Chronik
| Seite | Text |
| 280 |
Faust-Dichtung. Auch dieser Arbeit liegt die Faust-Ausgabe von Karl Julius Schröer
zugrunde; ebenfalls die Gesamtausgabe des «Faust» durch den Insel-Verlag, Leipzig.
Ferner wurde die im gleichen Verlag 1949 erschienene «Chronik von Goethes Leben»
berücksichtigt.
Zwischen 1753 und 1759
Die Faustgestalt tritt durch das Puppenspiel in den Gesichtskreis von Goethe.
1768 Anfänge der Faust-Dichtung sind vielleicht schon in Leipzig zu suchen.
1771 Straßburg. Goethe bewegen die Pläne zu Götz und Faust.
1775 Der Urfaust liegt vor.
1787 20. Januar, Rom. «Ich habe Hoffnung» Egmont, Tasso, Faust zu endigen.»
1788 Rom. Zwei Szenen zu Faust: Hexenküche und Wald und Höhle.
1790 10. Januar. Faust, ein Fragment, 7. Band von Goethes Schriften, an den
Verlag G. J. Göschen, Leipzig, abgeschickt.
1794 29. November. Schiller an Goethe: «Aber mit nicht weniger Verlangen würde
ich die Bruchstücke von Ihrem Faust, die noch nicht gedruckt sind, lesen; denn
ich gestehe Ihnen, daß mir das, was ich von diesem Stück gelesen, der Torso
des Herkules ist. Es herrscht in diesen Szenen eine Kraft und eine Fülle des
Genies, die den besten Meister unverkennbar zeigt, und ich möchte diese
große und kühne Natur, die darin atmet, so weit als möglich verfolgen.»
2. Dezember. Goethe an Schiller: «Von Faust kann ich jetzt nichts mitteilen; ich wage nicht, das Paket aufzuschnüren, das ihn umfangen hält. Ich
könnte nicht abschreiben, ohne auszuarbeiten, und dazu fühle ich mir keinen
Mut. Kann mich künftig etwas dazu vermögen, so ist es gewiß Ihre Teilnahme.»
1797 22. Juni. Goethe an Schiller: «Da es höchst nötig ist, daß ich mir in meinem
jetzigen unruhigen Zustande etwas zu tun gebe, so habe ich mich entschlossen,
an meinen Faust zu gehen und ihn, wo nicht zu vollenden, doch wenigstens
um ein gutes Teil weiterzubringen, indem ich das, was gedruckt ist, wieder
auflöse und mit dem, was schon fertig oder erfunden ist, in große Massen
disponiere, und so die Ausführung des Plans, der eigentlich nur eine Idee ist,
näher vorbereite. Nun habe ich eben diese Idee und deren Darstellung wieder
vorgenommen und bin mit mir selbst ziemlich einig. Nun wünschte ich aber,
daß Sie die Güte hätten, die Sache einmal in schlafloser Nacht durdhzuCopyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 273 Seite:280
denken, mir die Forderungen, die Sie an das Ganze machen würden, vorzulegen und so mir meine eignen Träume als ein wahrer Prophet zu erzählen und zu deuten.»
23. Juni. Schiller an Goethe: «Ihr Entschluß, an den Faust zu gehen, ist mir
in der Tat überraschend, besonders jetzt, da Sie sich zu einer Reise nach
Italien gürten. Aber ich habJ
es einmal für immer aufgegeben, Sie mit der
gewöhnlichen Logik zu messen, und bin also im voraus überzeugt, daß Ihr
Genius sich vollkommen gut aus der Sache ziehen wird . . - Wenn Sie jetzt
wirklich an den Faust gehen, so zweifle ich auch nicht mehr an seiner
völligen Ausführung, welches mich sehr freut.»
23. Juni. Schema für die Weiterdichtung.
24. Juni. Zueignung.
1798 Vorspiel auf dem Theater. Prolog im Himmel. Walpurgisnachtstraum.
1800 27. September. Arbeit an der Helena - später dritter Akt Faust II - begonnen.
1801 Fortsetzung des Faust. Vor dem Tor. Romantische Walpurgisnacht.
1806 13. April. Abschluß von Faust I.
1816 16. Dezember. Diktat einer Skizze zu Faust II für Dichtung und Wahrheit,
18. Buch.
1825 Goethe nimmt die Arbeit am Faust wieder auf. «Am Faust den Schluß fernerhin redigiert.»
26. März. Helena wird vollendet.
1826 11. Februar. Tagebucheintragung. «Hauptgeschäft» für die Arbeit am Faust.
24. Juni. Völliger Abschluß der Helena.
1827 Entschluß, die Klassische Walpurgisnacht auszuführen.
Frühjahr. Anfang vierter Akt von Faust II.
18. Mai. «Griff das Hauptgeschäft an und brachte es auf den rechten Fleck.»
1. Oktober. Goethe liest Eckermann die zweite Szene seines neuen Faust vor
(Kaiserhof, Faust II).
1829 6. Dezember. Goethe liest Eckermann die erste Szene vom zweiten Akt aus
Faust II vor.
1830 10. Januar. Goethe liest Eckermann die Mütter-Szene aus Faust II vor.
Weiterhin Arbeiten an der Klassischen Walpurgisnacht.
22. Februar. Lektüre: «Über die Gottheiten von Samothrake» von Schelling.
25. Juli. In Genua erhält Eckermann die Nachricht von der Beendigung der
Klassischen Walpurgisnacht.
Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 2 73 Seite: 281
1831 4- Januar. Goethe an Zelter: «Die zwei ersten Akte von Faust sind fertig.»
11. Februar. Der vierte Akt zu Faust II angefangen.
2. Mai. Eckermann berichtet, daß es Goethe gelungen sei, den Anfang des
fünften Aktes von Faust II «so gut wie fertig zu machen» . . . «Die Intention
auch dieser Szenen ist über dreißig Jahre alt.»
1. Juni. Goethe an Zelter: «Es ist keine Kleinigkeit, das, was man im 20. Jahre
konzipiert hat, im 82. außer sich darzustellen.»
6. Juni. Goethe teilt Eckermann den fünften Akt zu Fa-ust II mit.
22. Juli. «Letztes Mundum am Faust. Alles Eingeschriebene eingeheftet.»
Mitte August. Das Manuskript zu Faust II wird eingesiegelt.
1832 8. Januar. Die versiegelte Handschrift von Faust II wieder geöffnet. Goethe
liest daraus mit Ottilie von Goethe bis zum 2. Februar. - Der Druck des
zweiten Teiles erschien nach Goethes Tod.
Um 1769/70-1775
Faust. Älteste Gestalt - Urfaust - Druck 1887
1788 “ Faust, ein Fragment Druck 1790
1797-1806 Faust I Druck 1808
1773-1832 Faust II Druck 1832 |