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HINWEISE DES HERAUSGEBERS

HINWEISE DES HERAUSGEBERS

Zu dieser Ausgabe

Seite Text
199 1. Auflage, 1895: Die Schrift Friedrieb Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit erschien im Frühjahr 1895 im Verlag von Emil Felber in Weimar (XII und 125 Seiten). Wie damals bisweilen üblich wurde gleichzeitig ein Teil dieser Auflage mit dem Vermerk Zweite Auflage gedruckt, diese Bände sind aber wohl nie ausgeliefert worden. Die Entstehungs-, Editions- und Wirkungsgeschichte von Rudolf Steiners Nietzsche-Buch ist ausführlich dargestellt in Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 442ff. (siehe nachfolgende Literaturliste).

2. Auflage, 1926: In den Jahren 1918-1925 hat Rudolf Steiner seine frühen philosophischen Werke neu aufgelegt. Obwohl er sich seit Jahren mit dem Gedanken trug, auch eine Neuausgabe seines Nietzsche-Buches zu veranlassen, kam es bis zu seinem Tod im März 1925 nicht zur Ausführung dieses Planes. Zwar lag der Text schon seit Juni 1921 vollständig neu gesetzt vor, doch erst 1926 erschien die «Zweite, durch Aufnahme mehrerer Aufsätze erweiterte Auflage» im Philosophisch-Anthroposophischen Verlag, welche Eugen Kolisko auf Veranlassung von Marie Steiner nach den Intentionen Rudolf Steiners besorgt hat. Dieser hatte vorgesehen, die Neuausgabe zu erweitern um die am 13. September 1900 gehaltene Gedächtnisrede für Nietzsche, um die beiden ebenfalls 1900 verfaßten Beiträge aus der «Wiener Klinischen Rundschau» sowie um eine Darstellung zur Ewigen Wiederkunft des Gleichen. Diese drei Aufsätze wurden denn auch in diese 2. Auflage mitaufgenommen. Da Rudolf Steiner aber die Darstellung der Ewigen Wiederkunft nicht mehr hatte schreiben können, hat Kolisko das Nietzsche-Kapitel aus Steiners Mein Lebensgang aufgenommen, in welchem Steiner ausführlich aus einem eigenen Aufsatz zu diesem Thema aus dem Jahre 1900 zitiert. Kolisko hatte der 2. Auflage eine ausführliche Einleitung vorangestellt, in der er den Herausgabeplan Rudolf Steiners mitteilte.

3. Auflage, 1963, und Taschenbuchausgaben, 1977/1983: Rudolf Steiners Nietzsche-Buch von 1895 erschien zusammen mit den
200 vier ergänzenden Texten der Ausgabe von 1926 erstmals 1963 innerhalb der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (hrsg. von Edwin Froböse). Für diese und für die daran anschließenden Taschenbuchausgaben (1977 und 1983, hrsg. von Edwin Froböse und Caroline Wispler) wurden Text und 'Zitate in Orthographie und Interpunktion modernisiert und vereinheitlicht. Offensichtliche Druckfehler und Versehen wurden korrigiert, Abkürzungen aufgelöst, Zitate und Werktitel berichtigt und ergänzt. Einzelne Hervorhebungen Rudolf Steiners bei Zitaten wurden in Fußnoten vermerkt und einzelne Ergänzungen Steiners in Zitaten in eckige Klammern gesetzt. Für diese Ausgabe wurden die Hinweise zum Text stark vermehrt und ein Personenregister hinzugefügt. Die Zitate wurden wenn möglich nach der inneren Zitierweise (gemäß der Struktur des betreffenden Werkes) nachgewiesen, wo dies nicht möglich war, wurden die von Rudolf Steiner benutzten oder moderne Ausgaben angegeben.

4. Auflage, 2000: Die 4. Auflage wurde besorgt von David Marc Hoffmann. In der Textgestalt folgt sie bis auf kleine Korrekturen den vorangehenden Ausgaben (1963, 1977, 1983), weil es sich bei der Rudolf Steiner Gesamtausgabe um eine reine Leseausgabe und nicht um eine kritische Edition handelt. Eine minutiöse Wiedergabe der ursprünglichen Orthographie, Interpunktion und der z. T. fehlerhaften Zitattexte der Erstausgabe würde einen wenig aussagekräftigen aber sehr umfangreichen berichtigenden und erklärenden Anmerkungsapparat erfordern. Die Hinweise zum Text und zu den Zitaten wurden verifiziert, ergänzt und vermehrt. Wo es sich um Zitate aus dem Nachlaß handelt, wurde nach der heute maßgeblichen Kritischen Studienausgabe von Nietzsches Werken und Briefen nachgewiesen (siehe nachfolgende Literaturliste). Die Aufsätze im Anhang wurden durch die Jahreszahl ihres Erscheinens als spätere Zusätze gekennzeichnet. Der Anhang wurde erweitert um ein Register der Erwähnungen Nietzsches in Rudolf Steiners Werk und um eine Liste der Nietzsche-Literatur in Steiners nachgelassener Bibliothek.

In den Hinweisen abgekürzt zitierte Literatur:
GA: Rudolf Steiner Gesamtausgabe, Dornach 196lff.
201 Kritische Studienausgabe:
Friedrich Nietzsche, Sämtliche Werke, Kritische Studienausgabe in 15 Bänden. Herausgegeben von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, München, Berlin, New York 1980, 3. Aufl. 1999.

Kritische Studienausgabe Briefe:
Friedrich Nietzsche, Sämtliche Briefe, Kritische Studienausgabe in 8 Bänden. Herausgegeben von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, München, Berlin, New York 1986.

Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv:
Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv. Briefe von Rudolf Steiner, Elisabeth Förster-Nietzsche, Fritz Koegel, Constantin Georg Naumann, Gustav Naumann und Ernst Hörneffer 1894-1900, herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von David Marc Hoffmann, Rudolf Steiner Studien, Bd. VI, Dornach 1993.

Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs:
David Marc Hoffmann, Zur Geschichte,des Nietzsche-Archivs. Elisabeth Förster-Nietzsche, Fritz Koegel, Rudolf Steiner, Gustav Naumann, fosef Hofmiller. Chronik, Studien und Dokumente. Berlin, New York 1991.



Hinweise zum Text

201 Werke Rudolf Steiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliogphie-Nummer angegeben. Siehe auch die Übersicht am Schluß des Bandes


Zu Seite
7 ein Kämpfer gegen seine Zeit: Mit dieser Titelwahl löste Rudolf Steiner als erster und einziger Autor eine frühe Forderung Nietzsches ein: «Und wenn ihr nach Biographien verlangt, dann nicht nach jenen mit dem Refrain <Herr So und So und seine Zeit>, sondern nach solchen, auf deren Titelblatte es heißen müßte <ein Kämpfer gegen seine Zeit>.» (Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben, 6.)
9 Rudolf Steiner, Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller (1886), GA 2.
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10 Buch über Nietzsche von Frau Lou Andreas-Salome: Friedrich Nietzsche in seinen Werken, Wien 1894 (Neuauflage Frankfurt a.M. 2000). Nietzsche lernte Lou von Salome (1861-1937) in Rom 1882 durch die ihm befreundete Malwida von Meysenbug (siehe Hinweis zu S.133) und Paul Ree kennen. Für ein halbes Jahr war sie seine Schülerin und Begleiterin. — Über sie und ihr Buch schreibt Rudolf Steiner in seinem Brief an Rosa Mayreder vom 20. August 1895: «Der hysterische Schwächling, mit den beiden voreinander schaudernden Ichs, der eine Philosophie aus seiner Krankhaftigkeit herausdestilliert, die endlich ideell in Mystik, psychisch in Wahnsinn auslaufen muß, ist ein psychologisches Wahngebilde, das aus christlich-mystisch-theistischen Instinkten heraus geschaffen ist. Jede Seite schmeckt nach Christentum; jede Seite verrät die Ohnmacht, wahre Nietzsche-Luft zu atmen. Wie sich Nietzsche instinktiv von dem Fräulein Salome abgewendet hat, so widerstrebt dieses aus der Sphäre <deutscher> Bildung entsprungene Buch meinen innersten Instinkten.» (Briefe, Band II, 1890—1925, GA 39, S. 258f).

