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Hinweise

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220 Die in diesem Band vorliegenden sechs Vorträge mit Fragenbeantwortungen bilden einen in sich geschlossenen Zyklus, den Rudolf Steiner unter dem Thema «Soziale Zukunft» auf Einladung des «Schweizer Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus» und der Anthroposophischen Gesellschaft im großen Saal des Zürcher Konservatoriums öffentlich gehalten hat.

Zwischen den in Zürich bereits im Frühjahr 1919 gehaltenen Vorträgen über die soziale Frage (vgl. den Band «Die soziale Frage», Bibliographie-Nr. 328), die den Ausgangspunkt bildeten für die die Dreigliederung des sozialen Organismus konstituierende Schrift «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft» (Bibliographie-Nr. 23) und dem hier vorgelegten Vortragszyklus hielt Rudolf Steiner eine Fülle von Vorträgen, um die Idee der Dreigliederung zu einer Bewegung für die Dreigliederung werden zu lassen mit dem Ziel einer grundlegenden sozialen Erneuerung. So sprach Rudolf Steiner vor Arbeitern, Studenten, Unternehmern, Lehrern und verschiedenen sozialen Vereinigungen. Die Bildung von Betriebs- und Kulturräten war ihm dabei ein besonderes Anliegen, was die zahlreichen Gesprächsabende mit Arbeiterausschüssen von Stuttgarter Betrieben sowie mit Persönlichkeiten aus dem kulturellen Leben verdeutlichen. Die Herausgabe der Mitschriften jener Gesprächsabende innerhalb der Gesamtausgabe wird derzeitig vorbereitet. Zur gleichen Zeit wurde durch Rudolf Steiner und Emil Molt (1876-1936) die Gründung einer Freien Schule für die Kinder der Arbeiter der Waldorf-AstoriaZigarettenfabrik vorbereitet, die im Herbst 1919 eröffnet werden konnte.

Auf dem Hintergrund dieser sehr ereignisreichen Monate stellen die hier vorliegenden Vorträge eine Vertiefung vorangegangener Vortragsinhalte dar, können aber auch als eine umfassende Einführung aufgefaßt werden, da Rudolf Steiner immer wieder Bezug nimmt auf die Entstehungsmomente der Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus sowohl die äußeren Geschehnisse als auch die tiefer liegenden, die Menschheit seit Mitte des 19. Jahrhunderts bewegenden sozialen Fragen betreffend.

Eine weitere Bedeutung kommt diesem Vortragszyklus insofern zu, als daß er viele Gesichtspunkte vor allem hinsichtlich des „Wirtschaftslebens enthält, die Rudolf Steiner in dem vor Studenten der Nationalökonomie gehaltenen «Nationalökonomischen Kurs» (Bibliographie-Nr. 340) und dem daran anschließenden Nationalökonomischen Seminar» (Bibliographie-Nr. 341) im Jahre 1922 weiter ausführt.
Die von Roman Boos (1889-1952), einem der bedeutendsten Mitarbeiter innerhalb der damaligen Dreigliederungsbewegung, der Erstveröffentlichung dieses Vortragszyklus' im Jahre 1950 beigegebenen Hinweise fanden auch in dieser Neuausgabe weitgehend Verwendung.


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8 in meinem Buche «Die Kernpunkte…»: Siehe Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft» (1919), Bibl.-Nr. 23, Gesamtausgabe Dornach 1976 (auch als Taschenbuchausgabe).
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8 die Zeitschrift «Soziale Zukunft»: Herausgegeben vom «Schweizer Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus»; 1.-4. Heft 2ürich 1919, 5.-7. Heft Dornach 1920, 8.-10. Heft Stuttgart 1921.
9 die Schrift von Hartley Withers: «Money and Credit in England. The Meaning of Money», London 1909; in deutscher Übersetzung: «Geld und Kredit in England», Jena 1911; von Rudolf Steiner zitiert nach C. M. von Unruh, «Zur Physiologie der Sozialwirtschaft», Leipzig 1918, S. 154.

Merkantilisten: Vertreter der Lehre des französischen Finanzministers Colbert (1619-1683), welche beinhaltet «das Bestreben, durch Ausfuhr von Waren möglichst viel Geld ins Land zu ziehen und den Geldabfluß möglichst zu verhindern» (Carl Jentsch, «Volkswirtschaftslehre», Leipzig 1918, S. 135).

Physiokraten: Sie lehrten, aufbauend auf Quesnay und Gournay, daß «die Natur allein mit Hilfe der menschlichen Arbeit Werte schaffe, die Landwirtschaft daher das einzige eigentlich produktive Gewerbe sei. Der freihändlerische (die Physiokraten standen in enger Beziehung zu Adam Smith' Freihandelslehre; Anm. d. Herausg.) Wahlspruch: laissez faire et laissez passer - Laßt alles gehn, wies gehen will -, wird von einigen Gournay, von anderen dem Kaufmann Legendre und d'Argenson zugeschrieben. Seitdem sind die Fabrikanten im allgemeinen Schutzzöllner, die Landwirte Freihändler geblieben, bis sich seit 1878 auch die letztern zum Protektionismus bekehrt haben.» (C. Jentsch, a. a. O., S. 216.)

Adam Smith, 1723-1790, britischer Philosoph und Volkswirtschafter. Er gilt als Begründer der «klassischen Nationalökonomie» und hat als erster die individualistischen und liberalen Wirtschaftstheorien des 18. Jahrhunderts geschlossen zur Darstellung gebracht. Hauptwerk: «An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations» (1776), 4 Bde., deutsch von Stirner 1846/47.

Claude Henry de Saint-Simon, 1760-1825, neben dem «religiösen Sozialisten» Saint-Simon bezeichnete Rudolf Steiner in verschiedenen seiner Vorträge auch die französischen Sozialisten Charles Fourier, 1772-1837, und Louis Blanc, 1811-1882, als «utopische Sozialisten». Vgl. den Vortrag vom 30. Juli 1919 in Rudolf Steiner, «Neugestaltung des sozialen Organismus», Bibl.-Nr. 330/331, Gesamtausgabe Dornach 1963 und den Vortrag vom 3. Februar 1919 in «Die soziale Frage», Bibl.-Nr. 328, Gesamtausgabe Dornach 1977.

Karl Marx, 1818-1883, Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und des dialektischen Materialismus.

Friedrich Engels, 1820-1895, Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus und des dialektischen Materialismus, die durch ihn stark popularisiert wurden.
10 David Ricardo, 1772-1823, englischer Volkswirtschafter, der bedeutendste Theoretiker der klassischen Schule der englischen Volkswirtschaftslehre neben Adam Smith. Auf dem Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit entwickelte er eine Werttheorie und vor allem seine eigene «Grundrententheorie», u. a. Hauptwerk: «Grundsätze der Volkswirtschaft und Besteuerung», 1817, deutsch 1923.

