Gedenkworte am Grabe von Johanna Peelen
Arlesheim, 12. Mai 1920
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| 234 | Nachdem der Priester diese liebe Seele hinübergeleitet hat in des Geistes Gebiet, seien ausgesprochen durch mich die Gefühle derjenigen, die hier stehen als Leidtragende:
Es trug Dein Erdensein Dich |
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Du bleibst bei uns im Geiste,
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| 236 | beglückend tratest an Deines Lebensgefährten Seite, wie er liebend, beseligend, beglückend trat an Deine Seite. Wir stehen hier mit Dir, wenn ihm der Schmerz dieser Tage ein wenig gemildert werden kann durch das Bewußtsein, daß wir im ehrlichsten Inneren seine Leiden tief mit ihm teilen; er darf wahrlich dieses Bewußtsein haben. Er darf es haben, weil wir es haben aus der Erkenntnis seines eigenen Wesens heraus. Wir haben Dich geschaut in den Tagen, da Du Menschenleid durch Deinen Opferwillen lindern durftest in vielen Fällen. Wir haben Dich geschaut, wie Du beglückt warst, wenn Du auch der Menschen Freude hinlenken konntest dorthin, wo Menschenfreude sich vertiefen kann zur geistigen, zur Seelenwelt hin. Aus dieser Erkenntnis Deines Wesens heraus lieben wir Dich, werden Dich lieben immerdar, werden mit Dir vereint bleiben. Du hast schwere Stunden mit uns durchgemacht. Du warst vereint mit uns in Stunden, wo schwerste, man darf sagen welthistorische Augenblicke an uns herantraten. Du fandest Dich dann wieder mit uns zusammen in dem hiesigen Kreise, in dem Du wiederum beglückend und Geist ausstrahlend wirken durftest durch Dein liebes, mildes Seelenwesen. Wir mußten es dann erfahren, wie einmündete hier Dein leibmüdes Seelenwesen in dem irdischen Leben. Aber wie aus Deinem ganzen milden Seelenwesen der lichte Blick sich erhob zum göttlich-geistigen Dasein, wie Deine Herzenskraft immerdar sich erhob zu dem, wie es der Christus als menschliches Erdenwesen vorgezeichnet hat, so warst Du kraftvoll und stark, als Erdenleid Dich umfing. Und es wird eine tiefe, eine bedeutsame Empfindung in der Seele derjenigen sein, die Dich näher kannten, wie Du voraussahst Dein irdisches Ende, voraussehend prophetisch fast bis zu der Woche, da es eintrat, sprachest über diesen Wandel Deines Seins aus der Überzeugtheit Deines Gottesursprunges, aus Deinem Bewußtsein, in Christus zu leben, den Tod als einen Wandel des Lebens begreifend, hineinfühlend schon im irdischen Dasein die Welten des Geistesseins. So warst Du leidend im tiefsten Wesen zugleich glücklich. Wir sahen einen glücklichen Menschen in schwerem Leiden glücklich sich hinwegfinden aus des Lebens Engen in des Geistes, in der Seele Weiten. So wirst Du in uns allen leben unvergänglich, so werden unsere |
| 237 | Gedanken Dich durchleuchten, wenn sie Dich suchen. Und sie werden Dich suchen in den geistigen Welten, die Du erstrebt hattest während Deines Erdendaseins, die Du gefunden hattest und weiter nun finden wirst vom heutigen Tage an. Wir werden Dich suchen, und wir werden Dich finden, weil wir Dich lieben. Und Du wirst finden aus dem Bewußtsein Deines Gottesursprunges, aus dem Bewußtsein Deines Lebens in Christus, Du wirst finden das Leben, in dem Deine Seele wiedererstehen wird im weiten Lichte des Geistes, der die Welt durchleuchtet, zu dem Du sehnend Dich hingelebt hast, in dem Du findend Dich weiter leben wirst. Dasjenige, was uns verband mit Dir, es ist kein flüchtiges Erdenband, es ist das Band, das die geistige Erkenntnis bindet für Ewigkeiten. So werden wir Dich suchen, so werden wir Dich finden, wissend, daß Du gelebt hast, bewußt Dir Deines Ruhens im göttlichen Schöße der Welt, bewußt Dir Deines Wandeins bis zum Erdentode, durch den Erdentod und weiter darüber hinaus in den Pfaden, die Christus vorgezeichnet hat dem Erdenwandel, vorgezeichnet hat dem Menschenwesen, vorgezeichnet hat allem Menschendenken und allem Menschenempfinden. Du wirst Dich finden wiedererstanden im Geiste, und wir werden Dich als unser dort schauen in den Ewigkeiten.
Es trug Dein Erdensein Dich |
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Dein Blick, er trug zum Lichte |