Faul Ree\ 1849-1901, Philosoph und Psychologe. Stand vom Herbst 1876 bis 1882 in freundschaftlicher Beziehung zu Nietzsche. Seine Psychologischen Betrachtungen (1875) machten auf Nietzsche großen Eindruck (siehe S. 133f.)- Ursprung der moralischen Empfindung (1877).

Fritz Koegel, 1860-1904, Dr. phil., war von 1894 bis 1897 von Elisabeth Förster-Nietzsche mit der Herausgabe der Nietzsche Gesamtausgabe beauftragt (bei C. G. Naumann, Leipzig, siehe S. 13 und Hinweis dazu) und hatte in dieser Zeit freundschaftlichen Kontakt mit Rudolf Steiner. Sowohl vorher wie nach dieser Zeit war er Generaldirektor verschiedener Großindustriebetriebe. Die erwähnte «Abfertigung» erschien in Magazin für Litteratur vom 23. Februar 1895 unter dem Titel: Friedrich Nietzsche und Frau Lou AndreasSalome. Zu Koegel siehe Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 135-140 u. ö. und Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv.

Frau Förster-Nietzsche: Elisabeth Förster-Nietzsche, 1846—1935, jüngere Schwester Nietzsches, seit 1885 verheiratet mit dem Antisemiten und Kolonialisten Bernhard Förster, mit dem sie in Paraguay eine deutsche Kolonie einrichtete. Nach dem Scheitern des Kolonialprojekts und dem Selbstmord ihres Gatten kehrte E. Förster-Nietzsche 1893 nach Deutschland zurück und übernahm die Verwaltung des Werkes und Nachlasses ihres seit 1889 umnachteten Bruders. Sie begründete das «Nietzsche-Archiv» in Naumburg (ab 1896 in Weimar), schrieb eine dreibändige Biographie ihres Bruders und ließ mehrere Gesamtausgaben von Werk, Nachlaß und Briefen herausgeben. Die geltungssüchtige Schwester war verantwortlich für zahlreiche
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10 Fälschungen und Verfälschungen, namentlich für den heroischen Nietzsche-Kult und die tendenziöse Nachlaßzusammenstellung Der Wille zur Macht, die 1901 und 1906 erschien. - Das ganze Ausmaß der biographischen und editorischen Fälschungen wurde erst nach dem Tod der Schwester Nietzsches (1935) bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg aufgedeckt.

herzlichst zu danken: Seit der ersten Begegnung mit Elisabeth FörsterNietzsche im Mai 1894 war Rudolf Steiner mit der Schwester des Philosophen freundschaftlich verbunden und gab dieser Verbundenheit in seinen Briefen auch öfter Ausdruck. Am 29. Juli 1895 widmete er ihr ein Exemplar seines vorliegenden Nietzsche-Buches mit den Worten: «Der verdienstvollen Biographin Nietzsches und Pflegerin des Nietzsche-Schatzes, Frau Dr. E. Förster-Nietzsche [in] herzlicher Verehrung der Verfasser» (abgebildet in Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv, S. 28). — Nach einem heftigen Konflikt im Dezember 1896 wandte sich Steiner endgültig vom Archiv ab (siehe Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, Kap. 2 Die Krise im Dezember 1896, S. 203-232). 1900 prangerte er als erster öffentlich das selbstherrliche und unverantwortliche Handeln der Archivherrin an (siehe Hinweis zu S. 14). In diesem literarischen Streit nahm er - wohl auch im Gedanken an den Dank in dieser Vorrede und seine persönliche Widmung — alle lobenden Worte öffentlich zurück: «Da habe ich vielleicht aus Höflichkeit und Rücksicht im Loben ihrer Eigenschaften zu viel getan. Nun ich erkläre, daß das eine große Dummheit von mir war und daß ich gerne bereit bin, jedes Lob, das ich Frau FörsterNietzsche gespendet habe, in aller Form zurückzunehmen.» {Das Nietzsche-Archiv und seine Anklagen gegen den bisherigen Herausgeber, GA 31, S. 528)
11 Den im «Nietzsche-Archiv» in Naumburg verlebten Stunden-. Siehe dazu R. Steiner, Mein Lebensgang, Kap. XVIII, GA 28, abgedruckt in vorliegendem Band S. 184-187 und Hinweis dazu.
13 Eine Gesamtausgabe: Siehe dazu Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 161-165, 188-192, 264-266, 715-720.

Der Antichrist … «Der Wille zur Macht»: Fritz Koegel hat im Nachbericht des von ihm herausgegebenen Band VIII der Gesamtausgabe (1895, S. Ulf.) das nachgelassene Werk Der Antichrist irrtümlich als erstes Buch d mes vierteiligen «Willens zur Macht» bezeichnet. Nietzsche hatte zwar in früheren Dispositionen ein vierteiliges Hauptwerk vorgesehen, diese Pläne später aber aufgegeben. Die moderne Forschung hat festgestellt, daß Der Antichrist ein selbständiges und abgeschlossenes Werk Nietzsches ist.
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13 Koegels Angaben beruhten auf folgender, in der Ausgabe abgedruckten, aber von Nietzsche nie ausgeführten Disposition:

Der Wille zur Macht.
Versuch einer Umwertung aller Werte.

Erstes Buch.
Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christentums.

Zweites Buch.
Der freie Geist. Kritik der Philosophie als einer nihilistischen Bewegung.

Drittes Buch.
Der Immoralist. Kritik der verhängnißvollsten Art von Unwissenheit, der Moral,

Viertes Buch.
Dionysos. Philosophie der ewigen Wiederkunft.


Band VIII der Gesamtausgabe mit dem Antichrist erschien mit Jahreszahl 1895 schon Ende 1894, deshalb konnte Rudolf Steiner in seinem 1895 erschienenen Buch schon darauf bezug nehmen und daraus zitieren. Dazu kannte er den Text schon von seinen Besuchen im Nietzsche-Archiv im Sommer 1894, wo ihm der Antichrist aus dem Originalmanuskript vorgelesen worden war (siehe Steiners Brief an Pauline Specht, 23. Dez. 1894, GA 39, S. 238).

14 Bei der Niederschrift der Aufsätze im Anhang des vorliegenden Buches (1900) lagen von der Gesamtausgabe auch die Bände IX-XII (1896-97) vor mit Veröffentlichungen aus den ungedruckten Arbeiten, von denen Band XII mit Schriften und Entwürfen aus dem Nachlaß der achtziger Jahre durch Elisabeth Förster-Nietzsche schon im Herbst 1898 wieder aus dem Buchhandel gezogen wurde. — Zu den Kämpfen um diese erste Nietzsche-Ausgabe siehe Rudolf Steiners kämpferischen Beitrag im Magazin für Litteratur: «Das NietzscheArchiv und seine Anklagen gegen den bisherigen Herausgeber. Eine Enthüllung» (10. Febr. 1900) - sowie die dort folgenden Aufsätze, wiederabgedruckt in R. Steiner, Gesammelte Aufsätze zur Kultur-und Zeitgeschichte 1887-1901, GA 31, S.505-614. Zum ganzen literarischen Streit siehe Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, Kap. 6 Der Streit im Jahre 1900, S. 337-406.
15 Grübler und Rätselfreund'. Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. Vorrede zur 2. Auflage: Versuch einer Selbstkritik, 1.
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15 «begegnet niemandem …»: Morgenröcke, Vorrede, 2.