Wilhelm Röscher, 1817-1894, Nationalökonom, Begründer der ältesten historischen Schule der deutschen Volkswirtschaftslehre; vgl. auch C. Jentsch, a.a.O. S. 203-216. Hauptwerk: «System der Volkswirtschaft», 5 Bde., Stuttgart 1854— 1901.
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10 Adolf Wagner, 1835-1917, Nationalökonom, Vertreter des «Kathedersozialismus» und im besonderen einer staatssozialistischen Richtung. Seine Hauptforschungsgebiete waren das Geld- und das Bankwesen sowie die Finanzwissenschaft. Hauptwerk: «Lehr- und Handbuch der politischen Ökonomie», 10 Bde., 1876-1901.
12 durch die kopernikanische Weltanschauung, durch den Galileismus, durch die Erweiterung des Menschheitshorizontes durch Giordano Bruno und andere, viele andere: Die geistesgeschichtliche Entwickelung am Wendepunkt zur Neuzeit, als deren Repräsentanten neben Galilei, 1564-1642, Giordano Bruno, 1548-1600, und Kopernikus, 1473-1543, noch Kepler, 1571-1630, und Francis Bacon, 1561-1626, zu nennen sind, charakterisiert Rudolf Steiner eingehend in seinem Werk «Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), Bibl.-Nr. 18, Gesamtausgabe Dornach 1968 (auch als Taschenbuchausgabe).

man kann das… nachweisen: Siehe Rudolf Steiner, «Der Entstehungsmoment der Naturwissenschaft in der Weltgeschichte und ihre seitherige Entwickelung». Neun Vorträge und zwei Fragenbeantwortungen, Dornach 1922/23, Bibl.-Nr. 326, Gesamtausgabe Dornach 1977, und «Die Naturwissenschaft und die weltgeschichtliche Entwickelung der Menschheit seit dem Altertum», Vier Vorträge 1921 inBibl.-Nr. 325, Gesamtausgabe Dornach 1969.
17 Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der USA 1912-1920; er verkündete 1918 als Haupt der Entente die auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker aufgebauten «Vierzehn Punkte». Im öffentlichen Vortrag vom 12. November 1917 in Zürich wandte sich Rudolf Steiner gegen Wilson, weil dieser beabsichtigte, aus naturwissenschaftlichen Vorstellungen heraus soziale Gestaltungsprinzipien zu entwickeln. Vgl. hierzu Rudolf Steiner, «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie», Bibl.-Nr. 73, Gesamtausgabe Dornach 1973, und «Die geschichtliche Entwickelung des Imperialismus», erster Vortrag (Dornach, 20. Februar 1920), in: «Geistige und soziale Wandlungen in der Menschheitsentwickelung», Bibl.-Nr. 196, Gesamtausgabe Dornach 1966.
18 seit dem Sezessions- und Bürgerkrieg: Amerikanischer Sezessionskrieg, von 1861 bis 1865.

Und er [Wilson] hat immer wieder und wieder seine Stimme erhoben für die Freiheit der Menschen gegenüber jener Machtentfaltung, die aus Wirtschaftsverhältnissen heraus kommt: Ausdruck dieses Kampfes sind die «aus freier Rede in stürmischen Wahlversammlungen» erwachsenen Aufsätze, die unter dem Titel «Die neue Freiheit. Ein Aufruf zur Befreiung der edlen Kräfte eines Volkes» 1914 in München (2. Aufl. 1919) in deutscher Übersetzung herausgekommen sind. Siehe besonders das 8. Kapitel «Die Trustfrage und der freie Wettbewerb», das 9. Kapitel «Gnade oder Recht?», das 10. Kapitel «Die Entthronung des Boß», das 11. Kapitel «Die Befreiung des Geschäftslebens» und das 12. Kapitel «Die Befreiung der Lebenskräfte».
19 Der Grundschaden der neueren Entwickelung liegt darinnen: Siehe Wilson, a.a.O., speziell im 1. Kapitel «Das Alte stürzt»: «Das Gesetz weilt noch in einer toten Vergangenheit, die wir längst überholt haben.» (2. Aufl., S. 62) und im 2. Kapitel «Was ist Fortschritt?»: «Darum bin ich gezwungen, Fortschrittler
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19 zu sein, und sei es auch nur aus dem Grunde, daß wir weder auf dem wirtschaftlichen noch auf dem politischen Gebiete mit den Umwandlungen der Verhältnisse Schritt gehalten haben.» (2. Aufl., S. 78.)
20 Fast bis zur Wortwörtlichkeit stimmt Woodrow Wilsons Kritik der heutigen Gesellschaftsordnung überein mit dem, was selbst Lenin und Trotzki sagen: Anlaß für diesen Ausspruch gaben Reden, Vorlesungen und Schriften Lenins und Trotzkis am Ende des Krieges. Siehe Leo Trotzki, «Die Sowjet-Macht und der internationale Imperialismus», Bern 1918; Leo Trotzki, «Von der OktoberRevolution bis zum Brester Friedensvertrag», Bern 1918; N.Lenin, «Der Kampf um das Brot», Bern 1918; N. Lenin, «Staat und Revolution», Bern 1918.
22/23 Es darf in der Zukunft nicht mehr Regierungen über Menschen, über Personen geben…: Wörtlich: «An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen. Der Staat wird nicht <abgeschafft>, er stirbt ab.» (Nach Friedrich Engels, «Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft», 6. Aufl., S. 49.) Siehe auch Rudolf Steiner, «Marxismus und Dreigliederung» in: «Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915-1921», Bibl.- Nr. 24, Gesamtausgabe Dornach 1961, S. 31 ff., und Rudolf Steiners Vortrag vom 15. September 1919, in: «Gedankenfreiheit und soziale Kräfte», BibLNr. 333, Gesamtausgabe Dornach 1971, S. 82 ff.
29 es handelt sich darum, daß der Wert des Gutes in der Zirkulation des menschlichen Verkehrs zum wirklichen Ausdruck kommt: Siehe Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage», a.a.O., S. 126, speziell die Anmerkung zu S. 131: «Nur durch eine Verwaltung des sozialen Organismus, die … zustande kommt im freien Zusammenwirken der drei Glieder des sozialen Organismus, wird sich als Ergebnis für das Wirtschaftsleben ein gesundes Preisverhältnis der erzeugten Güter einstellen. Dieses muß so sein, daß jeder Arbeitende für ein Erzeugnis so viel an Gegenwert erhält, als zur Befriedigung sämtlicher Bedürfnisse bei ihm und den zu ihm gehörenden Personen nötig ist, bis er ein Erzeugnis der gleichen Art wieder hervorgebracht hat.» Siehe auch Rudolf Steiner, «Nationalökonomischer Kurs», Bibl.-Nr. 340, Gesamtausgabe Dornach 1965, S.82ff.

