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303 Textunterlagen: Die Ausführungen Rudolf Steiners im Rahmen der Versammlungen und Diskussionsabende mit den Arbeiterausschüssen sowie die Voten einzelner Diskussionsteilnehmer wurden von einem namentlich nicht bekannten Stenografen aufgenommen und vermutlich von ihm selbst in Klartext übertragen. Diese Klartextübertragung bildet die Grundlage der hier vorliegenden Ausgabe. Die Originalstenogramme sind nicht erhalten geblieben.

Bei den sich oft über viele Stunden hinziehenden Diskussionsabenden ist es nur verständlich, daß die stenografische Aufnahme der Wortlaute nicht immer ganz exakt möglich war. Manche Sätze blieben unvollendet oder weisen Lücken auf. Andere wiederum geben den Sinn des Gesprochenen nur fragmentarisch wieder. Vermutlich sind auch einige Textungenauigkeiten auf die Übertragung des Stenogrammes zurückzuführen, da es gerade hierbei darauf ankommt, ob der Stenograf bzw. der Übertragende über die notwendige Sachkenntnis verfügt. Bei den Darstellungen in diesem Band gilt es vor allem zu berücksichtigen, daß es sich zu einem großen Teil um Aufzeichnungen von Diskussionen handelt, die an den Mitschreibenden ganz besondere Anforderungen stellen wie z.B. dadurch, daß die Diskussionsteilnehmer über den ganzen Saal verstreut saßen und schon rein akustisch nicht jedes Votum exakt genug wahrgenommen bzw. mitstenografiert werden konnte. Hinzu kommt die wechselnde Sprechweise der verschiedenen Diskussionsteilnehmer, auf die sich der Stenograf jeweils erst einstellen muß, wobei sicherlich auch so mancher Satz unvollendet geblieben ist oder durch eine entsprechende Geste vervollständigt wurde. Daß sich auch in den Mitschriften der einleitenden Vorträge und längeren Voten Rudolf Steiners manche Unebenheit findet, ist wohl u.a. auch auf die äußeren Verhältnisse zurückzuführen, die Emil Leinrias in seinen Erinnerungen «Aus der Arbeit mit Rudolf Steiner» (Basel 1950) mit folgenden Worten beschreibt: «Die Anstrengungen, die [Rudolf Steiner] sich … zumutete, waren gewaltig; am schlimmsten für seine Stimme. In den Arbeiterversammlungen, die meist unmittelbar nach Betriebsschluß in Werkskantinen oder anderen Betriebsräumen stattfanden, auch bei den Besprechungen mit den Arbeiter-Ausschüssen, die oft in Nebenzimmern von Wirtschaften abgehalten wurden - überall wurde geraucht und zwar meist Kastanienblätter oder ein anderes deutsches Laub. Obwohl Rudolf Steiners Stimme außerordentlich tragfähig war und sonst eigentlich nie irgendein Zeichen von Ermüdung aufwies, war sie durch diese ungewohnte Belastung nach einiger Zeit doch so überanstrengt, daß er zu Beginn seines Vortrages meist kaum einen lauten Ton hervorbringen konnte. Aber von Schonung wollte er nichts wissen. Er begann infolgedessen seine Vorträge meist stockheiser, redete sich aber im Verlauf einer halben Stunde frei und hielt dann bis zum Schluß des Vortrages durch.»
304 Aus den genannten Gründen war eine redaktionelle Bearbeitung des überlieferten Wortlautes über das sonst übliche Maß hinaus notwendig. Vom Herausgeber fortgelassene Worte oder kürzere Textpassagen, die nicht zu entziffern waren oder deren Sinn sich nicht rekonstruieren ließ, wurden im Druck mit eckigen Klammern […] gekennzeichnet. Zusätze oder markante Umformulierungen des Herausgebers sind ebenfalls in eckige Klammern gesetzt. In einigen Fällen wurde der ursprüngliche Wortlaut in die Hinweise aufgenommen. Die Wortlaute der Diskussionsteilnehmer bzw. Wortlaute von Resolutionen wurden so wiedergegeben, wie sie der Stenograf in der Klartextübertragung festgehalten hat. Bisweilen hat der Stenograf die Form der Wiedergabe gewechselt, d.h. mal referierte er ein Votum, zumeist aber ließ er den Diskussionsteilnehmer direkt, also in Ich-Form zu Worte kommen.

