn ein Krampf vorhanden ist, ist folgendes vorhanden: Das Wesen des Krampfes besteht darinnen, daß wenn hier ein Organ ist (siehe Tafel 6, links), mit seinem Ätherleib darin, so besteht ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen diesem physischen Leib und Ätherleib für jedes Organ, zum astralischen Leib und zum Ich.
Nicht wahr, Sie alle kennen ja das - man kann nur, wenn man solche Voraussetzungen acht, darüber sprechen -, was die bestimmten äußeren Verhältnisse sind, in denen sich in der unorganischen äußeren Natur die Stoffe miteinander verbinden. Wie es die Chemie tut, ist es zwar nicht richtig, aber bestimmte Verhältnisse bestehen - ich sage nicht Atom- oder Gewichtsverhältnisse, weil das schon in die Theorie greift -, aber die Tatsache besteht, daß in einem bestimmten Verhältnis Wasserstoff und Sauerstoff sich verbinden. Wenn wir die Schwefelsäure haben,

Tafel 6

H2SO4, so haben wir darinnen Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff in einem bestimmten Verhältnis, in dem sie zueinander gehören. Wenn dieses ein anderes wird, so kann unter Umständen der Stoff, der da entsteht, ein ganz anderer sein. Wenn wir ein anderes Verhältnis haben als in der Schwefelsäure zwischen Wasserstoff, Schwefel

63 und Sauerstoff, so bekommen wir da die schweflige Säure, H2SO3, obwohl dieselben Stoffe darinnen enthalten sind.
So besteht ein ganz bestimmtes Verhältnis im sogenannten normalen Menschen; ich sage sogenannt, weil der Ausdruck «bei dem normalen Menschen» absolut philiströs ist, da glaubt man, es ist eine Grenze da. Nun, innerhalb bestimmter Grenzen ist das Verhältnis variabel. Aber wenn es über eine bestimmte Variabilität hinauskommt, und die kann wiederum individuell sein für einzelne Menschen, wenn es über eine bestimmte Grenze hinauskommt, so ist Abnormität, Krankhaftigkeit vorhanden. - Es ist also so, daß in einem Organ astralischer Leib und Ich-Organisation darinnen sitzen, so daß sie es in einem bestimmten Verhältnis nicht ausfüllen können und nicht über das Organ so hinausragen können, wie wir es gestern als notwendig erkannt haben, über den physischen Leib. Staut sich nun der Astralleib und das Ich in einem bestimmten Organ, dann ist der überschüssige Astralleib und die überschüssige Ich-Organisation in diesem Organ drinnen, dann ist nicht die gehörige Menge darinnen, sondern es ist eine gestaute Menge, eine überschüssige Menge darinnen, und das Organ wird dadurch so, daß es die Astralität spüren muß, empfinden muß. Wenn die richtige Menge der Astralität darinnen ist, so empfindet das Organ die Astralität nicht. Denn jede nicht ins Organ gehörige Tätigkeit des Astralleibes und der Ich-Organisation muß das Organ empfinden. Geht irgend etwas nicht ins Bewußtsein über, staut es sich, so daß eine zu große Menge von Astralität und Ich-Organisation da ist, die nicht ins Bewußtsein übergeht, dann entsteht der Krampf. Und damit haben Sie schon die Begleiterscheinung gegeben, die Bewußtseinsstörung. Die Bewußtseinsstörung muß dann immer eintreten, wenn es sich um ein Organ handelt, das überhaupt mit Bewußtsein zu tun hat. Handelt es sich um ein Organ, das nicht direkt etwas mit dem Bewußtsein zu tun hat - es gibt auch solche Organe, welche nicht direkt, sondern invers mit dem Bewußtsein etwas zu tun haben, welche Hemmungsorgane sind -, dann entsteht nicht Bewußtlosigkeit, sondern Schmerz. Schmerz ist erhöhtes, nicht abgeschwächtes Bewußtsein. Der Krampfzustand als solcher ist ja nicht schmerzhaft, das ist einfach eine Tatsache; das, was als Schmerz eintreten kann, ist dann das, was eintritt, wenn in einem Hemmungsorgan,
64 nicht in einem bewußtseinsfördernden Organ, sondern in einem bewußtseineinhaltenden Organ die Stauung stattfindet. Da tritt erhöhtes Bewußtsein, Schmerz ein. Das ist das Wesen des Schmerzes.