Da handelt es sich darum, vor allen Dingen die Bedingungen herauszufinden, durch die Güter mehr oder weniger wert werden: Über das Zusammenspiel der «wertebildenden Bewegungen» mit der «wertebildenden Spannung» siehe die ersten Vorträge des «Nationalökonomischen Kurses».
30 C. M. von Unruh, «Zur Physiologie der Sozialwirtschaft», Leipzig 1918, S. 136 ff.
31 Ich war lange Zeit Lehrer an einer Berliner Arbeiterbildungsschule: An der von dem Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht begründeten Arbeiterbildungsschule in Beriin (ab 1902 auch In Spandau) lehrte Rudolf Steiner Geschichte, Redekunst und Naturwissenschaften. Siehe auch Rudolf Steiner, «Mein Lebensgang», Bibl.-Nr. 28, Gesamtausgabe Dornach 1962, Kap. XXVIII; Rudolf Steiner, «Briefe II 1892-1902», Dornach 1953; Johanna Mücke / Alwin Rudolph, «Erinnerungen an Rudolf Steiner und seine Wirksamkeit an der Arbeiterbildungsschule in Berlin 1899-1904», Basel 1955; «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Heft Nr. 36, Dornach Jahreswende 1971/72, S. 21 u. 22.
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33 wie … die großen Wirtschaftsimperien, die Wirtschaftsimperialismen sich ausbildeten: Siehe dazu Rudolf Steiner, «Die geschichtliche Entwickelung des Imperialismus», 3. Vortrag, in: «Geistige und soziale Wandlungen in der Menschheitsentwickelung», Bibl.-Nr. 196, Gesamtausgabe Dornach 1966, S. 283 ff.
34 Nehmen Sie einmal den Südosten Europas, jenen Wetterwinkel, aus dem die eigentliche Weltkatastrophe zuletzt ihre Veranlassung bekommen hat: Am 28. Juni 1914 Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo.

Berliner Kongreß: 13. Juni bis 13. Juli 1878 zur Beilegung des russisch-türkischen Krieges 1877/78. Österreich-Ungarn erhielt das Mandat, die türkischen Provinzen Bosnien und Herzegowina «zu besetzen und zu verwalten».

die jungtürkische Herrschaft: Die «Jungtürken» (gegründet 1876) zwangen 1906 den Sultan Abdul Hamid zur Wiedereinführung der 1876 aufgehobenen Verfassung und zur Einräumung des maßgebenden Einflusses auf den Staat an das «Komitee für Einheit und Fortschritt».

daß Österreich zur Annexion … von Bosnien und der Herzegowina geführt wurde: Am 7. Oktober 1908.

daß Bulgarien aus einem Fürstentum sich zu einem Königreich machte: Fürst Ferdinand von Coburg erklärte am 15. Oktober 1908 die Unabhängigkeit von der türkischen Herrschaft und nahm den Königstitel an.
35 Sie finden, daß die Kirche zinsfeindlich war: Für Kleriker wurde das Zinsnehmen schon auf den Synoden von Elvira (300), Arles (314), Nicäa (325), für Laien erst in der Karolingerzeit verboten.
36 Hartley Withers: Siehe Hinweis zu S. 9.
46 die wirtschaftliche Sozialisierung in Ungarn: Gemeint ist hier die Räte-Diktatur in Ungarn unter Bela Kun vom 21. März bis 1. August 1919.
51 Napoleon HL, 1808-1873, französischer Kaiser von 1852 bis 1870.
52 Mehrwert: Zur Mehrwerttheorie von Karl Marx siehe: «Das Kapital», Bd. 1, 3. Abschn.: «Die Produktion des absoluten Mehrwerts», 4. Abschn.: «Die Produktion des relativen Mehrwerts», 5. Abschn.: «Die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerts».
54 Arbeitskraft: Siehe Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage», a. a. O.; gegen Ende des 1. Kapitels schreibt Rudolf Steiner über den Irrtum von Karl Marx, daß der wirtschaftliche Wert «geronnene Arbeitskraft» sei. Siehe auch Rudolf Steiner, «Nationalökonomischer Kurs», a. a. O., 2. Vortrag, und Karl Marx, «Das Kapital», Bd. I, 2. Abschn., 4. Kap.: «Kauf und Verkauf der Arbeitskraft» und 3. Abschn., S.Kap.: «Arbeitsprozeß und Verwertungsprozeß».
57 daß ein Verbindungsglied geschaffen werden muß zwischen den menschlichen Bedürfnissen, die den Gütern, den Erzeugnissen ihren Wert geben, und den Preisen: Vgl. die drei Preisgleichungen im 8. Vortrag des «Nationalökonomischen Kurses»: die Händlergleichung, die Produzentengleichung und die Konsumentengleichung. Für den Produzenten und für den Konsumenten ist der Preis mitbestimmender Faktor, nicht Effekt des Wirtschaftens.
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60 daß das Geld … bloß eine Art Buchhaltung ist, eine fließende Buchhaltung: Siehe hierzu Rudolf Steiner, «Nationalökonomischer Kurs», a.a.O., H. Vortrag, S. 203 ff.
65 Lesen Sie so etwas wie «Staat und Revolution» von Lenin: Unter seinem literarischen Pseudonym W. Iljin (N. Lenin) veröffentlichte Wladimir Iljitsch Lenin im Jahre 1918 seine lange vorbereitete Schrift «Staat und Revolution. Die Lehre des Marxismus vom Staat und die Aufgaben des Proletariats in der Revolution», Belp/Bern 1918.

jeder… «nach seinen Fähigkeiten und seinen Bedürfnissen»: Lenin zitiert in «Staat und Revolution», a.a.O., S. 145 aus der «Kritik des Gothaer Programms» von Karl Marx. Wörtlich heißt es dort: «… nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktionskräfte gewachsen sind, und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!»
66 Diese ganz andere Menschenrasse muß erst geschaffen werden: Wörtlich heißt es in Lenins «Staat und Revolution», a. a. O., S. 147: «Ignoranz — denn keinem Sozialisten kann es in den Sinn kommen zu < versprechen>, daß die höhere Entwicklungsphase des Kommunismus eintreten muß, die Voraussicht der großen Sozialisten eines solchen Zeitalters setzt auch eine Produktivität der Arbeit und einen Menschenschlag voraus, der von dem heutigen weit entfernt ist, von diesem hastigen Menschen, der imstande ist <dir nichts mir nichts > - etwa wie die Seminaristen in den Genreskizzen von Pomjalowski — Magazine öffentlicher Vorräte zu beschädigen und das Blaue vom Himmel zu verlangen.»
67 das ist .. . in schlimmerer Weise der Zarismus fortgesetzt als er war: Siehe Rudolf Steiner, «Die geschichtliche Entwickelung des Imperialismus», 3. Vortrag, in: «Geistige und soziale Wandlungen in der Menschheitsentwickelung», a. a. O,, S. 265: «Dasjenige, was russischer Zarismus war, das heißt heute, wo es in seiner Wahrheit erschienen ist, Lenin und Trotzkij, Bolschewismus. Das ist die konkrete Wahrheit desjenigen, was damals bloß eine Illusion war. Der Zarismus ist bloß die an der Oberfläche schwimmende Lüge; dasjenige, was aber dieser Zarismus wirklich gepflegt hat, erschien, sobald er selbst weggefegt war, in seiner wahren Wirklichkeit.»
68 die Republikanische Partei ist nicht republikanisch und die Demokratische Partei ist nicht demokratisch: Die Demokratische Partei ist ursprünglich die Partei der südlichen Pflanzerstaaten, mit Sklaverei. Gegründet wurde sie von Thomas Jefferson mit dem Ziel, die Rechte der Einzelstaaten gegenüber der Bundesregierung zu behaupten. Die Republikanische Partei wurde 1856 gegründet mit zentralistischen, sklavereifeindlichen, schutzzöllnerischen Zielen, mit Anhang besonders in den sich industrialisierenden Nordstaaten.