«Ich gehöre zu den Lesern {Schopenhauers} …»: Unzeitgemäße Betrachtungen, Drittes Stück, Schopenhauer als Erzieher, 2.
15f «Ihr sagt, ihr glaubt an Zarathustra?…»: Also sprach Zarathustra, Erster Teil, Von der schenkenden Tugend, 3-16 Instinkte: Vgl. dazu Rudolf Steiners Ausführungen über Instinkte S. 89-92 und die dieses Thema aufnehmende Studie von Albert Vinzens, Friedrich Nietzsches Instinktverwandlung) Basel 1999-
18 «Aber daß ich euch ganz mein Herz offenbare …»: Also sprach Zarathustra, Zweiter Teil, Auf den glückseligen Inseln. «Es ist so kleinstädtisch …»: Schopenhauer als Erzieher, 1.
19 «während die Donner der Schlacht …»: Die Geburt der Tragödie, Versuch einer Selbstkritik, 1.

«schlimmen und gefährlichen Folgen …»: Unzeitgemäße Betrachtungen, Erstes Stück, David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller, 1.
20 Georg Brandes (eig. Morris Cohen), 1842-1927, dänischer Kritiker und Literarhistoriker; mit seiner Vorlesung über Nietzsche (Frühjahr 1888, siehe Hinweis zu S. 172) wurde er dessen Wegbereiter in der öffentlichen Auseinandersetzung. - Menschen und Werke, Essays, Frankfurt a. M. 1894; siehe darin: «Friedrich Nietzsche. Eine Abhandlung über aristokratischen Radikalismus», S. 137—224.

«Du fragst warum? ..,»: Also sprach Zarathustra, Zweiter Teil, Von den Dichtern.
20f «Der Wille zur Wahrheit …»'.Jenseits von Gut und Böse, Erstes Hauptstück, 1.
21 Grübler und Rätselfreund: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, Vorrede zur 2. Auflage: Versuch einer Selbstkritik, 1.

«Ich bin dazu berufen …»: Johann Gottlieb Fichte, Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten (Jenaer Vorlesungen 1794) — Leipzig o. J. (Reclam), S. 48.
23 «Urteile, Werturteile über das Leben …»: Götzen-Dämmerung, Das Problem des Sokrates, 2.
24 «Honigsammler des Geistes»: Zur Genealogie der Moral, Vorrede, 1.
29 «Nicht anders, als es ein Reisender macht …»: Die fröhliche Wissenschaft, Vorrede, 2.
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30 daß es ihm schwer ist, seine Mitmenschen zu «verdauen»: Die fröhliche Wissenschaft, 3. Buch, 167.
32 «Gefahren» seiner «Weltanschauung»: Rudolf Steiner spielt hier u.a. an auf das Werk von Dr. Ludwig Stein, Friedrich Nietzsches Weltanschauung und ihre Gefahren (Berlin 1893), das er auf S. 94 in vorliegendem Band ausdrücklich kritisiert.
33f. «Mein Ehrgeiz ist …»: Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 51.
42 «Was ist das Größte …»: Also sprach Zarathustra, Erster Teil, Zarathustras Vorrede, 3.
43 «Kein Hirt und Eine Herde! …»: a. a. O., 5.
44 «Den Einsiedlern werde ich …»: a. a. O., 9-
45 «Und wenn mich einst meine Klugheit …»: a. a. O., 10.
46 «Seinen Willen will nun …»: Also sprach Zarathustra, Erster Teil, Von den drei Verwandlungen.
47 «Wenige wissen das …» un d «Seine Weisheit heißt ,..» : a. a. O. , Von den Lehrstühlen der Tugend.

«Ach, ihr Brüder, dieser Gott …»: a. a. O., Von den Hinterweltlern.
48 «Einen neuen Stolz lehrte mich …»: ebenda.

«Hinter deinen Gedanken und …»: a. a. O., Von den Verächtern des Leibes.
49 «Es ist mehr Vernunft .,.»: ebenda.

mein Reich ist nicht von dieser Welt: Worte Jesu vor Pontius Pilatus, Joh. 18,36.
50 «daß ein Mittel des Ausdrucks …»: Richard Wagner, Oper und Drama (1851) in: Richard Wagners sämtliche Schriften und Dichtungen, Band III, Leipzig o. J. (5. Aufl.), Einleitung, S. 231.

Schopenhauers Lehre von der Musik: Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, I. Band, 3. Buch, § 52. Sämtliche Werke, hrsg. von Rudolf Steiner, Stuttgart o. J., Dritter Band, bes. S. 108.
52 So waren die Künstler «zu allen Zeiten …»: Zur Genealogie der Moral, 3. Abhandlung, 5.
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52 «Daß also das Kunstwerk …»: Arthur Schopenhauer, Die Weh als Wille und Vorstellung, II. Band, Kap. 30, Sämtliche Werke, hrsg. von Rudolf Steiner, Stuttgart o. J., 5. Band, S. 210.
52f «Wann aber äußerer Anlaß …»: a. a. O., Dritter Band, S. 37f.
53 «die ein wirklicher Zuschauer ,.,»: Zur Genealogie der Moral, 3. Abhandlung, 6.

Kant fordert vom schönen Kunstwerk: Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft. I. Teil, Kritik der ästhetischen Urteilskraft.
55 «Die deutsche Theologie» (Theologia Teutsch), Schrift eines Frankfurters aus dem Deutschherrenhaus zu Sachsenhausen bei Frankfurt a. M., zuerst herausgegeben von Martin Luther 1518; Neuausgabe mit neuhochdeutscher (Übersetzung von Franz Pfeiffer, 5. Aufl. 1923). — Siehe darüber Rudolf Steiner, Die Mystik im Aufgang des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung (1901), GA 7, S.66-72.

von dem Luther sagt…: In der Vorrede zur ersten Ausgabe der «Deutschen Theologie» (1518); zitiert von Arthur Schopenhauer in Die Welt als Wille und Vorstellung, I. Band, Viertes Buch, § 68 (Sämtliche Werke, hrsg. von R. Steiner, Dritter Band, S. 256); dort auch Schopenhauers Ansicht darüber.
59 «Völlige Keuschheit und Entsagung …»: Schopenhauers sämtliche Werke, hrsg. von R. Steiner, Dritter Band, S. 258.
60 Richard Wähle, 1857-1935, Philosoph. Siehe Rudolf Steiner, Die Rätsel der Philosophie (1914), GA 18, S. 480-482. - Das Ganze der Philosophie und ihr Ende. Ihre Vermächtnisse an die Theologie, Ästhetik und Staatspädagogik, Wien und Leipzig 1894; das Zitat bildet den Schluß des Werkes, S. 538.
61f Ernst Haeckel, 1843-1919, Naturforscher. Rudolf Steiner lernte Haekkel 1894 persönlich kennen und schätzen (vgl. Mein Lebensgang, GA 28, S. 218-222 und 403-406 und die Briefe von und an Haeckel, in Briefe II, 1890—1925, GA 39)- In einer eigenen Schrift verteidigte Steiner Haeckel gegen seine Gegner: Haeckel und seine Gegner (1899), wiederabgedruckt in GA 30, S. 152-200.
62 Emil Du Bois-Reymond, 1815-1896, Naturwissenschaftler, Physiologe. Siehe Rudolf Steiner, Die Rätsel der Philosophie, GA 18, S. 428-433-
- Über die Grenzen des Naturerkennens, Vortrag in der 2. öffentlichen Sitzung der 45. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Leipzig am 14. August 1872, Leipzig 1872, S. 32.
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65 Rudolf Steiner, Wahrheit und Wissenschaft. Vorspiel einer «Philosophie der Freiheit» (1892), GA 3; Die Philosophie der Freiheit, Grundzüge einer modernen Weltanschauung (1894, überarbeitete Neuauflage 1918), GA 4.
68 «Was durch das Wissen …»: Johann Gottlieb Fichte, Die Bestimmung des Menschen, Zweites Buch: Wissen. — Werke (Auswahl in 6 Bänden), hrsg. von Fritz Medicus, Leipzig o. J., Dritter Band, S. 82.

