HINWEISE
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| 129 | Die vorliegenden Vorträge sind gehalten im Rahmen des ersten anthroposophischen Hochschulkurses, welcher, vom 27. September bis 16. Oktober 1920, mit der Fülle von gegen 100 Vorträgen und künstlerischen Veranstaltungen die Tätigkeit im Goetheanum eröffnete. Am Vorabend des Kurses fand eine «Eröffnungshandlung» statt, welche zum ersten Mal die Teilnehmer im Großen Kuppelsaal des Goetheanumbaues versammelte. In den Worten Rudolf Steiners aus der einleitenden Ansprache drückt sich das Besondere des Augenblickes aus: «Aus bewegter Stimmung heraus und mit ernster Seele spreche ich jetzt dieses erste der Worte, die in diesem Raum der Geisteswissenschaft gewidmet sein sollen. Ernst muß die Stimmung sein. Die Not der Zeit steht im Hintergrunde, und alles dasjenige, was aus negativem Geistesleben heraus in diese Not der Zeit hineingeführt hat. Aber vor meiner Seele steht heute auch alles dasjenige, was auch aus einer solchen Zeit heraus von verstehenden und für die Entwickelung der geistigen Menschheitszukunft begeisterten Seelen getan worden ist, damit dieser Bau, in dem wir jetzt den ersten Hochschulkursus für Geisteswissenschaft beginnen, wenigstens hat bis zu diesem Stadium geführt werden können. Dankbarst muß aus dem Geiste der hier gemeinten Wissenschaftsrichtung heraus gedacht werden jener schönen Gesinnung und ihrer Kraft, die da war bei all den materiellen und geistigen Helfern zu dem, was hier zustande kommen soll. Und vor allen Dingen möchte ich mich jetzt auch an diejenigen zahlreichen Freunde unserer Sache wenden, welche zu diesem Kursus hier erschienen sind. Diejenigen, die zu diesem Kursus hier erschienen sind, zeigen ja damit, daß sie wenigstens erwarten von dem, was hier getrieben wird, etwas, das die ernste Not unserer Zeit, das die besondere Artung unseres Geisteslebens in der Gegenwart fordert.» Der Bau war noch nicht vollendet. Nicht seiner Eröffnung sollte die Feier gewidmet sein, doch aber dem Beginn der Tätigkeit im Bau, der dieser Tätigkeit die ihr gemäß gestaltete künstlerische Hülle zu geben bestimmt war. Der umfassende Inhalt des Hochschulkurses selbst klingt auf in dem Vorblick, welchen die eröffnende Ansprache auf die kommenden Wochen wirft: «Ein anderes Zeichen der Zeit ist das doch schon, daß zu diesem Hineintragen unseres Geistes in alle einzelnen Wissenschaften 33 Persönlichkeiten sich zusammengefunden haben, die in unserem Kursus von den verschiedensten Gesichtspunkten aus Geisteswissenschaft treiben werden. 33 Dozenten werden dasjenige, was hier als geistiger Impuls gegeben werden soll - man darf sagen - in 17 verschiedene Zweige des menschlichen Wissens und Empfindens und Arbeitens hineintragen. Wir werden hören vortragen über Philosophie, Theologie, über Geschichte, über Sprachwissenschaft, über Physik und Mathematik, über Chemie und Medizin, über Indologie, über Jurisprudenz und Pädagogik. Wir werden hören dasjenige, was künstlerische Naturen über den geistigen Untergrund und die geistigen Kräfte ihrer Kunst zu sagen haben. Wir werden hören, was aus der Dichtung heraus der schöpferische Geist über seinen Zusammenhang mit dieser unserer Geisteswissenschaft zu sagen hat. Persönlichkeiten der Technik werden sprechen, und was besonders zu begrüßen ist als ein Erfreuliches, es werden Praktiker der Nationalökonomie, Praktiker des Geschäftslebens sprechen. |
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| 130 | Und es gehört zu den Fortschritten, die wir vor allen Dingen anstreben, daß das Leben als Einheit aufgefaßt wird, daß dasjenige, was in philosophische Höhen hinaufführt, eine Einheit bilde mit dem, was der Fabrikdirektor in seiner Fabrikpraxis bis in die Einzelheiten hinein im praktischen Leben zu verwerten hat. Daß Fabrikpraktiker innerhalb unseres Kursus sprechen werden, wir begrüßen es mit ganz besonderer Freude.» Vorliegende Vorträge sind der umfangreichste, aber nicht der einzige Kurs, welchen Rudolf Steiner selber während der Hochschulwochen gab. Der Große Kuppelsaal des Baues, in welchem sie stattfanden, brachte es natürlicherweise mit sich, daß Rudolf Steiner auch über den Bau sprach. Es sind die drei Vorträge «Der Baugedanke von Dornach» (Nr. 288 in: Rudolf Steiner, Das literarische und künstlerische Werk. Eine Bibliographie). In besonderen Bänden sind schon in der Gesamtausgabe erschienen die Vorträge «Die Kunst der Rezitation und Deklamation» und «PhysiologischTherapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft», Dornach 1967 bzw. 1965. Die Eröffnungsansprache und die Abschiedsworte erscheinen in den Bänden Bibl.- Nrn. 253 und 255, die Diskussionsvoten, Fragebeantwortungen und Eurythmie-Ansprachen in Bibl.-Nrn. 244, 277, 280, 297 und 337.
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