Als ich im Januar 1918 … wiederum nach Berlin kam, da sprach ich mit einem Manne, der in den Ereignissen sehr tief darinnen stand: Hier handelt es sich nach begründeter Vermutung um Oberst von Haeften - den Rudolf Steiner über Frau von Moltke kennenlernte -, der damals die militärische Propagandastelle des Auswärtigen Amtes leitete und in dieser Stellung Vertrauensmann von Ludendorff war. Bereits im Jahre 1917 wurde Rudolf Steiner von Otto Graf
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68 Lerchenfeld, dem Neffen des bayrischen Vertreters im Bundesrat, Graf Hugo von Lerchenfeld, gebeten, seine Ideen von der Dreigliederung des sozialen Organismus schriftlich auszuarbeiten. Otto Graf Lerchenfeld schrieb in dem von Roman Boos im Jahre 1933 in Dornach herausgegebenen Buch «Rudolf Steiner während des Weltkrieges»: «Und brennend stieg aus solcher Qualstimmung die Frage auf: Wer kann dem deutschen Volk den Weg aus dieser Sackgasse weisen? … Mir war es klar, daß nur einer es könne, nur einer den absoluten Überblick habe, und an ihn habe ich mich in jenen Tagen gewandt mit den Fragen, die lastend und heiß auf der Seele brannten. Rudolf Steiner wohnte in diesen Tagen in der Motzstraße in Berlin, wo ich ihn aufsuchte. … und was Rudolf Steiner in zwingender Logik dazu zu sagen hatte, war so, daß die Stimmung, in der ich zu ihm gekommen war, in ihr gerades Gegenteil umschlug. Wie stark dieser Umschwung war, mögen wiederum einige Sätze aus meinen Erinnerungen dartun: <… war heute drei Stunden bei Dr. Steiner in der Motzstraße. Vor mir steht die Lösung von allem. Weiß, daß es keine andere geben kann. Dreigliederung des sozialen Organismus hat er genannt, was er wie das Ei des Columbus vor mich hingestellt hat. …»> (S. 58.) Wenig später legte Rudolf Steiner seine Ideen in Form von zwei Memoranden nieder. «An viele der führenden Persönlichkeiten in Deutschland und Österreich wurde nunmehr herangetreten, manch einem, der auf die Gedanken einzugehen schien, eine der beiden Schriften überreicht.» (Otto Graf Lerchenfeld, a. a. O., S. 59.) Siehe auch Rudolf Steiner, «Die Memoranden vom Juli 1917», in: «Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage 1915-1921», a.a.O., S. 329ff., und Rudolf Steiners Vortrag vom 24. November 1918, in «Entwicklungsgeschichtliche Unterlagen zur Bildung eines sozialen Urteils», Bibl.-Nr. 185 a, Gesamtausgabe Dornach 1963, S. 216 ff. Vgl. dazu «Nachrichten der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung», Nr. 15 («Das Jahr 1917 - Im Gedenken an ein geistes- und weltgeschichtliches Ereignis»), Dornach Sommer 1966, S. 7ff.; desgl. Nr. 24/25: «Sonderheft 50 Jahre <Die Kernpunkte der sozialen Frage> April 1919-April 1969», Dornach Ostern 1969, S. 9 ff. und Nr. 27/28: «1919 - Das Jahr der Dreigliederungsbewegung und der Gründung der Waldorf schule», Dornach ichaeli/Weihnachten 1969, S. 12 ff.
69 Frühjabrsoffensive vom Jahre 1918: Am 21. März 1918 begann die Offensive von 62 deutschen Divisionen mit dem strategischen Ziel, die englische Front aufzurollen. Am 26. März wurde Foch als Generalissimus der alliierten Armeen berufen, der am 18. Juli in die Flanke der gerade durch die taktischen Erfolge der Offensive verwundbar gewordenen deutschen Front einbrach und die deutsche Niederlage besiegelte.

Brest-Litowsk: 15. Dezember 1917: deutsch-russischer Waffenstillstand von Brest-Litowsk, auf deutscher Seite abgeschlossen von Staatssekretär Kühlmann und General Hoffmann, auf russischer Seite von Joffe und Trotzki. Anschließend langwierige Friedensverhandlungen. 9. Februar 1918: Sonderfriede der Mittelmächte mit der Ukraine. 10. Februar 1918: Trotzki erklärt einseitig den Krieg für beendet, auch ohne Friedensvertrag, und bricht die Verhandlungen ab. 24. Februar 1918: deutsches Ultimatum. 3. März 1918: Rußland unterzeichnet in Brest-Litowsk unter Protest den Friedensvertrag. Im Waffenstillstand von Compiegne und endgültig im Friedensvertrag von Versailles setzen die Alliierten die Aufhebung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk durch.
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69 Das hätte treten müssen als eine geistige Aktion an die Stelle der unmöglichen Aktion von Brest-Litowsk: Siehe Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage», a.a.O., S. 153: «Und die Völker des russischen Ostens hätten ganz gewiß in jenem Zeitpunkt Verständnis gehabt für eine Ablösung des Zarismus durch solche Impulse (d.h. des dreigliedrigen sozialen Organismus, Anm. der Herausg.). Daß sie dies Verständnis gehabt hätten, kann nur der in Abrede stellen, der keine Empfindung hat für die Empfänglichkeit des noch unverbrauchten osteuropäischen Intellekts für gesunde soziale Ideen. Statt der Kundgebung im Sinne solcher Ideen kam Brest-Litowsk.»

