Der Seelen Erwachen
Seelische und geistige Vogänge in szenischen Bildern
von Rudolf Steiner
Personen, Gestalten und Vorgänge
| 399 | Die geistigen und seelischen Vorgänge, welche in „Der Seelen Erwachen“ dargestellt sind, sollen so gedacht werden, daß sie etwa ein Jahr nach denjenigen erfolgen,welche in dem früher erschienenen „Hüter der Schwelle“ gezeichnet sind. In „Der Seelen Erwachen“ kommen die für Vorgänge die folgenden Personen und Wesen in Betracht: |
I. DIE TRÄGER DES GEISTIGEN ELEMENTS
| 399 | 1. Benedictus, die Persönlichkeit, in welcher eine Anzahl seiner Schüler den Kenner tiefer geistiger Zusammenhänge sieht. (Er ist in den vorhergehenden Seelengemälden „Die Pforte der Einweihung“ und „Die Prüfung der Seele“ als Führer des „Sonnentempels“ dargestellt. Im „Hüter der Schwelle“ bringt sich in ihm die Geistesströmung zum Ausdruck, welche lebendig-gegenwärtiges Geistesleben and die Stelle des bloß traditionellen setzen will, wie es von dem dort vorkommenden „Mystenbund“ behütet wird.) In „Der Seelen Erwachen“ ist Benedictus nicht mehr bloß über seinen Schülern stehend zu denken, sondern mit seinem eigenen Seelenschicksale in die Seelenerlebnisse seiner Schüler verwoben. 2. Hilarius Gottgetreu: Der Kenner traditionellen Geisteslebens, das sich bei ihm mit eigenen Geist-Erlebnissen verbindet. Dieselbe Individualität, welche in dem vorher erschienenen Seelengemälde „Prüfung der Seele“ als Großmeister eines Mystenbundes dargestellt ist. 3. Der Bürochef des Hilarius Gottgetreu 4. Der Sekretär des Hilarius Gottgetreu. (Dieselbe Persönlichkeit, die im „Hüter der Schwelle“ als Friedrich Geist vorkommt.) |
II. DIE TRÄGER DES ELEMENTS DER HINGABE
| 399 | 1. Magnus Bellicosus. (In der „Pforte der Einweihung“ German genannt. In der „Pfüfung der Seele“ und dem „Hüter der Schwelle“ Präzeptor eines Mystenbundes.) |
| 400 | 2. Albertus Torquatus. (In der „Pforte der Einweihung“ Theodosius genannt. In der „Prüfung der Seele“ kommt dieselbe Individualität als erster Zeremonienmeister des dort gezeichneten Mystenbundes vor.) 3. Professor Capesius. (In der “Prüfung der Seele“ kommt seine Individualität als erster Präzeptor vor.) 4. Felix Balde. (In der „Pforte der Einweihung“ als Träger einer gewissen Naturmystik, hier im „Erwachen“ Träger der subjektiven Mystik. Die Individualität Felix Baldes kommt als Joseph Kühne in der „Prüfung der Seele“ vor.) |
III. DIE TRÄGER DES WILLENSELEMENTES
| 400 | 1. Romanus (wird hier wieder mit diesem in der „Pforte der Einweihung“ für ihn gebrauchten Namen eingeführt, weil dieser seiner inneren Wesenheit entspricht, zu der er sich in den Jahren durchgearbeitet hat, welche zwischen der „Pforte der Einweihung“ und dem „Erwachen“ liegen. Im „Hüter der Schwelle“ wird für ihn der Name gebraucht, welcher als sein Name in der äußerlichen Welt gedacht ist [Friedrich Trautman]. Er wird da mit diesem Namen eingeführt, weil er innerhalb der vorkommenden Vorgänge mit seinem Innenleben nur eine geringe Bedeutung hat. Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als der zweite Zeremonienmeister des mittelalterlichen Mystenbundes vor.) 2. Doktor Strader. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Jude Simon vor.) 3. Die Pflegerin des Doktor Strader. (Sie ist dieselbe Persönlichkeit, welche im „Hüter der Schwelle“ Maria Treufels genannt wird. In der „Pforte der Einweihung“ heißt sie die andere Maria, weil die imaginative Erkenntnis des Johannes Thomasius die Imagination gewisser Naturgewalten in ihrem Bilde gestaltet. Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Berta, die Tochter Kühnes vor.) 4. Frau Bälde. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Frau Kühne vor.) |
IV. DIE TRÄGER DES SEELISCHEN ELEMENTES
| 401 | 1. Maria. (Ihre Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Mönch vor.) 2. Johannes Thomasius. (Seine Individualität kommt in der „Prüfung der Seele“ als Thomas vor.) 3. Die Frau des Hilarius Gottgetreu. |
V. WESEN AUS DER GEISTESWELT
| 401 | 1. Lucifer 2. Ahriman 3. Gnomen 4. Sylphen |
VI. WESEN DES MENSCHLICHEN GEISTESELEMENTES
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VII.
