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Zu dieser Ausgabe

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216 Den hier vorliegenden Studienkurs hielt Rudolf Steiner in Dornach auf Wunsch von Studenten der Nationalökonomie im Sommer 1922, wenige Wochen nach dem Kongreß in Wien zum Thema «Westliche und östliche Weltgegensätzlichkeiten» (in der Gesamtausgabe mit gleichnamigem Titel erschienen, GA 83).
Im Anschluß an einige der Vorträge fanden ausführliche Gespräche mit den Kursteilnehmern statt, in deren Verlauf die in den Vorträgen behandelten Problemstellungen erweitert und vertieft wurden. Diese Besprechungen sind als Band II der Reihe «Aufgaben einer neuen Wirtschaftswissenschaft» innerhalb der Gesamtausgabe unter dem Titel «Nationalökonomisches Seminar» (GA 341) erschienen.
Rudolf Steiner hatte seine Ausführungen damals nur für einen kleinen Kreis bereits mit der Anthroposophie vertrauter Studenten bestimmt, denen er lediglich einige Anregungen für ihre weiteren Studien geben wollte. Seine Absicht, zu einem späteren Zeitpunkt eine umfassendere Darstellung über Nationalökonomie für Praktiker des Wirtschaftslebens zu geben, konnte er nicht mehr verwirklichen.

Textunterlagen: Der Kurs wurde mitstenographiert von Georg Klenk, München. Dem gedruckten Text liegt seine Klarschriftübertragung zugrunde. Diese enthält jedoch einige Ungenauigkeiten, die in den verschiedenen Auflagen auf verschiedene Art zu korrigieren versucht wurden. Die vorliegende Ausgabe richtet sich, abgesehen von einigen wenigen Korrekturen, nach der Herausgabe für die 4. Auflage durch Walter Birkigt und Emil Leinhas, die beide an diesem Kurs im Jahre 1922 teilgenommen hatten. Dies gilt im wesentlichen auch für die Hinweise.
Die Inhaltsangaben, das Sachwortverzeichnis und das Personenregister wurden aus der von Folkert Wilken und Wolfram Groddeck besorgten 2. Auflage des «Nationalökonomischen Seminars» (GA 341) übernommen.

Zu den Tafelzeichnungen: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners bei diesen Vorträgen sind erhalten geblieben, da die Tafeln damals mit schwarzem Papier bespannt waren. Sie sind als Ergänzung zu den Vorträgen in einem separaten Band der Reihe «Rudolf Steiner, Wandtafelzeichnungen zum Vortragswerk» verkleinert wiedergegeben. Die in den früheren Auflagen in den Text eingefügten zeichnerischen Übertragungen sind auch für diese Auflage beibehalten worden. Auf die entsprechenden Originaltafeln wird jeweils an den betreffenden Textstellen durch Randvermerke aufmerksam gemacht.- Die Tafel 4a wurde aus Versehen nicht im Tafelband aufgenommen. Sie ist im Supplementband XXIX der Wantafelzeichnungen abgedruckt.



Hinweise zum Text

216 Werke Rudolf Steiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.


Zu Seite:
12 Gustav v.Schmoller, 1838-1917, Volkswirtschafter. Er gilt als Hauptvertreter der «jungen Schule der deutschen Volkswirtschaftslehre».

Wilhelm Röscher, 1817-1894, Volkswirtschafter. Begründer der «älteren (historischen) Schule der deutschen Volkswirtschaftslehre».
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12 Benjamin Disraeli, Earl of Beaconsfield, 1804-1881, Schriftsteller und Staatsmann. Er wurde bekannt durch romantisch-realistische Gesellschaftsromane; als Mitglied des Unterhauses vertrat er den Gedanken der «Torydemokratie» und galt als Gegner Peels bezüglich der Schutzzölle. Als Ministerpräsident wurde er später einer der bedeutendsten Staatsmänner des britischen Imperialismus. Unter anderem erreichte er den Erwerb der Mehrheitsaktien für den Suezkanal für England und veranlaßte die Erhebung der Königin Viktoria zur Kaiserin von Indien.
12 Eugen Richter, 1838-1906, Politiker. Führer der Fortschrittspartei; wurde bekannt als Gegner Bismarcks und dessen Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Eduard Lasker, 1829-1884. Bis 1881 Führer des linken Flügels der Nationalliberalen; trat als Gegner von Bismarcks Schutzzollpolitik hervor.