Die in den vorliegenden Band aufgenommenen Vorträge und Diskussionen erscheinen hiermit erstmals in Buchform. Bislang lagen sie lediglich in Form von Manuskriptvervielfältigungen vor, die den Rundschreiben des «Bundes für Dreigliederung» beigefügt waren und lediglich in wenigen Exemplaren erhalten geblieben sind. Über die damalige Textgestaltung heißt es im Rundschreiben Nr. 11 vom 23. Juli 1919, hier auf den Text des 7. Diskussionsabends bezugnehmend: «Wir haben in den Nachschriften schon ziemlich scharf gekürzt.» Als Grund hierfür wurde angegeben, daß sich die Diskussionen «allzuleicht zersplitterten». Vor welche Probleme sich die damals Verantwortlichen des «Bundes für Dreigliederung» im Zusammenhang mit der stenografischen Aufzeichnung der Vorträge gestellt sahen, wurde im 4. Rundschreiben vom 27. Mai 1919 so zum Ausdruck gebracht: «Auch suchen wir noch immer eine Kraft, die die Vorträge von Dr. Steiner nachschreiben kann, weil eine einzige Dame, die das bisher besorgte, unmöglich die ganze Arbeit zu leisten imstande ist; offizielle Debattenschreiber, die zu der Arbeit hinzugezogen wurden, haben unbrauchbare Nachschriften geliefert, wozu gleich zu bemerken ist, daß sich wirklich nur solche Menschen bewerben sollten, die bestimmt wissen, daß sie diesen schwierigen Vorträgen folgen können.»

Die Bezeichnung der einzelnen Diskussionsabende ist in den vorhandenen Unterlagen nicht einheitlich überliefert. Mal ist von Versammlungen mit Arbeiterausschüssen, mal mit Angestellten- und Arbeiterausschüssen und manchmal mit Arbeiter- und Angestelltenausschüssen und Betriebsräten der großen Betriebe Stuttgarts die Rede. Da es sich jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach, mit Ausnahme der Versammlung vom 23. Juli, jeweils um denselben Kreis handelte, auf dessen Einladung hin Rudolf Steiner gesprochen hat, wurden im Band sämtliche Versammlungen einheitlich als «Diskussionsabende mit den Arbeiterausschüssen» bezeichnet.

Der Titel des Bandes wurde, leicht abgeändert, aus der Ankündigung des von Rudolf Steiner in Heilbronn am 30. Juni gehaltenen Vortrages «Sozialisierung und Betriebsräte» übernommen. Von diesem Vortrag gibt es keine Mitschriften.



Hinweise zum Text

305 Werke Rudolf Steiners, die innerhalb der Gesamtausgabe (GA) erschienen sind, werden in den Hinweisen zum Text mit der jeweiligen Bibliographie-Nummer angeführt. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.


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25 der Herr Vorsitzende: Namentlich nicht bekannt. Die folgenden Diskussionsabende wurden, soweit feststellbar, jeweils von einem Mitglied des «Arbeitsausschusses des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus» geleitet.

in einem «Aufruf»: Gemeint ist der von Rudolf Steiner verfaßte Aufruf «An das Deutsche Volk und an die Kulturwelt», der erstmals im März 1919 veröffentlicht und im Laufe der folgenden Wochen von zahlreichen Persönlichkeiten des kulturellen und politischen Lebens unterzeichnet wurde. Innerhalb der Rudolf Steiner Gesamtausgabe ist der «Aufruf» publiziert als Anhang zu Rudolf Steiners Schrift «Die Kernpunkte der sozialen Frage» (1919), GA 23, sowie in dem Aufsatzband «Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage. Schriften und Aufsätze 1915-1921», GA 24. Siehe auch den Vortrag an der Versammlung der Unterzeichner des «Aufrufes» vom 22. April 1919 in Rudolf Steiner, «Neugestaltung des sozialen Organismus», GA 330.

in meinem Buch: «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft», GA 23, erschienen im April 1919. Die Grundlage für diese Schrift bildeten vier öffentliche Vorträge, die Rudolf Steiner vom 3. bis 12. Februar 1919 in Zürich gehalten und für die Publikation umgearbeitet bzw. erweitert hat. Die Vorträge sind erschienen unter dem Titel «Die soziale Frage», GA 328.
27 aus meinem Darinnenstehen … in der proletarischen Bewegung: Insgesamt sechs Jahre (von Januar 1899 bis Dezember 1904) lehrte Rudolf Steiner an der von Wilhelm Liebknecht begründeten Arbeiterbildungsschule in Berlin und 1902 auch in Spandau. Siehe hierzu: Rudolf Steiner, «Mein Lebensgang», Kap. XXVIII, GA 28; Walter Kugler, «Rudolf Steiner in Berlin 1897-1905», Reihe Rudolf Steiner Studien Bd. III, Dornach 1990; Johanna Mücke / Alwin Rudolph, «Erinnerungen an Rudolf Steiner und seine Wirksamkeit an der Arbeiterbildungsschule in Berlin 1899-1904», Basel 1979.

Kommunistisches Manifest: Verfaßt von Karl Marx und Friedrich Engels unter dem Titel «Das Manifest der kommunistischen Partei», erschienen in London 1848.