| 401 | Die Persönlichkeiten des Benedictus und der Maria werden auch als Gedankenerlebnisse eingeführt, und zwar im zweiten und vierten Bilde als solche des Johannes Thomasius, im dritten Bilde als solche Straders. Im zehnten Bilde ist Maria als Gedankenerlebnis des Johannes Thomasius eingeführt. |
VIII.
| 401 | Die Individualitäten von Benedictus, Hilarius Gottgetreu, Magnus Bellicosus, Albert Torquatus, Strader, Capesius, Felix |
| 402 | Bälde, Frau Bälde, Romanus, Maria, Johannes Thomasius und Theodora erscheinen im Geistgebiet (des fünften und sechsten Bildes des „Erwachens“) als Seelen, und im Tempel (des siebten und achten Bildes des „Erwachens“) als Persönlichkeiten einer weit zurückliegenden Vergangenheit. Auch gegenüber „Der Seelen Erwachen“ sei eine Bemerkung gemacht, welche ähnlich schon für die vorangegangenen Seelengemälde vorgebracht worden ist. Es sind weder die geistigen noch die seelischen Wesenheiten bloß symbolisch oder allegorisch gemeint. Wer sie so auffassen wollte, dem bliebe die reale Wesenheit der geistigen Welten ferne. Auch in dem Erscheinen der Gedankenerlebnisse (des zweiten, dritten und zehnten Bildes) ist nichts bloß Symbolisches dargestellt, sondern reale Seelenerlebnisse, welche für denjenigen, der an der geistigen Welt Anteil hat, so wirklich sind wie Personen oder Vorgänge der Sinnenwelt. Für einen solchen stellt dies „Erwachen“ durchaus ein realistisches Seelengemälde dar. Käme es auf Symbolik oder Allegorie an, so unterließe ich ganz gewiß diese Darstellung. Auf mancherlei Fragen hin habe ich auch diesmal wieder den Versuch begonnen, für „nachträgliche Bemerkungen“ einiges Erklärende zu diesem „Seelengemälde“ hinzuzufügen. Wie früher, so unterdrücke ich auch diesmal wieder den Versuch. Es widerstrebt mir, dem Gemälde, das durch sich selbst sprechen soll, derartiges hinzuzufügen. Bei der Konzeption und der Ausarbeitung des Gemäldes können dergleichen Abstraktionen gar keine Rolle spielen. Sie würden da nur störend wirken. Die geistige Wirklichkeit, die nachgebildet ist, stellt sich mit derselben Notwendigkeit vor die Seele hin, wie die Dinge der physischen Wahrnehmung. Naturgemäß ist dabei, daß die Bilder der Geist-Wahrnehmung von der gesunden Geistesschau anders auf ihre Wesenheiten und Vorgänge bezogen werden, als die Wahrnehmungen der physischen Welt auf die entsprechenden Wesenheiten und Vorgänge. Andrerseits muß gesagt werden, daß die Art, wie die geistigen Vorgänge sich vor die wahrnehmende Seele hinstellen, zugleich die Disposition und Konposition eines solchen Gemäldes mitenthalten. Besonders erwähnt soll werden, daß die musikalischen Beigaben für die Aufführung des Dramas von Adolf Arenson herrühren. München, August 1913. '' '' R. St. |
Erstes Bild
| 403 | Das Comptoir Gottgetreus. In nicht allzu neuem Stil eingerichtet. Man kann sich denken, daß Gottgetreu Besitzer eines Werkes ist, in dem Holzsägearbeit gemacht wird. (BÜROCHEF und SEKRETÄR im Gespräch; dann HILARIUS und später STRADER.)
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Zweites Bild
| 415 | Gebirgslandschaft; im Hintergrund das Haus Hilarius’, das in der Nähe des Werkes gedacht ist. Doch wird das Werk nicht gesehen. Ein Wasserfall auf der rechten Seite. (JOHANNES auf einem Felsensitz; für ihn nicht sichtbar CAPESIUS; BENEDICTUS, MARIA; LUCIFER; GEISTWESEN, SEELENKRÄFTE; die SEELE DER THEODORA; der GEIST VON THOMASIUS’ JUGEND.)
