Hinweise
Zu dieser Ausgabe
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| 331 | Der Vortragskurs über die Apokalypse ist der fünfte Kurs, den Rudolf Steiner für die Mitglieder der Bewegung für religiöse Erneuerung gehalten hat. Im September 1924 - dem letzten Monat seiner Vortragstätigkeit überhaupt - hielt Rudolf Steiner vier bis sechs Vorträge täglich. Nebeneinander fanden mehrere Kurse statt. Im Mittelpunkt der damaligen Dornacher Veranstaltungen stand der Dramatische Kurs, der ursprünglich für Schauspieler und Sprachgestalter gedacht war, zu dem aber der Andrang so groß war, daß diese Beschränkung nicht aufrechterhalten werden konnte und der daher vor einem Auditorium von über 700 Zuhörern abgehalten wurde. Für Ärzte und Priester hielt Rudolf Steiner vom 8. bis 18. September 1924 Vorträge über Pastoralmedizin und für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft Vorträge über karmische Zusammenhänge. Ferner wurden die Unterweisungen für die Mitglieder der Ersten Klasse der freien Hochschule fortgesetzt und auch die Vorträge für die am Goetheanumbau tätigen Arbeiter. «Im September war es» - so schrieb Marie Steiner (in «Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht. Nachrichten für deren Mitglieder», Nr. 36 vom 3. September 1944) - «daß Rudolf Steiner wie in einem letzten glanzvollen Aufleuchten seines Geistes, dem im Feuer übersinnlichen Erlebens schon verglühenden Körper die äußerste Kraftleistung abrang, durch die eine unvorstellbare Fülle von geistigen Gaben uns zuströmte. Es war wie ein Zusammenfließen, eine Konzentration alles dessen, was er im Laufe seines vier Jahrzehnte langen Wirkens für die Erweckung der Menschheit getan hatte: zugleich reife Frucht und in sich gedrängte Zukunftskraft, welche kommende Zeitalter wird geistig befruchten können.» Der vorliegende Kurs - an dem 57 Priester der Christengemeinschaft und die Vorstandsmitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft teilnahmen - begann im Saal der Schreinerei, wurde dann zunächst fortgesetzt im Haus Brodbeck, der heutigen .Rudolf-Steiner-Halde, später wurde der Kurs in einen größeren Raum des sogenannten Baubüros verlegt, das sich in einer heute nicht mehr existierenden Baracke in der Nähe der Schreienerei befand. Zu den Tafelzeicbnungen: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners bei diesen Vorträgen sind erhalten geblieben, da die Tafel damals mit schwarzem Papier bespannt worden war. Sie sind in diesem Band im Anhang wiedergegeben. (Datumangaben auf den Tafeln sind nicht von der Hand Rudolf Steiners.) |
Textunterlagen
| 332 | Einen authentischen Wortlaut Rudolf Steiners im Sinne eines wörtlich mitgeschriebenen Stenogrammes gibt es von diesen Vorträgen nicht, denn es war kein Stenograph zugezogen worden. Die Herausgabe basiert auf einer Zusammenstellung von TeilnehmerNotizen, die auf folgende Weise zustandegekommen ist: Nach Beendigung des Kurses wurden die von verschiedenen Teilnehmern gemachten Aufzeichnungen eingesammelt und einer Gruppe zur Bearbeitung und Vervielfältigung übergeben. Hierüber hat Wolfgang Schickler im «Priester-Rundbrief» Nr. 38 vom 30. Oktober 1924 berichtet. Wenngleich Schickler hauptsächlich über die technischen Schwierigkeiten des Vervielfältigens schreibt, geht doch aus seiner Darstellung auch hervor, daß mindestens sechs Persönlichkeiten mitgewirkt haben, um die verschiedenen Notizen zu entziffern, zusammenzustellen, zu diktieren und zu tippen. Genannt werden Käthe Wolf-Gumpold, Walter Gradenwitz, Johannes Thielemann, Arnold Göbel, Hermann Beckh. Schickler bezeichnet einen Teil der Notizen wegen ihrer Schwerlesbarkeit scherzhaft als «Pali-Texte». Der auf diese Weise entstandene Rohtext wurde sogleich vervielfältigt, ohne daß zuvor eine kritische Durchsicht oder