Ich erinnere nur daran> daß Lenin im plombierten Wagen durch Deutschland nach Rußland geführt worden ist: Lenin fuhr im April 1917 mit Erlaubnis des deutschen Generalstabs (Ludendorf f) von Zürich nach Petrograd. Im Juli 1917 unternahm er einen ersten Umsturzversuch, der aber mißglückte. Im November 1917 gelang es ihm, die «demokratische» Diktatur Kerenskis zu stürzen und die russische Sowjetrepublik auszurufen.
71 Herzog Karl August, 1757-1828, Großherzog von Sachsen-Weimar; seit 1774 enge Freundschaft mit Goethe.

der Schwaben-Vischer: Besonders die Schlußszene des zweiten Teils bereitet Vischer Ärgernis. Siehe Friedrich Theodor Vischer, «Goethe's Faust. Neue Beiträge zur Kritik des Gedichts», Stuttgart 1875. Beispielsweise fügt er der Strophe
'' '' «Waldung, sie schwankt heran,
'' '' Felsen, sie lasten dran,

die Bemerkung bei: «Es hilft nichts, es muß heraus: dies ist kindisch, unbegreifliche Erscheinung teilweise Kindischwerdens in einem Alter von achtundfünfzig Jahren, während derselbe Mann sonst noch in der vollen Kraft steht. …» (S. 102). Kurz nachher: «… dieser zweite Teil Faust nimmt da und dort bedeutende poetische Anläufe, läßt da und dort den ächten Geist Goethes durchblicken, ist aber im Ganzen eine Reihe lederner, abstruser Allegorien und verläuft nicht nur durch sie, sondern namentlich auch durch seine senilen Sprachschnörkel auf Schritt und Tritt ins Absurde…» (S. 110f.). Siehe auch Rudolf Steiner, «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes Faust», 2 Bände, Bibl.-Nr. 272/273, Gesamtausgabe Dornach 1967.
72 wie künstlerisch es auch in der Gestaltungskraft isty wenn man es eurythmisch darstellt: Siehe Rudolf Steiner, «Zur Darstellung von Faust-Szenen» in «Eurythmie - Die Offenbarung der sprechenden Seele», Bibl.-Nr. 277, Gesamtausgabe Dornach 1972, S. 88 ff.

Goetheanismus: Vgl. Rudolf Steiner, «Der Goetheanismus, ein Umwandlungsimpuls und Auferstehungsgedanke. Menschenwissenschaft und Sozialwissenschaft», Bibl.-Nr. 188, Gesamtausgabe Dornach 1967.
73 £5 gehört zum interessantesten Studium der modernen Arbeiterbewegung, kennenzulernen die drei Programme: Das Eisenacher Programm: Aufgestellt im August 1869 anläßlich der Gründung der «Sozialdemokratischen Arbeiterpartei» durch Wilhelm Liebknecht und August Bebel. - Das Gothaer Programm: Vom Mai 1875 anläßlich des Zusammenschlusses dieser «Arbeiterpartei» mit dem etwa gleich starken, bereits im Mai 1863 durch Lassalle begründeten
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73 «Allgemeinen deutschen Arbeiterverein». - Das Erfurter Programm: Vom Oktober 1891, durch Kautsky bearbeitet, anläßlich der Neuorganisation der «Sozialdemokratischen Partei Deutschlands» als Glied der zwei Jahre zuvor errichteten «Zweiten Internationale».
74 wie ein Zusammenarbeiten besteht zwischen dem sogenannten Arbeitnehmer und Arbeitgeber: In seinem Buch «Die Kernpunkte der sozialen Frage» ersetzt Rudolf Steiner das Begriffspaar Arbeitnehmer - Arbeitgeber durch Arbeitleister - Arbekleker. «Durch soziale Einrichtungen, die in der Richtung des hier Dargestellten liegen, wird der Boden geschaffen für ein wirklich freies Vertragsverhältnis zwischen Arbeitleiter und Arbeitleister. Und dieses Verhältnis wird sich beziehen nicht auf einen Tausch von Ware (beziehungsweise Geld) für Arbeitskraft, sondern auf die Festsetzung des Anteiles, den eine jede der beiden Personen hat, welche die Ware gemeinsam zustande bringen.» (S. 99.)

Dann aber darf nicht mehr daran gedacht werden, die Arbeit als solche zu bezahlen: Siehe die Kritik am verfehlten Begriff «Arbeit» von Karl Marx im «Nationalökonomischen Kurs», S. 31 ff.

Die Arbeit wird so .. . zur Grundlage der wirtschaftlichen Ordnung: Vgl. Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage», a. a. O., S. 70 ff.: «Wie die Natur Vorbedingungen schafft, die außerhalb des Wirtschaftskreises liegen und die der wirtschaftende Mensch hinnehmen muß als etwas Gegebenes, auf das er erst seine Wirtschaft aufbauen kann, so soll alles, was im Wirtschaftsbereich ein Rechtsverhältnis begründet von Mensch zu Mensch, im gesunden sozialen Organismus durch den Rechtsstaat seine Regelung erfahren, der wie die Naturgrundlage als etwas dem Wirtschaftsleben selbständig Gegenüberstehendes sich entfaltet.»

daß . '.. ein jeder Mensch … für das, was er erzeugt, das bekommt, was ihn in den Stand setzt, seine Bedürfnisse so lange zu befriedigen, bis er ein gleiches Produkt wieder erzeugt haben wird: Siehe hierzu Rudolf Steiner, «National-Ökonomischer Kurs», a. a. O., 6. Vortrag, S. 82 ff. und «Die Kernpunkte der sozialen Frage», a. a. O., S. 131 ff.
77 Woodrow Wilson: Siehe Hinweise zu den Seiten 17-19.
84 um das siebente Jahr herum: Siehe Rudolf Steiner, «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» (1907), in: «Luzifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus der Zeitschrift <Luzifer> und <Lucifer-Gnosis> 1903-1908», Bibl.-Nr.34, Gesamtausgabe Dornach 1960, S. 321 ff. (Einzelausgabe Dornach 1976, S. 19 ff.)

