ANHANG
I. Vollsitzung der Arbeiterräte Groß-Stuttgarts am 7. Mai 1919: Antrag an die Vollversammlung; Bericht aus dem «Sozialdemokrat»; Zusammenfassung des Vortrages von Rudolf Steiner.
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| 289 | 1. Antrag an die Vollversammlung des Arbeiterrats Groß-Stuttgarts '' '' 2. Bericht aus dem «Sozialdemokrat» vom 13. Mai 1919 '' '' 3. Vortrag von Rudolf Steiner, Zusammenfassung Vorbemerkung (Hrsg.): Am 29. April 1919 wurde von einem namentlich nicht mehr festzustellenden Kreis von Arbeitern an die «Vollversammlung des Arbeiterrats Groß-Stuttgarts» der Antrag (s.u.) gerichtet, Rudolf Steiner zu einem Vortrag über die Sozialisierungs-Frage einzuladen. Der Antrag wurde umgehend in die Traktandenliste aufgenommen und an der noch am selben Tag abgehaltenen «Vollsitzung» angenommen. Ob und in welcher Form über diesen Antrag, der an dritter Stelle der Traktandenliste unter dem Stichwort «Vortrag des Herrn Dr. Steiner» angeführt war, diskutiert wurde, ist nicht mehr festzustellen. Der Bericht über diese Sitzung, publiziert im «Korrespondenzblatt des Landesausschusses der Arbeiter- und Bauernräte Württembergs», Nr. 2, Mai 1919, enthält lediglich an einer Stelle einen Hinweis auf den Vortrag Rudolf Steiners, und zwar innerhalb eines Votums des Genossen Schmitt, einem Vertreter des «Rates der geistigen Arbeiter». Wörtlich heißt es dort: «Ich war stolz, in einem Arbeiterparlament zu sein. Wir haben eine Fraktion der geistigen Arbeiter gegründet. Heute braucht sich niemand von uns zu schämen. Auch ich war Mitglied der Erwerbslosenkommission … Traurige Verhältnisse bestehen auf dem Lande, dort sind noch Zustände, und wir mußten die Erfahrung machen, daß dort Staatsbeamte in Oberämtern fungieren, die nicht einmal die Verfügungen und Verordnungen der Regierung gelesen haben. So liegen die Dinge. Arbeiterräte, täuschen Sie sich nicht! Es ist kein. 12. Januar mehr! Ganze Bezirke in Deutschland sind geschlossen zur U.S.P. übergetreten. Die Entwicklung treibt uns dazu, denn die Regierung hat durch ihre Arbeit nicht das geleistet, was die Masse erwartet. Nichts wurde getan! Das |
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ganze System ist morsch! Ich bitte Sie, kommen Sie zurück auf Ihre Urforderungen und stellen Sie sich auf den Boden des Erfurter Programms und des Marxismus und bremsen Sie nicht weiter ab. Der Arbeiter muß den Einfluß auf das Kapital gewinnen! Suchen Sie die wahren Interessen der Internationale zu vertreten und arbeiten Sie für das Volkswohl. Überlegen Sie meine heutigen Ausführungen und entschließen Sie sich für die Dreiteilung, über die Sie in nächster Sitzung den Vortrag des Herrn Dr. Steiner hören werden.»