Nun, damit haben wir alle diejenigen Formen des Irreseins erfaßt,auch im kindlichen Organismus, die ins Epileptische oder Epileptoide ausmünden, die wir genau besprechen werden, aber am besten an individuellen Fällen.
Nun werden Sie aber leicht einsehen, die Sache kann ja auch anders sein. Sie kann so sein, daß nun nicht ein Organ auftritt so, daß seine Oberfläche in sich die Ich-Organisation und den Astralleib zurückhält, sondern daß die Oberfläche zu viel durchläßt, daß gewissermaßen das Organ nicht genügend für seinen eigenen Verbrauch in sich selber zurückhält, so daß hier also nicht die Astralität, wozu auch die IchOrganisation gehört, sich staut, sondern daß sie gewissermaßen über das Organ leicht hinausfließt (siehe Tafel 6).

Tafel 6

Man könnte sagen, die Oberfläche wird für die Astralität und die Ich-Organisation zu durchlässig, das Organ rinnt aus in bezug auf seine Astralität und IchOrganisation. Wir sehen dann mit dem imaginativen Bewußtsein das Organ ausstrahlen, es rinnt aus. Solch ein ausrinnendes Organ ist immer verbunden mit dem physischen Korrelat der Sekretion, die natürlich bei gewissen Organen nicht stark auftritt, die aber durchaus auch bemerkbar auftreten kann. Wir werden davon zu sprechen haben. Sehen Sie, da haben wir es dann, wenn es das kindliche Alter betrifft, zu tun mit einer Erscheinung, die nur dadurch geheilt werden kann, daß man den Astralleib und die Ich-Organisation befestigt, sozusagen zurückbringt ins Organ. ´
Nun, zu welchen Formen, zu welchen äußerlich wahrnehmbaren Symptomkomplexen führt dann eine solche innere Beschaffenheit? Da kommen wir auf ein Kapitel, wo für das kindliche Alter etwas anderes auftritt als für den Erwachsenen. Da kommen wir zu Formen des Irreseins, die für die Zeit der menschlichen Entwickelung von der Geburt bis zur Geschlechtsreife besondere Formen annehmen müssen, wir kommen da zu Formen des hysterischen Irreseins. In diesen Formen des hysterischen Irreseins leben heute alle Unklarheiten der äußeren Wissenschaft. Es leben darinnen alle unsachlichen Wortprägereien.

65 Das beginnt schon bei der allerersten Anschauung, die man über diese Sache hat; denn man wird natürlich in irgendeiner Weise nach den heutigen Anschauungen dieses hysterische Irresein mehr oder weniger in Zusammenhang zu bringen haben mit dem Geschlechtsleben. Man bringt es sogar in Formen, die man darunter notifiziert, mehr als mit dem Geschlechtsleben des Mannes mit dem Geschlechtsleben der Frau in Zusammenhang. Nicht die Wortbezeichnung ist es, worauf es ankommt. Welche Fälle man heute darunter notifiziert, ob sie die Bezeichnung hysterisches Irresein, so wie man das meint, verdienen, oder ob man einen viel größeren Komplex erfassen muß, darauf kommt es an.
Nun liegt die Sache so, daß einfach das Kind bis zur Geschlechtsreife diese Form des Irreseins eigentlich gar nicht haben kann, die man ihm zuschreibt, wenn man an das Geschlecht bei der Hysterie denkt, sondern daß das Kind überhaupt in seinen ersten Lebensepochen etwas haben kann, was ich beschrieben habe als das Hinausragen des astralischen Leibes und der Ich-Organisation über ein Organ. Nur das kann es haben. Wir müssen von allen Beschreibungen, die da bestehen für das Erfassen des hysterischen Irreseins, absehen, denn alle diese Beschreibungen haben das schon an sich, daß man an gewisse Oberbegriffe dabei denkt; wenn man aber dabei an einen gewissen Oberbegriff denkt, so wird die Beschreibung falsch. Und so sind heute zahlreiche Beschreibungen auf dem Gebiet der Psychiatrie einfach falsch. Man kann so etwas nicht machen, wie man es heute eben macht.
