Hinweise

Zu dieser Ausgabe

Seite Text
95 In den «Einleitenden Bemerkungen» zum vorliegenden Buch betont Rudolf Steiner das Individuelle der seelischen Erlebnisse, die er hier zur Darstellung bringt. Er habe daher bewußt den Titel «Ein Weg zur Selbsterkenntnis» gewählt. Individuell heißt indessen nicht subjektiv. Gerade die Tatsache, daß es sich um Erfahrungen handle, die «von einer bestimmten Seele genau durchlebt worden» seien, ermögliche anderen, sich in das Geschilderte einzuleben und auf ihre Weise entsprechende Erfahrungen zu machen. So gilt auch für dieses Buch, was Steiner rund achtzehn Jahre zuvor in einem Brief an Rosa Mayreder vom 4. November 1894 über seine «Philosophie der Freiheit» schrieb: «Ich lehre nicht; ich erzähle, was ich innerlich durchlebt habe. Ich erzähle es so: wie ich es gelebt habe. Es ist alles in meinem Buche persönlich gemeint. Auch die Form der Gedanken.»
Die Niederschrift der acht «Meditationen» erfolgte im Juli/August 1912 in München während der Vorbereitungen zu den Sommerfestspielen, die dort von 1909 bis 1913 jährlich zur Aufführung gelangten. Gleichzeitig entstand das dritte Mysteriendrama, «Der Hüter der Schwelle», das am 24. August 1912 uraufgeführt und begleitet wurde vom Vortragszyklus «Von der Initiation. Von Ewigkeit und Augenblick, von Geisteslicht und Lebensdunkel» (GA 138). Im Frühjahr desselben Jahres waren erstmals die 52 Meditationssprüche zum Jahreslauf, der «Anthroposophische Seelenkalender», innerhalb des «Kalenders 1912/13» erschienen. Es war ein überaus entscheidendes Jahr: Steiner entfaltete seine christologischen Ausführungen, nicht zuletzt als Antwort auf die gegen seinen abendländischen Weg gerichteten Umtriebe der Leitung der Theosophischen Gesellschaft, die nun ihren Höhepunkt erreichten und Ende Dezember zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft führten. Im Oktober hielt sich Steiner zudem erstmals auf dem Dornacher Hügel auf, wo er im Herbst darauf den Grundstein für den Johannesbau, das spätere erste Goetheanum, legen konnte.
Das vorliegende Buch erschien im September 1912. Zusammen mit den aphoristisch-meditativen Ausführungen «Die Schwelle der geistigen Welt» von 1913 (GA 17) ergänzt, erweitert und vertieft es die grundlegenden Aufsatzreihen zum
96 anthroposophischen Schulungsweg «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05, GA 10) und «Die Stufen der höheren Erkenntnis» (1905-1908, GA 12).



Textgrundlagen

96 Der Text für die 8. Auflage 2004 beruht auf der 2. Auflage, publiziert im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag, Berlin 1918. Zwar erschien 1920, also noch zu Lebzeiten Rudolf Steiners, eine 3. Auflage. Diese beruht jedoch auf der 2. Auflage und enthält etliche Druckfehler und zahlreiche, beim Neusatz vorgenommene Änderungen in Zeichensetzung und Schreibweise, die auf den Setzer zurückzuführen sein dürften. Bei den Änderungen der Schreibweise handelt es sich vor allem um das Ausschreiben der von Rudolf Steiner in der Handschrift und in den Korrekturen für die 2. Auflage gekürzt geschriebenen Adjektivformen wie «besondrer», «andre», «eignen» zu «besonderer», «andere», «eigenen» etc. Die 4. Auflage von 1935 übernahm denn auch wieder die Schreibweise der 2. Auflage 1918, die wohl als eigentliche, von Steiner noch vorbereitete Ausgabe letzter Hand (A1H) gelten kann.
Für die 8. Auflage 2004 wurde der Text nochmals anhand der 2. Auflage 1918 und dem erhaltenen Manuskript dazu überprüft. Ergänzend wurde auch die nahezu vollständig erhaltene Handschrift Rudolf Steiners für die 1. Auflage 1912 beigezogen. Gegenüber der 7. Auflage ergaben sich nur wenige Änderungen, sie sind nachstehend unter Textkorrekturen nachgewiesen, sofern es sich nicht bloß um Orthographie (Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- oder Zusammenschreibung), Interpunktion oder die von späteren Herausgebern durchweg ausgeschriebenen Abkürzungen handelt, die nun wiederhergestellt worden sind. Zudem sind einige wenige Hinweise hinzugefügt worden.