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1. Antrag an die Vollversammlung des Arbeiterrats Groß-Stuttgart
| 290 | '' '' Feuerbach, den 29. April 1919 Unterzeichnete stellen folgenden Antrag: die am 29.4.1919 im Kuppelsaal tagende Vollversammlung beschließt, Herrn Dr. Steiner, welcher in vergangener Woche in verschiedenen Versammlungen vor Arbeitern und auch sonstigen Schichten der Bevölkerung über den «Kernpunkt der sozialen Frage» und seines Problems der Dreiteilung der Sozialisierung gesprochen hat, einzuladen, in einer Vollversammlung über die Sozialisierungs-Frage zu sprechen. Dieselbe sollte in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Frage sobald als irgend möglich stattfinden. |
2. Bericht aus dem «Sozialdemokrat» vom 13. Mai 1919
| 291 | Bericht über die Vollsitzung der Arbeiterräte Groß-Stuttgarts am 7. Mai 1919 im Gewerkschaftshaus Auf der Tagesordnung stehen drei Punkte: Vortrag von Dr. Steiner, Bericht vom Rätekongreß und Anträge. Gehring eröffnet 2 Uhr 30 die Sitzung mit kurzem Hinweis auf die Vertagung und erteilt Dr. Steiner das Wort. Dr. Steiner erinnert an den vor einiger Zeit von ihm herausgegebenen Aufruf «An das deutsche Volk und an die Kulturwelt», dem ein Vortrag zugrunde gelegt sei. Er sei kein Junger unter den Proletariern, sondern stehe schon bald fünf Jahrzehnte im politischen Kampf. Im Frühjahr 1914 habe er in einer Versammlung in Wien erklärt: Wer das soziale Leben erfaßt und die Entwicklung aufmerksam verfolgt hat, muß schlimme Befürchtungen hegen für die Zukunft, denn die ganze Lage gleicht einem Geschwür, das bald zum Aufbruch kommen wird. Jagow erklärte damals, die Entspannung nehme zu, mit Rußland seien die Bezi ehungen gut usw. Kurz darauf ging der schreckliche Krieg los. Die soziale Frage tritt deutlich in einer Dreigliederung auf: geistig, politisch und wirtschaftlich. Viele vergleichen den Sozialismus immer nur mit einer Aufteilung und haben ausgerechnet, daß hierbei auf den Kopf nur 50 Pfennig kämen. Dies ist natürlich Unsinn. Eine ganz andere Wirtschaftswissenschaft muß Platz greifen. Nicht nur der Wirtschaftstechnik, sondern auch der Wirtschaftskraft muß eine viel größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Geistesleben muß auf anderer Grundlage aufgebaut werden, denn alle Führer entstammen Kreisen, in denen für das Volk wenig Verständnis herrscht. Dadurch wird eine tiefe Kluft zwischen dem arbeitenden Volk und dem Geistesleben geschaffen. Eine vernünftige Wirtschaft muß Platz greifen. Vor dem Kriege sind eine Unmenge Wirtschaftsstoffe vergeudet worden, die bei einem richtigen Wirtschaftsprozeß erspart geblieben wären. Dies wurde den Proletariern geheimgehalten, dafür aber wurden ihnen andere Dinge gezeigt, Museen, Theater usw. Letzteres, hervorgegangen aus ganz anderem bürgerlichen Geistesleben, hatte keine Beziehung zürn Proletarier. Nicht nur die Arbeitskraft wird dem Unternehmer verkauft, sondern auch die Seele des Arbeiters. Schon daraus ergibt sich, daß hier Wandel geschaffen werden muß. Das Geistesleben muß auf dem Vertrauen der ganzen |
| 292 | Menschheit aufgebaut werden. Es muß unabhängig werden vom Staate, und ein Professor darf nicht mehr erklären, daß die Wissenschaft die Schutztruppe der Hohenzollern sei. Die im Geistesleben Tätigen müssen enge Fühlung haben mit der Arbeit, womit ein Hinüber und Herüber fortwährend stattfindet. Ferner muß das Wirtschaftsleben von der Politik und vom Staate vollständig getrennt werden, nur dann kann eine Sozialisierung vorgenommen werden. Auch die Betriebsräte können nur richtig tätig sein, wenn sie durch den Staat nicht bevormundet werden. Nur im Geistesleben ist gegenwärtig eine einigermaßen gerechte Eigentumsauffassung vorhanden, indem nach 30 Jahren das Eigentum an die Allgemeinheit übergeht. So muß es auch beim Kapitalismus werden, durch eine fortwährende Zirkulation des Geldes. Durch Dreigliederung wird sich verwirklichen: die Freiheit im