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Anhang: Einladung und Programm der Erziehungstagung in Stuttgart

Anhang: Einladung und Programm der Erziehungstagung in Stuttgart

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IN DER FREIEN WALDORFSCHULE IN STUTTGART VOM 7. BIS 13. APRIL 1924 Die Stellung der Erziehung im persönlichen und im Kulturleben der Gegenwarf Jedes Erziehungswesen muß mit den Kräften arbeiten, die in dem Kultur* leben wirksam sind, aus dem es erwudis. Die Kultur der letften hundert Jahre hat in fortschreitendem Verlöschen älterer, großer'geistigseelischer Traditionen und Kräfte vor der Welt der anstürmenden materialistischen Wissenschaff den in seiner Totalgesundheit sich erlebenden Menschen oer loren. Man darf daher nicht ehrlich mehr hoffen, daß ihre Erziehungswissen* schaff diesen oollen Menschen noch erwecken kann. In den Seelen der jungen Generation aber steigt aus neuen Wettimpulsen ein Wesensbild des Voltmensdien auf, zu dem der Junge Mensch den Führer über die Zeifenschwelle sucht. Tragisch ist das Erlebnis des Suchenden, Lehrers wie Schülers, wenn er entdeckt, daß all unsere geltenden Begriffe aus der dem Absterben geweihten Kultur oon diesseits, daß aber die in den Seelen uns innerlich oorwärtstreibenden Impulse schon oon jenseits dieser Zeiten* und Seelenschwelle hereinragen. So oersfehen unsere üblichen Begriffe unsere tiefsten Erlebnisse nicht mehr. Hier liegt die Tragödie des Nichtwissens für den Lehrer, des Nichtfindens für den Schüler. Zwischen Lehrer und Schüler klafft ein Abgrund, und der Sehnsuchtsruf nach der Erkenntnisbrücke tönt oon beiden Seiten. Anthroposophie ist die mit diesen inneren Lebenstatsachen stetig fortsdireie tende bestimmte Antwort auf dieses Rufen der Seelen. Sie gibt die Brücke zu unseren tiefsten Seelenrätseln aus einer lebensgemäßen Erkenntnis, die schon über jene Schwelle in die realen Seelentatsachen oorgedrungen ist und damit nicht Theorie, sondern Leben spendet. In ihr spricht sich die Gesamh natur des Vollmenschen umfassend über die wahre Stellung der Erziehung im persönlichen und im Kulturleben der Gegenwarf aus, weil sie die Kultur* mächte der Zukunft in sich birgt. Und so mußte aus anthroposophischer Er* kenntnis auch die neue Menschheitspädagogik herausreifen, die nun seit fünf Jahren die Freie Waldorfschule unter der pädagogischen Leitung Dr. Rudolf Steiners in ihrer fortschreitenden Arbeit trägt. Wir faden alle für Erziehungsfragen Interessierten ein, zu prüfen, was aus dieser Pädagogik über alles Parteiwesen hinweg Menschheifliches fließen möchte, und wie die Freie Waldorfschule eine lebendige pädagogische Praxis erstrebt, die ebenso den Forderungen des Menschenwesens wie den Kultur* forderungen der Gegenwart im Erkenntnis, künstlerischen und religiösen Leben entsprechen will. Der Vorstand der Anthroposophisdien Gesellsdiaft Das Lehrerkollegium der Freien Waldorfsdiale Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 3 0 8 Seite: 9 3 Übersicht über 9 Uhr morgens 11 Uhr Nachmittags S Uhr abends Sonntag 6, April Von 4 Uhr nach« mittags an zwang« loser Empfang der Teilnehmer von auswärts in den Räumen der Waldorfschule, Montag 7, April Eröffnung der Tagung Dr. W. /. Stein: Die Geschichte als Erziehungsmittel und als Lebensperspektive für die Jugend. Ausspradie über Methodik des Unterrichts in Sprachen, Literatur und Geschichte. Einleitung i Dr. Maria Rösdit. Kinder» eurhythmie 4 Uhr. Paul Baumann: Elementares Seelenerleben als ein Ausgangspunkt der Pädagogik. Dienstag 8. April Dr. Ertdx Schwebsdi: Von der Notwendigkeit einer Erneuerung der Pädagogik. Ausspradie über das Kunst lerische in der Pädagogik der Waldorfschule. Einleitung i Dr. Eridx Schwebsdi Musik und Rtzitatlon ausgeführt von Schülern und Schülerinnen* 4 Uhr. Dr. Rudolf Steiner: Die Methodik des Lehrens und die Lebensbedingungen des Erziehens. 