Johann Heinrich von Thünen, 1783-1850: mecklenburgischer Rittergutsbesitzer, Nationalökonom. Hauptwerk: «Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie», 3 Bde., 1826; zweite Aufl. 1842 in zwei Teilen. Wörtlich heißt es in Teil II, Abt. I, zitiert nach Carl Jentsch «Volkswirtschaftslehre», Leipzig 1918, S. 290 (von R. Steiner benutzte Ausgabe): «Wenn aber einst das Volk die Frage aufstellt und praktisch zu lösen versucht: <welches ist der naturgemäße Anteil des Arbeiters an seinem Erzeugnis ?>, so kann ein Kampf entstehen, der Verheerung und Barbarei über Europa bringt.»
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28 Karl Marx, 1818-1883; Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und des historischen Materialismus.

gestern ist ja genauer darüber gesprochen worden: Am 7. Mai 1919 sprach Rudolf Steiner im Rahmen der «Vollsitzung der Arbeiterräte Groß-Stuttgarts» im Gewerkschaftshaus über Wege «zur Verwirklichung des Sozialismus». Siehe den Bericht in diesem Band S. 291.

Bruno Hildebrand, 1812-1878; Nationalökonom. Rudolf Steiner bezieht sich auf das 1848 erschienene Buch «Die Nationalökonomie der Gegenwart und Zukunft». Wörtlich heißt es bei Hildebrand u. a. (zitiert nach Carl Jentsch, «Volkswirtschaftslehre», Leipzig 1918; von R. Steiner benutzte Ausgabe): «Wenn die Sozialisten aber auch das Unmögliche leisteten und eine ausführbare Form der Gesamtwirtschaft fänden, so würde diese die Gebrechen der Gesellschaft, die nach ihrer Ansicht die Privatökonomie erzeugt hat, nicht aufheben, sondern sogar vermehren.»
33 Physiokraten: Vertreter der im 18. Jahrhundert von Quesnay begründeten Schule der Volkswirtschaftslehre, die auf dem Naturrecht basiert. Sie stellten erstmals ein geschlossenes wirtschaftliches und soziales System auf. Hiernach wird der volkswirtschaftliche Kreislauf durch wirtschaftliche Gesetze beherrscht, die einerseits objektiv bedingt sind durch die Ergiebigkeit der Natur, andererseits subjektiv durch das Rationalprinzip.
36 Novemberereignisse: Gemeint sind die Unruhen in Deutschland, die mit der Meuterei der Marine in Kiel vom 28.-31. Oktober 1918 begonnen hatten und sich schon bald über das ganze Reich ausdehnten. Unter dem Druck der Massen verkündete Reichskanzler Max von Baden die Abdankung des Kaisers. Um der radikalen Linken zuvorzukommen, rief Philipp Scheidemann (SPD) am 9. November die Deutsche Republik aus.
38 Victor Adler, 1852-1918; Gründer der österreichischen sozialdemokratischen Partei; Begründer und Hauptschriftleiter der Wiener «Arbeiterzeitung».

Pemerstorfer, Engelbert, 1850-1918; neben seinem Jugendfreund Victor Adler einer der Führer der österreichischen Sozialdemokratie. Während des Ersten Weltkrieges war er Vizepräsident des Reichsrates. Über seine Begegnung mit Adler und Pernerstorfer berichtet Rudolf Steiner in seiner Autobiographie «Mein Lebensgang», Kap. VIII, GA 28. In der von Pemerstorfer herausgegebenen Monatsschrift «Deutsche Worte», XII. Jg. 1893 (Dez.) erschien auch eine kurze Besprechung von Rudolf Steiners philosophischem Hauptwerk «Die Philosophie der Freiheit», GA 4, verfaßt von Aug. Schroeder.

Friedrich Engels, 1820-1895; Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus und des dialektischen Materialismus, die durch ihn stark popularisiert wurden.
40 Hilfsdienstgesetz: Das «Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst» wurde am 2.12.1916 verabschiedet. Es war Kernstück des sog. Hindenburg-Programms. U.a. sah es die allgemeine Arbeitspflicht für die männliche Bevölkerung vor, wovon faktisch nur die Angehörigen der Arbeiterklasse und des Kleinbürgertums betroffen waren. Auslöser für das Gesetz war der Mangel an männlichen Arbeitskräften in der Rüstungsindustrie. Siehe hierzu F. Deppe, G. Fülberth, H.-J. Harrer u.a., «Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung», 2. Auflage Köln 1978, S. 127 ff.
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47 Bernhard Dernburg, 1865-1937; Politiker und Finanzexperte; 1907/1910 Staatssekretär im Reichskolonialamt; 1919 Reichsfinanzminister.
48 Eugen Dühring, 1833-1921; Philosoph, Nationalökonom- Vermutlich bezieht sich Rudolf Steiner hier auf die 1871 erschienene Schrift «Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Sozialismus». In der vom «Bund für Dreigliederung» verbreiteten Manuskriptvervielfältigung der ersten Versammlung mit den Arbeiterausschüssen (S. 12) sowie in der Klartextübertragung des Stenogrammes ist von der «Lehre Dörings» die Rede, der vor «Jahrzehnten das Gleiche» (wie der Diskussionsteilnehmer, auf den Rudolf Steiner Bezug nimmt), vertrat. Sinngemäß und auch vom Zeitbezug her kann es sich nur um Eugen Dühring, den Rudolf Steiner verschiedentlich eingehend (so in «Die Rätsel der Philosophie», GA 18) behandelt hat, handeln.