Geiste, Gleichheit im Staate und Brüderlichkeit in der Wirtschaft. Engelhardt bringt in der Diskussion zum Ausdruck, daß Dr. Steiner mit seinem Idealismus wenig Neues gebracht hat. Der Kernpunkt liegt auch wie bei uns in der Beseitigung des Kapitalismus. Er stellte an Herrn Dr. Steiner die Frage: Wie stellt sich Herr Dr. Steiner den Abbau des heutigen Wirtschaftslebens vor? Er möchte ihn bitten, nur auf diese Frage eingehen zu wollen. Ebenfalls möchte er beantworten, welche Macht das Proletariat anwenden sollte, um die Ziele der Dreigliederung sofort zur Ausführung bringen zu können. Sämtliche Redner, die in der Diskussion sprachen, schnitten ebenfalls die vom Genossen Engelhardt gestellten Fragen an und wünschten deren Beantwortung. In seinem Schlußwort ging Dr. Steiner nicht auf die gestellten Fragen ein, im Gegenteil, man merkte es ihm an, daß er mit diesen Fragen ein schweres Problem lösen müßte. Er wies darauf hin, er hätte ja eine Broschüre geschrieben und dort wäre alles enthalten. |
3. Vortrag von Rudolf Steiner (Zusammenfassung)
| 292 | Wie in letzter Zeit öfters vor großen Arbeiterversammlungen, hielt Herr Dr. Steiner am letzten Mittwoch auch für den Arbeiterrat Groß-Stuttgarts einen Vortrag im Festsaale des Gewerkschaftshauses über seine Vorschläge zur Verwirklichung des Sozialismus. Seine mit großer Gedankenkraft und |
| 293 | Wärme vorgetragenen Ausführungen zeigten tiefes Verständnis für die Sehnsucht des Proletariats, zu einer anderen sozialen Stellung zu kommen, und bewiesen, daß Dr. Steiner nicht nur über, sondern mit dem Proletariat zu denken versteht. Aus dem Reichtum der Gedanken seien nur die leitenden herausgehoben. Die erste Forderung des Proletariats wird oft als eine bloße Magenforderung betrachtet von solchen, die nichts verstehen von der Lebenslage des Arbeiters. Sie ist eine Magenforderung und mit Recht. Aber dahinter liegt etwas viel Tieferes: das brennende Verlangen nach einem wahrhaft menschenwürdigen Dasein. Nicht nur der Magen hungert, mehr hungert das Geistige im Menschen nach wirklicher Nahrung. Das rein bürgerliche Geistesleben der letzten Jahrhunderte ist unlebendig geworden, kann das lebendige Wesen der Wirklichkeit nicht verstehen und nicht leiten. Auch das, was von der bürgerlichen Wissenschaft dem Proletariat als Wissenschaft vererbt wurde, kann es nicht. Die Volkskurse, Volksveranstaltungen, Volkshäuser sind eine Lebenslüge. Das Geistesleben und seine Träger sind, mit wenigen Ausnahmen, vom Staate abhängig geworden. Sie werden vom Staat für die Zwecke des Staates herangezüchtet, von der Volksschule an bis hinauf zur Hochschule. So konnte das Geistesleben nicht Schritt halten mit der mächtig sich entwickelnden Industrie. Wir hatten keine Industriewissenschaft, welche die nutzbringende Ordnung, Verteilung und Verwendung der Produktion hätte leiten können. Dieser Mangel hat uns mit ins Elend getrieben. Das Geistesleben muß frei werden vom Staat, muß sich aus seinen eigenen Bedürfnissen heraus entfalten. Von der Einheitsschule bis zur Hochschule muß es aller Wirklichkeit gerecht werden, allen zugänglich sein. Dann wird ein Geistesleben entstehen, das imstande ist, das Wirtschaftsleben zu leiten. Die zweite prolatarische Forderung bezieht sich auf das Staatsleben. Was fand der Proletarier bisher, wenn er den Rechtsstaat betrachtete? Den Klassenkampf fand er, Klassenvorteile und Klassenbenachteiligung. Der neue politische Staatsorganismus muß aufgebaut werden auf den allgemeinen, gleichen Menschenrechten, die jeder gesunden Seele In gleicher Weise eingeboren sind. Nur diese Rechte fallen in sein Gebiet; er muß freigeben das Geistesleben und freigeben das Wirtschaftsleben. Die dritte Forderung beleuchtet wie ein Blitzstrahl ein Wort von Karl Marx: Die menschliche Arbeitskraft ist Ware geworden. - Da ist ein Rest der alten Sklaverei, denn der Proletarier ist genötigt, seine Arbeitskraft |