Sehen wir uns einmal an, was da in Wirklichkeit vorliegt. Das Kind erfaßt die Außenwelt, wie ich es gestern gesagt habe, schwer. Es erfaßt schwer den Gleichgewichtszustand mit der Flüssigkeit, den Gleichgewichtszustand mit der Luft, die Differenzierungen in der Wärme, die Differenzierungen im Lichte, die Differenzierungen im Chemismus, die Differenzierung im allgemeinen Weltenleben, diese erfaßt es, statt, wie es bei dem epileptischen Irresein der Fall ist, zu schwach, zu stark; es steckt überall in die Umgebung, in die Schwere, in die Wärme steckt es seinen Astralleib und das Ich hinein, es erfaßt ein jegliches in so intensiver Weise, wie es eigentlich beim sogenannten Normalen nicht möglich ist. Was entsteht denn da?
66 Nun, Sie brauchen sich nur vorzustellen, Sie haben irgendwo die Haut geritzt und Sie greifen ein Ding an mit einer wunden Fläche, mit einer Fläche, wo Sie die Haut abgeschürft haben, wo Sie empfindlich sind. Sie sind deshalb empfindlich, weil Sie da mit Ihrem innerlich astralischen Leibe zu stark an die Außenwelt kommen. Man darf mit seinem astralischen Leib und der Ich-Organisation nur in einem gewissen Maße an die Außenwelt herankommen. Das Kind, das nun von vorneherein seinen astralischen Leib hinausbringt, ergreift in feiner Art alle Dinge gerade so, wie wenn es verwundet wäre. Dadurch entsteht ganz selbstverständlich das Erlebnis einer Hyperempfindlichkeit, einer hyperempfindlichen Hingabe an die ganze Umgebung. Es empfindet dann ein solches Menschenwesen viel stärker, viel intensiver die Umgebung, spiegelt sie auch viel stärker in sich. Es entstehen daher auch Vorstellungen, die in sich weh tun. In dem Augenblicke, wo man den Willen entfaltet demgegenüber, greift man hinein in etwas, demgegenüber man überempfindlich ist. Es entsteht in den bewußten Partien eine eigentümliche Tatsache, wenn man den Willen entfaltet: es entsteht ein zu großes Bewußtsein an der Willensentfaltung, es entsteht ein Schmerz bei der Willensentfaltung; im Entstehungsstadium ist dieser Schmerz da, im Status nascendi. Man will ihn zurückhalten. Das geschieht intensiv. Man zappelt im Tun, weil man den Schmerz zurückhalten will.
Sie sehen, man bekommt da Beschreibungen, die in ganz bestimmtem Sinne ins Leben münden. Sie bekommen da Beschreibungen heraus, wo das Kind etwas tun will, und die Sache ist so: es spürt einen Schmerz und kann es nicht tun, hat aber statt dessen, daß das Seelenleben ins Tun ausfließt, ein furchtbar starkes Innenerleben, vor dem es zurückschaudert. Es schaudert vor sich selbst zurück. Oder auch, wenn es sich nicht um ein Tun handelt, sondern um ein maskiertes Tun, das im Vorstellungsleben liegt - da lebt nämlich der Wille mit -, wenn es sich um ein Tun im Vorstellungsleben handelt, wenn Vorstellungen sich entwickeln sollen, so kann es sein, daß die Vorstellungen im Moment, wo sie entstehen sollen, bei gewissen Formen des Krankseins Angst hervorrufen und nicht entstehen können. Jede solche Vorstellung, die im Moment, wo sie ins Bewußtsein kommen soll, im Moment
67 des Entstehens Angst hervorruft, jede solche Vorstellung bewirkt zu gleicher Zeit, daß das Gefühlsleben unter ihr sich entfaltet. Die Gefühle schäumen auf, der depressive Zustand beginnt dann immer. Die Gefühle, die von Vorstellungen nicht erfaßt werden, sind depressiv; nur die Gefühle sind nicht depressive Gefühle, die sogleich vom Vorstellungsleben erfaßt werden, wenn sie entstehen.