«Alle Realität» ist für Fichte …: a. a. O., Zweites Buch: Wissen, S. 81.
70 «Es soll schlechthin etwas geschehen …»: a. a. O., Drittes Buch: Glaube I., S. 95.

«Schwache und Mißratene»: Wendung Nietzsches, z. B. in Der Antichrist, 2.
70f «Ich sage, das Geht des Handelns …»: Johann Gottlieb Fichte, Die Bestimmung des Menschen, Drittes Buch: Glaube II. - Werke (Auswahl in 6 Bänden), hrsg. von Fritz Medicus, Leipzig o. J., Dritter Band, S.101.

«Erhabener, lebendiger Wille…»', a. a. O., Drittes Buch: Glaube IV., S. 139/40.
72 « Der Wille zur Macht»: Nietzsche kündigte in der Genealogie der Moral (III, 2) an, er werde den europäischen Nihilismus in einem «Werk, das ich vorbereite: Der Wille zur Macht» abhandeln. Dieses Werk ist nie geschrieben worden, vgl. Hinweis zu S. 13-

«Ich will nicht versuchen …»: Johann Gottlieb Fichte, Die Bestimmung des Menschen, Drittes Buch: Glaube IV. — Werke (Auswahl in 6 Bänden), hrsg. von Fritz Medicus, Leipzig o. ]., Dritter Band, S. 141.
73 «Diese Lehrer der Ergebung! …»: Also sprach Zarathustra, Dritter Teil, Von der verkleinernden Tugend, 3.
77f «Und wollt ihr nicht Schicksale …»: a. a. O., Von alten und neuen Tafeln, 29.
78 in das Tal, das «Schlangentod» heißt: Also sprach Zarathustra, Vierter und letzter Teil, Der häßlichste Mensch.
82 Goethe … laßt… seinen Faust: Die Schlußrede Fausts vor seinem Tod, Faust II, 5. Akt, Palast, Verse 11559-11586

Für Schelling zum Beispiel ist alle sinnliche Schönheit nur ein Abglanz: Siehe die Philosophie der Kunst (Vorlesungen 1802-1805) und das Gespräch Bruno, oder über das göttliche und natürliche Prinzip der Dinge (1802).
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83 Hegel nennt das Schöne «das sinnliche Scheinen der Idee»: G. W. F. Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, Kapitel I, Begriff des Schönen.
87f der «vor allem das Auge erregt hält, …»: Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 10.
92 Die moralische Phantasie fehlt in Nietzsches Ausführungen: Diese wichtige, von Nietzsches Position abweichende Auffassung hat Rudolf Steiner schon vor dem Erscheinen seines Nietzsche-Buches in zwei Briefen ausgesprochen: An Rosa Mayreder am 4. November 1894: «Ich weiß genau, wohin mein Buch [sc. Die Philosophie der Freiheit] im Strome gegenwärtiger Geistesentwicklung gehört; ich kann mit Fingern darauf zeigen, wo es sich an Nietzsches Gedankenrichtung anreiht; ich kann es mit Ruhe aussprechen, daß ich Ideen ausgesprochen habe, die bei Nietzsche fehlen. Ich darf es meinen Freunden - aber nur diesen - gestehen, daß ich es mit Schmerz empfinde, daß Nietzsche mein Buch nicht mehr hat lesen können. Er hätte es genommen als das, was es ist: in jeder Zeile als persönliches Erlebnis.» (GA 39, S. 232) Und noch deutlicher an Pauline Specht am 23. Dezember 1894: «… ich habe die feste Überzeugung, daß meine <Freiheitsphilosophie> an Nietzsche nicht spurlos vorübergegangen wäre. Er hätte eine Menge von Fragen, die er offengelassen hat, bei mir weitergeführt gefunden und hätte mir gewiß in der Ansicht recht gegeben, daß seine Moralansicht, sein Immoralismus, seine Krönung erst in meiner <Freiheitsphilosophio findet, daß seine <moralischen Instinkto gehörig sublimiert und auf ihren Ursprung verfolgt das geben, was bei mir als <moralische Phantasio figuriert. Dieses Kapitel <Moralische Phantasie> meiner <FreiheitsphiIosophie> fehlt geradezu in Nietzsches <Genealogie der Moral>, trotzdem alles, was in derselben steht, darauf hinweist.» (GA 39, S. 238f.)
Angesichts dieser zentralen Kritik und Ergänzung von Nietzsches Gedanken sah sich die aufmerksame Beobachterin Rosa Mayreder gedrängt, in einem Brief an ihren Freund Steiner den entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Denkern festzuhalten: «Für mich liegt Ihre wahre Bedeutung nicht dort, wo Sie mit Nietzsche übereinstimmen, sondern wo Sie sein Gegner sind. Daß Sie mit Nietzsche oder mit irgendeinem anderen ruhmreichen Geist übereinstimmen, scheint mir in Ansehung Ihrer spezifischen Geistesleistung ganz irrelevant; vielleicht hat mich auch deshalb Ihre Schrift über Nietzsche nicht so unbedingt angesprochen wie Ihre anderen Schriften. Für Ihre spezifische Geistesleistung, für dasjenige, wodurch Sie sich vor allen andern Denkern der naturwissenschaftlichen Ära auszeichnen,
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92 halte ich Ihre Betonung der menschlichen Freiheit und das neue Fundament, welches Sie derselben gegeben haben. Nichts aber ist mir unerträglicher als die Lehre von der Unfreiheit des menschlichen Willens nach Schopenhauerscher Beweisführung, die Nietzsche kritiklos in seine Weltanschauung hinübergenommen hat. […} Und deshalb halte ich es für Ihre große Geistestat, daß Sie die <Konsequenz des Denkens> hatten, zu erkennen, daß es keinen wirklichen Individualismus geben kann ohne die Voraussetzung der Freiheit.» (25. August 1895, GA 39, S. 2650
95 «Der Wille zur Macht»: Rudolf Steiner folgt in diesen Angaben dem damals eben erschienenen Band VIII der Gesamtausgabe (hrsg. v. Fritz Koegel, 1895). Daß der Antichrist ein selbständiges Werk ist und nicht das erste Buch des nie geschriebenen Willens zur Macht, hat die Forschung erst viel später festgestellt. Siehe dazu den Hinweis zu S. 13.
96 Max Stirner (eig. Kaspar Schmidt), 1806-1856, Philosoph, Verfasser von Der Einzige und sein Eigentum (1845), das als Grundlagenwerk des individualistischen Anarchismus gilt. Zum Verhältnis Nietzsche-Stirner nahm Rudolf Steiner auch in einem Brief an Rosa Mayreder Stellung (20. August 1895, GA 39, S. 255): «Stirner verstand es, auf dem höchsten Berge im Eise zu leben. Wer ihm folgt, gewinnt jene <Erfahrung aus sieben Einsamkeiten>, von der Nietzsche spricht, Nietzsche träumt von der <Stärke für Fragen, zu denen niemand heute den Mut hat, den Mut zum Verbotenen, die Vorherbestimmung zum Labyrinth. Neue Ohren für neue Musik>. Ich glaube, man mißdeutet Nietzsche nicht, wenn man sagt: er hätte bei Stirner die Vorliebe für Stärke, den Mut zum Verbotenen, die Vorbestimmung für das Labyrinth und die neuen Ohren für die neue Musik gefunden, wenn er ihn gekannt hätte. Ich finde bei Stirner etwas, was mir bei Nietzsche fehlt: die allseitig entwickelten Lebenskräfte, die ungehemmt ihrer Naturtendenz folgen. Ich finde bei Stirner eine Energie des Lebens, eine Fülle und Verwandlungsfähigkeit der Persönlichkeit, eine Artisten-Heiterkeit und Artisten-Freiheit, die mir bei Nietzsche doch nicht vorhanden zu sein scheinen. Bei Stirner atmet man in noch reinerer Luft als bei Nietzsche. Geheimnisse werden für Stirnersche Ohren offenbar, die wirklich jenseits des Todes, jenseits des Eises liegen. Es ist die Optik des Lebens, nach der Nietzsche strebt, bei Stirner verwirklicht.» — Rudolf Steiners Wertschätzung des kompromißlosen Freiheitsdenkers Stirner fand ihren Niederschlag auch in: Der Invidualismus in der Philosophie (1899), in GA 30, S. 143-148; Max Stirner (1898), in GA 32, S. 211-218; Voilä un homme (1898), GA 32, S. 219-223; Die Rätsel der Philosophie (1914), GA 18, S. 307-317.
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97 Es ist für Stirner einerlei: Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum, Leipzig, Reclam oj . [1893], S. 56.
97ff «Vorchristliche und christliche Zeit …»: a. a. O., S.424-429, die Schlußseiten von Stirners Werk.
99 «Ich hab' mein' Sach' auf nichts gestellt»'. Aus Goethes Gedicht: Vanitas! Vanitatum vanitas!
101 die beiden Ideen von der apollinischen und der dionysischen Weltbetrachtung: In Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872).
103 der … als Schüler des Sokrates bezeichnete Euripides: Die Geburt der Tragödie; 13-
104 von einem klassischen Philologen scharf angegriffen worden: Von Ulrich von Wilamowitz-Möllendorff in seiner Schrift Zukunftsphilologie, Berlin 1872.
105 Kant einen «verwachsenen Begriffskrüppel»: Götzen-Dämmerung, Was den Deutschen abgeht, 7.
108 Wie ein Krankheitsprozeß erschien ihm später: Der Fall Wagner, Vorwort; siehe auch Ecce homo, Die Unzeitgemäßen.
116 David Friedrich Strauß, 1808-1874, evangelischer Theologe und erfolgreicher Schriftsteller, sein Alterswerk Der alte und der neue Glaube erschien 1872 und erlebte zahlreiche Auflagen.
117 {der christlichen Religion): Hinzufügung von Rudolf Steiner für eine Auslassung im Zitat.
122 im ersten Buche seiner «Umwertung aller Werte»: Gemeint ist hier Der Antichrist, der in der Koegelschen Ausgabe (1895) irrtümlicherweise als erstes Buch des Willens zur Macht oder der Umwertung aller Werte ausgegeben wurde; siehe dazu den Hinweis zu S. 13.