diese sachgemäße Betrachtungsweise auch übertragen auf die Geschichtsbetrachtung: Vgl. das Kapitel «Die Weltentwickelung und der Mensch» in Rudolf Steiner, «Die Geheimwissenschaft im Umriß», Bibl.-Nr. 13, Gesamtausgabe Dornach 1968 (auch als Taschenbuchausgabe).
88 eine große Partei…, die sich Zentrum nannte: Im Jahre 1870 auf Grund eines Aufrufes von Peter Reichensperger als katholische Partei gegründet, bildete sie die Opposition gegen die kleindeutsch-preußische Reichsgründung. Nach 1914 gab sie sich den Namen «Deutsche Zentrumspartei». Während des Ersten Weltkrieges verband sie sich unter dem Einfluß Erzbergers mit den «Fortschrittlern» und Sozialdemokraten zur Reichstagsmehrheit der Friedensresolution (1917).
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91 dann wird man die Realität im dreigegliederten sozialen Organismus einfach dadurch schaffen, daß man den selbständigen Rechtsboden schafft: Im Hintergrund dieser Formulierungen stehen Gespräche, die zur Zeit dieser Vorträge mit Rudolf Steiner über rechtsphilosophische Grundfragen geführt wurden, und in denen er sich entschieden gegen die vom Neu-Kantianer Rudolf Stammler vertretene Lehre wandte, «Recht» und «Wirtschaft» könnten abstrakt als «Form» und «Stoff» verstanden werden. Im Leben des sozialen Organismus müssen dieser «Stoff», die Wirtschaft, und diese «Form», das Recht, in ständiger bewegter Wechselbeziehung zueinander sich betätigen. Die «starke Stoßkraft des Rechtslebens, die das Wirtschaftsleben meistern kann», kann nur auf einem «selbständigen Rechtsboden» wachsen, von dem aus sie ständig gestaltgebend in den «Stoff» der Wirtschaft hinüberwirkt. In der Wirklichkeit des Lebens geht es nicht um philosophisch-logische Kategorien wie «Stoff» und «Form», sondern um das lebensgemäße Zusammenspiel von Gegensätzen. «Dreigliederung» bedeutet nicht Zertrennung einer Einheit. Denn nur «von einem unwirklichen Denken … wird geglaubt…, die Menschen könnten in einer Gemeinschaft nur eine Einheit des Lebens erzeugen, wenn diese Einheit durch Anordnung erst in die Gemeinschaft hineingetragen wird. Doch das Umgekehrte wird von der Lebenswirklichkeit verlangt. Die Einheit muß als Ergebnis entstehen; die von verschiedenen Richtungen her zusammenströmenden Betätigungen müssen zuletzt eine Einheit bewirken …» («Kernpunkte…», a. a. O., S. 121.)
97 was man im platonischen Staat findet als Gliederung der Menschen …in drei Stände: Siehe Piatons Schrift «Politeia» («Der Staat»), besonders das dritte Buch.
105 die ungarische Revolution: Am 30. Oktober 1918 kamen durch eine Revolution die Linksparteien unter Graf Michael Karolyi an die Macht; dieser übergab am 21. März 1919 die Herrschaft an Bela Kun, der die Räterepublik ausrief. Siehe auch Hinweis zu S. 46.

die deutsche Revolution vom 9. November 1918: Sie hatte unter anderem zur Folge die Bekanntgabe des Thronverzichts Wilhelms II. und des Kronprinzen, die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann und die Übertragung der Regierungsgeschäfte an den SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert.
109 Ich wollte wahrhaftig nicht irgendein dem Meray oder dem älteren Schaffle entsprechendes Analogiespiel treiben: Siehe Albert Schaffle, 1831-1903, Nationalökonom und Soziologe, 1862/65 Abgeordneter im württembergischen Landtag, 1871 österreichischer Handelsminister, in seinem Werk «Bau und Leben des sozialen Körpers» 1875-78, 4 Bde., und C. H. Meray in seinem Buch «Weltmutation. Schöpfungsgesetze über Krieg und Frieden und die Geburt einer neuen Zivilisation», Zürich 1918. Vgl. auch Rudolf Steiner, «Die Kernpunkte der sozialen Frage», a. a. O., S. 59 ff.

in meinem Buche «Von Seelenrätseln»: Die grundlegende Darstellung der Dreigliederung des menschlichen Organismus gab Rudolf Steiner in dem Kapitel «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit» seines im Jahre 1917 erschienenen Buches «Von Seelenrätseln», Bibl.-Nr. 21, Gesamtausgabe Dornach 1976.
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113 wie eine soziale Krankheit, wie eine Art Krebsbildung: Vgl. Rudolf Steiner, «Inneres Wesen des Menschen und Leben zwischen Tod und neuer Geburt», Bibl.-Nr. 153, Gesamtausgabe Dornach 1959, 6. Vortrag, S. 164/65: «Es wird also heute für den Markt ohne Rücksicht auf den Konsum produziert, nicht im Sinne dessen, was in meinem Aufsatz <Geisteswissenschaft und soziale Frage > [in: <Luzifer-Gnosis 1903-1908>. S. 191; Anm. d. Herausg.] ausgeführt worden ist, sondern man stapelt in den Lagerhäusern und durch die Geldmärkte alles zusammen, was produziert wird, und dann wartet man, wieviel gekauft wird. Diese Tendenz wird immer größer werden, bis sie sich … in sich selber vernichten wird. Es entsteht dadurch, daß diese Art von Produktion im sozialen Leben eintritt, im sozialen Zusammenhang der Menschen auf der Erde genau dasselbe, was im Organismus entsteht, wenn so ein Karzinom entsteht. Ganz genau dasselbe, eine Krebsbildung, eine Karzinombildung, Kulturkrebs, Kulturkarzinom! So eine Krebsbildung schaut derjenige, der das soziale Leben geistig durchblickt; er schaut, wie überall furchtbare Anlagen zu sozialen Geschwürbildungen aufsprossen. Das ist die große Kultursorge, die auftritt für den, der das Dasein durchschaut. Das ist das Furchtbare, was so bedrückend wirkt, und was selbst dann, wenn man sonst allen Enthusiasmus für Geisteswissenschaft unterdrücken könnte, wenn man unterdrücken konnte das, was den Mund öffnen kann für die Geisteswissenschaft, einen dahin bringt, das Heilmittel der Welt gleichsam entgegenzuschreien für das, was so stark schon im Anzug ist und was immer stärker und stärker werden wird. Was auf seinem Felde in dem Verbreiten geistiger Wahrheiten in einer Sphäre sein muß, die wie die Natur schafft, das wird zur Krebsbildung, wenn es in der geschilderten Weise in die Kultur eintritt.»

der Dornacher Bau, das Goetheanum: Zentrum der Anthroposophischen Bewegung in Dornach bei Basel, Hochschule für Geisteswissenschaft; künstlerisch in Holz gestalteter Doppelkuppelbau, erbaut 1913-1922 unter der künstlerischen Leitung Rudolf Steiners. Der im Innern noch nicht ganz fertiggestellte, aber seit 1920 In Betrieb genommene Bau wurde m der Silvesternacht 1922/23 durch Brand vernichtet. Für einen zweiten Bau schuf Rudolf Steiner das Außenmodell; er wurde 1928/1929 fertiggestellt. Vgl. Rudolf Steiner, «Der Baugedanke des Goetheanum», Bibl.-Nr. 290, Gesamtausgabe Stuttgart 1958.
115 Leonardo da Vinci, 1452-1519.