Das, was man aus der Sache heraus beschreibt, kann man sehen, und das ist schon im Grunde ein Symptomenkomplex. Lernt man also erkennen das Wesen einer solchen Abnormität, dann kann man es in der Anschauung unmittelbar sehen. Das ist es, um was es sich handeln uß, wenn Geisteswissenschaft mit ihrer Anschauung in diese praktischen Gebiete des Lebens eingreift. Da müssen für die, die da eingreifen sollen, die Beschreibungen nun ganz aus dem Abstrakten herausgehen, ganz ins Lebendige hineingehen, so daß die Beschreibung dort mündet, wo dann derjenige, der die Beschreibung hat, es am Kranken sieht. Und hier sehen Sie förmlich das, was da geschieht: das Ausrinnen irgendeines Organes oder irgendeines Organkomplexes an Astralitat oder Ich-Organisation.
Eine ganz grobe Erscheinung beim Kinde, die äußerlich gewissermaßen den Symptomenkomplex vergröbert ausdrücken wird, wird das Bettnässen sein. Es ist ganz selbstverständlich. Damit aber rücken Sie das Bettnässen des Kindes erst in seine richtige Perspektive. Es hat seinen Ursprung in dieser Tatsache. Sie können also überall, wo es sich um das Bettnässen handelt, voraussetzen: Da rinnt der astralische Leib heraus. Denn alle Art von Aus- und Abscheidungen hat es zu tun mit der Tätigkeit des astralischen Leibes und der Ich-Organisation. Die müssen in Ordnung sein, wenn die Aus- und Abscheidungen in Ordnung sein sollen.
Nun können wir wiederum sagen, daß also die Ich-Organisation und der astralische Leib durch den physischen Leib im Zusammenhang stehen mit den gewöhnlichen sogenannten vier Elementen, daß im Ätherleib die Ich-Organisation und der astralische Leib mehr im Zusammenhang stehen mit den oberen Elementen, mit einem Teil der Wärme, mit dem Lichte, mit dem Chemismus und mit dem allgemeinen Weltenleben. Wenn man also Ausdrücke, die ganz bezeichnend sein
68 können, ausdehnt auf das Geistige, wie es durchaus auch früher im instinktiven Hellsehen geschehen ist, wo man noch nicht so stark das Physische von dem Geistigen unterschieden hat, so kann man sagen: Es gibt ein seelisches Wundsein des Kindes. Und dieses seelische Wundsein des Kindes, das umgreift als Oberbegriff all das, was da auftritt. Und es wird, wenn dieses seelische Wundsein eben durch Heilpädagogik nicht gebessert werden kann, dann bei der Geschlechtsreife die weibliche oder die männliche Form dieses Wundseins auftreten. Die weibliche Form wird dann den Charakter des Hysterischen haben, wie man es bezeichnet hat, solange man eine Anschauung gehabt hat; die männliche Form hat eine andere Gestaltung, die wir auch besprechen können, aber die in anderer Art auftritt.
So werden Sie also überall dazu geführt, überall wo ein solches dem epileptischen oder epileptoiden Irresein Entgegengesetztes vorliegt, darauf zu achten, wie die Ausscheidungen beschaffen sind. Sie werden darauf geführt, insbesondere die Schwitzverhältnisse des Kindes ordentlich ins Auge zu fassen. Sie werden namentlich sorgfältig achtgeben müssen darauf, ob, wenn Sie dem Kinde etwas beibringen wollen, also Vorstellungen hervorrufen wollen, die innere Wundheit gegenüber einer Vorstellung sich auslebt in Schwitzzuständen. Dabei besteht eine gewisse Schwierigkeit. Sie werden unter den gewöhnlichen Verhältnissen glauben, daß, wenn man nun irgend etwas hervorgerufen hat von einem solchen inneren Zustand, dann nachträglich gleich die Schwitzverhältnisse beobachtet werden können. Das kann in gewissen Verhältnissen der Fall sein, braucht aber nicht der Fall zu sein. Denn da tritt das Eigentümliche ein, daß das, was da an innerer Angst oder innerer Zurückhaltung, an Empfindung des inneren Wundseins da ist, nicht so wirkt wie eine äußere Wundempfindung, sondern daß dasjenige, was da entsteht, erst im Menschen verdaut wird und manchmal noch die sonderbarsten Wege im Inneren des Menschen durchmacht und nicht in der allernächsten Zeit, sondern kurioserweise erst nach einiger Zeit, im Laufe der nächsten drei oder dreieinhalb Tage, zum Vorschein kommt. Man hat es bei alledem, was bei der Vergrößerung des Astralleibes und der Ich-Organisation eintritt, mit demjenigen zu tun, was bei der normal eintretenden Vergrößerung des Astralleibes
69 und der Ich-Organisation im Tode eintritt. Wenn es sich um eine Stauung gehandelt hat, da tritt das Entgegengesetzte vom Sterben ein. Im Epileptischen liegt der Versuch vor, das Leben im Organismus zusammenzustauen, nachzuahmen in einem abnormen Verhältnis das Hineinkriechen in den physischen Organismus beim Heruntersteigen. Bei den Zuständen, von denen wir jetzt sprechen, hat man es mit dem Nachahmen dessen zu tun, was im Sterben geschieht: Der Astralleib und das Ich dehnen sich aus mit dem Zerfließen des Lebens nach dem Tode. Mit dem hat man es zu tun.