Emil Molt, 1876-1936; Kommerzienrat, Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart. Zusammen mit Rudolf Steiner Begründer der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart. Siehe Emil Molt, «Entwurf meiner Lebensbeschreibung», Stuttgart 1972.
53 «Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus»: Er wurde an der ersten Zusammenkunft der Unterzeichner von Rudolf Steiners Aufruf «An das deutsche Volk» am 22. April 1919 in Stuttgart gegründet, um der Dreigliederungsidee in der breiten Öffentlichkeit zu einer größeren Wirksamkeit zu verhelfen. Zu dem ersten «Arbeitsausschuß» des «Bundes» gehörten Emil Molt, Carl Unger, Prof. von Blume, Hans Kühn, Emil Leinhas, Max Benzinger und Theodor Binder. Zur Geschichte des «Bundes» siehe Emil Leinhas, «Aus der Arbeit mit Rudolf Steiner», Basel 1950; Hans Kühn, «Dreigliederungszeit. Rudolf Steiners Kampf für die Gesellschaftsordnung der Zukunft», Dornach 1978.
54 Beginn der Deutschen Revolution: Siehe die Vorbemerkungen in diesem Band und den Hinweis zu S. 36. Gesetzesentwurf: Siehe die Vorbemerkungen in diesem Band.
61 [Wenn man mit dem Geld selbständig wirtschaften kann …]: Bei diesem Satz und den folgenden Sätzen handelt es sich um den Versuch einer Rekonstruktion der Aussagen Rudolf Steiners durch den Herausgeber, da die Aufzeichnungen des Stenografen, die lediglich in Form der Klartextübertragungen vorliegen, einige Unstimmigkeiten aufweisen. Aus demselben Grunde bedurften auch die folgenden Abschnitte einer intensiveren redaktionellen Bearbeitung. Nachfolgend die Wiedergabe des Wortlautes, wie er vom Stenografen in der Klartextübertragung festgehalten wurde: «Denn wenn man mit dem Geld selbständig wirtschaften kann, was kann man dann? Da Geld niemals anders geschaffen werden kann als durch Ware, Ware aber im arbeitsteiligen sozialen Organismus nie anders geschaffen werden kann als durch Ware, so bekommt man mit dem selbständigen Recht die Macht über die Arbeitskraft durch das Kapital.» (Klartextübertragung S. 9)
64 [daß dadurch neue Besitzverhältnisse geschaffen werden]: Wörtlich heißt es in der Klartextübertragung: «Es ist einfach ein Unsinn und eine objektive Verleumdung, wenn gesagt wird: Dadurch wird der Besitz etwa des Geistes hervorgerufen. Es ist eine objektive Verleumdung. Es wird dadurch nur hineingeführt in ein Geistesleben, das nicht ist wie unser schreckliches, schauderhaftes, jetziges Geistesleben …» (Klartextübertragung S. 12). Siehe auch den Hinweis zu S. 61.
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65 Walther Rathenau, 1867-1922; 1921 Reichsminister für den Wiederaufbau; schloß 1922 als Reichsaußenminister den Vertrag von Rapallo ab; wurde 1922 von Rechtsradikalen ermordet. Zahlreiche Veröffentlichungen über wirtschaftliche und politische Fragen. Rudolf Steiner bezieht sich hier auf Rathenaus Schrift «Nach der Flut. Sozialisierung und kein Ende. Ein Wort vom Mehrwert», Berlin 1919.
67 der törichte Artikelschreiber: Konnte nicht festgestellt werden.
68 eine kleine Broschüre: Hierbei handelt es sich um die Schrift «Die Schuld am Kriege. Betrachtungen und Erinnerunger des Generalstabchefs H. v. Moltke über die Vorgänge vom Juli 1914 bis November 1914», herausgegeben vom <Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus> und eingeleitet in Übereinstimmung mit Frau Eliza v. Moltke durch Rudolf Steiner>, Stuttgart 1919. Aufgrund des Einspruchs einflußreicher Persönlichkeiten mußte die Schrift eingestampft werden. Die Vorbemerkungen Rudolf Steiners sind innerhalb der Gesamtausgabe enthalten in dem Band «Über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915-1921», GA 24, S. 3 86 ff. Die «Betrachtungen und Erinnerungen» H. v. Moltkes sind abgedruckt in Hans Kühn, «Dreigliederungszeit», Dornach 1978, S. 185 ff.
71 Bagdadbahn-Frage: Der Bau der Bagdadbahn von Kleinasien zum Persischen Golf wurde einer Gesellschaft übertragen, in der die Deutsche Bank und damit auch das Deutsche Reich einen entscheidenden Einfluß hatten, was zu außenpolitischen Spannungen vor allem mit England führte.
72 ich habe einmal mit einem Menschen gesprochen, der ein Rechtsgelehrter ist: Konnte nicht festgestellt werden.
74 Diskussionsredner Mittwich: Mitglied des «Arbeitsausschusses» des «Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus».
83 Alfred Kolb, Regierungsrat. Wörtlich heißt es in seinem Buch «Als Arbeiter in Amerika», Berlin 1905, S. 31: «Wie oft hatte ich früher, wenn ich einen gesunden Mann betteln sah, mit moralischer Entrüstung gefragt: Warum arbeitet der Lump nicht? Jetzt wußte ich's. In der Theorie sieht sich's eben anders an als in der Praxis und selbst mit den unerfreulichsten Kategorien der Nationalökonomie hantiert si ch's am Schreibtisch ganz erträglich.»
88 das Wort […]: In der Klartextübertragung heißt es wörtlich: «das Wort, das ja auf den Reichsregenten Rascher zurückgehen soll, geprägt wurde.» Vermutlich handelt es sich hier um einen Hörfehler des Stenografen, da ein Reichsregent Rascher nicht nachgewiesen werden kann. Möglicherweise handelt es sich um den Pressechef der Reichsregierung, Ulrich Rauscher. Rudolf Steiner schrieb auf einem Notizzettel (Archiv-Nr. 748): Rauschers Sozialisierung: sie marschiert nicht.
106 9. November: Am 9. November 1918 wurde in Berlin, nach Absetzung Kaiser Wilhelms II., durch Philipp Scheidemann die Deutsche Republik ausgerufen. Siehe auch die Vorbemerkungen zu diesem Band.
109 Flugblätter … des Bundes für Dreigliederung: Siehe im ANHANG dieses Bandes und in «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe» Heft 103, Michaeli 1989.
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114 Arbeitsleiter: Siehe hierzu auch Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage», GA 23, III. Kapitel.