Lujo Brentano, 1844-1931, Volkswirtschafter. Er galt als führender Vertreter der sozialpolitischen Richtung in der deutschen Volkswirtschaftslehre, des sogenannten «Kathedersozialismus».
22 Adam Smith, 1723-1790, britischer Philosoph und Volkswirtschafter. Man nennt ihn den Begründer der «klassischen Nationalökonomie». Er hat als erster die individualistischen und liberalen Wirtschaftstheorien des 18. Jahrhunderts geschlossen zur Darstellung gebracht. Hauptwerk: «An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations» (1776), 4 Bde., deutsch von Stirner 1846/47.
31 Karl Marx, 1818-1883. Siehe hierzu «Das Kapital», Bd.l, 3.Abschn., 5.Kap.: Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß.
40 in einem Aufsatz, den ich schon im Anfang des Jahrhunderts geschrieben habe: Siehe dazu den Aufsatz Rudolf Steiners « Geisteswissenschaft und soziale Frage», in:« LuziferGnosis 1903-1908», Bibl.-Nr. 34, GA 1960, S.191f. Bereits im Jahre 1941, in dem dieser Aufsatz erstmals in Buchform erschien, wurde das Wort «Geisteswissenschaft» an die Stelle des früher verwandten Begriffes «Theosophie» gesetzt.
79 was ich in meinen Kernpunkten der sozialen Frage die wirklichen Assoziationen genannt habe: Siehe hierzu «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft» (1919), Bibl-Nr. 23, GA 1976, insbesondere in der Vorrede und Einleitung, S.16f. sowie Kap. II, S.73f.
114 Zu den Zeilen 12 und 13 von oben: In der ersten Auflage (o. J., vermutlich aus dem Jahre 1922) heißt es: «…, daß wir jetzt bei ihm zu sehen haben auf das Wechselspiel der Nachfrage und dem Preis in Geld». In der von Roman Boos besorgten Ausgabe von 1933 erfolgt nach eingehender Überprüfung der vorhandenen Unterlagen eine Änderung dieses Satzes in der folgenden Weise: «…, daß wir jetzt bei ihm zu sehen haben auf das Wechselspiel zwischen Nachfrage und Preis im Geld». Bei einer weiteren Durchsicht des vorhandenen Materials erfolgte durch die Herausgeber und damaligen Kursteilnehmer Walter Birkigt und Emil Leinhas für die 4. Auflage aus dem Jahre 1965 erneut eine Änderung, die auch in diese Auflage hinein übernommen wurde. Die jetzige Fassung dieser Passage lautet: «…, daß wir jetzt bei ihm zu sehen haben auf das Wechselspiel zwischen Angebot und Preis». Birkigt und Leinhas wiesen als Herausgeber (1965) darauf hin, daß bei «der Produzentengleichung, um die es sich handelt und die als « = / (a p) an die Tafel geschrieben wurde, … es kein Wechselspiel zwischen Nachfrage und Preis (gibt).
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114 Nur die beiden unabhängigen Veränderlichen a (Angebot) und p (Preis) können in ein Wechselspiel treten. Ein Übergriff in eine andere Gleichung ist mathematisch nicht möglich, und in der Wirtschaft wäre ein Übergreifen des Produ2enten in den Konsumentenbereich Pfuscherei oder Vergewaltigung, denn, was der Konsument wirklich braucht, kann er nur selber wissen und empfinden. Deshalb wurde an dieser Stelle die notwendige Berichtigung von Nachfrage und Preis im Geld in Angebot und Preis vorgenommen.»
114 Zu Zeile 3 von unten: In den oben bereits genannten frühen Auflagen heißt es an dieser Stelle: «beim Produzenten ist es eine Nachfrage nach Waren». In der hier vorliegenden Ausgabe wird ebenfalls die von Birkigt und Leinhas vorgenommene Änderung in der Auflage vom Jahre 1965 übernommen. Hier die Begründung der damaligen Herausgeber: Die Worte «Nachfrage nach Waren» passen an dieser Stelle weder in den Sinn des vollständigen Satzes noch entsprechen sie den wirtschaftlichen Tatsachen. Der später zitierte Satz bekommt erst einen Sinn und die realen Tatsachen werden nur dann sichtbar, wenn es heißt: «bei Produzenten ist es ein Angebot in Waren». Dies zeigt sich deutlich, wenn man den Satz im Kurs einer Notiz gegenüberstellt, die Rudolf Steiner drei Tage nach dem Vortrag in ein Tagebuch eintrug. Der Satz und die Notiz behandeln dasselbe Problem und zeigen in allen Einzelheiten eine völlige Übereinstimmung. Der korrigierte Satz heißt:

«Noch immer haben wir diese Gleichungen dadurch qualitativ verschieden gemacht, daß hier das a beim Konsumenten ein Angebot in Geld ist, beim Produzenten ist es ein Angebot in Waren, und beim Händler haben wir es zu tun mit etwas, was eigentlich zwischen Geld und Ware drinnen liegt.»

