HINWEISE DES HERAUSGEBERS
Zu dieser Ausgabe
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| 219 | Seit 1882 war Rudolf Steiner auf Empfehlung seines Lehrers, des Germanisten Karl Julius Schröer, Herausgeber der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes. Die fünf von Steiner besorgten Bände waren Teil der sechsunddreißigbändigen Goethe-Ausgabe und erschienen zwischen 1884 und 1897 in Joseph Kürschners «Deutsche National-Litteratur». Im Jahre 1890 übersiedelte Rudolf Steiner von Wien nach Weimar und wurde ständiger Mitarbeiter am dortigen Goethe- und Schiller-Archiv. In dieser Eigenschaft gab er von 1891 bis 1897 sechs Bände von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in der großen Weimarer Sophien-Ausgabe heraus. Sein Plan zu einem Werk über Goethes Weltanschauung läßt sich bis ins Jahr 1890 zurückverfolgen. Wie aus seinen Briefen hervorgeht, dachte Steiner damals daran, eine «Goethe-Philosophie» zu schreiben. (Brief an R. Specht, 18. 10. 1890 und an P. Specht, 22. 11. 1890, in «Briefe II, 1890-1925», GA 39.) Am 19. Dezember 1891 forderte der Verleger Emil Felber in einem Brief Rudolf Steiner auf, aufgrund seiner umfassenden Erfahrung ein Buch über die Bedeutung Goethes für die Naturwissenschaft zu schreiben. Steiner plante darauf eine Schrift mit dem Titel «Goethes Verhältnis zur Wissenschaft» oder «Goethe als Naturforscher» (an P. u. L. Specht, 31. 12. 1891 und an P.Specht, 25. 2. 1892), und noch Ende 1896 und Anfang 1897 betitelte er in seinen Briefen das im Entstehen begriffene Werk: «Goethes Naturanschauung». (An A. Eunike, 19. 12. 1896 und 11.1. 1897.) Im Februar 1897 tauchte zum ersten Mal der endgültige Titel «Goethes Weltanschauung» auf in Steiners Brief an Anna Eunike vom 8. 2. 1897. Das Manuskript zu diesem Buch wurde Ende April 1897 abgeschlossen. Noch im selben Jahr erschien eine zweite (unveränderte) Auflage. Im Bestreben, die Kontinuität seiner eigenen Weltanschauung von der ersten Goethe-Schrift bis zur Anthroposophie darzustellen, legte Rudolf Steiner seit 1918 seine frühen, «voranthroposophischen» Schriften neu auf. Die Neuausgabe von «Goethes Weltanschauung» erschien 1918 im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag (Berlin). Bei dieser Ausgabe wurden im selben Jahr sogar zwei Nachauflagen nötig. 1918 legte Steiner auch sein vor über |
| 220 | zwanzig Jahren erschienenes philosophisches Hauptwerk «Die Philosophie der Freiheit» wieder auf. Während es sich bei dieser Neuauflage aber um eine Überarbeitung des Textes handelte, betonte Steiner, daß «Goethes Weltanschauung» ohne wesentliche Änderungen, nur mit einigen Erweiterungen und Ergänzungen wiederaufgelegt wurde. (Die zwei Kapitel über die platonische Weltanschauung sind allerdings nicht nur stilistisch, sondern inhaltlich entscheidend überarbeitet.) Erläuterungen über die Entstehungsbedingungen dieses Buches finden sich in Rudolf Steiners Autobiographie «Mein Lebensgang», GA28, S. 312-315. Textgrundlage: 5. Auflage (bezeichnet als 5.-12. Auflage), Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, Berlin 1921 (Ausgabe letzter Hand). Die 7. Auflage (1963, zugleich erste Auflage innerhalb der Gesamtausgabe) wurde besorgt von Andreas Dollfus. Für diese Ausgabe, und zusätzlich für die Taschenbuchausgabe (1979, besorgt von Caroline Wispler und Andreas Dollfus) wurde der Text in Orthographie, Interpunktion und Abkürzungen vereinheitlicht. Die Zitate wurden überprüft und in bezug auf zahlreiche Unstimmigkeiten korrigiert und ergänzt; Stellen, die Rudolf Steiner offensichtlich zum Zwecke einer bestimmten Verdeutlichung abgeändert hat, wurden so belassen und in den Hinweisen zum Text im ursprünglichen Wortlaut angeführt. Die Hervorhebungen in den Zitaten stammen meist von Rudolf Steiner. Die Quellenangaben im Text wurden kontrolliert und, wenn nötig, ergänzt, korrigiert und vereinheitlicht (siehe die unten angeführten Goethe-Ausgaben). Hinweise zum Text und ein Personenregister wurden dieser Ausgabe hinzugefügt. Die 8. Auflage (1990) wurde besorgt von David Hoffmann. Der Text wurde mit der letzten von Rudolf Steiner besorgten Ausgabe (1921, Ausgabe letzter Hand) genau verglichen. Alle seit dieser Ausgabe von Herausgebern vorgenommenen Änderungen wurden geprüft und entweder rückgängig gemacht oder, wo nötig, so belassen und in nachfolgendem Verzeichnis der Textkorrekturen nachgewiesen. Nicht besonders erwähnt wurden Druckfehlerkorrekturen, die behutsamen Modernisierungen in Orthographie und Interpunktion sowie die Korrekturen in den Zitaten und die Vereinheitlichungen |
| 221 | der Quellenangaben. Die Hinweise und das Namenregister wurden ergänzt. |
Textkorrekturen
| 221 | Verzeichnis der inhaltlichen Herausgeberkorrekturen gegenüber dem Text der Ausgabe letzter Hand (1921):
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Für den Nachweis der Zitate verwendete Goethe-Ausgaben
| 221 | WA/Weimarer Ausgabe: Goethes Werke, herausgegeben im Auftrag der Großherzogin Sophie von Sachsen, 4 Abt., 133 Bde., Weimar 1887-1917. Photomech. Nachdruck München 1987. Kürschner: Goethes Werke, Naturwissenschaftliche Schriften, herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Rudolf Steiner in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», Bde. 33-36/2, Berlin u. Stuttgart 1884—1897. In den Hinweisen zum Text zitiert nach dem photomechanischen Nachdruck Rudolf Steiner Gesamtausgabe Dornach 1975, GA 1 a-e, Sonderausgabe Dornach 1982. |
| 222 | Eckermann: Johann Peter Eckermann, «Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens» (1836-1848). Siehe v. a. die Ausgabe von Regine Otto unter Mitarbeit von Peter Wersig, Berlin und Weimar 1982, München 1984, mit Nachwort, Kommentar und Register. Goethes Gespräche: Goethes Gespräche. Eine Sammlung zeitgenössischer Berichte aus seinem Umgang, auf Grund der Ausgabe und des Nachlasses von Flodoard Freiherrn von Biedermann, ergänzt und herausgegeben von Wolfgang Herwig, 5 Bde., Zürich und Stuttgart 1965-1987. |
Hinweise zum Text
| 222 | Werke Rudolf Steiners, welche innerhalb der Gesamtausgabe (GA) erschienen sind, werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben. Siehe auch das Namenregister und die Übersicht am Schluß des Bandes.
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