vorgestern in Tübingen: Es handelt sich hier um einen öffentlichen Vortrag, den Rudolf Steiner am 2. Juni gehalten hat. Eine Nachschrift liegt nur in Auszügen vor. Diese sowie ein ausführliches Referat des Vortrages sind abgedruckt in Heft 103 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Michaeli 1989.
120 der «Sozialdemokrat» über die Ausführungen Rudolf Steiners: Um welchen Artikel es sich hier handelt, konnte nicht festgestellt werden. Wie aus einem Artikel von W. Conradt in der Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus», 1. Jg. Sondernummer Juli 1919 hervorgeht, gab es im «Sozialdemokrat» verschiedentlich polemische Äußerungen über Rudolf Steiner, u.a. in Nr. 143, 1919.
124 Ernst Abbe, 1840-1905, Physiker. Abbe übernahm 1867 die wissenschaftliche Leitung der optischen Werkstätten von Carl Zeiss, wurde 1875 Mitinhaber und wandelte 1891, nach dem Tod von Zeiss, die Firma in eine Stiftung um, deren Gewinn zum Teil an die Angestellten und Arbeiter verteilt wurde.

Friedrich Naumann, 1860-1919, protestantischer Pfarrer und Sozialpolitiker; arbeitete u.a. im «Rauhen Haus» bei Hamburg. Im Jahre 1896 Gründung des «Nationalsozialen Verein».

