Hinweise
Zu dieser Ausgabe
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| 303 | Textunterlagen: Die Ausführungen Rudolf Steiners im Rahmen der Versammlungen und Diskussionsabende mit den Arbeiterausschüssen sowie die Voten einzelner Diskussionsteilnehmer wurden von einem namentlich nicht bekannten Stenografen aufgenommen und vermutlich von ihm selbst in Klartext übertragen. Diese Klartextübertragung bildet die Grundlage der hier vorliegenden Ausgabe. Die Originalstenogramme sind nicht erhalten geblieben. Bei den sich oft über viele Stunden hinziehenden Diskussionsabenden ist es nur verständlich, daß die stenografische Aufnahme der Wortlaute nicht immer ganz exakt möglich war. Manche Sätze blieben unvollendet oder weisen Lücken auf. Andere wiederum geben den Sinn des Gesprochenen nur fragmentarisch wieder. Vermutlich sind auch einige Textungenauigkeiten auf die Übertragung des Stenogrammes zurückzuführen, da es gerade hierbei darauf ankommt, ob der Stenograf bzw. der Übertragende über die notwendige Sachkenntnis verfügt. Bei den Darstellungen in diesem Band gilt es vor allem zu berücksichtigen, daß es sich zu einem großen Teil um Aufzeichnungen von Diskussionen handelt, die an den Mitschreibenden ganz besondere Anforderungen stellen wie z.B. dadurch, daß die Diskussionsteilnehmer über den ganzen Saal verstreut saßen und schon rein akustisch nicht jedes Votum exakt genug wahrgenommen bzw. mitstenografiert werden konnte. Hinzu kommt die wechselnde Sprechweise der verschiedenen Diskussionsteilnehmer, auf die sich der Stenograf jeweils erst einstellen muß, wobei sicherlich auch so mancher Satz unvollendet geblieben ist oder durch eine entsprechende Geste vervollständigt wurde. Daß sich auch in den Mitschriften der einleitenden Vorträge und längeren Voten Rudolf Steiners manche Unebenheit findet, ist wohl u.a. auch auf die äußeren Verhältnisse zurückzuführen, die Emil Leinrias in seinen Erinnerungen «Aus der Arbeit mit Rudolf Steiner» (Basel 1950) mit folgenden Worten beschreibt: «Die Anstrengungen, die [Rudolf Steiner] sich … zumutete, waren gewaltig; am schlimmsten für seine Stimme. In den Arbeiterversammlungen, die meist unmittelbar nach Betriebsschluß in Werkskantinen oder anderen Betriebsräumen stattfanden, auch bei den Besprechungen mit den Arbeiter-Ausschüssen, die oft in Nebenzimmern von Wirtschaften abgehalten wurden - überall wurde geraucht und zwar meist Kastanienblätter oder ein anderes deutsches Laub. Obwohl Rudolf Steiners Stimme außerordentlich tragfähig war und sonst eigentlich nie irgendein Zeichen von Ermüdung aufwies, war sie durch diese ungewohnte Belastung nach einiger Zeit doch so überanstrengt, daß er zu Beginn seines Vortrages meist kaum einen lauten Ton hervorbringen konnte. Aber von Schonung wollte er nichts wissen. Er begann infolgedessen seine Vorträge meist stockheiser, redete sich aber im Verlauf einer halben Stunde frei und hielt dann bis zum Schluß des Vortrages durch.» |
| 304 | Aus den genannten Gründen war eine redaktionelle Bearbeitung des überlieferten Wortlautes über das sonst übliche Maß hinaus notwendig. Vom Herausgeber fortgelassene Worte oder kürzere Textpassagen, die nicht zu entziffern waren oder deren Sinn sich nicht rekonstruieren ließ, wurden im Druck mit eckigen Klammern […] gekennzeichnet. Zusätze oder markante Umformulierungen des Herausgebers sind ebenfalls in eckige Klammern gesetzt. In einigen Fällen wurde der ursprüngliche Wortlaut in die Hinweise aufgenommen. Die Wortlaute der Diskussionsteilnehmer bzw. Wortlaute von Resolutionen wurden so wiedergegeben, wie sie der Stenograf in der Klartextübertragung festgehalten hat. Bisweilen hat der Stenograf die Form der Wiedergabe gewechselt, d.h. mal referierte er ein Votum, zumeist aber ließ er den Diskussionsteilnehmer direkt, also in Ich-Form zu Worte kommen. Die in den vorliegenden Band aufgenommenen Vorträge und Diskussionen erscheinen hiermit erstmals in Buchform. Bislang lagen sie lediglich in Form von Manuskriptvervielfältigungen vor, die den Rundschreiben des «Bundes für Dreigliederung» beigefügt waren und lediglich in wenigen Exemplaren erhalten geblieben sind. Über die damalige Textgestaltung heißt es im Rundschreiben Nr. 11 vom 23. Juli 1919, hier auf den Text des 7. Diskussionsabends bezugnehmend: «Wir haben in den Nachschriften schon ziemlich scharf gekürzt.» Als Grund hierfür wurde angegeben, daß sich die Diskussionen «allzuleicht zersplitterten». Vor welche Probleme sich die damals Verantwortlichen des «Bundes für Dreigliederung» im Zusammenhang mit der stenografischen Aufzeichnung der Vorträge gestellt sahen, wurde im 4. Rundschreiben vom 27. Mai 1919 so zum Ausdruck gebracht: «Auch suchen wir noch immer eine Kraft, die die Vorträge von Dr. Steiner nachschreiben kann, weil eine einzige Dame, die das bisher besorgte, unmöglich die ganze Arbeit zu leisten imstande ist; offizielle Debattenschreiber, die zu der Arbeit hinzugezogen wurden, haben unbrauchbare Nachschriften geliefert, wozu gleich zu bemerken ist, daß sich wirklich nur solche Menschen bewerben sollten, die bestimmt wissen, daß sie diesen schwierigen Vorträgen folgen können.» Die Bezeichnung der einzelnen Diskussionsabende ist in den vorhandenen Unterlagen nicht einheitlich überliefert. Mal ist von Versammlungen mit Arbeiterausschüssen, mal mit Angestellten- und Arbeiterausschüssen und manchmal mit Arbeiter- und Angestelltenausschüssen und Betriebsräten der großen Betriebe Stuttgarts die Rede. Da es sich jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach, mit Ausnahme der Versammlung vom 23. Juli, jeweils um denselben Kreis handelte, auf dessen Einladung hin Rudolf Steiner gesprochen hat, wurden im Band sämtliche Versammlungen einheitlich als «Diskussionsabende mit den Arbeiterausschüssen» bezeichnet. Der Titel des Bandes wurde, leicht abgeändert, aus der Ankündigung des von Rudolf Steiner in Heilbronn am 30. Juni gehaltenen Vortrages «Sozialisierung und Betriebsräte» übernommen. Von diesem Vortrag gibt es keine Mitschriften. |
Hinweise zum Text
| 305 | Werke Rudolf Steiners, die innerhalb der Gesamtausgabe (GA) erschienen sind, werden in den Hinweisen zum Text mit der jeweiligen Bibliographie-Nummer angeführt. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.
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