1. Vortrag. Dr.Ri 2 duj stellui arbc H i E Max A über mal und l I i A. Die Vortragsreihe Dr. Rudolf Steiners: Die Methodik des Lehrens und die Le plat3, statt. Die eurhyihmisdien Darbietungen unter Leitung von Frau Marie Anthroposophischen Gesellschaft, Landhausstraße 70, gegeben. Alle übrigen Vorb Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 3 0 8 Seite: 9 4 /eranstaltungen ner: \Sß Qler» em qeU des en iien h Donnerstag 10« April Dr. Rudolf Steiner: 3. Vortrag. Dr. Caroline oon Heydebrand: Unzeitgemäßes und Zeitgemäßes in der Erziehung jüngerer Kinder Kinder» eurhythmie (Wiederholung). 4 Uhr. Dr. Rudolf Stelner: 4. Vortrag. Freitag 11. April Dr. Rudolf Steiner: 5. Vortrag. Führung durch die Ausstellung von Malereien und Handarbeiten der Kinder. Dr. Eugen Kotisko: Pädagogik und Heilkunde. Mit Aussprache. 3 Uhr. Eurhythmie» Darbietung durch die künst* lerischen Kräfte des Goetheanums. (Besondere Karten zu lösen.) Samstag 12. April Dr. Hermann o. Baraoatle: Die Kulturaufgabe des mathematisch* naturwlssenschaft« liehen Unterrichts in der Gegenwart, Aussprache über Methodik der Naturwissenschaften. Einleitungt Dr. Hermann o. Baraoatle. Aussprache über Pflege des religiösen und morali« tischen Lebens In der Waldorfschule. Einleitung! Dr. Karl Schubert. 4 Uhr. Eurhythmie» Darbietung durch die künst« lerischen Kräfte des Goetheanums. Wiederholung. (Besondere Karten zu lösen.) Sonntag 13. April Dr. Karl Schubert: Erziehung als schicksalgestaltende Kraft. 5 Uhr Konzert. Kompositionsabend Paul Baumann. Anschließend zwangloses Bei' sammensein. igungen des Erziehens* findet im großen Saal des Gustav»Siegle'Hausesf Leonhards* m Freitag, den 11. und Samstag, den 12. April, werden in dem Bühnensaal der 'eranstaltungen finden in den Räumen der Freien Waldorfschule, Kanonenweg 44, statt. Copyright Rudolf Steiner Nachlass-Verwaltung Buch: 3 0 8 Seite: 9 5 Anmeldungen von auswärts erbitten wir möglichst bald an die Freie Waldorfschule, Stuttgart, Kanonenweg 44, unter dem Kennwort »Erziehungstagung« gelangen zu lassen. Daselbst sind auch die Eintrittskarten zu erhalten. Preis der Eintrittskarte zu allen Veranstaltungen ~ außer den Darbietungen in Eurhythmie, die vom Goetheanum ausgehen, Preis einer Einzelkarte für einen Vor* oder Nachmittag G,»M. 1.—• Preis der Karten für die Vortragsreihe Dr. Rudolf Steiners allein (nur in beschränkter Zahl verfügbar) Sitjplatj G.-M. 8,—, Stehplatj G.»M. 5.—. Die Sitjplätje im Gustav* Siegle * Haus bei den Vorträgen Dr. Ru» dolf Steiners werden nach einem Schlüssel so verteilt, daß jeder Hörer bei jedem Vortrage einen anderen bestimmten Plat$ bekommt Zu den beiden EurhythmiesDarbietungen am Freitag, den 11. und Samstag, den 12. April, sind die Karten gesondert zu lösen. Karten zu G.*M. 5.—, 2«—, 1.—. Unterkunft kann auf Wunsch in beschränktem Umfang vermittelt werden, doch wird eine Gewähr dafür nicht übernommen. |


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