Hat man dieses Gefühl, so eignet man sich nach und nach das an, was wichtig ist bei der Beobachtung solcher Fälle: Man bekommt ein Geruchsorgan für dasjenige, was im Kinde vorhanden ist, man riecht dieses Ausfließen. Man riecht es nämlich in Wirklichkeit. Und das ist schon zu dem esoterischen Teil dieser Dinge gehörig, daß man sich eine Geruchsempfindung dafür aneignet, daß das Aurische anders sich anriecht von solchen Kindern als von normalen Kindern. Und tatsächlich: etwas leise Leichenartiges haben solche Kinder in ihren aurischen Ausschwitzungen. Dadurch aber sehen Sie, daß das so ist, es treten auch die Begleiterscheinungen dieses Sterbens auf, nämlich dieses Schwitzen aus dem einen oder andern Grund. Die können auftreten im Laufe der nächsten drei Tage, annähernd in dem Zeitraum, in dem diese Rückschau nach dem Tode auch auftritt, wenn die Vergrößerung stattfindet von astralischem Leib und Ich-Organisation.
Sie müssen sich also aus einer solchen Erkenntnis heraus angewöhnen, festzuhalten an irgend etwas, was Sie in dem Vorstellungs- oder Willenszusammenhang eines solchen Kindes bemerkt haben, und müssen dann das Kind durch die nächsten drei bis vier Tage verfolgen. Dann bekommen Sie heraus, ob nun wirklich die Form vorliegt des abnormen Seelenlebens, von der ich eben gesprochen habe. Dann entsteht für Sie schon mit ganz entsprechenden Vorbedingungen die Frage: Wie behandele ich ein solches Kind?
Ein solches Kind tritt mir so entgegen, daß ich in jeder Handlung, die es tut, schon seine Seele offen daliegen habe. Seine Seele fließt mit hinein in alles dasjenige, was das Kind um mich herum tut. Sie begreifen, daß in einem solchen Falle, wenn gewissermaßen die Seele des
70 Kindes an einen heranflutet, die Erziehung ganz besonders von dem abhängt, was nun der Erzieher seinerseits in seiner Seelenverfassung, in seiner ganzen Stimmung dem Kinde entgegenbringen kann, indem er selber irgend etwas in seiner Umgebung handhabt, indem er selber etwas tut. Nehmen wir nun an, Sie seien ein zappliger Erzieher, so ein Mensch, der fortwährend so handelt, daß er mit dem, was er tut, den andern Menschen einen Schock verursacht. Diese Charaktereigentümlichkeit, die eine menschliche Temperamentseigentümlichkeit ist, ist im Leben viel verbreiteter, als man denkt. Sie ist häufig in der Lehrerschaft ganz außerordentlich verbreitet. Wenn man einen trivialen Ausdruck gebrauchen dürfte: Sind nicht die meisten Lehrer heute häsebäsig? Dieses zapplige Wesen, das sich im Tun fortwährend überschlägt! Das muß so sein, weil die Seminarbildung so ist, wie sie ist. Die Seminarbildung ist heute so, daß sie tatsächlich hypertrophiert dasjenige, was in den Menschen hineingebracht werden soll. Vor allen Dingen dürften die Seminaristen - und da ich heute nur die Aufgabe habe, über die Lehrerseminaristen zu sprechen, kommen die andern nicht in Betracht -, vor allem dürften die Lehrerseminaristen niemals einem Examen unterzogen werden. Denn das Examen ist schon dasjenige, was einen in Stimmungen hineinbringt, die in diese Zappligkeit hineinführen.