Walther Rathenau: Siehe Hinweis zu S. 65 und 131.
131 das neueste Heft der «Zukunft» mit einem Aufsatz von Walther Rathenau: Wörtlich heißt es in dem Aufsatz «Das Ende», erschienen in der von Maximilian Harden herausgegebenen «Zukunft», 105. Band, April/Juni 1919, S. 249ff.: «Freilich ist unerträglich, was von uns verlangt wird: Zerreißung des deutschen Landes, Entfremdung deutscher Menschen, Schuldfron, Verarmung, Bevormundung. Man sage es dem Volk; aber man sage ihm die Wahrheit … Nach kurzer Frist ist das Land leiblich und seelisch am Ende, und gleichviel ob inzwischen eine neue Revolution erfolgt oder nicht: so geht eine zweite Friedensdelegation, aus anderen Umlernern bestehend, nach Paris und unterschreibt blindlings, was man ihr vorlegt. Das werden nicht mehr die jetzigen Bedingungen sein, sondern andere, und weder das Reich noch die letzte Spur von Selbständigkeit wird bestehen bleiben. Warum sagt man das dem Volk nicht? … Gewiß ist es ein echtes Gefühl zu sagen: Wir wollen lieber sterben als den Vertrag unterschreiben. Die Einwohner von Numantia und die meisten von Jerusalem sind gestorben, weil sie sich nicht ergaben. Aber glaubt ein Mensch, daß sechzig Millionen Deutsche sterben werden? Also saget nicht die halbe Wahrheit, sondern die ganze … Was also soll geschehen? In Versailles muß das Äußerste daran gesetzt werden, den Vertrag entscheidend zu verbessern. Gelingt es, gut. Dann unterschreiben. Gelingt es nicht: was dann? Dann darf weder aktiver noch passiver Widerstand versucht •werden. Dann hat der Unterhändler, Graf Brockdorff-Rantzau, das vollzogene Auflösungsdekret der Nationalversammlung, die Demission des Reichspräsidenten und aller Reichsminister den gegen uns vereinten Regierungen zu übergeben und sie aufzufordern, unverzüglich alle Souveränitätsrechte des Deutschen Reiches und die gesamte Regierungsgewalt zu übernehmen. Damit fällt die Verantwortung für den Frieden, füi„ die Verwaltung und für alle Leistungen Deutschlands den Feinden zu; und sie haben vor der Welt, der Geschichte und vor ihren eigenen Völkern die Pflicht, für das Dasein von sechzig Millionen zu sorgen.»
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132 Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, 1869-1928. Diplomat. War von Dezember 1918 bis Juni 1919 Reichsaußenminister; er wurde bekannt durch seine würdige Haltung als Leiter der deutschen Friedensdelegation in Versailles.

an einem wirklich ernsthaften sozialen Aufbau […]: Die nachfolgenden Sätze weisen manche Unstimmigkeiten auf und wurden daher nicht in den gedruckten Text mit aufgenommen. Hier der Wortlaut entsprechend der Klartextübertragung S. 28: «Die Kapitalisten werden sich gegenüber den Ententenkapitalisten kaum irgendwie wiederum reparieren lassen, aber diejenigen, die von unten auf arbeiten, die werden die Mittel und Wege finden, daß in dem Augenblick, wo sie den ernsthaften Entschluß fassen, durch ihre Arbeit nicht ihr Kapital zu erarbeiten, die werden den ernsthaften Entschluß auch finden können, und der Weg wird sich finden, daß sie ihnen auch nicht ihre Schulden bezahlen. Und wenn der Zustand herbeigeführt ist, daß sie ihnen nicht ihre Schulden bezahlen, ihre Schulden bezahlen aus den Industrien, die aus einer wirtschaftlichen Ordnung der werktätigen Bevölkerung Mitteleuropas entstehen, dann erst wird der Boden gegeben sein - und es wäre traurig um die Menschheit der Erde bestellt, wenn er dann nicht gegeben wäre -, wo die Räteschaft den Kapitalisten der Entente den Standpunkt klarmachen wird. Geben wir durch wirkliche Sozialisierung ein Beispiel, so lange die Arbeiterschaft der Entente glauben muß, es sind Abhängige der alten Kapitalisten, lassen sich die Arbeiter der Entente auf nichts ein, denn an den alten Kapitalisten haben sie zu schlechte Erfahrungen gemacht; da finden sie, daß ihnen die ihrigen noch lieber sind. Sie haben gesehen: Ein richtig kapitalistisch denkender Mensch, wenn er wahr und ehrlich ist, er kommt ans Ende. Wir aber brauchen einen Anfang.»
140 Wladimir Iljitsch Lenin, eigentlich Uljanow, 1870-1924. Sozialrevolutionär, bedeutendster Theoretiker des dialektischen Materialismus. Aus russischem Bauernadel stammend, Führer der Bolschewisten, wurde im November 1917 Vorsitzender des Rates der Volkskommissare und zum Gründer der Sowjetunion (1922), deren Regierungschef er bis zum Tode blieb.
141 «Arbeiterrat»: Organ der Arbeiterräte Deutschlands. «Die Zeitschrift der aufwärtsstrebenden Kopf- und Handarbeiter», Wochenzeitschrift, Schriftleitung Ernst Däumig; der Aufsatz von Dr. Heuser, KPD, ist abgedruckt in der Ausgabe vom 14.6.1919.
148 die Rede des Genossen Däumig: Ernst Däumig, «Das Rätesystem. Reden auf dem Parteitage der U.S.P.D. am 4. und 5. März 1919», erschienen im Verlag «Der Arbeiter-Rat», Berlin o.J. Ernst Däumig war zusammen mit Richard Müller einer der führenden Vertreter der Rätebewegung. Beide gehörten dem linken Flügel der USPD an und gaben sich betont antigewerkschaftlich, obwohl sie selbst aus der Gewerkschaftsbewegung kamen.
149 Artikel im «Spartakist» über die Dreigliederung: Konnte nicht festgestellt werden.
149/50 Artikel aus der «Süddeutschen Zeitung»: Konnte nicht festgestellt werden.
154 Carl Unger, 1878-1929, Ingenieur, Fabrikant. 1913-1923 Mitglied des Zentralvorstandes der Anthroposophischen Gesellschaft. Vortragender und Autor zahlreicher Aufsätze und Schriften über soziale, philosophische und anthroposophische Themen.
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159 Herr Gönnewein, Mitglied des Arbeiterausschusses der Daimler-Motoren-Gesellschaft; Mitglied des Arbeitsausschusses des «Bundes für Dreigliederung des sozial en Organismus».
165 Karl Marx, 1818-1883, Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und des dialektischen Materialismus. In seiner «Kritik des Gothaer Programms» heißt es wörtlich: «… nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktionskräfte gewachsen sind, und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!»
168 jeder nach seinen Fähigkeiten und nach seinen Bedürfnissen: Siehe Hinweis zu S. 165.
174 Theobald von Bethmann-Hollweg, 1856-1921. 1909-1917 deutscher Reichskanzler. Siehe seine «Betrachtungen zum Weltkriege», Teil I «Vor dem Kriege»; Teil II «Während des Krieges», Berlin 1919-1921.
178 Herr Roser, Mitglied des Arbeiterausschusses der Firma Bosch, Zündkerzenwerk Feuerbach und Mitglied des Arbeitsausschusses des «Bundes für Dreigliederung». Siehe auch den Hinweis zu S. 238.
206 ein Aufsatz von einem sehr berühmten Volkswirtschaftslehrer: Es handelt sich hier um den Aufsatz «Der Unternehmer» von Lujo Brentano, erschienen in der Zeitschrift «Das gelbe Blatt», 1. Jg. Nr. 16, 1919, herausgegeben von Willi Berberich und Adolf Reitz.