im zweiten und dritten Buche: siehe die Gliederung der geplanten Umwertung aller Werte im Hinweis zu S. 13-
123 in der zweiten Abteilung der Gesamtausgabe: Von Nietzsche selbst liegt keine zusammenhängende Darstellung der Ewigen Wiederkunft vor. In Band 12 (1897) der Gesamtausgabe erschien die Wiederkunft des Gleichen, eine von Koegel selbst zusammengestellte Sammlung von nachgelassenen Notizen und Fragmenten Nietzsches zum Themenkreis der Ewigen Wiederkunft. Diese Zusammenstellung hat später (1900) einen heftigen editorischen Streit ausgelöst, in welchem sich Rudolf Steiner für Koegel und dessen Ausgabe der Ewigen Wiederkunft
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123 stark gemacht hat. (Siehe dazu Steiners Beiträge in GA 31, S. 505- 6l4 ; und: Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 337—406). Rudolf Steiner hat seine Auffassung der Ewigen Wiederkunft noch einmal wiederholt in seiner Autobiographie Mein Lebensgang, siehe S. 194- 197 in vorliegendem Band.



ANHANG

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127 Die Philosophie Friedrich Nietzsches als psycbo-pathologisches Problem: Erschienen im «Feuilleton» der «Wiener Klinischen Rundschau», Organ für die gesamte praktische Heilkunde sowie für die Interessen des ärztlichen Standes, redigiert von den Privatdocenten Dr. F. Obermayer und Dr. Kunn, Zitter's Zeitungsverlag, Wien, XIV. Jg., Nr. 30, 29. Juli 1900 und Nr. 31, 5. August 1900, S. 598-600 und 618—621. Erschien auch als Sonderdruck im Verlag Joh. N. Vernay, Wien 1900, 17 S.
128 «Honette Dinge tragen …»: Götzen-Dämmerung. Das Problem des Sokrates, 5.
129 «Ihm, dem ich das Meiste verdanke …»: Dank- und Widmungszeilen mit dem Titel An Gott im Anhang an Nietzsches Valediktionsarbek in Schulpforta am 7. September 1864. Abgedruckt in Frühe Schriften, Historisch-kritische Gesamtausgabe Bd. 3, München 1935 (Reprint 1994), S. 64f.

«Religiöse Schwierigkeiten kenne ich nicht» und «<Gott>, < Unsterblichkeit derSeele>»\ Ecce homo, Warum ich so klug bin, 1. Rudolf Steiner zitiert in vorliegenden Aufsätzen nach den einzigen damals zugänglichen Quellen für Ecce homo: nach den Auszügen aus dem Manuskript, die Michael Georg Conrad in seinem Buch Ketzerblut (München 1893, S. 177-189) publiziert hatte sowie nach Elisabeth Förster-Nietzsche, Das Leben Friedrich Nietzsche's, 2 Bde., Leipzig 1895—1904. Ecce homo wurde erst 1908 vollständig gedruckt.
131 Schopenhauer selbst hat der Musik: Siehe S, 50 und den Hinweis dazu.
131f «Schopenhauer redet mit sich …»: Schopenhauer als Erzieher, 2.
132 «Ich bin ferne davon zu glauben, …»: Nachlaß Frühjahr-Sommer 1874, 34[13], Kritische Studienausgabe, Bd. 7, S. 795f. Die Hervorhebungen stammen von Rudolf Steiner.
133f Malwida Freiin von Meysenbug, 1816-1903, Schriftstellerin. Nietzsche lernte die Wagnerverehrerin 1872 in Bayreuth kennen; er lebte 1876
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133f und 1882 längere Zeit in ihrem Kreise in Sorrent und Rom. - Memoiren einer Idealisten, 3 Bde., 1876. — Der Lebensabend einer Idealistin, Nachträge zu den Memoiren, Berlin und Leipzig 1898.
134 «Wie sehr seine (Rees) Art …» und «Es sei — sagte Nietzsche - …»: Malwida von Meysenbug, Der Lebensabend einer Idealistin, Kap. Episoden aus den Jahren 1876 und 1877, S. 59f.
135 Lehre von der «Ewigen Wiederkunft»: Die fröhliche Wissenschaft, 341 und Also sprach Zarathustra, Dritter Teil, Der Genesende.