Nun sehen Sie gleich, in welche sonderbare Lage man hineinkommt, wenn man aus der Sache heraus die Dinge entwickeln muß. Es handelt sich um die Einrichtung des Lauensteinschen Institutes für minderwertige Kinder. Aus der Polizeigesetzgebung heraus muß denjenigen, die das Institut übernehmen, geraten werden, daß sie ihr Examen machen. Wenigstens einer muß es machen. Aber das ist ganz unsachlich, weil es selbstverständlich ein weiteres Mittel zum Zappligwerden ist. Das ist etwas, was in ganz trockenem Sinne einfach eingesehen werden muß, sonst geht man mit verbundenen Augen durch die Welt. Es bleibt also nichts anderes übrig, als nach dem Examen sich die Zappligkeit wieder abzugewöhnen. Das tun die meisten nicht.
Also alles muß vermieden werden in der Umgebung des Kindes, was leise Schockwirkungen hervorruft, wenn sie aus dem Unbewußten, aus dem Temperament des Lehrers kommen. Warum? Weil der Lehrer es
71 ganz in der Hand haben muß, ganz aus seinem Bewußtsein heraus, mit Willkürlichkeit, solche Schockwirkungen auszuführen. Denn sie sind manchmal für solche Zustände die allerbesten Heilmittel. Aber sie wirken nur, wenn man sie nicht gewohnheitsmäßig tut; sie wirken nur dann, wenn man sie in vollem Bewußtsein, durch und durch beobachtend, vor dem Kinde vollbringt.
Sie müssen also, wenn Sie einen solchen Symptomenkomplex beim Kinde bemerken, das Kind nehmen, und - nun bringen Sie ihm bei, irgend etwas zu schreiben, zu lesen oder zu malen -, aber jetzt, was tun? Sie versuchen, das Kind so weit kommen zu lassen, als es eben seiner besonderen Menschenbeschaffenheit nach kommen kann. An einem bestimmten Punkte versuchen Sie, das ganze Tempo der Arbeit in ein schnelleres übergehen zu lassen. Dadurch wird das Kind genötigt, nicht das Wundsein zurücktreten zu lassen, wohl aber die Ängstlichkeit gegenüber dem Wundsein, weil Sie ja yor dem Kinde sind und das Kind dadurch in die Ängstlichkeit hineinsteigen muß. Dadurch aber, daß es in diesem Moment in die Ängstlichkeit hineinsteigen muß, daß das Kind jetzt in einen künstlich hervorgerufenen Eindruck hineingeht, der von dem vorhergehenden Eindruck abweicht, dadurch, daß es in einen solchen Eindruck hineingeht, stärkt es dasjenige, was ausfließen will in seinem Innern, konsolidiert es. Und wenn Sie solches systematisch mit einem Kinde immer und immer wieder durchführen, dann tritt die Konsolidierung des Ich und des Astralleibes ein. Nur müssen Sie nicht ermüden, müssen es immer und immer wieder machen, den ganzen Unterricht so vorbereiten, daß er methodisch so verfließt, daß er an gewissen Stellen einfach sich umbiegt. Dazu müssen Sie den Unterricht selber in der Hand haben. Wenn Sie alle dreiviertel Stunde einen andern Gegenstand haben, dann können Sie nach dieser Richtung nichts beabsichtigen. Sie können aufbauen einen Unterricht für abnorme Kinder, wenn Sie auf Grundlage desjenigen, was wir in der Waldorf schule eingeführt haben, auf der Grundlage des Epochenunterrichtes arbeiten, wo also in den hauptsächlichsten Unterrichtsstunden ein einziger Gegenstand durch Wochen hindurch fortgeführt wird, wo man also durch Wochen hindurch die Möglichkeit hat, zwischen acht und zehn Uhr gar keinen Stundenplan zu haben; man kann
72 machen, was man will, was man eben methodisch als das Richtige einsieht.