Folgende Handschriften und Korrekturbogen sind im Rudolf Steiner Archiv Dornach vorhanden:

Für die 1. Auflage 1912:
17 handschriftliche Seiten mit Entwürfen zu den «Einleitenden Bemerkungen», zur «Ersten», »Vierten», «Fünften» und «Achten Meditation». Zum geringen Teil sind es vollgeschriebene Seiten, meist handelt es sich nur um kurze Passagen, einzelne
97 Sätze oder Wörter. Einige Eintragungen lassen sich nicht mit Bestimmtheit zuordnen.
Nahezu vollständiges Manuskript (S. 30, die zweitletzte Seite der «Dritten Meditation», fehlt): 7 römisch paginierte Seiten (Titelblatt, Vortitel, «Einleitende Bemerkungen», Inhaltsverzeichnis) sowie 77 durchnumerierte Seiten, von denen S. 31 nur als Fotokopie vorliegt.

Für die 2. Auflage 1918:
Manuskript für das «Nachwort zur Neuauflage (1918)»: 4 große, von 130-133 numerierte Seiten).
Sämtliche Bogen der 1. Auflage mit handschriftlichen Korrekturen und Ergänzungen in jeweils einer ersten Fassung, die als Manuskript für die 2. Auflage dient. Von den «Einleitenden Bemerkungen» sind zwei parallel korrigierte erste Fassungen und die zweite, vom Setzer bereits revidierte vorhanden. Ebenso bei der «Dritten Meditation», wobei hier von Steiner nochmals Korrekturen in der revidierten Fassung angebracht wurden. Von der «Ersten Meditation» liegen zwei parallel korrigierte erste Fassungen vor, von der «Zweiten Meditation» nur eine erste Fassung; in der «Vierten», «Sechsten» und «Siebenten Meditation» wurde nur je eine Seite parallel korrigiert, und von der «Fünften» und «Achten Meditation» existiert jeweils nur die erste Fassung. Auf der ersten Fassung steht jeweils am Anfang einer «Meditation» Rudolf Steiners Vermerk: «Revision erbeten».



Textkorrekturen

Abweichungen der 8. Auflage 2004 von der 2. Auflage 1918:

97 * Fortlaufende Seitennumerierung («Einleitende Bemerkungen» und Inhaltsverzeichnis sind in der 2. Auflage von III bis
* VIII römisch paginiert).
* Das in der 2. Auflage erst nach den «Einleitenden Bemerkungen» stehende Inhaltsverzeichnis wurde an den Anfang gestellt.
* Gesperrtes wurde kursiv gesetzt.
* Entwicklung wird konsequent ohne zweites «e» (Entwickelung) geschrieben. In der 2. Auflage steht das Wort zweimal ohne, sonst mit «e». Die 3. Auflage 1920 hat einheitlich «Entwicklung».
98 * S. 32, 10. Zeile: daß sie sich der Ausdrucke: In der Handschrift und den ersten beiden Auflagen fehlt der Artikel
* S. 36,11. Zeile: Dagegen überkommt denjenigen: Handschrift und 1.-3. Auflage haben demjenigen.
* S. 65, 3. Zeile: eine richtige sein soll, führen dazu: Handschrift und die ersten Auflagen haben fälschlicherweise führt dazu. Der Fehler wurde bereits in der 7. Auflage 1982 emendiert.
* S. 89, 15. Zeile: Schauungen führen statt führte. Alle Ausgaben seit der 2. Auflage haben führte, was grammatikalisch und von der Zeitform her in diesem Zusammenhang falsch ist. Im Manuskript hat Steiner das «t» deutlich zu einem «e» korrigiert und ergänzend ein «n» angefügt.



Herausgeberkorrekturen in der 8. Auflage 2004 gegenüber dem Text der 7. Auflage 1982:

98 Es wird konsequent Entwicklung statt Entwickelung geschrieben.
Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Zeichensetzung folgen konsequent der 2. Auflage 1918.

Das Ausschreiben von Abkürzungen (z. B., usw., etc.) durch frühere Herausgeber wurde wieder rückgängig gemacht.

Seite Zeile (inklusive Titel)
14 4 einzumischen brauchen. Daß dieses statt einzumischen brauchen; daß dieses.
16 3 daß ihre Stoffe statt daß seine Stoffe. Handschrift und 1.-4. Auflage haben «ihre».
66 16 der in sich recht beleben den andren kann statt der in sich den andren recht beleben kann.
67 7 ein sich Fühlen, wie statt ein Sich-Fühlen wie.
79 15 ist der allerbeste. Ist derjenige statt ist der allerbeste, ist derjenige.
87 1 erinnern und man kann statt erinnern und kann.
89 15 Schauungen führen statt Schauungen führte.



Hinweise

99 Werke Rudolf Steiners, die in der Gesamtausgabe (GA) erschienen sind, werden in den Hinweisen mit der Band-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes.

Seite Text
8 In meiner «Theosophie» und in meinem «Umriß einer Geheimwissenschaft»: «Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9; «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13.
8 in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Weltenff]»: (1904/05), GA 10.
67 es sprengt etwas das Einsamkeitsgefühl, das wie eine Hülle: In der zweiten Druckfahne der «Siebenten Meditation», in der Steiner die zweite Seite parallel korrigierte, wurde der Satzteil folgendermaßen neu gefaßt: «das Einsamkeitsgefühl sprengt etwas, das wie eine Hülle».




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