| 294 | auf dem Arbeitsmarkt nach der wirtschaftlichen Konjunktur und Konkurrenz zu verkaufen und sich selbst mit. Und das bestehende Wirtschaftsleben muß darauf ausgehen, die Ware Arbeitskraft restlos zu verbrauchen. Die Arbeitskraft muß herausgerissen werden aus dem Wirtschaftsleben. Der Proletarier fordert das Arbeitsrecht. Der selbständige Rechtsstaat hat festzusetzen Art und Maß der Arbeit und das Maß der Arbeitsruhe. Mit seinen Rechten tritt der Arbeiter an den Arbeitsleiter heran und schließt mit ihm einen rechtlichen, nicht einen wirtschaftlichen Vertrag. Das Wirtschaftsleben ist selbstverständlich abhängig einerseits von der Naturgrundlage; ebenso muß es auf der anderen Seite begrenzt sein von der Rechtsgrundlage. Die drei Forderungen können nur erfüllt werden, wenn der soziale Organismus nicht als Einheitsstaat bestehen bleibt, sondern wirklich geteilt wird in die drei selbständigen Glieder: in den Rechts- bzw. Staatsorganismus, in den Wirtschaftsorganismus und in den Kulturorganismus. Auf Freiheit muß aufgebaut werden der Staatsorganismus. Auf Brüderlichkeit im weitesten Sinn muß aufgebaut werden der Wirtschaftsorganismus. Nur mit großen, umfassenden Mitteln kann jetzt, in zwölfter Stunde, noch geholfen werden. Der Redner sagte, daß er bis in die Einzelheiten die praktische Durchführung dieser tragenden Ideen anzugeben weiß. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen, weil die Anwesenden das Gefühl hatten, daß Dr. Steiner wirklich die Wege zu weisen versteht, die aus der heutigen sozialen Not hinausführen, und daß er nicht nur einstürzen will, sondern daß er auch wirklich zu beherzigende Vorschläge machen kann, wie die Neuordnung des sozialen Lebens sich gestalten muß. Die in anderen Arbeiterversammlungen fast jedesmal einstimmig angenommene Resolution, die die Berufung Dr. Steiners in die Regierung zwecks Durchführung der Dreiteilung des sozialen Organismus verlangt, wurde auch von dem Arbeiterrate Groß-Stuttgarts gegen wenige Stimmen angenommen. Es muß hinzugefügt werden, daß die Gedanken Dr. Steiners durchaus nicht gegen unsere Parteiprogramme verstoßen und keinesfalls den Standpunkt irgendeiner anderen Partei darstellen. Daher ist es nur zu begrüßen, wenn einmal ernsthafte Vorschläge an unser Ohr dringen, und es müßte erwartet werden, daß jedermann sich möglichst eingehend mit diesen Impulsen befaßt, um zu prüfen, ob sie die Neuerungen zu bringen imstande sind, die unser aller Streben sind. Dr. Steiner ist der Überzeugung, daß seine Dreigliederung die einzige Grundlage für eine durchgreifende Sozialisierung |
| 295 | ist, und daß eine bessere Lösung der sozialen Frage von keiner Seite vorliegt. Er sagt freilich, daß er seine Vorschläge sofort auf die Seite schieben würde, wenn von anderer Seite bessere Vorschläge gemacht würden. Wenn dies aber nicht der Fall ist, so glaubt er, erwarten zu können, daß man diese Vorschläge nicht ungeprüft liegen läßt, sondern sich ernsthaft mit ihnen auseinandersetzt. Wegen der kommenden Betriebsräte ist der Redner der Ansicht, daß diese vollständig unabhängig vom Staate gegründet werden müßten, weil sie sonst wieder das fünfte Rad am Wirtschaftswagen wären. Die Betriebsräte müssen sich so rasch in den Geschäftsgang ihres Betriebes einarbeiten, daß sie in kurzer Zeit bei der Leitung desselben mitsprechen können, vor allen Dingen, daß sie etwas versthen, wenn es in Bälde dazu kommen wird, den Betriebsgang zu fördern. Er regt an, möglichst viele Betriebsräte zu gründen, betont aber wiederholt, daß vom Staate aus nicht eingegriffen werden darf, weil die Betriebsräte eine rein wirtschaftliche Angelegenheit sind, die rein auf Vertrauen und Vertrag aufgebaut sein müssen und.die von Gesetzen nicht bevormundet werden bzw. gehemmt werden dürfen. |
II. Einladung der Württembergischen Sozialisierungskommission.
III. Resolution.
IV. Schreiben des «Bundes für Dreigliederung», gerichtet «An die Arbeiter- und Angestelltenausschüsse sowie die Betriebsräte der großen Betriebe Stuttgarts».