Eugen Dühring, 1833-1921, Philosoph und Nationalökonom in Berlin, freier Schriftsteller; siehe Rudolf Steiner, Die Rätsel der Philosophie, GA 18, S. 491-500.

Er fand in Dührings «Kursus der Philosophie»: Eugen Dühring, Kursus der Philosophie als streng wissenschaftlicher Weltanschauung und Lebensgestaltung, Leipzig 1875. Siehe dazu Rudolf Steiners Ausführungen in Mein Lebensgang, Kap. XVIII, S. 194-197 in vorliegendem Band.

«Was ist die Reaktion der Meinungen …»: Nachlaß Oktober - Dezember 1876, 19E98], Kritische Studienausgabe, Bd. 8, S. 354.

in einem Werke …zu dem er 1881 den Plan entwarf: Siehe Hinweis zu S. 123.
136 «Der Wille zur Wahrheit …»'.Jenseits von Gut und Böse, Von den Vorurteilen der Philosophen, 1. Vgl. die Ausführungen zu diesem Zitat in R. Steiners Nietzsche-Buch von 1895, S. 20-22 in vorliegendem Band.

«Ich erwarte immer noch…»: Die fröhliche Wissenschaft, Vorrede, 2.
137 «Und was unsere Zukunft betrifft…»: a. a. O., 4.

«Sokrates gehörte seiner Herkunft nach …»: Götzen-Dämmerung, Das Problem des Sokrates, 3 und 11.
138 «die ganze Tonleiter» seiner «Feindseligkeiten abzusingen»: Siehe Nietzsches Brief vom 19. März 1874 an Erwin Rohde: «… Daß ich es mit meinen Ergüssen ziemlich dilettantisch unreif treibe, weiß ich wohl, aber es liegt mir durchaus daran, erst einmal den ganzen polemischnegativen Stoff in mir auszustoßen; ich will unverdrossen erst die ganze Tonleiter meiner Feindseligkeiten absingen, auf und nieder, recht greulich, <daß das Gewölbe wiederhallt.> Später, fünf Jahre später, schmeiße ich alle Polemik hinter mich und sinne auf ein <gutes Werk>. Aber jetzt ist mir die Brust ordentlich verschleimt vor lauter Abneigung und Bedrängnis, da muß ich mich expektorieren, ziemlich oder unziemlich, wenn nur endgültig. Elf schöne Weisen habe ich noch abzusingen.»
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139 «Er hat, der Reihe nach…»: Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 21.
140 «Ein Irrtum nach dem andern…»: Ecce homo, Menschliches, Allzumenschliches, 1.

«Menschliches, Allzumenschliches … mit dem ich …»: a.a.O., 5
141 «Ich sehe die Möglichkeit vor mir …»: Der Antichrist, 61 .
141f «Umwertung aller Werte»: Siehe den Hinweis zu S. 13.
142 «Die ganze Arbeit der antiken Welt …»: Der Antichrist, 59.
143 «Mir steht nun einmal fest …»: Nachlaß März 1875 3[31], Kritische Studienausgabe, Bd. 8, S. 23.

«Daß allein eine Weltinterpretation …»: Die fröhliche Wissenschaft, Fünftes Buch: Wir Furchtlosen, 373.
144 «Dem Winde tut mir gleich …»: Also sprach Zarathustra, Vierter und letzter Teil, Vom höheren Menschen, 20. «Habe ich noch zu sagen, …»: Der Antichrist, AG.
145 «Es ist für ein Volk klug, …»'.Jenseits von Gut und Böse, Völker und Vaterländer, 244.
145 f «Mir eignet eine vollkommen unheimliche …»: Ecce homo, Warum ich so weise bin, 8. Zur Quellenangabe Rudolf Steiners des damals noch nicht veröffentlichten Werkes Ecce homo siehe Hinweis zu S. 129.
146f «Man hat die Instinkte …»: Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 40.
147 «Dies Buch gehört den Wenigsten …»: Der Antichrist, Vorwort.
148 «Was ist Moralität! …»: Nachlaß Frühjahr-Herbst 1881, ll[103], Kritische Studienausgabe, Bd. 9, S. 478.
149 Ewige Wiederkunft: Siehe Hinweis zu S. 123-
150f «<Fröhliche Wissenschaft>: das bedeutet …»: Die fröhliche Wissenschaft, Vorrede, 1.
153 Friedrich Nietzsches Persönlichkeit und die Psycho-Pathologie: Erschienen im «Feuilleton» der «Wiener Klinischen Rundschau», Organ für die
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153 gesamte praktische Heilkunde sowie für die Interessen des ärztlichen Standes, redigiert von den Privatdocenten Dr. F. Obermayer und Dr. Kunn, Zitter's Zeitungsverlag, Wien, XIV. Jg., Nr. 37, 16. September 1900, S. 738-741. Erschien auch als Sonderdruck im Verlag Joh. N. Vernay, Wien 1900, 12 S.

Theodor Ziehen, 1862-1950, Philosoph, Mediziner, Psychiater, Arzt Nietzsches in der Jenaer Psychiatrischen Klinik. Leitfaden der physiologischen Psychologie in 15 Vorlesungen, 5. Auflage, Jena 1900. - Zu Ziehen vgl. Rudolf Steiner, Von Seelenrätseln, GA 21, S- 153ff.
154f «Im Jahre 1879 legte ich …»: Ecce homo, Warum ich so weise bin, 1. Zur Quellenangabe Rudolf Steiners des damals noch nicht veröffentlichten Werkes Ecce homo siehe Hinweis zu S. 129-
155 «Ein Philosoph, der den Gang … »: Die fröhliche Wissenschaft, Vorrede, 3.

«Denn man gebe acht darauf…»: Ecce homo, Warum ich so weise bin, 2.
155f «Man hat nämlich, vorausgesetzt …»: Die fröhliche Wissenschaft, Vorrede, 2.
156 «Pessimismus des neunzehnten Jahrhunderts …» und «den schönsten Luxus …»: Die fröhliche Wissenschaft, Fünftes Buch: Wir Furchtlosen, 370.

«Ich komme wieder, …»: Also sprach Zarathustra, Dritter Teil, Der Genesende, 2.

«Denn ein Göttertisch ist die Erde …»:: a. a. O., Die sieben Siegel, 3.
157 Mit Unrecht ist öfter darauf hingewiesen worden …: Rudolf Steiner folgt hier der damals verbreiteten Version der Familie Nietzsche. Erst später publizierte Quellen belegen aber, daß Nietzsches Vater an einer Gehirnerkrankung gestorben ist. Um eine mögliche erbliche Beeinflussung auszuschließen, haben Mutter und Schwester Nietzsches nach dessen geistigem Zusammenbruch die «fable convenue» in die Welt gesetzt, daß der Tod des Vaters auf einen Sturz von der Treppe zurückgehe. Vgl. C.P. Janz, Friedrich Nietzsche, Biographie, Bd. 1, München 1978, S. 44-47; P.D. Volz, Nietzsche im Labyrinth seiner Krankheit, Eine medizinisch-biographische Untersuchung, Würzburg 1990, S. 28-38.
\«Mein Vater starb …»: Ecce homo, Warum ich so weise bin, 1. Zur Quellenangabe Rudolf Steiners des damals noch nicht veröffentlichten Werkes Ecce homo siehe Hinweis zu S. 129.