Bearbeitung durch eine kompetente Persönlichkeit aus dem Teilnehmerkreis erfolgt wäre. Über den Verbleib der Einzelnotizen selbst ist nichts bekannt. Es handelt sich bei dieser Notizen-Zusammenstellung - sie ist bis heute die einzige Unterlage für die Herausgabe der Vorträge - also nicht um wörtliche Mitschriften von Rudolf Steiners Vorträgen, und auch nicht um ein von einer bestimmten Persönlichkeit verantwortetes Referat der Vortragsinhalte. Die Aufzeichnungen könnten wohl am besten als eine Art von Erinnerungsprotokoll für die Teilnehmer bezeichnet werden. Der Verlauf der Vorträge und die wesentlichen Gedankengänge scheinen gut festgehalten zu sein, doch zeigen sich im Detail vielerlei Mängel und Unklarheiten; dies sind im wesentlichen : - fehlende oder unklare Satzkonstruktionen - Anakoluthe (Bruch in der Satzkonstruktion) - inhaltlich unklare Sätze - offensichtliche Lücken, zumeist wenigstens daran erkennbar, daß der fortlaufende Gedankenfaden unterbrochen ist - Verwendung der Worte «er», «sie», «es», ohne daß ersichtlich ist, was damit gemeint ist - Wiederholung eines vorangegangenen Substantives in falschem Zusammenhang, wodurch der Sinn eines ganzen Satzes völlig entstellt wird. - Verwendung falscher Zeiten, z. B. Gegenwart statt Konjunktiv oder Imperfekt statt Futurum, wodurch ebenfalls der Sinn entstellt wird. - Wiederholung der gleichen Ausführungen mit nur geringfügig veränderten Worten, wobei unklar ist, ob hier Rudolf Steiner einen Gedankengang |
| 333 | oder auch nur eine Satzpassage wiederholt hat, oder ob einfach die Notizen, die verschiedene Teilnehmer von der gleichen Aussage gemacht haben, hintereinandergestellt wurden. - unklare Wiedergabe von Zitaten, u.a.m. Wegen der offensichtlichen Mängel der Aufzeichnungen mußten sich die Herausgeber zu einer Bearbeitung der Textunterlage entschließen. Diese wurde nach folgenden Richtlinien vorgenommen: - klare Satzgliederungen herstellen - Interpunktion und Rechtschreibung berichtigen - Zitate nachweisen und berichtigen - unvollständige Sätze ergänzen - in Zweifelsfällen Textvarianten in die Hinweise aufnehmen und/oder erläutern - bei unverständlichen Textstellen Parallelstellen im Werk Steiners nachweisen, um mit deren Hilfe einen sinnvollen Text zu erarbeiten. Hierfür ein Beispiel: |
Unklare Ausführungen in der Textunterlage:
| 333 | «Nun habe ich im Laufe der Zeit hier und an verschiedenen Orten ausgeführt, wie dieses Michaeltum in geistiger Beziehung eingeleitet worden ist. Ein Stück davon habe ich neulich im Vortrage erwähnt, wo ich hingewiesen habe darauf, wie 869 unter der Regentschaft Michaels von den Individualitäten Alexander und Aristoteles eine wirklich christliche Impulsivität eingeleitet worden ist. Aber das ging ja weiter. Im Beginne des neuen Zeitalters, wo die Bewußtseinsseele eingreift - das habe ich ja ausgeführt - haben wir einen großartigen Einblick. Wenn wir hinaufschauen in das dem physischen Geschehen parallelgehende, zur Erdenmenschheit gehörende Geistgeschehen, haben wir eine übersinnliche Schule mit Michael als Lehrer.»
Bearbeitung anhand des erwähnten Vortrages.
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| 334 | Zeitalters, wo die Bewußtseinsseele eingreift - das habe ich ja ausgeführt -, haben wir, wenn wir hinaufschauen in das dem physischen Geschehen parallelgehende, zur Erdenmenschheit gehörende Geistgeschehen, den großartigen Anblick einer übersinnlichen Schule mit Michael als Lehrer.» Ziel der Bearbeitung war die Erstellung eines verständlichen Textes, soweit dies aufgrund der mangelhaften Unterlagen möglich war. Selbstverständlich bleibt jede Bearbeitung letztlich immer unbefriedigend und kann niemals ein wörtlich mitgeschriebenes Stenogramm ersetzen. |
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