Lujo Brentano, 1844-1931, Professor der Nationalökonomie. Er galt als führender Vertreter der sozialpolitischen Richtung in der deutschen Volkswirtschaftslehre, des sogenannten «Kathedersozialismus». Er setzte sich besonders für das Gewerkschaftswesen und den freien Handel ein.
208 Emil Kirdorff 1847-1938, Industrieller; beteiligt am Aufbau der Gelsenkirchner Bergwerks AG, Mitbegründer des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikates 1893 und der Siemens-Rhein-Elbe-Schuckert-Union 1920. Gegner der Gewerkschaften, unterstützte später Adolf Hitler. Das Zitat ist dem Aufsatz von Lujo Brentano - siehe Hinweis zu S. 206 - entnommen.
212 ein Artikel in der «Tribüne»: Verfasser ist der Schriftsetzer und Mitherausgeber der «Tribüne» Gustav Seeger. Der Artikel erschien in Heft 1, Juli 1919, der «Tribüne. Eine Halbmonatsschrift für soziale Verständigung». Neben Gustav Seeger zeichnet für die Herausgabe Karl Lieblich, Tübingen, verantwortlich. Im selben Heft, das dem «Problem Steiner» gewidmet ist, befinden sich noch weitere Ausführungen über Rudolf Steiner und den Dreigliederungsgedanken: Prof. Philipp v. Heck, «Die Dreigliederung des sozialen Körpers»; Stud. Alfred Mantz, «Mein Eindruck von Dr. Steiner und seiner Dreighederungs-Theone»; Prof. Wilhelm v. Blume, «Rudolf Steiner und der Völkerbund». Eine Widerlegung der Einwände von Mantz und Seeger brachte Ernst Uehli in seinem Aufsatz «Soziale Praxis», erschienen in der Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus», 1. Jg. Nr. 2 vom 15. Juli 1919, S. 3. Siehe auch in Nr. 4, letzte Seite.
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215 Emil Leinhas, 1878-1967, Kaufmann. Enger Mitarbeiter Rudolf Steiners insbesondere im Zusammenhang mit der Begründung und Leitung von Einrichtungen, die aus der Dreigliederungsidee hervorgegangen sind, u.a. Generaldirektor des «Kommenden Tages». Siehe Emil Leinhas, «Aus der Arbeit mit Rudolf Steiner», Basel 1950.
217 Vortrag in Weil im Dorf: Gehalten am 28. Juni 1919 vor Arbeitern. Eine Nachschrift liegt nicht vor.
227 Hans Kühn, 1889-1977, Kaufmann. Aktiv in der Dreigliederungsbewegung, u.a. Geschäftsführer des «Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus». Siehe Hans Kühn, «Dreigliederungszeit. Rudolf Steiners Kampf für die Gesellschaftsordnung der Zukunft», Dornach 1978.
230 Aufsatz von einem Universitätsprofessor: Philipp von Heck, 1858-1943, Rechtswissenschaftler. Sein Aufsatz «Die Dreigliederung des sozialen Körpers» erschien in der Zeitschrift «Die Tribüne» Nr. 1, Juli 1919; siehe Hinweis zu S. 212.