Giacomo Graf Leopardi, 1798—1837, italienischer Dichter.
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158 «Jetzt, wo ich die Wirkungen …»: Eccehomo, Warum ich so klug bin, 2.
159 «Ich werfe den Mitleidigen vor …»: a. a. O., Warum ich so weise bin, 4.

«Die Schwachen und Mißratenen …»: Der Antichrist, 2.
160 «Gesetzt aber, es gibt diesen Kampf,..»: Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemäßen, 14.
160f «Nehmen wir das bedeutende Wort …»: Goethes Naturwissenschaftliche Schriften, hrsg. von Rudolf Steiner, Band IV, 2, (1897), Dornach 1975, Sprüche in Prosay Ethisches, S, 461; auch in Goethes Maximen und Reflexionen.
161 «Geselligkeit lag in meiner Natur …»: a. a. O., Sprüche in Prosa, Goethe über sich selbst, S. 537; auch in Goethes Maximen und Reflexionen.

«zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust»: Goethe, Faust I, Vor dem Tor, Vers 1112.
162 «Ein fruchtbares, reiches, erschütterndes Leben …»: Aus Nietzsches Brief an Erwin Rohde, 15. August 1869, Kritische Studienausgabe Briefe, Bd. 3, S. 42.
164 «Wagner den Rücken zu kehren …»: Der Fall Wagner, Vorwort.

«Wer seine Zeit angreift…»: Nachlaß Frühling-Sommer 1878, 27[81}, Kritische Studienausgabe, Bd. 8, S. 500. Die zweite Hervorhebung im Zitat stammt von Rudolf Steiner.
164f «Ein Psychologe dürfte noch hinzufügen …»: Ecce homo, Die Geburt der Tragödie, 4.
166 «Man muß das Verhängnis …»: Der Antichrist, 8.

«Jetzt — zwischen zwei Nichtse …»: Dionysos-Dithyramben, Zwischen Raubvögeln.
167 «Die Griechen als das einzig geniale Volk …»: Nachlaß Frühling-Sommer 1875, 5[65], Kritische Studienausgabe, Bd. 8, S. 59.
167f «Jedes Volk wird beschämt …»: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen, 1.
168 «Den Griechen verdanke ich …»: Götzen-Dämmerung, Was ich den Alten verdanke, 2.
168f «Die prachtvoll geschmeidige Leiblichkeit …»: a. a. O., 3.
169 «Müssen wir es uns nicht eingestehen…»: Die fröhliche Wissenschaft, Fünftes Buch: Wir Furchtlosen, 369-
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171 Die Persönlichkeit Friedrich Nietzsches. Eine Gedächtnisrede, gehalten im Kreise der «Kommenden» am 13. September 1900: abgedruckt in: Die Kommenden, Erste Veröffentlichung aus den Darbietungen der «Kommenden» an den Donnerstag-Abenden im Nollendorf-Casino. Redigiert von Dr. A. N. Gotendorf, Dr. H. Lux, v. Meville, L. Rossius vom Rhyn, Dr. Rudolf Steiner, Berlin 1901, im Selbstverlag der «Kommenden», S. 16-25.
171 Der erste Teil des Buches: Gemeint ist Der Wille zur Macht, Versuch einer Umwertung aller Werte, als dessen erster Teil damals Der Antichrist bezeichnet wurde (vgl. Hinweis zu S. 13). «Dies Buch gehört den Wenigsten…»: Der Antichrist, Vorwort.
171f «Ihr sagt, ihr glaubt an… »: Also sprach Zarathustra, Erster Teil, Von der schenkenden Tugend, 3.
172 Zyklus von Vorlesungen (von) Georg Brandes: Über «den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche». - Vgl. den Briefwechsel Nietzsches mit Brandes, v. a. Brandes' Brief an Nietzsche vom 3. April 1888 und Nietzsches Antwort vom 10. April 1888, mit einer erstmaligen Lebensskizze, und an Heinrich Köselitz (Peter Gast) vom 31. Mai 1888. Zu Brandes siehe Hinweis zu S. 20.
174 Friedrich Wilhelm Ritschi, 1806-1876, Altphilologe, bei dem Nietzsche in Bonn 1863 studierte und dem er 1864 nach Leipzig folgte. Als Lehrer und Freund förderte er Nietzsche auf jede Weise; sie entfremdeten sich durch das Unverständnis, mit dem Ritschi, wie fast die ganze Gelehrtenwelt damals, Nietzsches Geburt der Tragödie begegnete.

Friedrich Nietzsche kann alles, was er will: Siehe den Brief Ritschis an Erziehungsrat Wilhelm Vischer in Basel vom 11. Januar 1869; C.P. Janz, Friedrich Nietzsche, Biographie, Bd. 1, München 1978, S. 255: «Aber es ist mir gar kein Zweifel, daß, wenn ein praktisches Bedürfnis an ihn herantritt, er bei seiner großen Begabung auch in andere Gebiete sich mit Erfolg einarbeiten werde. Er wird eben alles können, was er will.»

Schrift über die Philosophen des tragischen Zeitalters: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen, nachgelassenes unvollendetes Manuskript von 1873, Kritische Studienausgabe, Bd. 1, S. 799-872.
175 «Elendes Eintagsgeschleckt …»: Die Geburt der Tragödie, 3.

«Singend und tanzend…»: a. a. O., 1.
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177 Tribschener Landgut: Tribschen bei Luzern, Wohnort Richard Wagners und seiner Angehörigen 1866-1872.

«Ein fruchtbares, reiches, …»: Siehe Hinweis zu S. 162.
178 was er «in jungen Jahren …» und «Daß wenn ich die dionysische Musik beschrieb…»: Siehe Hinweis zu S. 164f.
179 «Ein Irrtum nach dem andern …»: Ecce homo, Menschliches, Allzumenschliches, 1.
183 Aus «Mein Lebensgang»: Der Abdruck folgt dem Text aus Mein Lebensgang, GA 28, 8. Aufl. 1982, S. 250-265; der Text erschien erstmals in der Zeitschrift Das Goetheanum, 7.-21. Sept. 1924, 3. Jg., S. 449f., 457f. u. 465f.
184 «Schon in meinem 1886 erschienenen kleinen Buche…»: Siehe S. 9 in vorliegendem Band.
184 «Ich gehöre zu den Lesern Nietzsches…»: Siehe S. 15 in vorliegendem Band und den Hinweis dazu.
185 erschien eines Tages Nietzsches Schwester: Im Frühjahr 1894. Der erste zeitlich belegbare Kontakt Steiners mit dem Nietzsche-Archiv war am 26. Mai 1894, als Rudolf Steiner mit Kollegen vom Goethe- und Schiller-Archiv einen Gegenbesuch im Naumburger Nietzsche-Archiv machte und dort Manuskripte Nietzsches einsehen durfte, (siehe Briefe II, GA 39, S. 214 und 2l6f.). Vgl. zu diesem Besuch auch Gabriele Reuter, Vom Kinde zum Menschen. Die Geschichte meiner Jugend, Berlin 1921, S. 453f.