Aus einer solchen pädagogischen Grundlage können Sie nun auch herausarbeiten dasjenige, was Sie dann für die abnormen Kinder tun müssen. Da können Sie hineinbringen jene Methode, die fortwährend die Umwandlung des Unterrichtes, die Änderungen im Tempo des Unterrichtes bewirkt. Und mit solchen Dingen werden Sie ungeheuer stark auf die Drüsensekretion und damit auf die Konsolidierung des astralischen Leibes beim Kinde wirken. Sie müssen dabei nur eine gewisse Resignation haben; denn die Welt wird nicht bemerken, wo Heilung eingetreten ist, wenn die Kinder so behandelt worden sind, daß die Kinder gesund geworden sind. Die Welt wird nur bemerken, daß im einzelnen Fall keine Heilung eingetreten ist, weil man immer im Leben das Normalwerden als etwas Selbstverständliches ansieht. Es ist aber das Normalwerden gar nicht etwas so Selbstverständliches. Das ist das eine.
Sie sehen also: hat es sich beim epileptischen und epileptoiden Irresein darum gehandelt, mehr manuelle und moralische Maßnahmen zu ergreifen, wie ich gestern ausgeführt habe, so handelt es sich bei diesem Irresein, das ich heute behandelt habe, vorzugsweise darum, didaktische Methoden auszubilden, welche die Sache bekämpfen können. Diese Schockwirkungen hervorrufen, ist das eine. Das andere ist: sorgfältig beobachten, wie die Zustände zwischen Depression und einer Art Maniewirkungen, Heiterkeits-Lustanwandlungen, abwechseln.
Denn wodurch entsteht nun bei diesen Formen des Krankseins der Wechsel von Depressionszuständen und manischen Zuständen? Er findet ja fortwährend statt deshalb, weil das Kind innerlich wund ist und die Sehnsucht hat, den Willen überhaupt nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Kommt der Wille im Vorstellungsleben nicht zur Entfaltung, dann entstehen die depressiven Zustände. Wiederum, wenn das lange geschehen ist und das Kind nicht mehr zurückhalten kann, sondern sich einmal entladen muß, dann entsteht, weil zurückgedämpft wird das innere Wundsein, weil das Kind im Herausfließen im Astralischen ganz ausfließen kann, ein erhöhtes Wohlgefühl, und es wechseln dann Zustände von Traurigsein und Heitersein, die man gerade bei einem
73 solchen Kinde, das die andern Symptome: Schwitzen, Bettnässen, äußerlich zeigt, sorgfältig beobachten muß.
Denn man muß nun gerade die Didaktik in diese Wechselzustände hineintreiben. Nehmen wir an, wir haben einen depressiven Zustand des Kindes. Wir werden einem solchen depressiven Zustand in dem Augenblick beikommen, wo das Kind das Gefühl bekommt: wir sind recht stark mit seinem Inneren verbunden, wir verstehen es. Aber das Kind hat gerade, weil es sich da handelt um eine Art Hypertrophie des Vorstellungs- und Willenslebens, das Bedürfnis, da nicht zu erleben eine Teilnahme bloß an der Traurigkeit. Wenn wir mit dem Kinde bloß verstimmt und traurig werden, hat das Kind nichts davon. Sondern es wird nur etwas davon haben, wenn wir dem Zustande, den wir miterleben können, gewachsen sind, und das Kind wirksam trösten können, wenn das Kind einen wirksamen Trost erhält.
Da wird der Erzieher, der verständnisvoll auf diese Dinge eingehen kann, sich Typisches aneignen. Er wird zum Beispiel wissen, daß eine ständige Vorstellung bei solchen Kindern die ist, daß sie meinen, sie sollten etwas tun, können es aber nicht. Es ist eine komplizierte Vorstellung, aber man muß sie studieren können: Sie sollen etwas tun und können es nicht, sie müssen es doch tun, dann wird es anders, als sie es haben tun wollen. Prüfen Sie nur bei solchen Kindern, von denen ich gesprochen habe, das Seelenleben und gehen Sie geradezu darauf aus, abzufangen im Seelenleben dasjenige, was man so bezeichnen kann:

Tafel 6

Ich will etwas tun: ich kann es eigentlich nicht; ich muß es aber doch tun - deshalb wird es anders, als es sein soll.

