Hinweise
Zu dieser Ausgabe
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| 171 | Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um den sogenannten zweiten Medizinischen Kurs. Er wurde als Fortführung und Ergänzung zum ersten Medizinischen Kurs für Ärzte, Pharmazeuten und Medizinstudenten gehalten. Ein Jahr zuvor hatten die vielfältigen Anregungen Rudolf Steiners auf medizinischem, psychologischem und allgemein menschenkundlichem Gebiet, die sein Werk von Anfang an durchzogen, einen neuen großen Höhepunkt erreicht in dem zwanzig Vorträge umfassenden ersten medizinischen Kurs, der später unter dem Titel «Geisteswissenschaft und Medizin» (GA 312) veröffentlicht wurde. Dieser war zustande gekommen auf Initiative eines Zuhörers, der Rudolf Steiners Forderung nach einer intuiven Medizin aufgegriffen und ihn um die notwendige Grundlegung gebeten hatte. Durch diesen Kurs wurde die Arbeit auf dem medinizischen Gebiet mächtig impulsiert. Es entstanden daraufhin in Stuttgart und in Ariesheim die Klinisch-Therapeutischen Institute, und die Heilmittelherstellung kam in Gang in den Internationalen Laboratorien (in Ariesheim im Rahmen der Futurum AG, in Stuttgart bei Der Kommende Tag AG), aus denen sich schließlich die Weleda AG entwickelte. Parallel zum vorliegenden medizinischen Kurs fand vom 12. bis 17. April 1921 nachmittags der Heileurythmie-Kurs (GA 315) statt, an dem auch Ärzte teilnehmen konnten. Der Abschlußvortrag vom 18. April (9. Vortrag im vorliegenden Band) war dann auch als Einführung in das Gebiet der Heileurythmie speziell für die Ärzte gedacht. Das Zustandekommen des Heileurythmie-Kurses ist der Initiative von Elisabeth Baumann-Dollfus und Erna van Deventer-Wolfram zu verdanken, die schon seit etwa 1915 wiederholt von Rudolf Steiner in besonderen Fällen Hinweise für eine therapeutische Anwendung der Eurythmie erhalten und ihn im Winter 1920/21 um eine systematische Grundlegung in diesem Bereich gebeten hatten. In Dr. med. Hendrik van Deventer (zu diesem Zeitpunkt noch cand. med.) fanden sie die notwendige Unterstützung von medizinischer Seite, so daß diese neue anthroposophische Therapierichtung, die eine wichtige Erweiterung der medizinisch-therapeutischen Maßnahmen bildet, inauguriert werden konnte. Textunterlagen: Dem vorliegenden Band liegen die Stenogramme der Berufsstenografin Helene Finckh (1883-1960) zugrunde, die sie auch selbst in Klartext übertragen hat. In den Hinweisen zur 4. Ausgabe von 1984 heißt es, daß es zwei verschiedene Nachschriften gegeben habe, von denen eine nicht mehr vorhanden sei, die aber dem ersten Manuskriptdruck als Vorlage gedient habe. Die erste Auflage innerhalb der Gesamtausgabe von 1963 sei dann nach den Stenogrammübertragungen von Frau Finckh erstellt und mit dem Manuskriptdruck |
| 172 | von 1921 abgeglichen worden. Die Textkorrekturen, die sich dabei ergaben, wurden in den Hinweisen mit dem Vermerk «nach Stenogramm» gekennzeichnet. Nach genauerer Prüfung hat sich jedoch herausgestellt, daß alle bisherigen Ausgaben auf der Stenogrammausschrift von Frau Finckh basieren. Durch eine freiere redaktionelle Bearbeitung des Manuskriptdruckes von 1921 können sich Textvarianten ergeben haben, die den Anschein erweckten, es handele sich um zwei verschiedene, leicht differierende Nachschriften. Das ist jedoch nicht der Fall. Andererseits gab es tatsächlich ein zweites Stenogramm, und zwar von Lilly Kolisko. Glücklicherweise konnten 1977 die Originalstenogramme von Frau Kolisko für das Archiv erworben werden, unter anderem eben auch die für den vorliegenden Band. Da die beiden Stenogramme in verschiedenen Systemen geschrieben sind - Frau Finckh benutzte Stolze-Schrey, Frau