Professor Heck: Siehe voranstehenden Hinweis.
237 In einer Berliner Rede: Vortrag von Gustav Roethe über «Deutsche Dichter des 18. und 19. Jahrhunderts und ihre Politik. Ein vaterländischer Vortrag», erschienen in Heft 1 der Reihe «Staat, Recht, Volk. Wissenschaftliche Reden und Aufsätze», hrsg. von Ulrich von Wilamowitz-Moellendorf. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1919.

Elard von Oldenburg-fanuscbau, 1855-1937. Er vertrat zunächst als konservatives und später als deutschnationales Mitglied des Reichstages die ostelbischen Grundbesitzer.

der tonangebende Professor: Gustav Roethe, 1859-1926. Wurde 1904 Sekretär der Berliner Akademie der Wissenschaften. Er arbeitete vor allem über die ältere deutsche Literatur und Goethe. Siehe auch obigen Hinweis «In einer Berliner Rede».
238 Als neulich unsere Freunde Gönnewein und Roser in einer Volksversammlung gesprochen haben: Am 4. Juli über Betriebsräte. Siehe den Bericht in der Wochenzeitung «Dreigliederung des sozialen Organismus» Nr. 2, letzte Seite. Wiederabdruck in «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe» Heft 103, Michaeli 1989.
239 Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus»: Die erste Nummer erschien am 8. Juli 1919. Herausgeber war der «Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus», verantwortlicher Schriftleiter Ernst Uehli. Die Zeitschrift erschien von Juli 1919 bis Juni 1922. Dann wurde sie umbenannt in «Anthroposophie, Wochenschrift für freies Geistesleben». Diese wurde 1931 mit der Zeitschrift «Die Drei» vereinigt und als Monatsschrift herausgegeben. Im Vortrag vom 16.2.1921 (in GA 338) weist Rudolf Steiner darauf hin, daß es notwendig sei, die Etappe zu erreichen, «wo die Dreigliederungszeitung eine Tageszeitung wird.» Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht. In der Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus» erschienen, zumeist auf der ersten Seite, zahlreiche Beiträge von Rudolf Steiner. Innerhalb der Gesamtausgabe sind sie enthalten in dem Band «Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915 bis 1921», GA 24.
240 Gustav Roethe: Siehe Hinweis zu S. 237 «der tonangebende Professor».
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240 Rudolf Wissell, 1869-1962. 1919 Reichswirtschaftsminister; vertrat den Gedanken einer nationalen Gemeinwirtschaft; siehe die «Denkschrift des Reichwirtschaftsministerium» vom 7. Mai 1919. Wichard von Moellendorff, 1881-1937. Ingenieur, 1919 Unterstaatssekretär im Reichswirtschaftsamt; er entwickelte den Plan einer nationalen Gemeinwirtschaft, der jedoch von der Nationalversammlung abgelehnt wurde. Siehe «Konservativer Sozialismus», gesammelte Aufsätze aus den Jahren 1913-1922, Hamburg 1932.
241 Entente: Bündnis zwischen England und Frankreich 1904; durch Einbeziehung Rußlands 1907 erweitert zur Tripelentente.
242 Erzbergerei: Bezieht sich vermutlich auf die von Matthias Erzberger (1875-1921) eingeleitete und umstrittene Finanzreform 1919/20. Erzberger war Abgeordneter der Zentrumspartei im Deutschen Reichstag. 1919-1920 Reichsfinanzminister und Vizekanzler. Wurde 1921 ermordet.
243 Novemberrevolution: Siehe die Vorbemerkungen zu diesem Band und Hinweis zu S. 36.
256 Bethmann-Hollweg: Siehe Hinweis zu S. 174.
257 im Geiste eines Legien: Carl Legien, 1861-1920, Drechsler; einflußreicher Gewerkschaftsführer, Reichstagsabgeordneter.
258 Wenn ich Däumig oder Müller lese: Siehe Hinweis zu S. 148.
271 Betriebsräteversammlung: Diese war als «geschlossene Versammlung» angekündigt und fand statt im Restaurant Rechbergbräu, Lindenstraße 14, abends 7 Uhr; vgl. Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus», 1. Jg. Nr. 3, Juli 1919, letzte Seite.
279 Professor Heck: Siehe Hinweis zu S. 230.
283 Ein sehr gescheiter Herr: Konnte nicht festgestellt werden.
284 ein Artikel von Dr. Georg Wilhelm Schiele: Unter dem Titel «Vom wahren, gereinigten, preußischen Sozialismus» erschienen in der Wochenschrift «Eiserne Blätter», 1. Jg. Nr. 2, S. 21 ff. Herausgeber der in Berlin erschienenen «Eisernen Blätter» war D. Traub. Siehe auch den Kommentar «Bruchstücke einer Groteske aus der Literatur der Ewig Gestrigen» in der Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus», 1. Jg. Nr. 4, 1919, letzte Seite.




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