Fritz Koegel: Siehe Hinweis zu S.10.

mit Frau Elisabeth Förster-Nietzsche in schwere Konflikte: Gemeint sind hier einerseits die persönlichen Konflikte zwischen Elisabeth FörsterNietzsche, Fritz Koegel und Rudolf Steiner im Dezember 1896 um eine eventuelle Anstellung Steiners am Nietzsche-Archiv und andererseits der literarisch-philosophische Streit im Jahr 1900 um die Editionen Fritz Koegels und um die Machenschaften der Archivherrin E. Förster-Nietzsche im allgemeinen. Siehe dazu Hinweise zu S. 10 und 14 und Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv, S. 40-58 und 137ff. sowie Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 203-232 (Die Krise im Dezember 1896) und S. 337-406 (Der Streit im Jahre 1900).

bei dem ersten der vielen Besuche … in das Zimmer Friedrich Nietzsches führte: Rudolf Steiners erster dokumentarisch belegter Besuch in Weimar fand am 26. Mai 1894 statt (siehe den ersten Hinweis zu S. 185). Der Dankbrief R. Steiners für diesen Besuch (GA 39, S. 2l4f.) erwähnt keine Begegnung mit dem kranken Nietzsche, dagegen dankt Steiner für die vergleichsweise viel unbedeutendere Begegnung
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185 mit der Mutter Nietzsches. Es existiert aber eine eindeutig datierte Notizbucheintragung vom 22. Januar 1896, die von dieser Begegnung mit dem kranken Nietzsche spricht («Habe eben Nietzsche gesehen. Er lag auf einem Sopha …», Notizbuch Archiv-Nr. 321, faksimiliert in Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv, S. 35 und Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 754—755.) Dieses Datum korrespondiert mit Rudolf Steiners Aufenthalt in Naumburg (ab 13. Januar 1896) anläßlich der Ordnung von Nietzsches Bibliothek (siehe nachfolgenden Hinweis). Es ist anzunehmen, daß Frau Förster-Nietzsche Rudolf Steiner am Schluß zum Dank für die geleistete Arbeit zu ihrem kranken Bruder geführt hat und daß Rudolf Steiner unmittelbar darauf, vermutlich auf der Rückfahrt nach Weimar die Eintragung in sein Notizbuch gemacht hat (das Fahren des Zuges würde die mitten in der Aufzeichnung sichtbar holprig werdende Schrift erklären.) Daß die Begegnung 1896 stattgefunden hat, sagt Steiner selbst am Ende seiner Ausführungen über Nietzsche in Mein Lebensgang (S. 197 in vorliegendem Band): «in dem Anblicke von Nietzsches Seele 1896». - Nun sagt Rudolf Steiner über sein Nietzsche-Buch von 1895, daß das «Bild Nietzsches es mir inspiriert hat» (S. 187). Diese Inspiration wäre aber unmöglich, wenn die Begegnung mit Nietzsche (22. Jan. 1896) tatsächlich nach dem Erscheinen des Nietzsche-Buches (Frühjahr 1895) stattgefunden hätte. Daß Rudolf Steiner nur eine Begegnung mit dem kranken Nietzsche erlebt hat, berichtet er ausdrücklich in zahlreichen Vorträgen: 10. Juni 1908, GA 108, S. 279; 20. März 1909, GA 57, S. 365; 1. Oktober 1920, GA 322, S. 72f.; 15. März 1924, GA 235, S. I62f.
187 Nietzsches Bibliothek zu ordnen: Aufdringende Bitten Elisabeth FörsterNietzsches hat Rudolf Steiner Mitte Januar 1896 (vmtl. vom 13.-22.) Nietzsche Bibliothek geordnet und mit großer Sorgfalt ein Verzeichnis erstellt. 1077 Bände und Broschüren wurden von ihm auf 227 Seiten in 19 Sachgruppen alphabetisch aufgelistet. Neben Autor, Titel, Verlagsort und -jähr hat er Anstreichungen, Randbemerkungen und den Erhaltungszustand vermerkt. (Siehe Rudolf Steiner und das Nietzsche-Archiv, S. 30f. und 117—119 sowie Zur Geschichte des Nietzsche-Archivs, S. 182-184 und 752f.)

Ich wurde dabei auch mit Fritz Koegel sehr befreundet: Rudolf Steiner wohnte während seines Naumburger Aufenthaltes im selben Haus wie Koegel.

Exemplar eines Emersonschen Buches: Eine Seite aus Nietzsches Exemplar von Ralph Waldo Emersons Versuchen (Aus dem Englischen v. G. Fabricius, Hannover 1858) mit eigenhändigen Anstreichungen und Randbemerkungen ist abgebildet in Rudolf Steiner und das NietzscheArchiv, S. 33-
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187 Guyaus Schriften mit ebensolchen Spuren'. Nietzsches Randbemerkungen zu Guyau finden sich wiedergegeben in: Jean Marie Guyau, Sittlichkeit ohne <Pflicht> (Esquisse d' une Morale sans Obligation ni Sanction), ins Deutsche übersetzt von Elisabeth Schwarz. Mit einer für die deutsche Ausgabe verfaßten biographisch-kritischen Einleitung von Alfred Fouillee und bisher unveröffentlichten Randbemerkungen Friedrich Nietzsches, Leipzig: Werner Klinkhardt 1909- — Zum Philosophen Jean Marie Guyau (1854-1888) siehe auch die Bemerkung Rudolf Steiners in Aufzeichnungen für Edouard Schure (sog. «Documents de Barr»), abgedruckt in GA 262, S. 15.

Randbemerkung in Eugen Dührings philosophischem Hauptwerke: Im literarischen Streit mit Elisabeth Förster- Nietzsche 1900 hat Rudolf Steiner die Auffassung von Dührings Einfluß auf Nietzsche vehement vertreten und später auch in diesem Kapitel in Mein Lebensgang zitiert (S. 194-197 in vorliegendem Band). Auch in zahlreichen Vorträgen hat Steiner auf Nietzsches Randbemerkungen zu Dührings Buch Bezug genommen: 20. 3. 1909, GA 57, S. 374f.; 21. 8. 1916, GA 170, S. 190f.; 28. 10. 1919, GA 332a, S. 142, Fragenbeantwortung; 1. 10. 1920, GA 322, S. 70; 8. 3. 1924, GA 235, S. 130f.
188 « Wille zur Macht» … « Umwertung aller Werte»: Siehe Hinweis zu S. 13.
190 Konflikte mit Fritz Koegel: Siehe den dritten Hinweis zu S. 185.
191 Apollo und Dionysos: Siehe S. lOlf. und Hinweis dazu.
194 Aufsatz im «Magazin für Litteratur»: Rudolf Steiner, Die «sogenannte» Wiederkunft des Gleichen. Eine Fortsetzung meiner Erwiderung auf E. Horneffers Aufsatz «Eine Verteidigung der sogenannten <Wiederkunft des Gleichem von Nietzsche», Magazin für Litteratur, 21. und 28. April 1900, Sp. 401-404 u. 425-434, GA 31, S. 549-570; die hier angeführte Stelle S. 550-553 mit kleineren Kürzungen.
196 «Das Maß der All-Kraft ist bestimmt…»: Nietzsche, Nachlaß Frühjahr- . Herbst 1881, 11 [202], Kritische Studienausgabe, Bd. 8, S. 523.
197 «Die zukünftige Geschichte …»: a.a.O., 11[338], S. 573. sein Hauptwerk «Umwertung aller Werte»: Siehe Hinweis zu S. 13.
197 Peter Gast (Pseudonym für Heinrich Köselitz), 1854-1918, Musiker. Freund Nietzsches, dem er als Schreiber behilflich war und den er oft auf Reisen begleitete. 1892-94 war er der Herausgeber der Schriften Nietzsches bei Naumann, Leipzig; er übernahm diese Aufgabe von 1899-1909 wieder, trotz der Probleme mit Elisabeth Förster Nietzsche. — Das angeführte Zitat befindet sich in Peter Gasts Vorwort zu Nietzsches Werke, 3. Bd., Menschliches, Allzumenschliches /., Leipzig 1894, S. XIV.




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