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Doch welche Kraft erregt sich mir, wenn ich bedenke:
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Drittes Bild:
| 435 | Die Landschaftsszenerie wie im zweiten Bilde. (MAGNUS BELLICOSUS, ROMANUS, TORQUATUS und HILARIUS so kommend von der rechten Seite, daß das Folgende, das sie im Stehen sprechen, sich denken läßt wie die Fortsetzung eines Gespräches, das sich schon vorher auf ihrem Spaziergang geführt haben. Es nimmt für die Teilnehmer einen so wichtigen Inhalt an, daß sie stehen bleiben. Später: CAPESIUS, STRADER, FELIX und FELICIA BALDE; BENEDICTUS, AHRIMAN; MARIA)
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Viertes Bild:
| 450 | Die Landschaft des zweiten und dritten Bildes. (Der BÜROSCHEF mit ROMANUS sprechen, im Spaziergange stehenbleibend. Später: JOHANNES, sein DOPPELGÄNGER; der GEIST VON JOHANNES JUGEND; der HÜTER, AHRIMAN; BENEDICTUS, MARIA; STRADER, die SEELE DER THEODORA.)
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Fünftes Bild:
| 466 | Das Geistgebiet. In sinnvollen Farbenfluten erscheinendes Bild; nach oben rötlich in feurig rot verlaufend, nach unten blau in dunkelblau und violett übergehend. Unten eine symbolisch wirkende Erdensphäre. Die auftretenden Gestalten wie mit dem Farbenbild ein Ganzes bildend. (Rechts die GNOMENGRUPPE des zweiten Bildes, vor ihr HILARIUS, ganz vorne die SEELENKRÄFTE. Hinter Hilarius etwas erhöht AHRIMAN. Links erhöht LUCIFER, im Vordergrund FELIX BALDES SEELE; STRADER’S und CAPESIUS’ SEELE, BENEDICTUS, MARIA, FELICIA BALDE, der HÜTER der Schwelle.)
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Sechstes Bild:
| 474 | Geistgebiet in der gleichen Art wie im vorigen Bilde. Die Beleuchtung warm und nuanciert, doch nicht zu hell. (Links stehen die SYLPHEN. Vorne PHILIA, ASTRID, LUNA. STRADERS, CAPESIUS’, ROMANUS’ SEELE; die ANDRE PHILIA mit THEODORAS und FRAU BALDES SEELE; später: BENEDICTUS’ und MARIAS SEELE; der HÜTER; LUCIFER mit JOHANNES’ SEELE; zuletzt der GEIST VON JOHANNES’ JUGEND.)
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Siebentes Bild:
| 484 | Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation. Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem OPFERWEISEN, dem SCHWELLENHÜTER und dem MYSTEN.)
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Achtes Bild:
| 489 | Dieselbe Tempelszenerie wie im siebten Bild; sie ist anfangs durch einen Zwischenvorhang gedeckt, vor dem eine ÄGYPTERIN das Folgende spricht. Die Ägypterin ist als eine der vorhergehenden Inkarnationen des Thomasius zu denken.
Vielleicht läßt Traumes Offenbarung mich |
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Neuntes Bild:
| 499 | Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – Zunächst MARIA allein in Meditation; dann ASTRID, LUNA; der HÜTER und BENEDICTUS.
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Zehntes Bild:
| 505 | Dasselbe Zimmer wie im neunten Bilde. Zuerst JOHANNES allein, meditierend, zu ihm die ANDRE PHILIA; dann MARIA und der GEIST VON JOHANNES’ JUGEND; zuletzt LUCIFER, BENEDICTUS
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Elftes Bild:
| 510 | Dasselbe Zimmer wie in den beiden vorigen Bildern. BENEDICTUS und STRADER treten in das Zimmer.
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Zwölftes Bild:
| 514 | Das Innere der Erde. Mächtige Kristallgebilde, durchbrochen von lavaartigen Durchflüssen; das Ganze matt leuchtend, zum Teil durchsichtig, zum Teil durchscheinend. Nach oben rote Flammen, die wie von der Decke nach unten zusammengepreßt werden. (AHRIMAN; später die SEELE DES FERDINAND REINECKE; zuletzt THEODORAS SEELE.)
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Dreizehntes Bild:
| 519 | Größeres Empfangszimmer im Hause des Hilarius. Beim Aufgehen des Vorhangs HILARIUS und ROMANUS miteinander im Gespräch; später CAPESIUS, FELIX BALDE, der SEKRETÄR; PHILIA.
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Vierzehntes Bild:
| 525 | Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bilde. Im Beginne der Szene die FRAU DES HILARIUS im Gespräch mit dem BÜROCHEF.
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Fünfzehntes Bild:
| 530 | Dasselbe Zimmer wie im vorigen Bild. Es sitzt da wartend die PFLEGERIN DES DOKTOR STRADER. Nachdem der Vorhang aufgegangen ist, tritt der SEKRETÄR in das Zimmer; später BENEDICTUS; AHRIMAN.
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