Kolisko dagegen Gabelsberger -, können sie sich unter Umständen bei systembedingten Unklarheiten gegenseitig ergänzen. Die Ausgabe von 1984 war ein photomechanischer Nachdruck, und als solcher weitgehend unverändert gegenüber der Ausgabe von 1963. Für die Ausgabe 2001 wurde der Text zunächst noch einmal sorgfältig mit der Klartextfassung von Frau Finckh verglichen, bei unklaren Stellen auch das Stenogramm nochmals geprüft und schließlich einige kritische Stellen, die sich so nicht zufriedenstellend klären ließen, mit dem Stenogramm von Frau Kolisko verglichen. Außerdem konnten einige wichtige Stellen anhand der Notizbucheintragungen von Rudolf Steiner geklärt werden. Die Herausgabe besorgten Dr. med. Eva Gabriele Streit und Dörte Mehrling. Zum Notizbuch: Das Notizbuch zum vorliegenden Band (NB 610) befand sich im Besitz Ita Wegmans und wurde zusammen mit ihrem sonstigen schriftlichen Nachlaß der Handschriften-Sammlung der Universitätsbibliothek Basel übergeben. Der Rudolf Steiner Nachlaßverwaltung wurde die Möglichkeit gegeben, Notizbücher und -Zettel von Rudolf Steiner, die sich in diesem Nachlass befinden, zu fotokopieren und so für die Herausgabe der betreffenden Zyklen nutzbar zu machen. Das Notizbuch NB 610 ist besonders inhaltsreich und ausführlich und wird hier vollständig wiedergegeben, soweit es sich auf den vorliegenden Kurs bezieht. Änderungen gegenüber vorangegangen Auflagen: Sofern es sich bei den Änderungen nur um Interpunktion und geringe Wortumstellungen, die den Lesefluß erleichtern sollen, handelt, werden diese nicht einzeln dokumentiert. Vereinzelt sind Wörter ausgetauscht, die sich aufgrund einer früheren Stenogrammüberprüfung ergaben und den besprochenen Sachverhalt genauer darstellen. Diese sowie solche Stellen, die eine inhaltliche Änderung bedeuten, sind in der Liste der Korrekturen aufgeführt. Die notwendigen Begründungen finden sich in den Hinweisen zum Text. An einigen Stellen |
| 173 | wurden von den Herausgebern Worte eingefügt, die nicht in der Nachschrift enthalten sind. Diese sind durch eckige Klammern [ ] kenntlich gemacht und dienen dazu, einen unvollständigen Satz zu ergänzen oder einen Sachverhalt zu verdeutlichen. Die Zeichnungen im Text wurden von Assja Turgenjew und Hedwig Frey nach Skizzen in den Stenogrammen ausgeführt. Drei Zeichnungen (auf S. 87 und 92) mußten für die Auflage 2001 von DÖrte Mehrling neu angefertigt werden, weil sie deutlich von denen in der Nachschrift abwichen. Für eine davon wurde eine neue Zuordnung im Text notwendig. Diese Änderungen betreffen alle den Vortrag vom 15. 4. 1921, für den die Original-Tafelzeichnung leider nicht erhalten geblieben ist. Zu den Tafelzeichnungen: Die Original-Wandtafelzeichnungen zu diesem Kurs sind bis auf zwei (15. 4. 1921 und 2. Vortrag vom 18. 4. 1921) erhalten, da die Tafeln damals mit Papier als Zeichengrund bespannt wurden. Sie sind als Ergänzung zu den Vorträgen im Band XXII in der Reihe «Rudolf Steiner - Wandtafeln zum Vortragswerk» wiedergegeben. Auf die entsprechenden Originaltafeln wird an den betreffenden Textstellen jeweils durch Randvermerke aufmerksam gemacht. Die Tafeln 4 (14.4.1921) und 5 (16. 4. 1921) wurden auch für die an den gleichen Tagen gehaltenen Vorträge des Heileurythmie-Kurses (GA 315) verwendet und enthalten daher auch Zeichnungen, die mit dem vorliegenden Kurs nicht direkt zu tun haben. |
Hinweise zum Text
| 173 | Werke Rudolf Steiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden mit der Bibliographie-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.
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NACHWEIS DER TEXTÄNDERUNGEN
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