| 296 | Der auf Mittwoch angesetzte nächste Diskussionsabend kann erst am Donnerstag, den 5. Juni, im Festsaale des Gewerkschaftshauses um 7 Uhr abends stattfinden. Wir bitten wieder um zahlreiches Erscheinen, weil die das letzte Mal besprochene Frage über die Errichtung von Betriebsräten ihren Fortgang nehmen soll. Für diejenigen Ausschüsse, die das letzte Mal nicht anwesend waren, sei wiederholt, daß eine Entschließung (gegen eine Stimme) angenommen wurde, die fordert, daß so schnell wie möglich in der gesamten Industrie Betriebsräte gegründet werden, bevor das von der Regierung zu erwartende Gesetz herauskommt, das wiederum dazu führen würde, daß die Betriebsräte das fünfte Rad am Wagen werden und keinen tatsächlichen |
| 297 | Einfluß auf den Geschäftsgang bekämen. Werden hingegen von den Arbeitern und Angestellten unter Einladung der Leitung Betriebsräte sofort gewählt und zwar so, daß jeder Kandidat vom gesamten Betriebe gewählt werden muß, und daß der gesamte Betriebsrat aus nicht weniger als 3 und im allgemeinen nicht mehr als 8 Mitgliedern bestehen soll, so können solche Betriebsräte vieler Betriebe zu einer Betrieb'sräteschaft zusammengeschlossen werden. Diese Betriebsräteschaft kann in einer ersten Voll-Sitzung ihre Organisation selbst bestimmen und ihre Befugnisse und Rechte festlegen. Wenn die Leitung in solchen Betrieben nicht vertreten sein will, oder das Vertrauen der Arbeiter und Angestellten nicht genießt, so sind die Arbeiter und Angestellten dafür nicht verantwortlich. Im allgemeinen ist es wünschenswert, daß die geistigen Arbeiter hinzugezogen werden. Genossen und Kollegen! Seit Beginn der Revolution schreit man nach Sozialisierung, aber was bis jetzt verwirklicht worden ist, wißt Ihr selbst. Es ist niemals möglich, einzelne Betriebe von Staatswegen zu sozialisieren, denn dann wird der Staat selbst zum allergrößten Kapitalisten. Die ganze württembergische Industrie muß gleichzeitig sozialisiert werden und zwar dadurch, daß die Arbeiterschaft die Sache selbst in die Hand nimmt; dazu ist die Betriebsräteschaft notwendig und geeignet, die Sozialisierung allerorts sofort durchzuführen. Wartet nicht auf halbe Maßnahmen von oben, sondern ergreift die sich jetzt bietende Gelegenheit, die Geschicke der Industrie selbst in die Hand zu nehmen durch sofortiges Ins-Leben-Rufen einer Betriebsräteschaft! Jetzt wird es höchste Zeit, eine umfassende Sozialisierung durchzuführen. Wenn Eure Leitung nicht fortschrittlich genug ist, mitzumachen, so wird ohne die Leitung gehandelt werden. '' '' Der Bund für Dreigliederung '' '' des sozialen Organismus '' '' Für den Arbeitsausschuß für Deutschland '' '' Benzinger, Dorfner, Gönnewein, '' '' Hammer, Huth, Hüttelmeyer, Lohrmann, '' '' Mittwich, Mössel, Roser |
V. Flugblatt «An die Handarbeiter! An die geistigen Arbeiter! An die Fabrikanten!»
VI. Ankündigung einer öffentlichen Volksversammlung und eines Vortrages von Rudolf Steiner, Heilbronn, 30. Juni 1919.
VII. Flugblatt «Sozialisierung durch Betriebsräte»