In diesem Vorstellungskomplex lebt nämlich die ganze Krankheit des Kindes. Das Kind spürt, fühlt die eigentümliche Konstitution, die in dem Ausfließen des Astralleibes und der Ich-Organisation besteht. Das selber wirkt schon so, wie ein Hinauswirken in die Welt des Astralleibes. Ich will etwas tun - aber das Kind weiß, es kommt sogleich an die äußere Welt, an die Agenzien heran. Da ist die Wundheit, es schmerzt; und es muß spüren: Ich kann es eigentlich nicht. - Aber nun weiß das Kind: Es muß ja doch geschehen. Ich muß hinausgreifen mit

74 meinem Astralleib in die Agenzien der Welt. Da bewältige ich das nicht, was ich in die Hand nehme; da bin ich so ungeschickt mit meinem ausfließenden astralischen Leib; es wird anders, weil ich nicht ganz dabei sein kann. Der Leib fließt zu stark aus.
Gerade an solchen Kindern bemerkt man in der wunderbarsten Weise, was das Unterbewußtsein, das in das Empfindungsleben hinaufragt, was es eigentlich tut. Es ist ja so furchtbar gescheit. Es prägt in die deutlichsten Begriffe dasjenige, was in der inneren Konstitution und im Verhältnis zwischen Menschen und der Umgebung vorgeht. Das löst sich im Unterbewußtsein los, nur kommt es nicht in sein Bewußtsein herauf. So also kann man sagen: Man muß losgehen darauf, diese inneren unbewußten Vorstellungskomplexe beim Kinde zu entdecken. - Und jetzt: Er tritt auf. Man merkt ihn. Er ist fast jedesmal da, wenn das Kind etwas beginnen soll im äußeren Tun oder durch Denken. Er ist fast immer da. Greifen Sie in diesem Moment so ein, daß Sie sanft und mild mittun in dem, was das Kind tun soll, daß Sie gewissermaßen jede Handbewegung in der eigenen Handbewegung fühlen, dann hat das Kind das Gefühl, der zweite Teil wird korrigiert durch das, was Sie tun. Aber natürlich hat das Kind nichts davon, wenn Sie wirklich alles machen, was das Kind machen soll. Sie müssen nur fiktiv eingreifen. Sie lassen das Kind malen, malen aber nicht selbst, fahren aber mit dem Pinsel nebenher, nahe in der Nachbarschaft weiter, indem Sie jede Bewegung begleiten. Sie lassen das Kind so vorstellen, daß Sie das Kind, indem es seine Vorstellungen bildet, sanft leiten, indem Sie möglichst wohlwollend und deutlich dasjenige, was das Kind machen soll, mitmachen, es seelisch in der Nachbarschaft streichelnd begleiten. Bis in solche Intimitäten hinein können wir durch wirkliche Beobachtung der Sachlage finden, was wir zu tun haben.
Nun müssen wir wissen, daß es bei dem, was Geisteswissenschaft geben kann, sich immer nur handeln kann um den Appell an den Menschen. Man strebt immer nach Vorschriften: Das sollst du so machen und das andere so. — Derjenige, der Erzieher werden will für abnorme Kinder, der ist nie fertig, für den ist jedes Kind wieder ein neues Problem, ein neues Rätsel. Aber er kommt nur darauf, wenn er nun geführt wird durch die Wesenheit im Kinde, wie er es im einzelnen
75 Fall machen muß. Es ist eine unbequeme Arbeit, aber sie ist die einzig reale.
Daher handelt es sich im Sinne dieser Geisteswissenschaft so stark darum, daß wir gerade als Erzieher im allereminentesten Sinne Selbsterziehung pflegen.
Wir werden die beste Selbsterziehung üben, wenn wir mit Interesse die Krankheitssymptome verfolgen. Wenn wir das Gefühl haben: so ein Krankheitssymptom ist eigentlich etwas Wunderbares. Man darf es aber nicht hinausposaunen: Die Irrsinnigen sind die eigentlich göttlichen Menschen. - Man darf es nicht tun in unserer Zeit. Aber man muß sich klar sein: Wenn ein abnormes Symptom auftritt, so ist etwas da, das, geistig angesehen, näher dem Geistigen steht als dasjenige, was der Mensch in seinem gesunden Organismus tut. Dies Näher-demGeistigen-Stehen kann nur nicht in der entsprechenden Weise im gesunden Organismus sich betätigen. Hat man einmal das, dann wird man auf solche Intimitäten hingewiesen werden.
Sie sehen: es ist einmal so, daß auf jedem Gebiete die Diagnostik und Pathologie zu einer wirklichen Therapie führt, wenn die Diagnostik auf das Wesen der Sache eingehen kann.




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