Raffaelo Santi, 1483-1520.

botokudiscb: Wurde in der Bedeutung von «ungebildet» gebraucht. Die Botokuden waren ein primitiver Indianerstamm in Ostbrasilien.
116 als ich jahrelang Lehrer an einer Arbeiterbildungsschule war: Siehe Hinweis zuS. 31.
120 in meiner «Philosophie der Freiheit»: Vgl. Rudolf Steiner, «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung. Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), Bibl.-Nr. 4, Gesamtausgabe Dornach 1973.

die Idee Woodrow Wilsons von der „Freiheit: Vgl. Woodrow Wilson, «Die neue Freiheit», a.a.O., bes, Kap. 12: «Die Befreiung der Lebenskräfte»; siehe auch Hinweis zu S. 18.
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123 Das versuchte ich namentlich in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in den anderen Büchern: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904), Bibl.-Nr. 10, Gesamtausgabe Dornach 1975; «Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung» (1904), Bibl.-Nr. 9, Gesamtausgabe Dornach 1973; «Die Stufen der höheren Erkenntnis» (1905), Bibl.-Nr. 12, Gesamtausgabe Dornach 1977; «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), Bibl.-Nr. 13, Gesamtausgabe Dornach 1977; «Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen» (1912), Bibl.-Nr. 16, Gesamtausgabe Dornach 1968; «Die Schwelle der geistigen Welt» (1913), Bibl. - Nr. 17, Gesamtausgabe Dornach 1972 (diese Bände sind auch als Taschenbuchausgaben erschienen).
127 ich habe in meinem Buche «Von Seelenrätseln» … gezeigt,,.. daß zwischen den Sinnesnerven und den sogenannten motorischen Wtllensnerven ein prinzipieller Unterschied nicht besteht: Siehe Rudolf Steiner, «Von Seelenrätseln», a. a. O., IV. Skizzenhafte Erweiterungen des Inhalts dieser Schrift, 6: «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit».

Tabes: Tabes dorsalis (lat.), Rückenmarksschwindsucht.
128 Michelangelo Buonarroti, 1475-1564.

«Wem die Natur…»: Vgl. Goethe, «Sprüche in Prosa», S. 494 und Rudolf Steiners Fußnote in Band V von «Goethes Naturwissenschaftliche Schriften», herausgegeben und kommentiert von Rudolf Steiner in Kürschners «Deutsche National-Litteratur» (1897), Bibl.-Nr. 1 e, Nachdruck Dornach 1975.
129 Dornacher Goetheanum: Siehe Hinweis zu S. 113.
133 in letzter Zeit, da mir die Aufgabe gestellt war, einen seminaristischen Kursus für Lehrer abzuhalten: Der gesamte Kursus, der von Rudolf Steiner vor Lehrern der zukünftigen Waldorfschule in Stuttgart im August/September 1919 gehalten wurde, liegt innerhalb der Gesamtausgabe in den folgenden drei Bänden vor: «Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik», Bibl.- Nr. 293, Dornach 1973 (auch als Taschenbuchausgabe); «Erziehungskunst. Methodisch-Didaktisches», Bibl.-Nr. 294, Dornach 1974 (auch als Taschenbuchausgabe); «Erziehungskunst. Seminarbesprechungen und Lehrplanvorträge», Bibl.-Nr. 295, Dornach 1977.

Waldorfschule in Stuttgart: Freie Waldorfschule. Einheitliche Volks- und höhere Schule, Stuttgart; begründet im September 1919 durch Kommerzienrat Dr. h. c. Emil Molt im Zusammenhang mit der Bewegung für soziale Dreigliederung. Anfänglich Unternehmen der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik, Stuttgart. Ab Mai 1920 durch die Gründung des Waldorf schul Vereins selbständig. Pädagogische Leitung Rudolf Steiner, Leiter der Verwaltung E. A. Karl Stockmeyer.
136 eurythmische Kunst: Vgl. Rudolf Steiner, «Eurythmie - Die Offenbarung der sprechenden Seele. Eine Fortbildung der Goetheschen Metamorphosenanschauung im Bereich der menschlichen Bewegung», Bibl.-Nr. 2775 Gesamtausgabe Dornach 1972; «Eurythmie als sichtbarer Gesang» (Ton-Eurythmie-Kurs), Bibl.- Nr. 278, Gesamtausgabe Dornach 1975; «Eurythmie als sichtbare Sprache» (Laut-Eurythmie-Kurs), Bibl.-Nr. 279, Gesamtausgabe Dornach 1968; «Was ist und will die neue Bewegungskunst Eurythmie?», Einzelausgabe Dornach 1972.
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138 in diesem Buch des Czernin: Ottokar Graf von Czernin, 1872-1932, österreichischer Staatsmann, 1916 Außenminister, mußte 1918 zurücktreten. Er setzte sich für eine rasche Beendigung des Krieges ein. Das angeführte Zitat findet sich in seinem Werk «Im Weltkrieg», Berlin/Wien 1919, S. 372/73.
139 in meiner kleinen Schrift; «Wahrheit und Wissenschaft. Vorspiel einer Philosophie der Freiheit», Bibl.-Nr. 3, Gesamtausgabe Dornach 1958.

«Philosophie der Freiheit»: Siehe Hinweis zu S. 120.

«Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit»: Bibl.-Nr. 5, Gesamtausgabe Dornach 1963 (auch als Taschenbuchausgabe).
140 die Wagner-Schopenhauersche Weltanschauung: Vgl. Friedrich Nietzsche «Schopenhauer als Erzieher» (1874), «Richard Wagner in Bayreuth» (1876), «Der Fall Wagner. Ein Musikanten-Problem» (1888) und «Nietzsche contra Wagner. Aktenstücke eines Psychologen» (erschien 1895 in der Gesamtausgabe zum ersten Mal; 1888 bereits gedruckt, aber nicht ausgegeben).
141 was man findet als seine Idee von der «Wiederkunft des Gleichen» und als seine Idee vom «Übermenschen»: Vgl. Friedrich Nietzsche, «Die Wiederkunft des Gleichen. Entwurf» (Sommer 1881), Leipzig 1897, und «Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen», erster Teil 1883, erste Gesamtausgabe 1892.
142 Eugen Dühring, 1833-1921, Philosoph, Naturforscher und Volkswirtschafter; er bekämpfte alle «Jenseitsreligionen», besonders das Christentum und das Judentum, aber auch die Gesellschaftsordnung seiner Zeit.

es ist in seinem «Kursus der Philosophie»: Eugen Dühring, «Kursus der Philosophie als streng wissenschaftlicher Weltanschauung und Lebensgestaltung», Leipzig 1875, S. 84f. Siehe auch Rudolf Steiner, «Mein Lebensgang», a.a.O., Kap. XVIII, und den Aufsatz «Die <sogenannte > Wiederkunft des Gleichen von Nietzsche», in «Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887-1901», Bibl.-Nr. 31, Gesamtausgabe Dornach 1966, S. 549 ff.

Wenn Sie einmal sein Exemplar in die Hand nehmen im Nietzsche-Archiv: «Französische Moralforschung»: Vgl. hierzu Jean-Marie Guyau, 1854-1888, französischer Philosoph; er verfaßte unter anderem das Werk «Esquisse d'une morale sans Obligation ni sanction» (1885), das in deutscher Sprache unter dem Titel «Sittlichkeit ohne Pflicht» von Elisabeth Schwarz mit einer biographischkritischen Einleitung von Alfred Fouillee und den Randbemerkungen Friedrich Nietzsches in Leipzig 1910 erschienen ist.

