Hinweise
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| 397 | Marie Steiner, mit welcher Rudolf Steiner gemeinsam diesen Kurs gab, schrieb im September 1926, daß Rudolf Steiner diese Vorträge «noch auf dem Krankenlager für den Druck hat durchsehen wollen. Er hat es nicht mehr tun können.» Dann erschien im April 1926 die erste Buchausgabe des Dramatischen Kurses, wie er allgemein genannt wird, welcher 1941 im September eine zweite Auflage folgte. Es war somit noch eines der letzten Anliegen von Rudolf Steiner, daß diese Vorträge herausgegeben werden sollten. Am 9. November 1924 erwähnt er in einem Briefe an Marie Steiner von seinem Krankenlager aus1): «Unter den Büchern, die ich jetzt angeschaut - aber in diesem Falle wirklich nur angeschaut - habe, ist auch <Das ekstatische Theaten von [Felix] Emmel2) mit dem Briefe der Dumont. Die Sache ist interessant. Aber das ganze Buch ist ja nur ein Schrei, oder höchstens zwei Schreie. Ein Schrei über die Verderbtheit der gegenwärtigen Bühne und ein anderer, daß es anders werden müsse. Aber damit, daß man das Elend in die Welt hinaus schreit und an eine instinktive Ekstase appelliert, wird nichts anders. Da muß die Brücke hinüber geschaffen werden zum Verstehen des Göttlich-Kosmischen in Sprache, Gebärde und Bühnengestaltung, wie es in meinem dramatischen Kurs erstrebt ist.» Diese Worte zeigen, wie durch sein Leben hindurch bis zuletzt die Probleme des modernen Theaters Rudolf Steiner wärmstes Anliegen waren, «weil ich die Sache mit Liebe und Achtung ansehe im Leben», wie er es im Schlußsatz des letzten Vortrages vom 23. September 1924 zusammenfaßt. Dem Kursus wurden die fünf Übungsstunden vorangestellt, welche Marie Steiner mit den auf den Beginn der Vorträge wartenden nach Hunderten zählenden Zuhörern abhielt, als Rudolf Steiner noch in Stuttgart auf dem Heimweg von der Reise nach England einige Tage verbringen mußte. Diese Stunden führen unmittelbar in die Arbeit hinein, welche damals schon seit einigen Jahren durch verschiedene Gruppen oder Persönlichkeiten aufgegriffen worden war: das Erüben der für die Sprachgestaltung angegebenen Anweisungen3). Aber auch für die dramatische Darstellung hatte Rudolf Steiner schon einiges ausgeführt, veranlaßt durch Fragen, welche im April 1921 anläßlich des zweiten Hochschulkurses von Mitgliedern der Haaß-Berkow-Gruppe an ihn gerichtet wurden. 4) Diese Fragenbeantwortung wurde an den Anfang des Buches gestellt. Für die dritte Auflage konnte der Text mit dem Stenogramm verglichen und an zahlreichen Stellen verbessert und ergänzt werden. Innerhalb der Hinweise wird, wo es die Sache erfordert, über Begebenheiten, die nicht mehr als bekannt vorausgesetzt werden |
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| 398 | können, berichtet werden. Hier muß noch hervorgehoben werden, daß Rudolf Steiner, wie er das in seinen Eingangsworten betont, ursprünglich den Kursus nur für Bühnenkünstler hat halten wollen. Durch die Fülle der Zuhörer wurde dann der Duktus der Vorträge bestimmt, und auch in der Terminologie mußte auf die besondere Zuhörerschaft Rücksicht genommen werden. Als Grundlage für das Personen- und Sachregister diente ein von H. O. Proskauer schon seit Jahren zusammengestelltes «Stichwort-, Sach- und Namenregister», welches von ihm entgegenkommenderweise zur Verfügung gestellt wurde. Werke Rudolf Steiners, welche in der Gesamtausgabe (GA) erschienen sind, werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.
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1)
«Rudolf Steiner - Marie Steiner-von Sivers. Briefwechsel und Dokumente 1901 bis 1925», GABibl.-Nr. 262.
2)
Luise Dumont leitete mit Gustav Lindemann durch viele Jahre das Düsseldorfer Schauspielhaus. Dr. Felix Emmel war damals ein enger Mitarbeiter von ihnen. Das Buch befindet sich in der Bibliothek Rudolf Steiners.
3)
1919 wurden die ersten Sprech-Ubungen gegeben. Siehe «Methodik und Wesen der Sprachgestaltung», GA Bibl.-Nr. 280.
4)
Durch Georg Kugelmann, Rostock, «Neukünstlerische Bühnenspiele», wurden in Dornach im Juli 1922 anläßlich eines Kurses über künstlerische Sprachbehandlung weitere Fragen gestellt, welche von Dr. Steiner aufgegriffen und beantwortet wurden. Das führte zu einer Einstudierung der «Iphigenie» von Goethe durch diese Schauspielergruppe. Siehe ebenfalls «Methodik und Wesen der Sprachgestaltung».