Kurz gefaßt skizziert die Notiz vom 3. August 1922 das qualitativ verschiedene Anbieten.

«Der Produzent bietet Ware


Der Konsument bietet Geld


Der Händler bietet Geldware.»



Hier geht Rudolf Steiner vom Anbieten (a) aus. Doch kann man auch von der Nachfrage ausgehen, also:


beim Händler von der Nachfrage nach Ware und Geld (n )


beim Konsumenten von der Nachfrage nach Ware (n )


beim Produzenten von der Nachfrage nach Geld (n )


Der Händler fragt sowohl nach Ware und bietet Geld, fragt aber auch nach Geld und bietet Ware. Also muß es auch für den Konsumenten und Produzenten je zwei Gleichungen geben. Die Händlergleichung enthält ja immer beide. (B/L)
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114 Tafelbild Rudolf Steiners zu S.114

Die Anordnung der Gleichungen auf dem Tafelbild dürfte nicht der Reihenfolge entsprechen, in der Rudolf Steiner sie angeschrieben hat. Dem Vortragsinhalt entsprechend hat er offensichtlich zunächst die Formel x = f (anp), dann die Händlergleichung, daran anschließend die Produzentengleichung und zuletzt die Konsumentengleichung an die Tafel geschrieben.

Nun findet sich tatsächlich neben den Gleichungen, die Rudolf Steiner im Kurs an die Tafel schrieb, eine zweite Aufzeichnung in den Notizbucheintragungen vom 3. August 1922, die wie folgt lautet:

p = f (a n) Händler

a = f (p n) Produzent n = f (a p) Konsument

Stellt man die Gleichungen der Tafel und des Notizbuches nebeneinander, so ergibt sich folgendes Bild:
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114 an der Tafel im Notizbuch Händler p=f (<*%,»%) p =/ (a n Produzent n = f (a , p) a = f (n , p) £ W IV R Konsument a = / (n , p) n = f (a , p) 2 W W S


Rudolf Steiner hat im Kurs nur die eine Aufstellung - an der Tafel - zur Darstellung gebracht. Die Herausgeber wollen aber den Lesern die Gleichungen des Notizbuches nicht vorenthalten, weil sie das Bild der komplizierten Preisbildungsvorgänge vervollständigen. (B/L)
125 C. M. von Unrub, «Zur Physiologie der Sozialwirtschaft», Leipzig 1918.
131 Georg von Siemens, 1839-1901; seit 1870 Direktor der von ihm gegründeten Deutschen Bank, durch die er große Auslandsunternehmungen (Bau der Anatolischenund der Bagdad-Bahn) förderte.

Arthur v.Gwinmr, 1856-1931, Bankier; ab 1880 Direktionsmitglied der Deutschen Bank, später Nachfolger von G. v. Siemens.
139 Rudolf Hilferding, 1877-1941; Arzt, Redakteur (1907-1915 beim «Vorwärts») und Politiker. War 1923 und 1928/29 Reichsfinanzminister; galt als Vertreter des Austromarxismus.
153 solche Foersters und dergleichen: Anspielung auf den katholischen Moralpädagogen Friedrich Wilhelm Foerster (1869-1966).
158 David Ricardo, 1772-1823, englischer Nationalökonom. Neben Adam Smith der bedeutendste Theoretiker der klassischen Schule der englischen Volkswirtschaftslehre. Auf dem Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit entwickelte er eine Werttheorie und vor allem seine eigene Grundrententheorie. Hauptwerk: «Grundsätze der Volkswirtschaft und Besteuerung», 1817; deutsch 1923.
160 David Hume, 1711-1776, englischer Philosoph und Historiker; hat stark auf die französische Aufklärung und den Positivismus sowie Psychologismus des 19. Jahrhunderts gewirkt.
173 Oswald Spengler, 1880-1936; siehe «Untergang des Abendlandes», 2.Band, S.Kap., I. Das Geld.
197 Zu einigen von Ihnen habe ich schon gestern gesagt': Siehe die Besprechung vom 4. August 1922 in «Nationalökonomisches Seminar», Bibl.-Nr. 341, GA 1973, S. 72.




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