Ralph Waldo Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Dichter, Verbreiter des deutschen Idealismus und Transzendentalismus in Nordamerika; seine sehr populär gewordenen «Essays» verfaßte er zwischen 1840 und 1844.

Das können Sie entnehmen aus seinem «Antichrist»: Friedrich Nietzsche, «Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christentums». Das erste Buch des unvollendeten Werkes Nietzsches «Der Wille zur Macht». In der Gesamtausgabe 1895 zum ersten Mal gedruckt.
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143 Friedrich Wilhelm Schelling, 1775-1854, der Philosoph der deutschen Romantik; siehe die «Philosophie der Mythologie und der Offenbarung» (veröffentlicht nach den Manuskripten seiner Berliner Vorlesungen in den letzten Bänden der 1856-1861 erschienenen Gesamtausgabe).
146 daß sich da etwas zeigt, was auf das eigentlich Künstlerische auch der Dichtkunst zum Beispiel hinweist: Siehe Rudolf Steiner / Marie Steiner-von Sivers, «Die Kunst der Rezitation und Deklamation», Bibl.-Nr. 281, Gesamtausgabe Dornach 1967, S. 125 ff.
150 Staatsmänner könnte ich Ihnen anführen, die gesagt haben noch in diesem Frühling 1914 …: Wir leben in den freundnachbarlichsten Beziehungen zu Petersburg: Gemeint ist neben Bethmann Hollweg (deutscher Reichskanzler von 1909-1917) vor allem Gottlieb von Jagow, der von 1913-1916 Staatssekretär des Auswärtigen war. Siehe hierzu z. B. Rudolf Steiner, «Die soziale Frage als Bewußtseinsfrage», Dornach 1957, S. 120 (Gesamtausgabe in Vorbereitung).
161 Da haben wir einen heute sehr angesehenen Denker über das Wirtschaftsleben: Robert Wilbrandt, «Sozialismus», Jena 1919.
164 Scheitern müssen diese Versuche …: Wörtlich: «Und der Sozialismus wird» wenn jemals verwirklicht, als Gesellschaftsbedürfnis pflegen, was heute gepredigt, doch in der Welt ist: das Christentum.» (R. Wilbrandt, «Sozialismus», S. 338.)
165 In meinen «Kernpunkten der sozialen Frage»: Siehe a. a. O., S. 109 ff.
173 Immanuel Kant, 1724-1804. Siehe z.B. Rudolf Steiner, «Wahrheit und Wissenschaft», Bibl.-Nr. 3, Gesamtausgabe Dornach 1958; in der Vorrede zu diesem Buch schreibt Rudolf Steiner: «Die Philosophie der Gegenwart leidet an einem ungesunden Kant-Glauben. Die vorliegende Schrift soll ein Beitrag zu seiner Überwindung sein.»
175 Ich habe in einer kleinen süddeutschen Stadt einmal einen Vortrag gehalten über die Weisheit des Christentums: Am 21. November 1905 hielt Rudolf Steiner in Kolraar (jetzt zu Frankreich gehörend) einen öffentlichen Vortrag über das Thema: «Die Weisheitslehren des Christentums im Lichte der Theosophie.» Eine Nachschrift ist nicht vorhanden.
177 Henry George, 1839-1897, amerikanischer Nationalökonom; «Progress and poverty», New York 1880; deutsch: «Fortschritt und Armut», Berlin 1880, 2. Aufl. 1884.

die sogenannte «single tax»: Alleinige Steuer auf den Wert von Grund und Boden und anderer natürlicher Reichtumsquellen; der «impot unique» der Physiokraten.
178 Adolf Damascbke, 1865-1935, Führer der deutschen Bodenreformer; vgl. sein Werk «Die Bodenreform. Der Weg zur sozialen Versöhnung», Berlin 1919.
203 Und derselbe Mann, der hat gesagt: Johann Gottlieb Fichte in seinem «Vorbericht» zu «Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten», Jena und Leipzig 1794: «… Daß Ideale in der wirklichen Welt sich nicht darstellen lassen, wissen wir andern vielleicht so gut, als sie, vielleicht besser. Wir behaupten
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203 nur, daß nach ihnen die Wirklichkeit beurteilt, und von denen, die dazu die Kraft in sich fühlen, modifiziert werden müsse. Gesetzt, sie könnten auch davon sich nicht überzeugen, so verlieren sie dabei, nachdem sie sind, was sie sind, sehr wenig; und die Menschheit verliert nichts dabei. Es wird dadurch bloß das klar, daß nur auf sie nicht im Plane der Veredlung der Menschheit gerechnet ist. Diese wird ihren Weg ohne Zweifel fortsetzen; über jene wolle die gütige Natur walten, und ihnen zu rechter Zeit Regen und Sonnenschein, zuträgliche Nahrung und ungestörten Umlauf der Säfte, und dabei - kluge Gedanken verleihen!»
205 Kaiser Karl L, 1887-1922, wurde nach der Ermordung seines Oheims Franz Ferdinand (1914) und nach dem Tode Kaiser Franz Josefs 1916 österreichischer Kaiser; zwei Jahre später mußte er abdanken.
211 es ist einer der größten Irrtümer, wenn man gar definiert hat, daß irgendein Gut, das in der wirtschaftlichen Zirkulation ist, nur «kristallisierte Arbeit» sei: Vgl. Karl Marx, «Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie», Bd. I, 1. Absehn., 1. Kap., S. 4: «… Betrachten wir nun das Residuum der Arbeitsprodukte. Es ist nichts von ihnen übrig geblieben als die selbe gespenstige Gegenständlichkeit, eine bloße Gallerte unterschiedsloser menschlicher Arbeit, d.h. der Verausgabung menschlicher Arbeitskraft ohne Rücksicht auf die Form ihrer Verausgabung. Diese Dinge stellen nur noch dar, daß in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt, menschliche Arbeit aufgehäuft ist. Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind die Werte - Warenwerte.»

Was ich als Überbewußtes auffassen würde, das finden Sie geschildert in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?»: Siehe Hinweis zu S. 123.
214 Aber da gilt eben der Goethesche Satz: Die Wahrheit liegt mitten drinnen…: Wörtlich: «Man sagt, zwischen zwei entgegengesetzten Meinungen liege die Wahrheit mitten inne. Keineswegs! Das Problem liegt dazwischen, das Unschaubare, das ewig tätige Leben in Ruhe gedacht.»
215 die Goethesche Metamorphose: Vgl. Goethes Schrift «Die Metamorphose der Pflanzen» (erster Druck 1790).

«Theosophische Gesellschaft»: Siehe dazu Rudolf Steiner, «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur», Bibl.- Nr. 254, Gesamtausgabe Dornach 1969, bes. den 2. Vortrag.
218 Ich habe …im Verlauf dieser furchtbaren Kriegskatastrophe … manche verantwortlichen Menschen aufmerksam gemacht auf dasjenige, was eigentlich die Zeit fordert: Siehe Hinweis zu S. 68/69.




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